
Wir erinnern uns: Banken sind “Systemrelevant” und es muss alles unternommen werden, sie am Scheitern zu hindern. All Hail to the market, baby!
Und an Griechenland sehen wir noch mehr:
Wir sehen nicht nur, dass Griechenland offensichtlich von dem Traumpaar Merkel und Sarkozy regiert wird. Wir sehen zudem auch, dass Demokratie dem Markt schadet. Schon deswegen gehört sie abgeschafft. Wie ich schon schrieb: All Hail to the market, baby!
Nach dem abgeblasenen Referendum in Griechenland und der überraschenden Zinssenkung der Europäischen Zentralbank haben sich die asiatischen Börsen am Freitag von vier Tagen mit Verlusten deutlich erholt. Der japanische Nikkei stieg um1,3 Prozent auf 8751 Punkte. Der Hongkonger Hang-Seng-Index machte einen Kurssprung von 3,1 Prozent auf 19 841 Punkte. Der südkoreanische Kospi legte um 2,8 Prozent auf 1.922 Zähler zu.
Quelle: derwesten
Die Märkte entspannen also, weil keine basisdemokratische Entscheidung darüber statt finden soll, welche Sparmaßnahmen Griechenland von außen aufgedrängt werden. Zu denen bekanntlich gehört, das Tafelsilber an die Wirtschaft zu verschleudern.
Interessant an der ganzen Griechenland-Debatte ist doch eigentlich nur, dass wir hier erleben, was ich schon seit gut 10 Jahren predige: Ein ewiges Wachstum ist nicht möglich.
Doch statt die Frage zu stellen, wie sich die Welt(-wirtschaft) und die Gesellschaft weiter entwickeln könnten, wird hier mit aller Macht versucht an alten Systemen fest zu halten. Bloß nicht an Übermorgen denken.
Und Mitsprache des Bürgers?
Die ist aus Sicht des Marktes Gift. Vor allem im Zeitalter freier Informationen im Internet. Und von daher ist es auch nicht verwunderlich wenn die Börse “positiv reagiert”, wenn Demokratie ad acta gelegt wird.
Ein erschreckendes Protokoll des gestrigen Tages liefert die Zeit:
An diesem Donnerstag wird man die Abhängigkeit von Markt und Politik besonders gut studieren können. Oft ist in dieser Zeit von der Macht der Märkte die Rede, vom Primat der Politik, das in Europas Schuldenkrise verloren gegangen sei. Die Politik tanze nach der Pfeife der Märkte, lautet ein Vorwurf. An diesem Tag kann man es auch so sehen: Es sind die Anleger, die auf jedes kleinste Wort, jede kleinste Andeutung aus Athen in Sekundenschnelle reagieren. Die Taktgeber heißen dabei nicht Obama, Merkel oder Sarkozy, sondern Papandreou und Venizelos. Zwei Politiker eines Landes, das weniger als drei Prozent zum Bruttoinlandsprodukt der Euro-Zone beiträgt.
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