Banff Mountain Film Festival World Tour

2. März 2015 Keine Kommentare
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Gestern konnten wir in Essen die BMFFWT 2015 sehen – und noch immer verstehe  ich nicht wie man auf den Namen kommen konnte:

Die Filme und deren Auswahl war ähnlich genaial wie letztes Jahr oder auch bei der EOFT. Und trotzdem war dieses Jahr alles anders als sonst. Und Schuld daran war ein Film.

DamNation

Schon die Länge von 52 Minuten stand aus der Menge der 5 bis 10 minütigen Filme heraus. Aber noch stärker als der Film über die Entwicklungen in Patagonien letztes Jahr, machte DamNation die Zuschauer tief betroffen und sprachlos.

Zwischen sentimental-süßen Filmen über 88 Jahre alte Ski-Fahrer und halsbrecherische Einlagen von Dany McAskill war DamNation wirklich herausragend. Zeigt er doch schonungslos, welcher Irrsinn oft dem menschlichen “Trieb” innewohnt, die Umwelt beherrschen und die Natur gestalten, ja sogar “verbessern” zu wollen.

Wer keine Gelegenheit mehr hat die Film-Tour zu sehen, sollte sich zumindest DamNation von der Website kaufen (wahlweise auch z. B. über iTunes). Absolut sehenswert. Und absolut erschütternd.

Liebe RP, geht’s noch?

18. Februar 2015 Keine Kommentare
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Presse ist manchmal ein harter Job.

Die Nachrichten kommen zwar, aber nur bestimmte Nachrichten sind echte Kracher. Ein Mord ist da immer gut. Blut zieht die Leser in seinen Bann. Sie wollen mehr… härter… näher dran. Den Schauer im Nacken fühlen. Die Haare die sich auf dem Rücken aufstellen.

Und was ist besser als ein Mord?

Richtig, ein Mord mit Internet-Bezug. Und so kann man heute morgen in der RP lesen:

Internet-Freundin tötete Emmericher

Wow, denkt man da. Internet-Freundin. Cybersex und Drohnenmord. Um dann die Beziehung herzustellen, wird erst im Absatz

Wer war das Opfer?

genau beschrieben, was niemand wissen will. Das der Getötet in einem Supermarkt arbeitet, und welchem. Das er Familie hatte. Und dann natürlich die mysteriöse Täterin:

Wer war die Täterin? Um was für eine Frau es sich handelt, die ihren Lebensgefährten mit einem Stich in die Brust tödlich verletzte, ist derzeit noch unklar.

Eigentlich ist die Geschichte auch relativ eingängig, auch wenn man eigentlich ja eher den Mann als Mörder vermuten würde. Aber nun gut, so steht es geschrieben:

Eine 29-Jährige aus Braunschweig hatte ihren Lebensgefährten nach einem gemeinsamen Besuch des Karnevalszugs in dessen eigenem Schlafzimmer erstochen. Zuvor soll es bereits häufiger zu Streitigkeiten zwischen den beiden gekommen sein, Fälle häuslicher Gewalt wurden der Polizei jedoch nicht bekannt. Sowohl das Opfer als auch die Frau waren laut den Ermittlungen der Polizei zum Tatzeitpunkt alkoholisiert.

Das macht die Geschichte aber noch nicht spannend genug. Alkohol an Karneval, Streit und dann ein Mord, meine Güte, das gibt es ja beinahe täglich, dachte sich der Redakteur und fügte flux ein:

Kennengelernt hatten sich das spätere Opfer und die 29-Jährige aus Braunschweig erst vor Monaten über das Internet. Anfang November ließ der Emmericher die Online-Bekanntschaft und ihren fünfjährigen Sohn dann in seine Wohnung an der Görresstraße einziehen.

Und das ist dann eine Internet-Freundin? Eine Frau mit der monate lang offensichtlich eine Beziehung führte und die dann, wie eine ganz normale Lebensgefährtin bei ihm einzog?

Liebe Rheinische Post, was genau ist denn die Aussage wert, dass er sie online kennengelernt hat? Was soll die reißerische Überschrift? Ich weiß ja nicht ob Ihr es übersehen habt, aber 2014/2015 ist online kennen (und lieben) lernen wohl so alltäglich wie… sich im Cafe zu treffen.

Von der “Cafe-Freundin tötet Irgendwen” habe ich aber noch nicht gelesen.

Vermutlich nicht sensationsgeil genug. Für die Kundschaft über 60 oder so. Bei den Leuten um mich herum dürfte Eure Art der sensationsgeilen Aufmachung eines Mordes eher zu Kopfschütteln führen.

Die krude Logik der FDP Voerde

15. Februar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Einmal mehr komme ich zu dem Ergebnis, dass die FDP Voerde ein großes Problem hat. Und das ist mittlerweile so evident, dass man schon fast Mitleid haben will. Aber nur fast, denn es ist ja die FDP.

In Voerde gab es einen Prozess zur Gründung einer neuen Gesamtschule. Dieser war recht lang und gerpägt u. a. von folgenden Ereignissen:

  • In einer sogenannten “Zukunftswerkstatt” haben Eltern, Lehrer, Politiker und Einwohner über die zukünftige Schullandschaft in Voerde diskutiert. Eine mögliche Entwicklung die sich abzeichnete, war die Gesamtschule.
  • Im Rat wurde ein Beschluss gefasst, der die Richtung dahingehend konkretisierte, dass die Eltern über eine Befragung die Entscheidung zu treffen hätten. Der Rat rerpäsentiert dabei die Wähler, denn er setzt sich aus den direkt und indirekt gewählten Vertretern aller Voerderinnen und Voerder zusammen. Das Ergebnis der Befragung ist dann bindend für die Politik.
  • Anschließend haben die Eltern  deutlich mehr als die notwendige Mindestanzahl der Stimmen für die Gesamtschule bei der Befragung der Klassen 4, 3 und (nicht vorgeschrieben, aber gemacht) 2  abgegeben. Hieraus entstand die Pflicht, eine entsprechende Schule zu eröffnen. Im Anschluss daran:
  • Der Rat fasste den Beschluss eine Gesamtschule zu gründen.
  • Und letztlich hätten 100 Kinder für die Gesamtschule angemeldet werden müssen – und es wurden 162.

Konkret bedeutet das: Mit der Drucksache 16/22 wurde durch den Rat festgelegt, dass die Elternbefragung statt zu finden habe und wie:

Bei Beschlussfassung der Handlungsoption a) oder b) ist zur Wahrung der Antragsfrist bei der Genehmigungsbehörde – hier: 31.10.2014 – umgehend die vorgeschriebene standardisierte Elternbefragung durchzuführen, wobei die Erziehungsberechtigten der Kinder der 2., 3. und 4. Grundschulklassen befragt werden sollen. Auf der Basis dieser Ergebnisse erfolgt eine abschließende Beschlussfassung.

In der Drucksache sind auch noch einmal alle Optionen die möglich sind, deren Vor- und Nachteile, so wie die Ergebnisse der davor liegenden Informationsveranstaltungen zusammengefasst. Das Dokument ist öffentlich und konnte und wurde nicht nur von der Politik diskutiert.

Nachdem dann die Elternbefragung stattgefunden hat, wurde im Rat am 30.09. eine Entscheidung getroffen. Dabei war das handlungsleitende Motiv das Ergebnis der Elternbefragung und dieses wurde sehr ausführlich ebenfalls öffentlich aufbereitet und diskutiert, als Drucksache 16/76:

  • Die Eltern der zu befragenden schulrechtlich relevanten Jahrgänge 3 u4 haben sich eindeutig für die Anmeldung an einer neuen Gesamtschuausgesprochen.
  • Die Rücklaufquote von ca. 85 % liefert eine hohe repräsentativeAussagekraft der Ergebnisse.
  • Die erforderliche Mindestzahl von je 100 Ja-Stimmen in den Jahrgängeund 4 wurde weit übertroffen.
  • 163 Eltern der Drittklässler und 193 Eltern der Viertklässler würden ihKind an der neuen Gesamtschule anmelden.
  • Immerhin würden auch 1 54 Eltern der Zweitklässler perspektivisch ihrKind an der neuen Gesamtschule anmelden.

(…)

Auf dieser Ergebnisgrundlage besteht nunmehr für den Schulträger gemäß § 78
Abs. 4 Schulgesetz NRW eine Errichtungsverpflichtung für die von den Eltern
gewünschte integrative Schulform.

(Hervorhebung von mir)

Natürlich hätte die FDP das auch auf ihrer Website so darsstellen können. Aber dann hätte man ja einräumen müssen, dass man zu einem Zeitpunkt, spätestens mit der Elternbefragung, den eigenen Kurs hätte ändern müssen.

Nein, nach all dem geht die FDP jetzt hin und erklärt, dass die Gesamtschule ja gar nicht demokratisch legitimiert sei, sondern nur durch Wählertäuschung zustande gekommen sei. Im Sinne der FDP wäre eine demokratische Legitimation durch die Ratsvertreter nämlich nur dann möglich gewesen, wenn man sich vor der Wahl festgelegt hätte:

Tja – demokratisch sauber legitimiert wäre er dann gewesen, wenn SPD, Union, Grüne, Linke und WGV sich vor der Wahl zur Schliessung der Realschule und zur Neugründung einer Gesamtschule bekannt hätten – dann hätten ihre Wähler nämlich die Chance gehabt, diesen Aspekt bei ihrer Entscheidung zu berücksichtigen und sich evtl. anders zu entscheiden (gleiches gilt übrigens für die Grundsteuererhöhung – dazu findet sich nämlich erstaunlicherweise ebenfalls nichts in den Programmen derselben Parteien).

Für die FDP, und das sagt sie in der Schuldiskussion ja nicht zum ersten Mal, ist der Wille der Eltern nicht das Maß der Dinge. Für die FDP ist es das Wahlprogramm einer Partei, welches maßgeblich Einfluss darauf hat, welche Schulform sich Eltern für ihre Kinder wünschen. Die Tatsache,  dass eine Festlegung im Rat ja erst nach der Elternbefragung erfolgt und dort politisch deren ausdrücklichen Willen widerspiegelt, läßt die FDP gekonnt unter den Tisch fallen.

Kein Wunder, dass dieses Armutzeugnis von Demokrativerständnis auf der Website der FDP mal wieder anonym gepostet wurde:

Unser schulpolitisches Programm war und ist unmissverständlich formuliert und in exakt dieser Form auch kommuniziert worden. Entsprechend konsequent hat Ratsherr Bernhard Benninghoff am 30.09.2014 im Stadtrat auch gegen die Auflösung der Realschule und die Gründung einer neuen Gesamtschule gestimmt.

Hier erklärt die FDP ganz genau, was für sie Demokratie bedeutet:

Weder das Ergebnis der Elternbefragung, noch die vorhergehende Prozesse und schon gar nicht die am Ende resultierende gesetzliche Verpflichtung dem Elternwillen zu folgen, ist für sie von Bedeutung. Es scheint fast so, als sei die FDP wirklich davon überzeugt, dass nur sie Recht habe.

Was zählen da schon demokratische Wahlen, Abstimmungen und der Elternwille?

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Liebe FDP Voerde, Du musst jetzt GANZ stark sein…

14. Februar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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… denn in Deinem ewigen Gemeckere gegen die neue Gesamtschule Voerde führst Du ja an, dass das zwangsläufig zu einem Problem bei der Gesamtschule Hünxe führen muss. Und die habe, so habe die BR gesagt, Bestandsschutz.

Und nun das. 162 Anmeldungen, 6 Eingangsklassen bei der Gesamtschule Voerde. Das muss doch zwangsläufig das Aus der Gesamtschule Hünxe bedeuten. Und sicherlich ist man dort schon mit den ersten Plänen zur Abwicklung beschäftigt.

Äh halt, Stop. Ist man nicht.

Denn die Gesamtschule Hünxe hat eine Rekordzahl an Anmeldungen – trotz Rekordanmeldung in Voerde. Daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, überlasse ich jetzt Dir und vor allem Deiner Gallionsfigur, Bernd Benninghoff. Ich befürchte jedoch, dass der bisher von Euch an den Tag gelegte Starrsinn auch diesmal die Fakten einfach an sich abprallen lassen wird.

gesamtschule hx

Das “uns” in FDP

12. Februar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Eigentlich wollte ich zur Gesamtschule Voerde nix mehr schreiben. Und Ihr habt ja recht, dann sollte man es auch nicht machen.

Die gute Nachricht gestern war, dass es 162 Anmeldungen für die neue Gesamtschule in Voerde gibt. Das bedeutet, dass mit 6 Klassen die neue Schule gegründet werden kann. So viele werden es nicht bleiben, aber bei 100 “Muss”-Anmeldungen ist 162 ein verdammt eindeutiges Zeichen, dass es richtig und notwendig war, für die Gesamtschule zu arbeiten.

Seit die Diskussion ob oder ob nicht im Raum steht, wehrt sich die FDP Voerde mit Händen und Füßen gegen die Gesamtschule. Und auch wenn man in meiner Wahrnehmung seit der Wahl nichts mehr für Voerde gemacht hat: Meckern und dagegen sein geht immer. Egal, welches Thema.

Und auch jetzt muss B. Benninghoff, der einzige im Rat verbliebene FDPler in Voerde noch einmal nachtreten. Nocht einmal meldet er sich in der Zeitung und im Web zu Wort und bekundet, dass er noch immer nicht bereit ist, den Elternwillen zu akzeptieren. Denn er weiß es besser: Die Gesamtschule wird scheitern und alles eine große Katastrophe werden.

In dem aktuellen Beitrag dazu auf der Website der FDP Voerde bin ich allerdings stutzig geworden. Ich weiß, dass gerade B. Benninghoff sehr darauf bedacht ist, die richtigen Worte zu wählen. Um so erstaunlicher, was ich da lese:

Die FDP in Voerde ist nach wie vor der Ansicht, dass es richtig gewesen wäre, den von uns vorgeschlagenen und zulässigen Zweckverband mit Dinslaken und Hünxe zu bilden. (…) Ferner wäre unsere Realschule mit ihrem guten Ruf erhalten geblieben.

Und weiter:

Es kann uns nicht zugemutet werden, unsere Vorstellung aufzugeben zugunsten einer Lösung, hinter die wir uns nicht stellen können, weil sie aus den dargestellten Gründen nicht zukunftsfähig erscheint.

Webiste der FDP vom 12.02.2015

Um mal zu verdeutlichen was ich meine, habe ich die interessanten Dinge fett markiert.

Die FDP scheint also zu glauben, dass die vielen Jahre erfolgreiche Realschularbeit einzig auf ihr Konto geht und das es ihre Realschule gewesen sei. Das könnte man noch als grammatikalisch unsauber erklären und behaupten, mit uns wäre Voerde gemeint.

Der zweite zitierte Absatz aber macht deutlich, dass es eben nicht um Voerde geht. Es geht um die FDP, besser gesagt um Benninghoffs FDP, der man nicht zumuten könne, eine gefasste und demokratisch legitimierte Entscheidung zu akzeptieren.

Ich versteh das mal dergestalt, dass er nach wie vor nicht akzeptieren kann, was der Wähler ihm schon letztes Jahr vermitteln wollte. Nämlich das seine Vorstellungen nicht die Vorstellungen der Allgemeinheit sind. Und das er weiter der Meinung ist, dass nur er weiß, was die Menschen wollen und Voerde braucht.

Ein solches Verständis von repräsentativer Demokratie erschüttert mich zutiefst.

Passt aber in das Bild, dass die FDP Voerde in den letzten Monaten von sich vermittelt.

 

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Bedingungsloses Grundeinkommen – eine Frage des Standpunktes

10. Februar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Gestern Abend war ich auf der Veranstaltung “Grundeinkommen für alle – eine gute Idee ?” (plenkendes ? wie im Original) und dem Untertitel: “Verschiedene Konzepte werden vorgestellt und auf ihre Tauglichkeit hin kritisch untersucht.”

Das ganze fand in Voerde statt, war vom Frauenzentrum Voerde e.V. organisiert und die Referentin war Frau L.. Das ich überhaupt auf den Termin noch aufmerksam wurde, verdanke ich einem Tweet von @Voerde_De:

Ich hatte noch versucht ein paar Leute zum Mitkommen  zu überreden, auf Grund der Kürze der Zeit war mir das leider nicht möglich. Rückblickend sicherlich besser so.

Neben einer Dame, die ich von der SPD und aus dem Rat kenne, war noch ein älterer Herr anwesend und zusammen mit Frau L. vervollständigte ich dann die Runde.

Die Referentin hielt dann einen gut 90 minütigen Vortrag, der nicht zur Diskussion frei gegeben war. Dabei wurde schnell klar, dass sie sich über BGE informiert hatte.

Allerdings:

  • Scheinbar nur oberflächig.
  • Scheinbar nur dort, wo ihre Einstellung bestätigt wurde.

Denn von Anfang an war klar, dass sie wohl folgende Meinung vertritt:

  • BGE kann nicht funktionieren
  • BGE schadet der Gesellschaft
  • BGE fördert die Faulheit
  • BGE nutzt nur dem Kapital
  • BGE schafft Schule und Ausbildung ab
  • BGE verstärkt die Ungleichbehandlung der Frau

Ihre Quellen waren vor allem Götz Wener, der Chef von DM. Diesem sprach sie mehrfach(!) die Qualifikation ab, denn er sei nur Drogerist und kein Ökonom. Danaben war Professor Roth ihre bevorzugte Quelle, so wie Professor Straubhaar. Allerdings jeweils nur einzelne Aspekte ihrer Darstellungen, sofern diese in das Muster passten.

Dabei sollte klar herausgestellt werden, dass BGE böse ist. Die Begründung läuft in etwa so:

Professor Roth sagt, Kinder sind nur die Reproduktion der Ware Arbeitskraft. Daher sollten die Kosten dafür die Nutzer, die Arbeitgeber übernehmen.

Das Konzept BGE leitet sich von der Fiktion der Gleichen unter Ungleichen ab, denn schließlich sind nicht alle Menschen gleich und deswegen kann auch nicht jeder gleich viel Geld bekommen.

Das Geld im BGE reicht sowieso nicht, um uneingeschränkt zu leben und führt nur zu Billiglöhnen und Ausbeutung.

Schule wird überflüssig, weil man ja keine Ausbildung mehr braucht, wenn man eh BGE bekommt.

 

Wie Ihr Euch vorstellen könnt, habe ich an aktuter Schnappatmung gelitten – Frau L. aber trotzdem zu Ende reden lassen. Widerspruch tolerierte sie eh nicht und Hinweise auf Denkfehler nahm sie nicht zur Kenntnis.  So stellte sie z. B. die angedachte Erhöhung der Mehrwertsteuer als K.O.-Kriterium dar – verstand aber nicht, dass eine Erhöhung von Konusmsteuern und Vermögenssteuern eine Verringerung der Steuern auf Arbeitskraft und Produktion ermöglichen müssen, damit es funktioniert.

Aber gut, sie war auch der Meinung, dass Vollbeschäftigung auch heute noch jederzeit möglich sei.

Zudem versteifte sie sich letztlich darauf, dass in einer globalen Wirtschaft BGE nicht möglich sei, weil es Exporte zwar erheblich verbilligen würde, Importe aber drastisch verteuern würde. Mein Einwand war, dass das durchaus gewollt sein kann, weil es dann erstens die Anreize für lokale Produktion erhöhen würde und zweitens ein Ansatz sein könnte, auch indirekte Kosten wie Umweltkosten in (z. B.) KIK-Shirts einzurechnen und mal wirkliche Preistransparenz zu schaffen. Ihr K.O.-Argument zur Beendigung meines Einwands war, dass es trotzdem teurer würde. Ja, teurer als bei KIK wird es wohl. Aber das muss nicht automatisch schlecht sein… na gut, ich ergebe  mich und lausche wieder.

Nachdem ich mich dann so brav beherrscht habe, wollte ich dann in eine Diskussion einsteigen und nur an Hand meiner Notizen über ihre Äusserungen mal eine Gegenposition beziehen. Die Referentin honorierte das mit dem Packen ihrer Sachen und dem Beenden der Veranstaltung.

 

W-T-F???

 

Mit anderen Worten: Frau L. war nur mit der Erwartungshaltung in die Veranstaltung gegangen, dass man bitteschön ihre BGE-ablehnende Haltung ungefragt übernehme und das man bitte schön ihre aus dem Kontext gerissenen Informationshappen als Wahrheit akzeptiere.

Auch wenn das harsch klingt: Mich erinnerte das verdammt an die Impfgegner-Argumentationen, mit denen ich im Moment mehr zu tun habe, als ich gerne hätte. Denn für jeden Versuch einer argumentativen Auseinandersetzung war die Referentin nicht zu haben.

Ich musste dann den beiden Gästen versrprechen, selber mal eine Veranstaltung zum BGE zu organisieren und ich glaube ich spreche hier mal die Politik-Schüler des GV an – das könnte ein interessanter Abend werden.

Der Abend gestern zeigt nämlich, dass offensichtlich große Teile einer ablehnenden Haltung aus Fehlinformationen abgeleitet werden können – denen gestern leider Vorschub geleistet wurde.

Wie gesagt, ich war froh das keiner meiner Freunde und Bekannten gestern Zeit hatte. Ich hätte mich geschämt, sie zu dieser Veranstaltung eingeladen zu haben.

Wie Facebook schaffte, wovon AOL immer träumte

10. Februar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Erinnert Ihr Euch noch an die AOL-CDs? Die mit den x Freistunden? Als AOL dem Nutzer zeigen wollte, was das Internet aus Sicht von AOL sei? Nämlich eine properitäre Oberfläche, bei der AOL bestimmt, was der User sieht? Und zu gleich der Zugang nur über AOL.

Das Konzept ging, trotz massiver Werbung, nicht auf.

Anders bei Facebook:

Dort geht man zum einen auch den Zugangsweg – wenn auch anders. So verhandelt Facebook nach wie vor mit den Carriern (“Internetanbietern” für Mobile Geräte), dass man doch bitte den eigenen Traffic ohne Kosten durchleite. Im Klartext also: Facebook soll nicht auf das Online-Volumen angerechnet werden.

Das wird Facebook sich was kosten lassen, aber die Idee ist klar: So lange die Mobilfunkanbieter so knausrig mit “Highspeed-Volumen” sind, wäre Facebook das Tor zur (Internet-)Welt. Und die Folgen kann man schon heute spüren:

Viele (jüngere) Menschen wissen gar nicht, dass Facebook nur ein Dienst, eine aufgebohrte Website, im Internet ist. Klingt unglaublich, ist aber tatsächlich so: Für die nachwachsende Generation ist Facebook =/= Internet. Das hat natürlich massive Auswirkungen auf das Verständnis des Internets an sich – aber auch auf die Bedeutung von Facebook.

Wie krass das Missverhältnis ist sieht man z. B. daran, wenn die amok laufenden Logiken von Facebook gerade massiv American Natives aus dem Netz kicken, weil sie deren Namen für Fake halten.  Daran ist nicht nur das erstaunliche, dass Facebook sich ein solch arrogantes Verhalten offensichtlich erlauben kann und darf. Viel erschreckender ist die Reaktion der Betroffenen.

Denn statt Facebook den ausgestreckten Mittelfinger zu zeigen, passiert was? Richtig: Die Betroffenene betteln darum, wieder rein zu dürfen:

Dana, who’s Lakota and has been using Facebook since 2007, explains that she’s presented a photo ID, library card and one piece of mail to the company in an attempt to restore her account.

Insgesamt verstärkt mich das in meiner Meinung, dass Facebook eine mindestens genau so große Gefahr für die Freiheit und das freie Netz ist, wie frei drehende Politiker, die sich einer Allmachtsphantasie hingeben, alles und jeden im Netz kontrollieren zu können.

 

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Die merkwürdige Realität der FDP Voerde

3. Februar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Es ist schon erstaunlich, wie wandlungsfähig die FDP Voerde ist. Während man sich, frei von jeder Ahnung gerade auf Facebook wieder wutschäumend darüber echauffiert nicht mitspielen zu dürfen, kommt es auch zu folgenden Stilblüten:
Auf der Website der FDP Voerde ist zu lesen ist, dass die gewählten Vertreter im Verwaltungsrat ja gar nicht kompetent wären, ihrer Funktion nachzukommen:

Seltsam – für die Beantwortung jeder noch so simplen Frage werden seitens der entsprechenden Fraktionen bedenkenlos für teures Geld externe Experten beauftragt. Wenn es aber um enorm wichtige, vitale Themen geht, die echten Sachverstand erfordern – da trauen sich plötzlich selbst Laien erstaunliches zu. Für die Ergebnisse können jetzt die Voerder Bürger einstehen bzw. bluten – wieder einmal.

… während dessen kann Bernhard Benninghoff von der FDP aber selbstverständlich Kompetenz an den Tag legen. Er ist zwar in keinem Gremium der Sparkasse vertreten und Fraktionslos auch nur sehr eingeschränkt in die Gremien der Kommunalpolitik eingebunden. Trotzdem glaubt er mehr zu wissen als die, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen und fühlt sich berufen, in der Presse ein Statement abzugeben:

Bernhard Benninghoff (FDP) würde alles mittragen, „was einigermaßen vernünftig ist, um die Sparkasse zu erhalten“. Ein Engagement Voerdes in der vollen Höhe von 10,5 Mio. Euro schließt er angesichts der Finanzlage aus. „Die Stadt Voerde darf nicht überproportional belastet werden.“

Dieses Statement ist aus zwei Gründen bemerkenswert. Zunächst der Allgemeinplatz mit überpropotionaler Belastung: Herr Benninghoff weiß genau, dass die Träger genau proportional zu ihren Anteilen belastet würden. Bei unveränderter Situation würde Voerde also 3/10 der Belastung zu schultern haben.

Interessanter ist aber, dass er frei von jeder Detailkenntnis eine klare Aussage trifft, dass er unbedingt “die Sparkasse” erhalten will. die kann sich nur auf die Sparkasse in jetziger Form als Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe meinen. Demnach kommt für ihn eine Fusion z. B. Mit der Sparkasse Niederrhein oder ein vierter Träger nicht in Frage.

Und die Frage was “einigermaßen vernünftig” ist, entscheidet natürlich er. Und warum nicht? Die Kosten für seine Idee von Erhalt trägt ja… Genau, der Bürger.

Wäre er ehrlich und aufrichtig, hätte er gesagt, dass er zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht genug Informationen vorliegen hat, um zu einer solchen Aussage zu kommen. Denn eine Diskussion im politischen Raum findet noch gar nicht statt.

Wie das sein Nachwuchs auf Facebook schon so amüsant macht, redet er hier mit dem sprichwörtlichen Schaum vor dem Mund  über Dinge, von denen er kein tiefes Verständnis haben dürfte.

Aber warum sollte das jemanden wie ihn davon abhalten, sich zu äußern? Außer vielleicht man müsste sich eingestehen, dass man selbst eben nicht den Sachverstand hat, den man anderen abspricht.

Fakten, das kennen wir aus einer anderen aktuellen Bewegung, haben ja noch nie interessiert. Oh, Zufall, ich denke gerade an die Hindenburgstrasse. Aber zurück zum Thema:

Denn wenn man seit der Wahl eines beobachten kann dann das, dass die FDP sich nicht davon erholt hat, dass die Voerder keine FDP-Fraktion mehr wollten.

Und seit dem kommt von der FDP Voerde nichts konstruktives mehr. Im Gegenteil: Benninghoff scheint bemüht, alles und jeden torpedieren zu wollen.

In sofern hat der Wähler letztes Jahr Weitsicht bewiesen. Denn so kann er zwar laut schimpfen, aber wenigstens keinen ernsthaften Schaden anrichten.

Und falls Benninghoff mal wieder in der Presse weint, dass ja niemand mit ihm redet: solche Anwürfe wie auf der eigenen Website und von seiner Familie gegen andere auf Facebook machen doch deutlich, warum man mit einem wie ihm nicht will.

 

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Von Griechenland lernen…

2. Februar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Wenn man sich überlegt, welche Anstrengungen (kreative Wahrheiten) die EU unternommen hat, Griechenland aufzunehmen… da ist es schon amüsant. Ich meine klar, Griechenland dürfte als Erstes wegen seiner geopolitischen Position in die EU gekommen sein und wird sich auch deswegen dort behaupten.

Gleichwohl ist es interessant die aktuelle Diskussion rund um die Politik in Griechenland zu  beobachten. Um es vorweg zu nehmen, ich finde es sehr spannend. Die offenkundigen Drohungen und die nicht so offenkundige Angst der anderen EU-Länder.

Und es ist doch klar, dass Griechenland in der EU bleibt. Denn würde es raus fliegen, würde sofort die Frage nach den anderen Staaten in der PIIGS Gruppe aufkommen. Warum sollte man die halten.

Auf der anderen Seite stelle man sich vor, die neue Regierung sei erfolgreich und strafe damit in aller Offensichtlichkeit die Regierung Merkel, ja die EU selbst der Lüge?

Die nächsten Jahre werden sehr, sehr spannend werden.

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The Imitation Game

2. Februar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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In den Kritiken ist der Film “Imitation Game” mit Cumberbatch glatt durchgefallen. Und nachdem ich ihn mir gestern angesehen habe frage ich mich: Wieso eigentlich?

Auf der Biographie Alan Turing – Enigma von Andrew Hodges basierend, gibt Cumberbatch den schwulen Turing, der im zweiten Weltkrieg maßgeblich an der Entwicklung des Computers und der Entschlüsselung der Enigma tätig war. Der Film ist dabei nicht nur eine spannende Geschichtsstunde, in der man lernt das selbst als Mensch der Millionen vor dem Tod und einen Krieg mit beendet hat, der unfassbares Leid über die Menschen gebracht hat – für seine Sexualität verdammt werden kann.

Die Kritik, dass die anderen Darsteller nicht zur Geltung kommen, ist einer Geschichte nicht abträglich ist, die sich halt um Turin dreht.

Und das macht sie wirklich gut.

Der Film ist unglaublich spannend, ohne auf großartige Effekte zu setzen. Und er ist bildgewaltig, ohne großartig auf Special Effects zu setzen. Und er ist emotional, vor allem bei der Darstellung des emotional total verflachten Turing.

Ob der Film sich wirklich nah an der Biographie bewegt kann ich nicht sagen. Ich kann aber sagen, dass er sich 100% lohnt!

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Kann man sich gar nicht ausdenken

28. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Auf der A40 steht ein Blitzer. Auf der A40 steht eine elektronische Schilderbrücke.  Probleme würde da niemand vermuten: Die Sensoren in und an der Straße messen Verkehr, Wetter und andere Kennzahlen und veranlassen dann, dass über die Schilderbrücke die entsprechende Höchstgeschwindigkeit angezeigt wird.

Sicherlich wird der Blitzer damit synchronisiert. Alles andere wäre ja wiedersinnig.

Ist es auch. Denn der Blitzer muss per Hand zwischen 80 und 100 km/h umgeschaltet werden, 120 kann er scheinbar gar nicht. Die Schilderbrücke aber. Und wie groß das Ausmaß des Chaos ist, sieht man auf derWesten sehr schön dokumentiert.

Gestern:

Dutzende Autofahrer auf der A40 in Essen zu Unrecht geblitzt

Heute:

Blitzer-Panne auf A40 – Über 600 Fahrer zu Unrecht geblitzt

Frei nach Fefe möchte man ein eiziges Mal mit Profis arbeiten…

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Sneak-Preview: Der neue Volvo XC90

27. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Gestern Abend auf Zeche Zollverein, gut behütet hinter Türen und Sicherheitsdienst stand er: Der neue Volvo XC90.

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Umgenau zu sein, der einzige, derzeit verfügbare Prototyp weltweit. Zu Gast waren dabei 100, vielleicht 150 geladene Gäste, die es sich nehmen lassen wollten als Erste einen Blick auf und in das neue Prestigemodell von Volvo zu werfen. Und auch wir waren eingeladen und konnten und wollten es uns nicht nehmen lassen.

Volvo hatte in Halle 5 einen “Parcour” aufgebaut, mit dem man das Auto erfahren konnte: Hier ein Stand mit Exterieur und Interieur, dort ein Stand mit dem Multimedia-System, dort einer mit den Sicherheitsfeatures.

Sicherheit ist ohnehin die Domäne von Volvo: Das ehrgeizige Ziel verfolgend, dass ab 2020 niemand mehr in einem Volvo (und am Besten auch nicht durch einen) sterben oder schwer verletzt werden soll, strotzt der neue XC90 auch nur so vor neuen Sicherheitsfeatures – und bleibt auch hochfestem Stahl als Konstruktionsmerkmal treu. Besonders erfreulich finde ich, dass der neue XC90 jetzt auch Radfahrer erkennt und ich bin mal gespannt, was hier in Kooperation mit POC zu erwarten ist.

Aber ich schweife ab. Bei mir hatte Volvo schon gewonnen, als ich direkt am Eingang die Oculus Rift entdeckt habe.

IMG_4708Absolut genial gemacht: Man sitzt auf einem Originalsitz und erlebt extrem plastisch, wie um einen herum das Auto zusammen wächst. Vom Schiebedachgeräusch bis zum Blinken des fernen Leuchtturms die mit Sicherheit multimedialste Vorführung, die ich erlebt habe.

Nach den obligatorischen Häppchen kam dann das eigentliche Highlight. Die Enthüllung eines automobilen Traums :-) Und natürlich nagt sofort das grüne Gewissen an mir – das sich aber beruhigen läßt mit dem Versprechen, dass der T8 bei 400 PS doch nur 2,5 Liter im Durchschnitt verbraucht – Hybridantrieb sei Dank. Das ist immer noch ein Liter mehr als der V70 D6 Diesel-Hybrid, aber für einen 9-Sitzer?

Und ich muss sagen,  wer Volvo für bieder hält, sollte demnächst im Rückspiegel auf eine Überraschung gefasst sein. So brav ein Volvo als Reisefahrzeug auch ist, der neue Kühlergrill verströmt eine absolut eindeutige Message:

IMG_4732Und auch wenn ich ein bekennender Volvo-Fanboy bin, ich bin mal gespannt wie VW, Audi, BMW und Porsche dem kontern wollen. Ach ja, Thema Porsche: Wenn man einmal die völlig überfrachtete Mittelkonsole da erlebt hat und dann das Design im neuen Volvo….

Anyway, ich gestehe ich bin absolut voreingenommen gewesen. Aber meine Fresse, was für eine geile Karre!

Ach und Thema Sicherheit im Verkehr: Es gab zwar viel zu trinken, aber nichts alkoholisches. Selbst das Bier war alkoholfrei.

 

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Arbeit muss Urlaub werden!

26. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Ich gebe zu, die Überschrift klingt erst einmal Banane. Aber was ich damit meine hoffentlich nicht:

Warum genau reden wir immer noch über Arbeitslose, als wäre das ein Mangel? Es ist doch einfach so: Vollbeschäftigung wird es nie wieder geben. Statt das aber einzusehen und endlich das zu machen, was wir sollten, verweigern wir uns der Realität.

Wir besteuern weiter überwiegend Arbeit und nicht Kapital. Und erlauben uns die Illusion, Erwerbsleben wäre untrennbar aus “einem Erwerb nachgehen” und “um zu Leben” geformt.

Statt dessen sollten wir nicht länger die knappen Ressourcen besteuern, sondern die in scheinbar limitloser Ausprägung. Eine Billion pumpt allein die EZB an “frischem Geld”, dass niemand ernstlich erwirtschaftet. Das einfach da ist. Das nutzen wir natürlich nicht um die Gesellschaft voran zu bringen.

Dabei wäre das so dringend notwendig. Wir müssen einen Gesellschaftszustand anstreben, in dem die arbeiten gehen, die arbeiten gehen wollen. In dem es einen wahren “War on Talents” gibt, der die Arbeitgeber zwingt, sozial verantwortliche Arbeit (Krankenpfleger, Pädagogen etc) um ein Vielfaches besser zu bezahlen als heute. Und Jobs ohne gesamgesellschaftlichen Benefit deutlich schlechter. Eine Gesellschaftsform, in der man nicht arbeitet weil man muss, sondern weil man will. Und vielleicht nur ein paar Wochen im Jahr, um sich ein paar $ extra zu verdienen, z. B. für eine Reise.

Modelle und Modellrechnungen wie das BGE gibt es genug. Allein es fehlt der Mut und der Wille der Regierenden. Und damit meine ich nicht die Politiker. Denn ich glaube, die  haben zwar viel zu reden, aber wenig zu sagen. Daran könnten wir dann übrigens auch arbeiten. Das Politiker wieder für das Volk und den Staat (Polis, Ihr wisst schon) und nicht für Partikularinteressen da sind.

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Die Wahl in Griechenland

26. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Ich freue mich über die Wahlergebnisse – und staune wie schnell das Gejammer vom “verunsicherten Markt” und den üblich verdächtigen Politikern zu hören ist. Noch bevor die erste politische Entscheidung gefallen ist, ist das Geheule groß.

Dabei trifft es der Spiegel heute morgen sehr genau:

Erstens: Hauptschuld an der Krise trägt die verkommene Wirtschafts- und Politikelite des Landes. Griechische Oligarchen begriffen den Staat als Beute. Korrupte Politiker waren ihnen zu Diensten.

Zweitens: Um die Krise zu überwinden, sollten die Griechen bloß keine Experimente wagen, sondern bitte die Koalition aus konservativer Nea Dimokratia und sozialistischer Pasok im Amt bestätigen. Alles andere gefährde die wirtschaftliche Erholung des Landes.

Ganz schön paradox, schließlich haben diese beiden Parteien Griechenland über drei Jahrzehnte in den Abgrund regiert. Und denen hätten die Griechen jetzt erneut ihre Zukunft anvertrauen sollen?

Und mal ehrlich:

Als wenn der Euro davon stirbt. Oder das Wahlergebnis automatisch bedeutet, dass Griechenland aus dem Euro ausschert. Ich glaube, die meisten Klagen hören wir jetzt von denen, die um die eigene Macht fürchten. Von denen die Angst haben,  dass eine alternative Politik in Zeiten der Alternativlosigkeit erfolgreich sein könnte – und sie sich am Ende rechtfertigen müssen.

Im Deutschlandfunk lese ich:

Nach dem Wahlsieg der Syriza-Partei fordern Union wie SPD von der künftigen griechischen Regierung, die mit den internationalen Geldgebern geschlossenen Vereinbarungen einzuhalten. Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Friedrich, warnte Athen vor einer Aufgabe des Sparkurses. Die Griechen müssten jetzt die Konsequenzen selber tragen und können sie nicht dem deutschen Steuerzahler aufbürden, sagte der CSU-Politiker der “Bild”-Zeitung.

CSU und Bild. Da haben sich ja die richtigen für solche Parolen gefunden. Dabei war es unter anderem die deutsche Regierung, die Griechenland dahin gebracht hat, wo es heute steht. Und man darf annehmen, dass die Politik der letzten Jahre nicht dafür gedacht war, den Menschen zu helfen. Sondern dem Kapital, den Banken, den Großunternehmen, den oberen wenigen.

Wie gesagt, ich bin sehr gespannt. Und ich glaube, wir werden alle viel von Griechenland lernen können in den nächsten Jahren.

 

Und danke an alle Griechen, die gewählt haben, was SIE für richtig gehalten haben. Und nicht was MERKEL für Richtig vorgegeben hat.

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BAYMAX – Riesiges Robowabohu

26. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Ein Kinderfilm? Im Kino? Ja bitte! :-)

Wir haben gestern BAYMAX geguckt und der Film ist schlichtweg großartig – ich habe Tränen gelacht.

Natürlich ist es in erster Linie ein Kinderfilm, aber das ist kein Nachteil. Es sind auch genug Scherze für Erwachsene eingebaut. Und natürlich ist der Film vorhersehbar und bla bla bla. Aber darum geht es ja auch gar nicht.

Es geht darum, einfach mal wieder Spaß zu haben – ohne viel Nachdenken. Einfach mal die Welt vergessen – und den Auftrag erfüllt der Film zu 150%

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