Mathematik in der SPD…

Politik hat ja immer wieder auch humorige Seiten.

So zitiert die WAZ-Gruppe heute morgen den Bürgermeister von Gladbeck, Ulrich Rolands (SPD), so:

Angesichts der hohen Wahlbeteiligung von fast 40 Prozent sei das Ergebnis eindeutig. „Die meisten Gladbecker wollen den Ausbau nicht.“

Tatsächlich haben von den 40% abstimmenden Stimmberechtigten dann 55,9% (also 12.991 Bürgerinnen und Bürger) gegen den Ausbau gestimmt. Also knapp über die Hälfte der deutlich unter der Hälfte abstimmender Gladbecker.

Wie man da sagen kann, die meisten Gladbecker würden etwas wollen oder nicht, das schaffen dann nur Politiker, denke ich. Klar ist, dass es hier um den artikulierten Wählerwillen geht. Bei 60% schweigender Mehrheit allerdings fällt es mir schwer, eine echte Mehrheit zu sehen. Zudem ist es ein beunruhigendes Zeichen, wenn nicht einmal jeder zweite Wahlberechtigte sein Recht wahr nimmt – und trotzdem von einer „hohen Wahlbeteiligung“ schwadroniert wird.

Oder anders gesagt: Aus Sicht von Rolands sind 12.991 Menschen die Mehrheit in einer Stadt mit 75322 Einwohnern.