Und ewig lockt die Kohle… äh das Atom

6. Dezember 2016 Keine Kommentare
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Jetzt ist es amtlich:

Das Bundesverfassungsgericht hat E.ON und Co heute grundsätzlich einen Anspruch auf Schadenersatz zugesprochen. Dieser erwächst aus der erzwungenen Abschaltung der AKW nach Fukushima.

Das Urteil ist nicht überraschend um im Grunde richtig. Denn wenn wir mal vom Atom weg gehen: Wie wäre es wenn die GroKo heute spontan VW verbieten würde Autos zu bauen oder Thyssen Stahl zu produzieren?

Der eigentliche Skandal ist auch nicht das dilettantische Vorgehen von Merkel, die Atomkraft erst als sicher gepriesen hat und dann nach Fukushima spontan umgeschwenkt ist.

Der Skandal an sich ist die schon damals viel zu lange geplante Restlaufzeit und die Milliarden, die man als Subventionen und Förderung in Atomkraft gesteckt hat. Der Skandal ist, wie lange sich die Bundesregierung, hier vor allem CDU und CSU in verschiedenen Konstellationen, gedacht hat, es würde schon alles gut gehen.

Die Rechnung bezahlen wir jetzt. Durch die Kontamination von Fukushima genauso wie durch die Steuermilliarden, die jetzt sterbenden Energieriesen zu Gute kommen. Als Ergebnis einer völlig gestrigen Politik.

Aber, man muss ja auch das Positive sehen:

An den Börsen zogen die Aktienkurse der drei Konzerne deutlich an.

Na dann ist ja alles gut.

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DerWesten.de – was zur Hölle???

1. Dezember 2016 Keine Kommentare
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Ich lese die ePaper von RP und NRZ fast täglich, weil mich vor allem der Lokalteil interessiert. Und natürlich klicke ich gelegentlich auch mal „nur so“ auf derwesten.de. Naja, klickte, denn nach heute morgen werde ich wohl nur noch meine Deeplinks verwenden.

westenLieber derWesten, was soll denn das?

Wollt Ihr die neue HuffPo sein? Mal abgesehen von der Platzverschwendung und nicht optimalen Darstellung im Browser finde ich schon die inflationären Ausrufezeichen total daneben: Unglaublich! Jezt ist es raus! Ganz neu!

Oder wie ich sagen würde. Seid ihr noch ganz frisch? Vielleicht habt Ihr auch nur noch nicht mitbekommen, dass die Hochzeit des Clickbait schon wieder vorbei ist und diese Senstationalisierung von Nachrichten nur nervt.

 

Warum setzt Ihr Eure optische Seriösität für ein Tablet-Design aufs Spiel, dass zudem noch den Eindruck erweckt, Ihr wollt um jeden Preis nicht mehr ernst genommen werden?

Übrigens, Protip: Angesichts der Diskussion um Gewalt im Amateurfußball ist die Headline „…versohlt (…) nach Strich und Faden“ ja auch eher so Semi. In der Summe würde ich mich Christian Spließ anschließen: Das war ein Satz mit x – das war nix!

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Die FDP, das Stöckchen und der Unterhaltungswert

1. Dezember 2016 Keine Kommentare
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Die FDP Voerde hat auf ihrer Website nach langem Schweigen mal wieder eine politische Äußerung getätigt. Das war eine so schöne Steilvorlage, dass ich es mir (natürlich) nicht habe nehmen lassen, eine ähnlich polemische Replik zu schreiben.

Die beabsichtigte Wirkung wurde auch voll erzielt: Nur kurz danach veröfffentlichte die FDP einen weiteren Artikel, der auf der Oberfläche vor gefühlter Wut und Schaum vor dem Mund tropft. Mir scheint es so, dass alle starken Emotionen wie Hass, Wut und Liebe den Menschen im Denken einschränken.

Insofern bräuchte der Artikel eigentlich auch keine Erwiderung: Die Ausführungen der FDP und der nachgeschobene Beitrag zeigen sehr deutlich wo die FDP steht. Und wie es um die FDP steht.

Und trotzdem ist ein Punkt von außerordentlicher Auffälligkeit:

Wahrscheinlich ist es ein Problem mit der Logik, wird doch im „Beitrag“ der Grünen ernsthaft bestritten, dass auf einer verengten Fahrbahn weniger Platz zum Ausweichen bleibt, falls eine Person (Fußgänger oder Radfahrer) bspw. aus Unachtsamkeit (Unfallursache Nr.1!) plötzlich auf die Fahrbahn vor ein herannahendes Fahrzeug gerät. So eine Situation ist im grünen Paralleluniversum im wahrsten Sinne des Wortes undenkbar, daher wird sie flugs wegdefiniert bzw. -geschwafelt.

Merke: zulässige Unfallursachen gemäß grüner Diktion sind ausschließlich Abbiegefehler, mangelnder Abstand und zu hohe Geschwindigkeit – andere Auslöser wie Unachtsamkeit sind Erfindungen liberaler Lügenpropaganda.

Hier kommen wir jetzt zu dem Problem „denken wenn ich wütend bin“:

Ganz bewußt habe ich in meinem Beitrag von den Hauptunfallursachen gesprochen. Hätte der Autor oder die Autorin (man versteckt sich leider hinter Pseudonym) jetzt die Emotionen runtergeschraubt und wenigstens mal Wikipedia genutzt, hätte man lernen können, dass das tatsächlich ein feststehender Begriff der Verkehrsunfallstatistik  ist:

Die Hauptunfallursachen ergeben sich aus der Häufigkeit der Unfälle nach der Verkehrsunfallstatistik des Bundes und der Länder. An ihnen orientieren sich die Maßnahmen der Verkehrsüberwachung.

Hauptunfallursachen nach der vorgenannten Verkehrsunfallstatistik sind:

Statt sich also auf die tatsächlich mögliche Kritik an dieser Zählweise zu stürzen, verfällt die Autorin oder der Autor in eine Schreibweise, die für mich stark an PEGIDA und die besorgten Bürger erinnert: „Grüne Diktion“ und „Liberale Lügenpropaganda“ werden genutzt, um sich selbst in die Opferrolle zu begeben.

Das ist in vielerlei Hinsicht ausgesprochen interessant.

Kategorienpolitik, soziologie Tags:

Arrival: SciFi vom Feinsten

30. November 2016 Keine Kommentare
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SciFi kann wildes Weltraumgeballer sein, wie man es aus Star Wars und Star Trek kennt. Muss es aber nicht. Es kann auch eine sehr spannende Geschichte sein, die sich mit der Frage beschäftigt wie wir mit den Herausforderungen von Heute umgehen und uns auf das Morgen vorbereiten.

Wenn dann noch Aliens dazu kommen, die scheinbar gnadenlos überlegen sind, ist das eigentlich ein tolles Rezept für einen Film. Und ungefähr mit dieser Erwartung bin ich in Arrival gegangen.

Die ersten Minuten dachte ich dann: WTF, wollen die mich auf den Arm nehmen? Warum machen die so einen komischen Plot auf? Dann kam eine lange Phase der Entwicklung und als klar war, wie die Geschichte sich wenden wird, wußte ich, dass der Film zu kurz sein wird.

Wer richtig gutes SciFi-Storytelling mag, der ist in Arrival genau richtig. Wer Action mag, kann getrost zu Hause bleiben. Und wer sich nicht auf sich langsam entwickelnde Geschichten einlassen will, auch. Wer aber gut in Geschichten eintauchen kann, wer gerne hinterfragt, was er sieht und hört, der ist garantiert richtig.

Ein saustarker Film!

Kategorienfilm, Kino Tags:

Welcome to Absurdistan

30. November 2016 Keine Kommentare
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Manche Meldungen sind so kurios, dass ich fast geneigt wäre, sie zu glauben.

Aber nur fast.

Wenn man den Artikel auf Spon liest, stellt sich das in etwa so dar:

Ein Banker(!) wird vom Verfassungsschutz eingestellt, um die islamistische Szene(!) zu observieren(!). Irgendwann vorher, nacher oder während dessen wird er selbst Islamist. Und zwar in der Expressversion:

Nach SPIEGEL-Informationen wusste selbst die Familie des Beschuldigten nichts von dessen Konvertierung zum Islam, die im Jahr 2014 telefonisch erfolgt sein soll.

Dieser Ex-Banker der nun Islamisten observiert, hat auch Zugang zu geheimen Geheimnissen:

Zugleich trug er aber offenbar akribisch Dienstgeheimnisse zusammen. In seinem Besitz fanden die Ermittler Speichermedien mit entsprechenden Informationen, zum Beispiel zu Einsätzen und Einsatzorten.

Und diese geheimen Geheimnisse bietet er im Internet feil. Also nicht seinem „Führer“:

Seinen Treue-Eid soll er gegenüber dem salafistischen Prediger und Anwerber Mohamed Mahmoud geleistet haben, einer Szenegröße aus Berlin, die mittlerweile für den „Islamischen Staat“ in Syrien kämpft.

Dem verrät er die Infos nicht. Er nimmt sie auch nicht mit an einen ominösen Ort, wo sich finstere Gesellen treffen.  Sondern er bietet sie in einem Chat an, in dem er sich als Mitarbeiter des Verfassungsschutzes(!) zu erkennen gibt.

Aber er verrät das nicht irgendwem im Chat, sondern:

Sein Chatpartner war selbst ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes.

Also, Zusammenfassung:

Ein Quereinsteiger beim Verfassungsschutz, der die islamistische Szene beobachten soll, klaut unbemerkt Dokumente, die er dann dilettantisch über das Internet jemandem anbietet, der seinerseits wiederum Mitarbeiter des Verfassungsschutzes ist. Und natürlich wird man ja heute am Telefon zum Islamisten bekehrt und auch die Sicherheitsüberprüfung und die Sicherheitsmechanismen beim Verfassungsschutz bieten keinerlei Ansatzpunkte, um das Verhalten des Mitarbeiters zu bewerten oder zu bemerken. Weil:

Dabei verhielt er sich nach Auskunft der Behörde „im Bewerbungsverfahren, während der Ausbildung und in seinem Einsatzbereich unauffällig“.

In einem Haus, in dem per Definition alle auffällig unauffällig sind, fällst Du nicht auf, wenn Du nur unauffällig genug als Islamist Daten klaust.

Und es ist alles dabei: Es braucht mehr Geld für mehr Verfassungsschutz, weil es ja mehr Islamisten gibt, die beim Verfassungsschutz angestellt werden müssen und die man dann überwachen muss. Im Internet natürlich, dass man ja sowieso viel stärker überwachen muss. Und überhaupt.

Für mich eine der Geschichten des Jahres.

Und ich hätte sie fast geglaubt.

Fast.

 

Kategorien1984, politik Tags:

wir dürfen nicht vergessen

26. November 2016 Keine Kommentare
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Kategoriengedanken, mitmenschen, politik Tags:

Wenn Jobs nicht die Lösung – sondern das Problem sind.

26. November 2016 Keine Kommentare
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Wenn Ihr mich kennt, wißt Ihr, dass ich zwei Dinge propagiere:

  1. Die Zeit der Vollbeschäftigung ist vorbei: Angenommen es gibt keinen neuen Weltkrieg, der einen großen Teil der Menschheit ausrottet und unsere Güter und Dienste zerstört. Dann wird es nie wieder Vollbeschäftigung geben. Im Gegegenteil: Würden wir das Potential der Automatisierung ausnutzen und auch noch all die „künstlichen“ Jobs löschen, ein Großteil der Menschen wäre arbeitlos. Daraus folgt:
  2. Wir müssen uns dringend darüber unterhalten, wie Gesellschaft in Zukunft funktioniert. Hint: Die Teilhabe an der Gesellschaft darf nicht mehr über Erwerbstätigkeit definiert werden. Statt Arbeitslose als „Schmarotzer des Sozialsystems“ zu betrachten, die „wir“ irgendwie durchfüttern, müssen die Gewinne aus der Automatiosation und aus der Wertschöpfung so verteilt werden, dass alle genug haben. Und die die noch arbeiten gehen, eben etwas mehr. Ja, das geht stark in Richtung Bedingungsloses Grundeinkommen.

Bei Fefe bin ich jetzt auf einen extrem guten Essay gestoßen: What if jobs are not the solution but the problem?

 Work means everything to us Americans. For centuries – since, say, 1650 – we’ve believed that it builds character (punctuality, initiative, honesty, self-discipline, and so forth). We’ve also believed that the market in labour, where we go to find work, has been relatively efficient in allocating opportunities and incomes. And we’ve believed that, even if it sucks, a job gives meaning, purpose and structure to our everyday lives – at any rate, we’re pretty sure that it gets us out of bed, pays the bills, makes us feel responsible, and keeps us away from daytime TV.

These beliefs are no longer plausible. In fact, they’ve become ridiculous, because there’s not enough work to go around, and what there is of it won’t pay the bills – unless of course you’ve landed a job as a drug dealer or a Wall Street banker, becoming a gangster either way. (continue)

Wenn Ihr des Englischen mächtig seid und etwas Zeit habt: Dringende Leseempfehlung!

Kategoriengelesen, ökonomisch, politik, soziologie Tags:

This….is…TARGET

25. November 2016 Keine Kommentare
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Kategorienunsinn Tags:

Geh raus, haben sie gesagt. Wird dir gefallen, haben sie gesagt.

20. November 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Ein beliebter Scherz unter Nerds ist ja, dass die Grafik im echten Leben zwar gut sein, Storyline und Handling aber für die Tonne. Und wenn man dann mal die Sci-Fi-Literatur betrachtet, kommt noch ein wesentliches Element hinzu:

Immer wenn es um virtuelle Realitäten geht, wie in Neuromancer, Otherworld und anderen, wird auch die Grafik bemängelt. Viele der Geschichten drehen sich darum, dass Menschen süchtig nach VR werden, weil ihnen dort eine Welt vorgespielt wird, die so viel schöner, bunter und Actionreicher ist als die triste Wirklichkeit.

Das ist ein interessantes literarisches Motiv, dessen Anfänge aus einer Zeit stammen, als es noch keine richtige VR gab. Deswegen kann man sich leicht vorstellen, wie verlockend es gewesen sein muss, aus diesen Gefühlen eine Sucht zu entwickeln, die Protatgonisten immer wieder in die virtuelle Welt treibt.

Heute ist VR ein kleines bisschen weiter, aber so wirklich „die Sinne betörend“ ist es ja eigentlich noch nicht.

Oder?

Beim Surfen im Netz bin ich auf einen absolut faszinierenden Blogbeitrag von Tobias van Schneider gestoßen:

In the first couple minutes after any VR experience you feel strange, almost like you’re detached from reality. (…)

But what stays is a strange feeling of sadness & disappointment when participating in the real world, usually on the same day. The sky seems less colorful and it just feels like I’m missing the „magic“ (for the lack of a better word).

Das ist unglaublich faszinierend zu lesen. Denn man kennt ja gewissen Sucht-Erscheinungen von verschiedenen Medien. Beziehungsweise postulierte Suchterscheinungen: Vom Online sein, vom mit dem Handy spielen, von Nachrichten schreiben und Surfen auf Facebook.

Aber wie viel stärker muss es sein, wenn diese Technologie direkt und unmitebar auf die Sinne einwirkt? Mindestens auf Augen und Ohren, aber halt auch auf Tastsinn und zukünftig auf den Gleichgewichtssinn?

Ich hätte nicht gedacht, dass die „Onlinesucht“, wie ich sie aus meinen Büchern kenne, schon heute ein Faktor ist. Und ich bin gespannt, wie unsere Gesellschaft auf diese Entwicklung reagiert. Ein mögliches Szenario, ebenfalls aus den Büchern, ist ja, dass wir die Wirklichkeit verfallen lassen – mit zunehmendem Eintauchen in digitale Wirklichkeiten.

Und mein persönlicher Eindruck ist, dass wir natürlich auch auf diese Art der revolutionären Technik genau gar nicht vorbereitet sind. Und das Erste was viele Leute davon erleben werden, der Ruf nach Verboten sein wird. Wetten?

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Der Trump-Effekt

15. November 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Man soll ja in schlimmen Dingen auch das Positive sehen. Und so könnte man ja annehmen, dass die Weltgemeinschaft sich die Wahl von Trump ansieht und denkt:

„Boah, spätestens JETZT müssen wir gegensteuern. Eine Politik für die Menschen bieten. Auf die dringenden Fragen Antworten finden. Die Sorgen ernst und den rechten Extremen die Argumente weg nehmen.“

Und dann wird Steinmeier, Schützling Schröders, Mitarchitekt der Agenda 2010 zwischen CDU und SPD als Bundespräsident gehandelt.

Und Du denkst: Die haben es nicht nur nicht begriffen. Die glauben auch ernsthaft, einfach weiter machen zu können wie immer.

Und dann möchtest Du weinen. Oder kotzen. Oder beides. Gleichzeitig.

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Wie damals die NSDAP salonfähig wurde – oder: Warum heute CDU und FDP gemeinsam mit der AFD stimmen

14. November 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Als ich noch zur Schule ging, fand ich es ätzend, wie oft wir im Geschichtsunterricht über die Entstehung des Dritten Reiches gesprochen haben. Rückblickend war das offensichtlich sehr sinnvoll. Denn gerade im Bezug auf die AFD fühle ich mich immer wieder in die Zeit damals zurückversetzt. Was nicht nur an den ewig-gestrigen Forderungen der AFD liegt.

Das offensichtlich die am rechten Rand ohnehin stark fischende CDU keine Berührungsängste haben dürfte, verwundert da nicht. Das die um ihr überleben kämpfende FDP zu aller Art Unsinn bereit ist, nimmt man ja auch eher als „ist halt so“ hin.

Wenn aber die CDU und die FDP gemeinsam mit der AFD gegen die SPD agieren, dann müssen alle Alarmsirenen losheulen. Und zwar mit Lautstärke 11 von 10.

In Berlin kam es jetzt zu einem solchen Verhalten. Anlass dafür war die SPD-Frau und Rechtsanwältin Franziska Drohsel, die sich in den Bezirksrat wählen lassen wollte. Deren politische Gegner werfen ihr vor, bis 2009(!) den Verein Rote Hilfe unterstützt zu haben. Dieser Verein ist nicht verboten, wird jedoch vom Verfassungssschutz als Linksextrem eingestuft. Wikipedia definiert sein Wirken wie folgt:

Die Rote Hilfe unterstützt Beschuldigte, Angeklagte und Straftäter aus dem linken Spektrum. Dies geschieht primär durch juristische Unterstützung derjenigen, die bei politischen Aktivitäten verhaftet wurden, die von Strafverfolgung betroffen sind oder gegen die Ermittlungsverfahren anhängig sind. Die Rote Hilfe leistet Unterstützung durch Medienarbeit, Beratung und gemeinsame Vorbereitung von Prozessen, Organisieren von Demonstrationen und bezuschusst vor allem Rechtsanwalts- und Verfahrenskosten.

Im Ergebnis führte dies jetzt dazu, dass Franziska Drohsel nicht in den Bezirksrat einzieht. Nachdem im ersten Wahlgang die CDU, FDP und AFD gegen sie stimmten, zog sie ihre Kandidatur zurück. Dieser Vorgang ist in der neueren Geschichte Deutschlands sicherlich einmalig.

Die Berliner Zeitung zitiert dazu den SPD Fraktionsvorsitzenden Volker Semler wie folgt:

„Dieser im Bezirk bisher einmalige Vorgang, eine legitime Stadtratskandidatur mit aus der Vergangenheit hergeholten Begründungen im Schulterschluss mit der AfD zu verhindern, ist eine schwere Hypothek für die Arbeit des Bezirksamtes.“
Insgesamt ist das Verhalten der CDU und der FDP hier mehr als kritisch zu hinterfragen. Ohne Not macht man sich zum Erfüllungsgehilfen der AFD und „bestraft“ eine Politikerin dafür, vor annähernd 10 Jahren in einer nie verbotenen Organisation Mitglied gewesen zu sein. Dieser Vorgang ist alarmierend undemokratisch und sollte allen Menschen in Deutschland als Warnung dienen!
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Der Landtagskandidat der AFD Wesel

12. November 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Die AFD schickt für den Landtagswahlkampf Stefan Kawinski ins Rennen. Und das verspricht einen gewissen Unterhaltungswert.

Vorab: Ich hatte inzwischen die Gelegenheit, Stefan etwas näher kennen zu lernen und glaube, dass er eigentlich das Richtige will, sich aber bei der Wahl des Werkzeugs einen Bärendienst erweist. Allerdings erwächst daraus ein gewissesn kommödiantisches, sich selbst befeuerndes Werk von aneinander gereihten Merkwürdigkeiten.

Stefan Kawinsikif fiel mir das erste Mal auf, als er ein Sharepic postete. Leider kann ich das in seiner Timeline nicht mehr finden, aber man hat ja Screenshots 😉

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Seine Qualifikation, so damals seine Aussage, sei Berufserfahrung. Und die hat er. Sehr viel als Berufskraftfahrer. Was ich einen gesellschaftlich wichtigen Beruf finde – mir aber doch überlege, warum man sich selbst so ins Bein schießt. Denn als Berufskraftfahrer gilt man ja leider nicht unbedingt als Bildungselite. Wenn ich aber doch den Beleg bringen möchte, dass die AFD soweit vor den Grünen ist…

 

Nun ja. Geschenkt.

Stefan Kawinski hat aber auch Angst, missverstanden zu werden. Deswegen postet er auch ein Sharepic, dass seine persönlichen Standpunkte definiert:

img_9140Das ist gleich in mehreren Punkten interessant:

  • Schon im ersten Satz, wenn auch in komisch klingendem Deutsch (gegen jede statt von jeder): Mit diesem Satz will er sagen: Seht her, ich bin nicht rechtsextrem und finde rechtsextrem so Scheisse wie linksextrem. Das ist natürlich putzig von jemandem, der einer offen rechten Partei angehört. Zumal wenn es dann so weiter geht:
  • Er bekennt sich zur Deutschen Kultur und den damit verbundenen Bräuchen. Damit meint er mit Sicherheit Nikolaus (Grieche), Weihnachten (Konsumfest und Wintersonnenwende), St. Martin (Ungarn), Ostern (Heidnisch). Ich könnte ewig so weiter machen, aber ich glaube er ist sich einfach nicht im Klaren, wovon er redet. Wobei…
  • Sein Wunsch, alles sei so wie früher, der ist schon sehr konkret. Deutschland wieder aufbauen, nachdem es völlig zerstört wurde (nachdem wir einen Krieg geführt haben, an dem seine Großeltern vermutlich beteiligt waren). Der Tankwart der das Auto voll tankt, wenn der Man von der Arbeit nach Hause kommt, wo die Frau die Bude geputzt, die Kinder erzogen und das Essen gekocht hat. Gut, so kann man leben wollen. Daraus aber Politik machen? In 2016? Really?
  • Dann kommt das erste Mal das deutsche Recht. Ich hätte mir gewünscht sein erster Satz wäre „Ich bekenne mich zum Grundgesetz und der freiheitlich demokratischen Grundordnung“. Hier aber setzt er das Grundgesetz in Kontext mit der Sharia, offensichtlich völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass es gerade das Grundgesetz ist, dass einen sakulären Staat erlaubt. Wenn ihm das vielleicht bei Gelegenheit mal jemand erklären könnte?
  • Und schließlich fordert er einen gesunden Patriosmus den jedes Land zum Funktionieren bräuchte, abgeschlossen mit der rhetorischen Frage warum es in Deutschland anders sein sollte. Warum ein Land sowas brauchen soll, das gesunder Patriotismus überhaupt ist, das sind alles Nebensachen, über die man offensichtlich nicht diskutieren braucht.

Ingesamt wirkt das wie ein missglückter Befreiunngsschlag. „Ich bin doch gar nicht so übel“ und „ihr wollt es doch auch“ ist dann bei näherem Hinsehen halt doch nur rechts Stammtischgebrabbel.

Stefan ist übrigens ein richtig emsiger Arbeitnehmer. Der, wenn ich richtig gezählt habe, sogar deutlich länger auf dem Bock sitzt als erlaubt. Und trotzdem auf die Tränendüse drücken muss. Weil einfach am Ende des Monats kein Geld mehr übrig ist.

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Übrigens findet man dafür noch den einen oder anderen Hinweis in seiner Timeline.

Zum Beispiel seine Nähe zur jungen Freiheit:

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Seine Haltung zum öffentlich rechtlichen Rundfunk:

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Seine Links zu „unser Mitteleuropa“ (die Seite verlinke ich mit Absicht nicht, Ansehen lohnt aber):

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Sexualkunde ist ihm natürlich auch ein Dorn im Auge. Vor allem darf man doch Kinder nicht dazu animieren, sich durch experimentieren an die eigene Sexualität heran zu tasten. Damit einher geht auch eine starke Ablehnung des „Gender“. Wenn ihm mal kurz jemand das Wort übersetzen würde? Aber weil er halt so dagegen ist, hält er es halt mit der AFD Deutschland.

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Das ist alles so irre, dass man nicht ernsthaft glauben mag, was man da liest. Wenn man sich mit der AFD Wesel ingesamt beschäftigt, wird es übrigens durchweg noch kurioser.

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NEIN! NEIN! NEIN!

9. November 2016 Kommentare ausgeschaltet
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NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN! NEIN!

 

Das darf doch wohl nicht wahr sein.

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Dr. Strange

7. November 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Wochenende ist Kinozeit, deswegen war ich gestern im Lichtspielhaus und habe Dr. Strange gesehen:

Ich muss zugeben, nach dem Trailer habe ich einiges erwartet. Und ich bekam einiges geboten. Nur nicht, was ich erwartet habe.

Im Rückblick muss ich sagen, dass der Film ausgesprochen belanglos ist und ich ihn morgen bestimmt vergessen habe. Wenn er mir in Erinnerung bleibt, dann vor allem wegen zwei Dingen: Wieso zum Teufel sind alle Menschen die in Kathmandu eine Rolle spielen (die nicht aus Sterben besteht) Amerikaner?

Und wo kriege ich so ein geiles Microsoft Surface, das dekorativ im Bild steht, wütend vom Tisch gefegt wird und im nächsten Bild wieder (auf dem jetzt ansonsten leeren) Tisch steht, das MS-Logo perfekt auf die Kamera ausgerichtet.

Und vielleicht bleibt noch die Frage, ob Adidas noch mehr Zauberer unter Sponsoring-Vertrag hat.

Ihr merkt schon: Der Film war ein Reinfall. Spart Euch das Geld und holt Euch lieber eine leckere Pizza.

Kategorienfilm, Kino Tags:

The KLF

6. November 2016 1 Kommentar
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Erinnert sich irgendwer außer mir noch?

 

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