Krise? Welche Krise?
Jetzt ist passiert, was von zahlreichen Beobachtern erwartet wurde: Die EZB ha die Zinsen um weitere 0.25 auf nunmehr lächerliche 0,5% gesenkt. Um gegen die Krise anzusteuern. Nur: Welche Krise? Mehr…
Jetzt ist passiert, was von zahlreichen Beobachtern erwartet wurde: Die EZB ha die Zinsen um weitere 0.25 auf nunmehr lächerliche 0,5% gesenkt. Um gegen die Krise anzusteuern. Nur: Welche Krise? Mehr…
Alle Jahre wieder kommt das Christus-Kind.
Und ebenso verläßlich kommt vor Wahlen in besonderen Konstellationen das Terrorgespenst aus seinem Loch: Mehr…
Der Westen analysiert zusammen mit dem Leiter der Direktion V im Landrat Wesel die Unfallzahlen für den Kreis. Für Voerde kein schönes Ergebnis:
34 Unfälle mit Radfahrern, von denen 32 verletzt wurden.
Alles soweit keine neuen Neuigkeiten. Beunruhigend finde ich aber:
„Das liegt aber daran, dass Radfahrer keine Knautschzone haben“, sagt Herbert Ickert. Radfahren bleibe einfach gefährlich. Manchmal sei es besser, auf die Vorfahrt zu verzichten. Und: Einen Helm zu tragen und beim Überqueren von Straßen im Zweifel abzusteigen, könne Unfälle vermeiden.
Hmmm…
Wenn mir an der Stelle vielleicht mal jemand erklärt, wie das Tragen eines Helmes oder das Absteigen beim Überqueren einer Straße Unfälle vermeiden sollen? Aber noch besser finde ich den Tip, mal auf die Vorfahrt zu verzichten.
Vielleicht sollte man hier mal die Autofahrer ansprechen, sich an die geltenden Regeln zu halten und das bedeutet eben auch Vorfahrt zu gewähren? Bei jedem Autounfall wegen mißachteter Vorfahrt bekommt der Unfallbeteiligte sicherlich nicht zu hören, er hätte den Unfall vermeiden können, wenn er auf seine Vorfahrt verzichtet hätte.
Hier zeigt sich sehr schön, wie fest im Denken verankert ist, dass Autofahrer durch faktische Verhältnisse im Vorteil sind und sich schwache Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und auch Fußgänger daran anzupassen hätten.
Interessant wäre mal eine Auswertung gewesen, an welchen Stellen und in welchen Situationen es zu Unfällen mit Radfahrern gekommen ist.
Heute morgen in der NRZ und auf derWesten:
Voerde. „Bei mir entsteht der Eindruck, dass einige Politiker in Voerde nicht nur auf dem rechten Auge blind sind. Sondern mit fadenscheinigen Argumenten, wie ach so hohen Kosten, versuchen, eine Aufarbeitung der Geschichte zu verhindern.“ Deutliche Worte, mit denen der Voerder Ratsherr Stefan Meiners – ausdrücklich nicht im Namen seiner Grünen – einige „konservative und liberale Kollegen in der Voerder Politik“ angreift, die sich gegen die Umbenennung der Hindenburgstraße aussprechen (Lokalseite 1).
Ganzer Artikel als PDF: 130205_WAZ_Nicht nur auf dem rechten Auge
Gestern im Stadtrat konnte man wieder live erleben, was dieser Tage die FDP ausmacht. Da geht es nicht um das Wohl der Bürger, der Stadt oder gar um die Vernunft. Es geht einzig und allein um… die FDP.
Der gute Herr Benninghoff sprach gestern im Rat an, dass die FDP bei drei von drei Drucksachen zum Thema BETUWE nicht dafür, sondern dagegen stimmen würde. Nicht etwa, weil man wirklich etwas dagegen hätte, gemeinsam mit allen(!) anderen Parteien ein geschlossenes Zeichen an den Verhandlungspartner Deutsche Bahn zu senden.
Nein, wie Herr Benninghoff betonte ging es einzig und allein darum die Position der FDP zu demonstrieren. Seine Begründung war, dass alle drei Drucksachen irgendwie mit der Offenhaltung des Bahnübergangs Schwanenstraße zusammen hängen würden – und die FDP dagegen sei. Und weil sie sich an dem Detail stört, hat sie gestern plakativ einfach mal gegen alles gestimmt. Und mehr als ein Detail ist es nicht, denn bei den Beschlüssen gestern wurden in Sachen Schwanenstraße überhaupt keine Fakten geschaffen, sondern lediglich die Absicht erklärt, den Übergang offen zu halten, sofern die Kosten den städtischen Haushalt nicht überfordern. Also hätte das durchaus im Sinne der FDP sein können. Aber nein, lieber ist man mal pauschal gegen alles.
FDP eine Protestpartei?
Das ist um so unverständlicher, als das die FDP ja damit argumentiert, es gäbe an der Bahnhofstraße eine Unterführung und eine Überführung für den Verkehr an der Rahmstraße. Dabei wird aus geklammert, dass an der Bahnhofstraße ein dicht besiedelter Teil von Voerde sich durch das Nadelöhr zwingt.
Während ein weiterer dicht besiedelter Teil eben über die Schwanenstraße ausweichen kann. Noch und zukünftig nur, wenn der Übergang offen bleibt. Dort würde man eine gewachsene Nachbarschaft zerschneiden und, wie der Seniorenbeirat betonte, vor allem ältere Menschen teilweise von sozialen Kontakten und Nahversorgung abschneiden.
Der Übergang Rahmstraße ist dagegen ein Witz: Mit Irrsinnsgeld wurde hier eine Brücke gebaut (nur für PKW und LKW, an dem Fußgängertunnel wird natürlich nicht gearbeitet), die so gut wie gar nicht befahren ist. Und ja, ich kann das beurteilen, weil ich oft genug mit dem Rad da lang fahre.
Das dort so wenig Verkehr fließt liegt unter anderem daran, dass dort schlicht niemand wohnt, bzw. die Anwohner des weiter weg gelegenen Teils der Rahmstraße entweder über die Frankfurter Straße oder durch den Wohnungswald fahren. LKW-Verkehr zum Kraftwerk und zurück freut sich über die Brücke. Aber Bürgerinnen und Bürger? Eher nicht.
Die alte Prinzenstraße ist nur eine Fuß- und Radfahrunterführung, also nicht für den Berufsverkehr geeignet. Ein Ausweichen auf die B8 würde bedeuten, mehrere km Umweg zu fahren und mehrere Ampeln zu passieren.
Tja.
Aber um hier die eigene Position nicht zu gefährden, war die FDP weder bereit für einen Kompromiss, noch fest zu stellen, dass diese gesamte Diskussion hier nur ein winziges Partikel in der BETUWE-Verhandlung ist und wie wichtig es wäre, das alle Parteien geschlossen der Bahn gegenüberstehen.
Hätten die Piraten so abgestimmt, kann man sich ausmalen, was heute in der Presse stünde. Leider ist in der RP die Verweigerung der FDP nur ein Nebensatz ohne jede Begründung.
Andersherum… wird genau das vielleicht der FDP noch am ehesten gerecht.
Für wen macht schwarz-geld Politik?
Ganz einfach: für die Wirtschaft. Denn während man uns unsinnger Weise Strom sparen als das Credo der Wahl verkauft, wird der Strom für uns immer teurer.
Weil…
er für die Industrie immer billiger wird. Und zwar je mehr sie verbrauchen. Sprich: Als Unternehmer ist es falsch in Strom sparen zu investieren, weil ab 1 Gigawatt verbrauch der Spaß erst richtig los geht. Finanziert vom Bürger, im Sinne des “internationalen Wettbewerbs”. Und deswegen auch Verfügbar für Bäckereien und andere eher weniger internationale Wirtschaftsbetriebe.
Alles klar?
Aber natürlich liegen die Strompreissteigerungen nur an dem Ausbau der Erneuerbaren
Und sollen wir wetten, es finden sich auch nächstes Jahr wieder genug Idioten um Merkel an der Macht zu halten?
Manchmal glaubt man Dinge ja gar nicht.
Gestern war in Voerde Ratssitzung und es ging unter anderem um Verträge für eine Unternehmung. Und was ich da erlebt habe, zeigt mir wieder wie fundamental falsch manche Leute m. M. n. ihren Job verstehen.
So war z. B. die CDU der Meinung, dass man dafür sei. Man sei sich zwar im Klaren, dass die meisten Entscheider durch die Verträge und Nachforderungen nicht mehr durchblicken, aber manche Risiken müsse man eingehen.
Und schließlich die FDP, die meinte wenn man nicht bereit wäre dieses Risiko einzugehen, dürfe man als Stadt gar nicht mehr unternehmerisch aktiv werden.
Hallo?
Wir verabschieden Verträge die wir nicht verstehen? Und stellt mal einer die Frage ob eine Kommune überhaupt unternehmerisch aktiv sein muss? Und wenn ja, wieso man dann nicht für das notwendige Knowhow sorgt?
Ich habe gestern gemeinsam mit meinen Grünen Kolleginnen eine Enthaltung abgegeben. Weil wir einfach das Gefühl haben, dass bei den Verhandlungen eine Partei ununterbrochen versucht hat die anderen zu übervorteilen. Aber auch weil eine solche Art von Politik nicht einfach abgenickt werden kann.
Was mich noch sehr stört: die Sitzung war nicht öffentlich. Gleichwohl keine Zahlen oder Geheimnisse diskutiert wurden. Ich verstehe nicht, wieso man bei solchen Entscheidungen, die immer mit Risiko behaftet sind, die Bürger ausschließt. Und auch bei der Benennung der Aufsichtsratsmitglieder. Meiner Meinung nach gehört sowas nicht hinter verschlossene Türen. Zumal es natürlich jetzt auch mich daran hindert, noch deutlichere Worte zu finden
Und mitten in der Diskussion um die fragwürdigen Entscheidungen unseres Bundesinnenministers kommt…
… mal wieder Neues von BinLaden und dem islamistischen Terrorismus.
Ein Schelm, wer böses dabei denkt? Zum Beispiel, dass wir in einer von Angst geprägten Diskussion ganz schnell vergessen, mal nach der persönlich Eignung von Führungskräften zu fragen?
Ich frag ja nur…
Es gibt ja immer zwei Ansätze, wenn man vor einer Reihe von problematischen Situationen steht:
Man kann sie isoliert betrachten – oder die Frage nach einem Zusammenhang stellen.
Die FDP setzt eine Steuererleichterung für Hotelbetreiber durch. Die CDU bemüht sich um die Energieversorger. Gemeinsam beschließt man in 57 Sekunden durch Fernbleiben ein Gesetz zum Ausverkauf der Daten. Ein Gesetz nach dem anderen muss vom Bundesverfassungsgericht gekippt werden. Die Demokratie muss dem Markt weichen, die staatliche Souveränität wird auf dem Altar des ESM geopfert. Die Rechte dank ACTA und Nachfolgern beschnitten, der Mensch zu einer überwachten Spielfigur der Märkte. Dank Harzt-IV lebt ein großer Teil der Bevölkerung in unwürdiger Armut und dient als billigste “Human Ressources” für Geschäftemacher.
Polizisten knüppeln Menschen nieder und schreiben dann eine Anzeige wegen Widerstand. Der Verfassungsschutz läuft völlig aus dem Ruder und Neonazis begehen 10 Morde vollkommen unbehelligt. Eine gr0ße deutsche Tageszeitung schwärmt von den Zuverdienstmöglichkeiten als Dealer. Bahnhofgroßprojekte werden mit Wasserwerfern durchgesetzt und Investmentbanker schreiben Politiker Drehbücher zur Mehrung ihres Vermögens.
Ich könnte noch Stunden so weiter machen und all die Sachen aufzählen, die mir dieses Jahr und in den vergangenen Jahren aufgefallen sind.
Alles Einzelfälle?
Oder haben wir ein gesamtgesellschaftliches Problem, bei dem der legendäre Fisch vom Kopf her stinkt?
Ich hatte das Vergnügen, von Freitag Nachmittag bis Samstag Abend als Delegierter auf der Landesdelegiertenkonferenz der Grünen in Duisburg zu sein. Da es meine erste LDK war, war ich natürlich gespannt, was mich erwartet hab.
Womit ich nicht gerechnet habe war, dass ich bereits am Freitag Abend am Mikrofon stehen würde um gemeinsam mit anderen Grünen (unter anderem dem sehr geschätzten Ernesto) über die Gefahren des Bundestrojaners zu “referieren”. Und auch am Samstag sah ich mich plötzlich in einer unerwartetn Situation…
Der @unkreativnet hat sich grade eingeschmissen. Mehr Netzpolitik für den Landesvorstand *yay*
— Ernesto Ruge (@the_infinity) Juni 16, 2012
Ich habe gefühlte 100 Seiten ins Grünen-Wiki geschrieben und muss jetzt erst mal die 1 1/2 Tage verdauen. Dann kann und werde ich vermutlich noch einen ausgiebigen Bericht nach liefern. Nur so viel schon an dieser Stelle: Es war komplett anders als erwartet. In Teilen ernüchternd, in Teilen erheiternd, aber in der Summe #AWESOME
Manchmal ist die öffentliche Diskussion bemerkenswert. So auch heute:
Auf allen Kanälen erfahre ich, dass die Jungendarbeitslogikeit besorgniserregend ist. Weltweit und besonders in Ländern wie Spanien. Aha. Ähm, ja und?
Das Problem ist nicht Arbeitslosigkeit und auch nicht Jugendarbeitslosigkeit. Das Problem ist relativ offensichtlich der Versuch zu vermeiden über die Ursachen und Folgen zu diskutieren.
Denn wir wissen alle, dass es weiter immer mehr Arbeitslose geben wird. Das findet seinen Grund unter anderem in dem enormen Automatisierungsgrad unserer Gesellschaft und in der Tatsache, dass weitere Effizienzsteigerungen i. d. R. eben nur noch über Personalabbau zu realisieren sind.
Warum also wird hier in den Medien ein Klagelied besungen?
Warum stellt sich denn niemand mal hin und sagt: Ja das ist so und ja das ist gut so?
Denn wenn man das mal durchdenkt, ist die Menschheit dabei, sich von dem Joch befreien zu können, für den eigenen Komfort arbeiten zu müssen. Das bedeutet in der Folge, das viel weniger Menschen als früher arbeiten gehen werden und dann auch nur die, die arbeiten wollen.
Was notwendig ist, ist die Frage wie die enormen Überschüsse die wir erwirtschaften verteilt werden können – und zwar so, dass sie der Gesellschaft zu gute kommen, z. B. in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens. In der Folge wäre natürlich Schluß mit billigen Arbeitskräften, weil Unternehmen dann Anreize bieten müssten, dafür das man ihnen überhaupt seine Arbeitskraft anbietet.
Und plötzlich wäre da ein Paradigmenwechsel. Nicht mehr die Verluste werden sozialisiert und die Gewinne privatisiert. Plötzlich wären “human ressources” ein Handelsgut, für das echte Preise gebildet werden und keine Oligopole die Preise bestimmen. Du willst meine Arbeit? Dann biete mir genug, damit ich bereit bin für Dich zu arbeiten. Denn eigentlich reicht mir mein BGE…
Aber es ist klar, wie viele Fragen das aufwirft. Und es ist auch klar, welch mächtigen Interessensgruppen mit aller Macht verhindern werden, dass wir diese Diskussion wirklich führen. Da ist es doch lukrativer, immer mehr Menschen in Armut und Elend verrecken zu lassen und den Rest mit einem Almosen abzuspeisen.
Sind wir 2012 echt nicht weiter?
Was passiert eigentlich wenn, ist eine immer gute Frage.
Nach wie vor ist Social Media ein “Buzzword” im Internet und eigentlich kein Unternehmen und kaum ein Mensch mit Internetzugang kommt um das Thema herum.
In der klassischen Sichtweise ist Social Media allerdings ein merkwürdiges Konstrukt, bezeichnet es doch zentralisierte, homogenisierte Plattformen wie Facebook und Twitter. Dort ist man vertreten, dort ist man vernetzt. Dort trifft man sich, dort tauscht man sich aus.
Der Fehler im System?
Die Abhängigkeit!
Denn was passiert eigentlich, wenn z. B. Facebook die Pforten schließt? Das muss ja nicht das ganze Unternehmen betreffen, es reicht ja einzelne Nutzer oder Unternehmen auszuschließen?
Die Gründe dafür können vielfältig sein, der Rechtsweg ist allerdings zu meist ausgeschlossen.
Aber was passiert da?
Durch die Festlegung auf einzelne Websites, die man fälschlicher Weise als “Social Media Network” bezeichnet, zentralisiert man seine Kommunikation. Spaßeshalber habe ich mir hierbei mal die Websites und die Facebook-Präsenzen deutscher Autobauer angesehen:
Während die Websites nicht zur Kommunikation einladen, eignet sich Facebook nur sehr bedingt zur Produktpräsentation. Will ich also im Rahmen der Markenbindung mit den Kunden (oder als Kunde mit dem Unternehmen) verbunden sein, muss ich das bei Facebook machen. Suche ich ein Angebot, mache ich das auf der Website. So weit so klar.
Schließt jetzt Facebook die Seite des Unternehmens, gehen schlagartig alle Kundenbeziehungen, die dort aufgebaut und gepflegt wurden, den Bach runter.
Im Privatleben bedeutet das: Meine Texte, Kommentare, Fotos und meine Freundeslisten sind futsch.
Es ist erstaunlich, wie viel Erfolg Facebook und Co dabei haben. Man gibt sich gar nicht die Mühe, Non-Konformisten anzulocken. Denn selbst die größten Unternehmen passen ihre Präsenzen in das Corporate Design des Anbieters. Und der entscheidet dann auch gleich, was die Besucher sehen dürfen und was nicht.
Die Alternative wäre, auf eigene Websites und Dienste wie Blogs zu setzen.
Häufig wird dem entgegen gehalten, das sei zu kompliziert und aufwändig. Aber mal realistisch betrachtet, hat es eine ganze Reihe von Vorteilen:
Nicht nur, dass ich unabhängiger vom Dienstangebot eines einzelnen Unternehmens bin, ich unterwerfe mich auch nicht der Inhaltskontrolle und schon gar nicht der Uniformität.
Ich kann schreiben was ich will, zeigen was ich will und ein Design verwenden, dass mir am Besten gefällt. Unternehmen waren ihre Unabhängigkeit und können ihr eigenes CD fahren.
Soziale Netzwerke gibt es seit Anbeginn des Internets. Sie entstehen durch Hyperlinks, letztlich DAS Basis-Feature des World Wide Web. Sie entstehen durch Interatktion, wie es sie schon vor dem WWW gab, z. B. in Newsgroups. Und sie überdauern Technologiewechsel in der Regel unbeschadet.
Warum also sollte man sich als Unternehmen an Facebook binden? Ein Like dort bedeutet nichts im Vergleich zu einem Aufruf der eigenen Website oder der Kenntnisnahme eines RSS-Feeds. Und ein Share ist weniger verbindlich als ein Hyperlink.
Es scheint wenig öknomische und strategische Gründe zu geben, sich in die Hände von Facebook und Co zu begeben. Außer vielleicht den Grund, dass Menschen gerne nach Gruppen streben und charismatische Führer bevorzugen. Wenn diese Führungspersönlichkeiten es dann noch schaffen, die Gruppe als “potentielle Werbeempfänger” zu vermarkten, wird es auch für Unternehmen interessant.
Twitter ist da witziger Weise anders: Zwar entstehen dort soziale Netze durch Folgen und Gefolgt werden. Aber Twitter hat mehr mit dem Internet in seiner Reinform zu tun, als jedes andere soziale Netz: Dort werden vor allem und in erster Linie Links gehandelt und die Diskussionen auf Blogs und Websites geführt. Twitter ist im Grunde ein “News-Aggregator” unter den sozialen Netzen, der sich als Mittler zwischen den Netzwelten versteht – im Gegensatz zu Facebook, als alles vereinnahmendes Konstrukt.
Als Unternehmen muss ich mir die Frage stellen, ob Facebook wirklich “too big to fail” ist und nicht das Myspace-Ende erleben wird. Ich denke, genau das wird passieren. Was passiert aber dann mit dem Geld, das ich in die Unternehmenspräsenz dort investiert habe? Wie portiere ich meine Kundenbeziehungen in “the next big thing?”
Als Mensch muss ich mir die Frage stellen, ob ich mir wirklich sagen lassen will, was ich sagen, denken und schreiben darf und ob ich wirklich meine Erinnerungen, Fotos, Freunde einem Unternehmen zur kostenfreien Nutzung überlassen will – und was mit all meinen Inhalten passiert, wenn Facebook dereinst nicht mehr ist.
Mein Fazit?
Das Internet braucht wieder mehr Websites, Blogs, Newsgroups, Foren und Chats. Und weniger zentral Strukturen.
Und Ihr müsst langsam mal anfangen, an die Post-Facebook-Ära zu denken…
Wir alle waren mal Kinder. Die Schule mochten viele von uns nicht und Nachmittags hingen wir gerne mal ab. Lungernten rum. Spielten Fußball auf Wiesen, kletterten im Wald und tobten mit den Nachbarskindern durch den Garten von Oma Erna.
Leistungsdruck?
Den gab es. Unsere Eltern sorgten dafür, dass wir regelmäßig zur Schule gingen und im Optimalfall war zumindest ein Elternteil daheim, wenn wir wieder kamen. Es gab Essen, die Hausaufgaben wurden gemacht und der Rest des Tages? Den hatten wir frei.
Dann kam die “Ganztagsschule” und plötzlich war der Nachmittag auch Schule. Dann veränderte sich die Gesellschaft grundlegend und plötzlich kommt kaum eine Familie aus, wenn nur ein Elternteil arbeitet. Und dann verändert sich die Gesellschaft weiter und am Ende…
Am Ende geht es bei Kindern nicht mehr ums Kind sein. Es geht darum, schnell und effektiv ein Leistungsträger zu werden:
Die 14- bis 17-Jährigen in Deutschland stehen unter Druck. Das ist ein Ergebnis der Sinus-Studie. Junge Menschen glauben, dass sie in der Gesellschaft nur dann angesehen werden, wenn sie einen guten Schulabschluss erreichen und auch im Beruf viel leisten. Den meisten ist klar: Sie dürfen keine Zeit vertrödeln und müssen schon früh einen Weg einschlagen, der zu einem guten Job und Erfolg führt.
Teilweise werden auch Tatsachen offenbar, die niemanden überraschen dürften, über die wir trotzdem nicht sprechen. Zum Beispiel Reich vs. Arm:
Die prekären Lebenswelten machen den Autoren der Studie Sorgen. Sie berichten von 14- und 15-jährigen sozial benachteiligten Jugendlichen, die ihre Zukunftschancen bei Null sehen und sich damit abgefunden haben, nach der Schule keine Lehrstelle zu finden und letztendlich in Hartz IV zu landen.
So gebe es beispielsweise Jugendliche, die sagten: “Ich würde die Hartz-IV-Leute, die zu Hause sitzen und keine Lust zum Arbeiten haben, dazu verdonnern, Arbeiten zu müssen. Leute aus niedrigem Stand, unterem Stand, die sich verhalten, als wären sie sonst wer. Das sind zum größten Teil Ausländer, die sich so verhalten, als könnten sie alles und die Welt beherrschen.”
Ich kann nur empfehlen, den Bericht der ARD zu lesen: Klick!
Und vielleicht setzen wir uns dann mal in Ruhe hin und überlegen, ob das denn so richtig sein kann. Ob es das ist, was wir wollen. Und wenn wir feststellen, dass es das nicht ist, sollten wir wohl endlich mal anfangen, das Ruder herum zu reißen.
Politik hat ja immer wieder auch humorige Seiten.
So zitiert die WAZ-Gruppe heute morgen den Bürgermeister von Gladbeck, Ulrich Rolands (SPD), so:
Angesichts der hohen Wahlbeteiligung von fast 40 Prozent sei das Ergebnis eindeutig. „Die meisten Gladbecker wollen den Ausbau nicht.“
Tatsächlich haben von den 40% abstimmenden Stimmberechtigten dann 55,9% (also 12.991 Bürgerinnen und Bürger) gegen den Ausbau gestimmt. Also knapp über die Hälfte der deutlich unter der Hälfte abstimmender Gladbecker.
Wie man da sagen kann, die meisten Gladbecker würden etwas wollen oder nicht, das schaffen dann nur Politiker, denke ich. Klar ist, dass es hier um den artikulierten Wählerwillen geht. Bei 60% schweigender Mehrheit allerdings fällt es mir schwer, eine echte Mehrheit zu sehen. Zudem ist es ein beunruhigendes Zeichen, wenn nicht einmal jeder zweite Wahlberechtigte sein Recht wahr nimmt – und trotzdem von einer “hohen Wahlbeteiligung” schwadroniert wird.
Oder anders gesagt: Aus Sicht von Rolands sind 12.991 Menschen die Mehrheit in einer Stadt mit 75322 Einwohnern.
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