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Artikel Tagged ‘Telekom’

Qivicon-Server sind down und ich schüttel mit dem Kopf

29. September 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Ich gebe zu, ich habe mich noch nie richtig mit „Heimautomation“ beschäftigt. Schlicht aus der Perspektive heraus, dass es sich um Investitionen in eine sich noch entwickelnde Technik handelt, die ich nicht brauche.

Das Höchste der Heimautomation in meiner Bude sind die per Notebook programmierbaren Steuerungen der Heizung.

Jetzt verfolge ich das Thema natürlich auch nicht. Und werde gerade auf eine Art und Weise damit konfrontiert, bei der ich nicht weiß ob ich lachen oder weinen soll. Denn auf Heise lese ich:

Das Smart-Home-System Qivicon der Deutschen Telekom ist seit einigen Stunden ausgefallen. Laut einer Mitteilung im Forum der Qivicon Community liegt ein Problem im Rechenzentrum vor, das zunächst dazu führte, dass die Internetseite nicht erreichbar war, Nutzer keinen Zugriff auf den Bereich „Mein QIVICON“ hatten und die App nicht mehr funktionierte.

Ich verstehe das richtig?

Statt einer lokalen Lösung, vertrauen die Menschen die Steuerung ihres Heims einem Webdienst an und dann auch noch der Telekom?

Bin ich wirklich der Einzige, dem das wie aus einem Horrorfilm vorkommt, wenn nicht nur die Steuerung meines Haushalts vom externen Internet und einem Unternehmen abhängt? Sondern dieses Unternehmen damit de facto auch sehr viel sehr genaue Daten über mich hat? Fragt demnächst die Polizei vor der Hausdurchsuchung bei der Telekom nach ob auch jemand da sei? Mal völlig abgesehen von den möglichen Angriffsszenarien auf die Steuerung meiner Haustechnik?

Ich fasse es nicht. Echt nicht.

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Gewinnspiele im #betterweb

19. Mai 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Ich habe heute morgen beschlossen, unter dem Hashtag #betterweb ungefragt gute Ratschläge für das Internet zu geben. Mein erster Ratschlag ging an die Deutsche Telekom, stellvertretend für gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz viele Firmen, die im Internet Werbung machen:

Wie Ihr seht, geht es mir um Folgendes:

Im Jahr 2014 ist es ausgesprochen dämlich, wenn man Gewinnspiele so veranstaltet, wie hier. In den Antworten auf den Tweet sind dann auch mehrere Meldungen, die sich darüber beschweren, dass man Mitglied bei Facebook sein müsste.  Die Telekom „tröstet“ dann damit, dass es demnächst auch wieder was auf Twitter gäbe. Oder für Twitterer.

Das ist in mehrfacher Hinsicht ungünstig. Auf Twitter kann man ein Gewinnspiel ja nur in der altbekannten Form des „like and retweet“ oder „follow us“ durchführen. Bei Facebook ist das ja ähnlich.

In beiden Fällen beschränkt man sich aber auf nur eine Teilmenge der möglichen Adressaten. Zusätzlich fördert man exklusiv den einen Anbieter. Und wie man es macht, macht man es bekanntlich falsch.

Dabei wäre die Lösung doch so einfach: Man veranstaltet ein Gewinnspiel oder was auch immer und verlinkt(!) das auf eine eigene Website / Unterseite in der eigenen Webpräsenz. Das hat den Vorteil, dass es für alle offen ist. Das es nicht mehr in gleichem Maß z. B. dem Regelwerk der Facebooker unterliegt. Das man auch Menschen die keinen Bock auf das eine oder andere Netzwerk eine Chance gibt.

Aber was das aller wichtigste ist: man behält selbst die Kontrolle. Nicht nur über die Präsentation an sich, sondern eben auch über die Daten und deren Verwendung. Und man kann als Unternehmen z. B. sehr datenschutz-freundliche Varianten anbieten. Es sei denn, man ist nur auf Kundendatenfang.

Ich denke, 2014 ist es endlich Zeit, dass sich die Firmen wieder ihrer eigenen Websites erinnern. Und die zur Kommunikation nutzen und Social Media nur als Multiplikator. Kann doch nicht so schwer sein.

Oder sind die ganzen Webmaster inzwischen gefeuert und durch „Community Manager“ ersetzt worden?

Danke T-Mobile – für nichts

15. Mai 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Ich hatte gerade ein nicht erfreuliches Telefonat mit der Telekom, Geschäftskundenservice. Und ich frag mich ja echt, ob die mich auf den Arm nehmen wollen. Oder ob die mich einfach nur los werden möchten:

Ich bin seit den 90er Jahren mit der gleichen Nummer bei der Telekom und im Laufe der Zeit hat sich mein Vertrag ein paar Mal verändert. Manchmal wurde er etwas teurer, manchmal etwas preiswerter aber immer eigentlich ok was Preis und Leistung angeht. Das die Telekom teurer ist als andere nehme ich gerne in Kauf: Die Leistungen sprechen an der Stelle für sich und das gilt insbesondere für die Netzqualität und die Dichte an HotSpots.

Heute rief mich dann die Telekom an und fragte ob ich nicht ein Feature zu meinem Tarif dazu buchen möchte. Auf meinen Einwand, dass ich gerne sowieso mal ein neues Telefon haben wollen würde, bekam ich gesagt ich möge mich an die Geschäftskundenhotline wenden.

Dort erklärte man mir zuerst, dass ich kein neues Handy haben könnte, sondern erst im Juli. Erst auf mehrfaches Nachfragen kam dann raus: geht doch. Dann wollte man gerne, dass ich in einen der neuen Tarife wechsel. Und ich fasse mal eben zusammen, was das bedeutet hätte, wenn ich bei gleicher Tarifstufe in einen Neuen gewechselt wäre:

  • Ca. 15€ im Monat mehr, dafür aber:
  • Nur noch 750 MB statt 1024 MB Inklusiv-Volumen für UMTS
  • Nur noch 120 statt 180 Minuten Gesprächsguthaben in andere Mobilfunknetze
  • Das Gesprächsguthaben gilt nur noch für Deutschland, nicht wie bisher in ganz Europa
  • Die Hotspot-Flat kommt erst bei einem höheren Tarif wieder hinzu
  • Meine Zweitkarte (im Auto) kostet plötzlich 4,95 im Monat, statt 0€ wie bisher
  • Meine SMS-Flat entfällt
  • Mein monatlicher Rabatt von 20% verringert sich auf 5%

Zu allem Überfluss sollte ich dann für ein iPhone 5S 16GB allen ernstes 300€ bezahlen.

Ich hab dann mal gefragt, ob die mich los werden wollen. Auf Rückfrage wieso habe ich dann erklärt, dass Julia für 1/6 des mir vorgeschlagenen Preises das Telefon bekam. Antwort war, dass sie ja in einem Traif für Studenten und Wenigverdiener ist, die man auch in den Genuss eines iPhone kommen lassen will. Da wollte ich fast auflegen: Weil ich kein Student bin, verdiene ich nach der Telekom-Logik so viel mehr Geld, dass ich das Sechsfache bezahlen soll?

Ich hab dann gesagt das ich den Vertrag kündigen möchte.

Und plötzlich konnte ich doch in dem alten Tarif bleiben, meine Boni (wie 20%, SMS-Flat, europaweite Telefonate, etc.) darf ich auch behalten. Und siehe da, plötzlich gibt es auch das Telefon zu einem akzeptablen Preis – immer noch deutlich über denm was Julia bezahlt hat – aber weit unter dem ersten Angebot.

Das ich jetzt bei der Telekom bleibe hat in erster Linie technische Gründe. Aber insgesamt fühle ich mich doch sehr abgezockt. Um nicht zu sagen, ich habe das Gefühl als Bestandskunde ist man so gar nix mehr wert. Unternehmerisch völlig Banane. Und geht in meinem Fall nur deshalb, weil ich eine chronische Abneigung gegen D2 habe….

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Wenn eine transparente Telekom Angst macht

5. Mai 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Die Telekom hat jetzt eine Transparenz-Offenive gestartet und veröffentlicht erstmals die Zahlen zu Anfragen der Sicherheitsbehörden. Und man muss sich vergegenwärtigen, dass die Telekom ja nur ein Provider für Telefonie und Internet ist:

Für 2013 bedeutet das:

Die nachfolgende Übersicht weist für den Betrachtungszeitraum 2013 die von staatlichen Stellen gegenüber der Telekom angeordneten Anschlussüberwachungen sowie die beauskunfteten Verkehrsdatensätze, Teilnehmerbestandsdaten und IP-Adressen aus:

  • Anschlussüberwachungen 49.796
  • Verkehrsdatensätze 436.331
  • Teilnehmerbestandsdaten 28.162
  • IP-Adressinhaberdaten 946.641

Alleine, dass nur die Telekom schon fast 50.000 Anschlüsse überwacht hat ist unglaublich. Aber auch die Zahl der IP-Adressinhaberdaten ist absolut Schwindel erreigend. Die Telekom definiert diesen Wert so:

Im Rahmen der zivilgerichtlichen Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen wurden in insgesamt 946.641 Fällen die Inhaber von IP-Adressen auf Basis von § 101 UrhG beauskunftet. Die Beantwortung dieser Anfragen nimmt die bei Telekom zuständigen Bereiche in besonderem Maße in Anspruch. Mangels gesetzlicher Verpflichtung findet eine weitergehende Speicherung der beauskunfteten Teilnehmerdaten nicht statt.

Das bedeutet, dass in fast einer Million Fälle ohne jeden Beweis einer Schuld Daten ermittelt wurden – ohne das der Betroffene es jemals erfährt. Wegen… Urheberrecht.

Ich finde die Zahlen der Telekom sprechen für sich und ich will gar nicht versuchen die hoch zu rechnen auf die anderen Service-Anbieter. Mir reichen allein die Zahlen um zu sehen, dass nicht nur die NSA ein Problem ist. Sondern auch die Regelungs- und Überwachungswut unserer eigenen Regierung. Und in deren Windschatten der „Rechteverwerter“.

Sperrt die Telekom VPN ausgerechnet im WLAN?

7. Februar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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[Nachtrag vom 07.02 am Ende]

 

Ich nutze regelmäßig die Hotspots der Deutschen Telekom: Sei es im Zug, am Bahnhof oder einfach unterwegs. Ich genieße die Möglichkeit, schnell größere Datenmengen runterladen zu können und der Dienst ist in meinem Mobilfunkvertrag eingepreist.

Seit ein paar Tagen nun ist es mir nicht mehr möglich, den Dienst zu verwenden:

Jeder Versuch, mich mittels L2TP mit meinem VPN-Anbieter zu verbinden scheitert. Wohlgemerkt geht es in anderen WLAN und via UMTS problemlos auch zur gleichen Zeit – nur nicht im WLAN der Telekom.

Das ist beunruhigend und so habe ich mal bei @telekom_hilft nachgefragt.

Erste Antwort:

Hi, ja die VPN-Verbindungen sind gesperrt. Ist also leider nicht möglich. ^ke

Zweite Antwort:

Sorry, da hat ^ke etwas falsch verstanden. VPN über den HotSpot geht natürlich. Infos gibt es hier: https://feedback.telekom-hilft.de/questions/vpn-verbindung-am-hotspot  ^sl

Wenn man dem Link folgt, entsteht der Eindruck, dass es nur eine Telekom eigene VPN-Lösung gibt. Eine Nachfrage diesbezüglich brachte dann Antwort Drei:

Uns ist kein anderer Weg bekannt. Sie können aber gern bei unseren HotSpot Kollegen http://bit.ly/1ewyIYy  nachfragen. ^co

Das ist extrem beunruhigend: Davon ausgehend, dass es ja vor ein paar Tagen noch ging, stellt sich die Frage ob die Telekom jetzt ihre eigene Lösung pushen will.

Auf VPN zu verzichten ist keine Option: Das WLAN ist ja nicht nur unverschlüsselt, ich bewege mich ja in der Regel mit zahlreichen anderen nicht vertrauenswürdigen Endgeräten im gleichen Netz. Eine VPN-Lösung der Telekom ist auch keine Lösung – mir fehlt das Vertrauen, dass hier notwendig ist.

Ich habe jetzt mal die Telekom angemailt und gebeten mir mitzuteilen, ob es sich da um einen technischen Defekt handelt oder nicht. Wenn nicht, wäre das ein absolut unhaltbares Vorgehen der Telekom, dass mich bewegen würde meinen Geschäftskundenvertrag (und ich bin schon verdammt lange Kunde bei der Telekom) zu überdenken: Bei D2 bekäme ich für weniger Geld sogar mehr Inklusivvolumen.

Allerdings hatte ich ja schon mal ein „Netz-Problem“ mit der Telekom – auf meine damalige Mail habe ich nie eine Antwort erhalten, das Problem verschwand aber dann so plötzlich, wie es aufgetaucht war…

 

P.S: Das ist übrigens ein prima Beispiel, warum wir Netzneutralität als Gesetz brauchen. Denn ist es wie ich vermute, nutzt die Telekom hier ja ihre fast marktbeherrschende Stellung aus, um eigene Dienste zu bevorzugen. Das darf so eigentlich nicht sein: Natürlich kann die Telekom eigene VPN-Lösungen anbieten, es darf aber nicht sein, dass ein Telekom-Internetzugang dann nur noch mit der Telekom-Lösung funktioniert…

 

_____

07.02.2014

Das ist so  typisch: da warte ich eine Woche in der nix geht, dann schreibe ich erbost darüber und was ist? Heute Nachmittag, so gegen 17 Uhr oder 17:30 ging alles wieder. VPN im WLAN der Telekom wieder möglich, getestet an diversen Hotspots in Duisburg und Essen…

 

Folgt Vodafone der Telekom?

23. April 2013 Kommentare ausgeschaltet
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Bei Netzpolitik.org überlegt man, ob Vodafone dem Beispiel der Telekom folgen wird und die echte Flatrate beerdigt.

Natürlich werden sie. Wenn es sich lohnt: Mehr…

Die Telekom schreit danach, verlassen zu werden…

22. April 2013 2 Kommentare
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1&1 fing damit an, „Flatrate-Internet“ zu bieten wie am Handy: Mit Drosselung bei einem gewissen Volumen. Man konnte 5€ im Monat sparen, wenn man dafür bereit war, ab 100GB Datenvolumen nur noch mit 1MBit zu surfen. Die Telekom macht es nach und wie immer schlimmer:

 

Mehr…

Gut für die Telekom. Schlecht für uns.

6. März 2013 Kommentare ausgeschaltet
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Die Telekom steigt bei FON ein.

Was erstmal gut klingt, ist in Wahrheit eine Hiobsbotschaft für uns. Und zwar weil:

FON stellt Geräte zur Verfügung, mit denen man zwei WLAN aufbaut: Ein Privates mit Verschlüsselung und ein Öffentliches ohne. Mitsurfen konnte jeder, der bei FON angemeldet war, also entweder Zahlende oder halt FONeros.

Das stieß natürlich in Deutschland auf wenig Gegenliebe, drohte es doch die Flatrate-Modelle zu unterminieren, deren Kalkulation darauf basiert, das kaum ein DSL-Anschluss wirklich 24/7 in Betrieb ist. 1&1 klagte schließlich sogar erfolgreich gegen FON.

Jetzt, viel später als von mir erwartet, steigt die Telekom bei FON ein. Das geht sogar so weit, dass die neuen Telekom-Router mit FON daher kommen.

Aus Sicht der Telekom ist das klug: Um die Nutzer kümmert sich FON und die Telekom entlastet damit einerseits das Mobilfunknetz erheblich und breitet andererseits ihren Versorgungsbereich weiter aus. Zudem wird viel Netzlast aus dem Mobilfunk auf die Kabelgebundenen verlagert. Das reduziert die Ausbaunotwendigkeit und spart bares Geld.

Problematisch ist, dass die Telekom die weite Verbreitung ihrer DSL-Anschlüsse und die Kooperation mit FON nutzt, um ein de facto Monopol zu errichten. An Banhöfen, in Zügen und bald schon in vielen Straßenzügen ist WLAN damit fest in der Hand eines Telekommunikationsanbieters – der auch nach eigenem gut dünken die Regeln bestimmt.

Aus Sicht von FON ist die Kooperation ebenfalls gut, denn so schafft man Rechtssicherheit und eine höhere Verbreitung. Es ist meiner Meinung nach dann allerdings nur eine Frage der Zeit, bis FON in die Telekom integriert wird, denn warum sollte die Telekom hier die Kontrolle nicht vollständig in der Hand haben?

Für Deutschland ist das ein denkbar schlechtes Zeichen, wenn wir neben den Big Playern mit ihren unverschämten „Flat-Rate“-UMTS und 4G-Angeboten jetzt auch die Telekom den WLAN-Bereich dominiert.

Monopole sind nie gut und alturistische Motive kann man bei der Telekom wohl getrost verneinen. Also geht es wie immer ums Geld verdienen. Und hier kommen neben den Einsparungen in der eigenen Infrastruktur natürlich auch noch die Erarbeitung neuer Geschäftsmodell in Betracht. Zum Beispiel LBS-Dienste, weil ich den Standpunkt eines Handys im Bereich von WLAN auf Grund der niedrigen Reichweite besser bestimmen kann, als in einer Funkzelle – ganz ohne App, die den Nutzer fragt. Stellt Euch vor, Ihr geht bei Karstadt durch die Tür, Euer Handy bucht Euch ins Karstadt-WLAN (das frei erfunden ist und nur als Beispiel dienst) und die Telekom beamt Euch per SMS oder Joyn die neusten Angebote auf Euer Handy.

Zudem gehört das Internet nicht in eine zentrale Hand. Um so weniger Player die Zugänge kontrollieren, um so schwerer wird es werden, das Internet neutral zu halten. Und um so weniger wird es möglich sein, auch mal unbeobachtet zu kommunizieren – denn bei FON müsst Ihr ja angemeldet sein und die Daten sind der Telekom dann auch bekannt.

Mir graust vor der Kooperation mit FON und ich werde meine FON-Hotspots abmelden.

Erstaunt bin ich aber, dass das so lange gedauert hat…

Wirklich schlimm ist aber…

dass die Telekom hier die Störerhaftung nutzt, die es normalen WLAN-Router-Besitzern nahezu unmöglich macht, von sich aus und ohne kommerzielle Interessen ihr WLAN zu teilen. Oder anders gesagt: Die Bundesregierung mit ihrem Unwillen die Störerhaftung zu beseitigen, schafft der Telekom hier einen Markt.

DeepPacketInspection bei der Telekom / T-Mobil?

6. November 2012 3 Kommentare
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Folgende Mail habe ich soeben an den Geschäftskundenservice der Telekom geschickt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe eine Nachfrage mit einer damit verbundenen Theorie und bitte Sie um Beantwortung:

Seit einiger Zeit ist mir aufgefallen, dass bestimmte Applikationen wie WhatzApp ein interessantes Verhalten aufweisen: Während ich mich in meinem „Freikontingent“ bewege, kann ich neben Texten auch Bilddateien über den Internet-Dienst WhatzApp übertragen.

Sobald jedoch die SMS kam, dass meine Volumengrenze erreicht sei und ich auf Edge/GPRS herunter gesetzt werde, können jedoch keine Bilddateien, nur noch Text übertragen werden. Mit dem nächsten Monats Ersten ist das „Problem“ verschwunden.

Nach der Herabsetzung der Internetgeschwindigkeit kann ich allerdings weiter per WLAN oder über ein externes UMTS-Modem Bilddateien versenden.

Auch spielt es für die Applikation keine Rolle, wenn ich (noch während ich in meinem UMTS-Volumen bin) die Geschwindigkeit händisch auf EDGE reduziere, indem ich UMTS ausschalte.

Dieses „Problem“ ist mir erstmalig Ende des ersten Quartals 2012 aufgefallen, als ich neben einem dienstlichen einen weiteren privaten Vertrag abgeschlossen habe. Das Verhalten tritt auf
– bei einem Privatkunden-Complete-Vertrag und
– bei meinem Geschäftskunden-Complete-Vertrag.

Es scheint für mich sehr wahrscheinlich, dass hier ein Eingriff seitens des Telekomnetzes erfolgt. Es wäre auch logisch, da Sie seit Ende Februar / Anfang März versuchen einen eigenen Dienst einzuführen:

http://www.stern.de/digital/telefon/vodafone-und-telekom-starten-sms-nachfolger-joyn-der-kampf-gegen-whatsapp-1887338.html

Ich bitte Sie mir ehrliche Antwort auf zwei Fragen zu geben:
– ist es von Ihrer Seite (netzseitig) so gesteuert, dass bestimmte Datenübertragungen nach dem Erreichen der UMTS-Volumengrenze unterbunden werden?

– wenn ja, welche Technik verwenden Sie dafür, da nach meiner Meinung nach lediglich DeepPacketspection geeignet wäre, die entsprechenden Datenpakete zu erkennen und zu filtern.

Ich weise Sie darauf hin, dass ich diese Anfrage, als auch Ihre Antwort ganz oder in Teilen auf meinem Weblog veröffentliche.

Mit freundlichen Grüssen,

Hat einer von Euch die gleichen oder ähnliche Erfahrungen?

The Past Rewritten

26. August 2012 1 Kommentar
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In Georg Orwells 1984 wird die Vergangenheit kontinuierlich umgeschrieben und an die Gegenwart angepasst. Erinnerungen gilt es zu tilgen. Auszulöschen. Zu vernichten. Was für ein sinnfreies Unterfangen.

Gerade hatte ich einen interessanten Dialog mit meiner Freundin. Ursache war ein akuter Fall von Aufräumwut und damit verbunden das Wiederfinden einiger Schätze. Und in Zeiten von MicroSIM-Karten konnte ich mir dann nicht verkneifen, ihr meine erste SIM zu zeigen (bzw. Zweite, weil Ersatzkarte)…

Und was soll ich sagen? Sie wollte mir einfach nicht glauben, dass man das mal in Telefone gepackt hat. Nach einer Weile Überzeugungsarbeit wollte sie dann wissen, in was für Telefone solche Monster kamen (sie glaubte immer noch nur an Telefonzellen).

Ich habe ihr dann leider nur ein Foto von meinem damaligen Handy zeigen können, dem Siemens S3. Das ich damals übrigens für ein Schweinegeld gekauft habe, weil es eines der ersten Handys war, mit denen man SMS… schreiben konnte. Technisch waren die S3 Schrott: Ohne extra Akkupack keine 24h Standby und ständig kaputt. Nach dem 3. Austauschgerät habe ich mich mit Schaudern von Siemens abgewendet und auch als die 1997 das erste „Farbdisplay“ auf den Markt brachten: Ich habe seit dem S3 nie wieder ein Siemens-Handy gehabt.

Die Vorstellung, dass man damals eigentlich einen Operator anrief, die Nummer durch gab, den Text diktierte und das dann auch noch kostenlos war… damit wollte ich sie nicht auch noch konfrontieren.

Mein aller erstes Handy war übrigens von Motorola 😉

Was ich ihr aber zeigen konnte, war mein absolutes all Time Lieblingshandy von Nokia: das Nokia 2110i, dass ich 1995 für (ich glaube) 800 DM mit Vertragsverlängerung erworben habe. So als würde Euer IPhone heute bei Verlängerung 800€ kosten. Das Handy habe ich übrigens erst außer Dienst genommen, als ich mir einen Communicator 9000 leisten konnte 🙂

Kleine Fun-Facts am Rande: damals war die Grundgebühr bei ungefähr 80 DM im Monat, Freiminuten gab es nicht und jede angefangene(!) Gesprächsminute im Inland kostete 2 DM. Das dürft Ihr für heute jetzt 1:1 umrechen. Und ja, das Handy funktioniert noch immer 😀

Zweiter Fun-Fact: ich habe seit 1993 die gleiche Handynummer. Wer bietet mehr?

T-Mobile u no klingel?

24. August 2012 Kommentare ausgeschaltet
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Heute (also eigentlich inzwischen gestern) rief mich ein Freund mit einem interessanten Problem an. Und da es sich um ein von mir „induziertes“ Problem zu handeln schien, habe ich den Auftrag angenommen:

Besagter Freund berichtete, dass er nicht mehr angerufen werden könne. Das sei so, seit er zu Hause sein Huawei E560 eingeschaltet habe.

Seit dem würde jeder, der sein IPhone 4 anruft direkt auf der Mobilbox landen. Und die Telekom meinte, es wäre ein Softwarefehler.

WTF?

Aber gut, ich wäre nicht sein Haus- und Hof- BOFH, wenn ich mich solcher Kleinigkeiten nicht annehmen würde.

Also mal schauen, was wir denn da haben:

  • IPhone 4
  • Huawei E560
  • MutliSim der Telekom

Gut, sowas gehört heute in jeden Haushalt, also mal eben in meine Schränke geschaut. Und tasächlich, ich habe die gleichen Geräte hier liegen und wie der Zufall so will auch zwei MultiSim von der Telekom. Damit wurde der Versuchaufbau gebastelt:

  • Sim1 ins iPhone 4s
  • Sim2 ins Huawei

So.

Wenn man der Werbung der Telekom glauben möchte, ist einer der Vorteile einer MultiSim, dass bei einem Anruf alle Geräte mit einer MultiSim den Anruf signalisieren. Also iPhone eingeschaltet und gestest: geht.

Dann den Huawei eingeschaltet: geht nicht. WTF? Statt des erwarterten Klingelns des iPhone nur Stille und dafür an dem anrufenden Telefon ein Besetzt. Was soll das denn?

Huawei aus, Telefon geht. Huawei an, Telefon geht nicht.

Okay. Zweiter Test: MultiSim getauscht um auszuschließen, dass die SIM-Karten vielleicht unterschiedlich sind. Eine fürs Telefonieren, eine für Daten oder so. Wäre unlogisch aber nix ist unmöglich.

Ergebnis: Das gleich wie zuvor.

Jetzt wollte ich das Telefon aus Störer ausschließen und habe statt des 4s ein 3G genommen. Testaufbau wie zuvor aber mit überraschendem Ergebnis: Das Telefon läutet bei eingeschaltetem Huawei. Wie kann das sein?

Dann ein letzter Test: iPhone 4 und ein UMTS-Stick von Huawei (E irgendwas). Kein Problem.

Mit diesem Testergebnis die Geschäftskundenhotline von T-Mobil angerufen. Dort wußte man, dass das mit der MultiSim manchmal nicht geht. Warum allerdings wusste man nicht. Auch keine Abhilfe. Und das mit dem iPhone 3G das Problm nicht auftrat, fand man höchst sonderbar. Ich übrigens auch.

Schade fand ich, dass man das Problem zwar kannte aber offensichtlich nicht weiter verfolgt hat. Denn hätte man das getan, hätte man das gleiche Ergebni herausgefunden, wie ich:

Das Problem ist tatsächlich (so scheint mir) auf

  1. MultiSim der Telekom
  2. in einem iPhone 4 und
  3. einem Huawei UMTS/WLAN-Accesspoint

beschränkt. Und das kommtso:

Ein Mobilfunkgerät kann sich als ein Gerät verschiedener Klassen im Mobilfunknetz anmelden. Eine der Klassen ist „nur Daten“. Genau das macht das Huawei aber wohl nicht oder nicht richtig. Und in Kombination mit dem iPhone 4(s) führt das zu dem beschrieben Verhalten.

Die Abhilfe ist ganz einfach und jetzt werden die Älteren unter Euch aufstöhnen: Es gibt ein AT-Kommando, mit dem sich das Problem lösen läßt. Die ehemaligen Hayes-kompatiblen-Modem-Nutzer werden sich erinnern 😉

Im Fall des Huawei E560 (und E585)  lautet der AT-String

AT^SYSCFG=2,2,3FFFFFFF,1,1

Und fertig ist es. Der kleine Haken ist, dass es eigentlich keine Möglichkeit gibt, diesen String direkt an das Huawei-Kästchen zu übergeben. Ich habe das mit dem kleinen und kostenlosen Programm MWcom gemacht. Für die Windows7-Nutzer: Nach der Installation mit Adminrechten starten und das merkwürdige Verhalten ignorieren 😉

Jedenfalls kann man mit dem Programm dann sehr einfach den AT-Befehl an das Kistchen senden. Luts Lagemann beschreibt das sehr ausführlich in seinem Blog, der mir sehr geholfen hat.

Kaum hat man alles richtig gemacht, sind alle Probleme verschwunden. Hatte man ursprünglich das Problem, dass statt des erwarteten Anrufsignals an beiden Geräten gar keines einen Anruf anzeigte, machte es jetzt brav das iPhone 4 und das Huawei-Kästchen macht es nicht. Mission accomplished.

Was bleibt sind Irritationen:

  • Huawei ist ein BigPlayer auf dem Markt der UMTS-Modem. Trotzdem passiert ein solcher „Fehler“, dass ein reines UMTS-Modem sich nicht als „Nur Daten“ im Netz anmeldet?
  • Der Telekom ist der Fehler bekannt, aber offensichtlich nimmt sich dort niemand die Zeit einfach mal zu googlen und dem Helpdesk eine entsprechende Info an die Hand zu geben? Selbst eine kleine „Hotfix“-Datei die einfach nur den String an das Modem sendet sollte man doch problemlos erstellen können. So nach dem Motto „Anwendung auf eigene Gefahr“?

Beide Firmen bekleckern sich hier nicht mit Ruhm. Aber das Internet hält, was es verspicht, eine Antwort auf jede Frage zu liefern. Und mit genug Buzzwords gespickt sollte dann auch für weitere MultiSim diese Lösung hier zu finden sein.

Bitte, gern geschehen 😉

Und danke an Lutz für die gute Anleitung, die weiteres Suchen unnötig gemacht hat.