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Kategorie: Echt ärgerlich!

Ebay: nur um ganz, ganz, ganz sicher zu gehen ;-)

Ebay: nur um ganz, ganz, ganz sicher zu gehen ;-)

Ich bin nicht oft auf eBay unterwegs, gelegentlich mal um ein Buch zu kaufen oder ein paar Batterien. Verkaufen mache ich noch seltener. Aber heute, da wollte ich ausnahmsweise mal was verkaufen.

Im Dialog zur Erstellung des Angebots wurde ich darauf hingewiesen, dass ich meine Daten überprüfen müsste. Ah ja. Und aus gesetzlichen Gründen braucht es jetzt ein Geburtsdatum. Welches Gesetz? Keine Ahnung.

Spannend wurde es aber, dass eBay mir mitteilte, ich müsste ein Konto anlegen um den Verkaufserlös direkt überwiesen zu bekommen. Paypal sei nicht mehr möglich. Warum? Aus Sicht von eBay, weil man sich von Paypal getrennt hat.

Naja, mache ich das halt. Etwas irritiert bin ich, dass ich das Konto neu anlegen muss – es ist bereits für die Gebühren hinterlegt. Noch irritierter bin ich aber, als Sekunden später mein Posteingang eine Mail nach der anderen ankündigt: von der Schufa.

Irgendwo im Kleingedruckten (natürlich nicht so, dass man es im Prozess wahrnimmt) hat eBay sich das Recht gegönnt, für ein zahlungsempfangendes(!) Konto die eingegebenen Daten mit der Schufa abzugleichen.

Aber nicht ein Mal. Sondern gleich 8 mal. Vermutlich nur um ganz, ganz sicher zu gehen:

 

Offensichtlich nähern wir uns auch hier in atemberaubendem Tempo den USA an, was die Kommunikation mit Auskunfteien angeht. Und ich bin mal gespannt, wohin das führt. Ich frage mich z. B. was passiert wäre, wenn ich ein Konto angegeben hätte, dass nicht auf meinen Namen läuft. Könnte ja ein Lebensgefährtinnenkonto sein. Würde mir das verweigert? Ich kann es jetzt leider nicht mehr ausprobieren.

 

Trinkwasser? Überbewertet!

Trinkwasser? Überbewertet!

Es ist schon eine komische Zeit, in der wir Leben.

Wir haben auch in Deutschland erlebt, dass mehrjährige Dürren möglich sind und zu Diskussionen führen, was wichtiger ist: Trinkwasser? Wasser für die Landwirtschaft? Für die Industrie?

Die Schwarz-Gelbe Landesregierung hat sich mit der Überarbeitung des „Landeswassergesetzes“ (LWG) auf den ersten Blick klar entschieden und gibt Trinkwasser den Vorzug:

„Das Gesetz schreibt unter anderem den Vorrang der öffentlichen Trinkwasserversorgung vor anderen Grundwasser-Nutzungen etwa durch Landwirtschaft oder Getränkeindustrie fest.“ (Quelle: Zeit)

Das ist auf den ersten Blick toll. Auf den Zweiten schon nicht  mehr. Denn Schwarz-Gelb wäre nicht Schwarz-Gelb, wenn man nicht für seine Buddies in der Industrie was in Petto hätte:

Da sind zunächst die Landwirte, seit jeher sehr CDU-nah orientiert. Für die schwächt man den Gewässerschutz.

„So streichen CDU und FDP mit dem neuen Gesetz mehrere Regeln, mit denen beispielsweise Bäche wirkungsvoller vor Düngemitteln und Pestiziden geschützt werden können. Unter anderem kann der schützende Gewässer-Randstreifen künftig nicht mehr von fünf auf zehn Meter verdoppelt werden.“ (Quelle: WDR)

Und dann ist da noch die Kiesindustrie. Die vor allem am Niederrhein ein echtes Problem. Hier wird in großer Menge landwirtschaftliche Nutzfläche vernichtet um Löcher zu graben. In einem solchen Ausmaß, dass sogar schon der Kreis Wesel sich genötigt sieht, dagegen zu klagen:

„Der Kreistag hat am Donnerstagnachmittag mit großer Mehrheit dafür gestimmt, gegen den von der schwarz-gelben Landesregierung im Sommer beschlossenen Landesentwicklungsplan (LEP) zu klagen. Das hatten zuvor schon die Räte in Alpen und Kamp-Lintfort beschlossen. Nur die FDP will den Weg vor die Gerichte nicht mitgehen. Die Klage richtet sich gegen die Ermittlung des Bedarfs an Kies und Sand.“ (Quelle: RP)

Das Problem ist nämlich: Die Kiesindustrie will einen Anspruch darauf haben, dass jeweils für die kommenden 25 Jahre festgelegt wird, wie viel sie wo abbagern darf. Das Kuriose ist: Nicht der Bedarf an Kies gibt das Tempo vor. Sondern das Tempo den Bedarf:

Um so schneller die Kiesindustrie baggert, um so mehr Flächen bekommt sie zur Verfügung – unabhängig vom echten Bedarf.

Zurück bleiben zumeist Baggerseen. Die laufen dann mit Grundwasser voll. Das dann nicht mehr geschützt im Boden liegt, sondern Verdunstung ausgesetzt ist und Verschmutzung durch Eintrag über die Oberfläche.

Bisher war daher in Wasserschutzgebieten die Auskiesung verboten. Nicht mehr, seit es das neue LWG gibt:

„Ebenfalls für heftige Diskussionen sorgt eine Entscheidung zu Kiesabgrabungen in Wasserschutzgebieten. Bislang war dort laut Gesetz die „oberirdische Gewinnung von Bodenschätzen verboten“. Deshalb erlaubt das schwarz-gelbe Gesetz künftig solche Grabungen grundsätzlich. „Wir bekommen derzeit immer mehr Schreiben aus der Bauwirtschaft, dass das Material knapp wird“ sagte Heinen-Esser zur Begründung.“ (Quelle: WDR)

Im Klartext:

CDU und FDP gefährden massiv das Grundwasser und damit die Trinkwasserversorgung in NRW. Zu Gunsten einer Industrie, die – warum auch immer – selbst bestimmen darf, was und wie viel sie gerne abgraben würde.

Um dem Ganzen jetzt die Krone aufzusetzen, fordert jetzt ausgerechnet die CDU Wesel, deren „Mutter“ wir das Gesetz ja zu verdanken haben, ein „Moratorium“.  Das ist auf den ersten Blick kurios, auf den zweiten nicht:

Die Auskiesung ist Teil des „Landesentwicklungsplanes“. Der muss vom RVR beschlossen werden. Dazu gehört auch eine öffentlichkeitswirksame Diskussion. Deren Eröffnung die CDU und SPD-Fraktionen im RVR zunächst verschoben haben. Die nächste Öffnung wäre im Dezember möglich. (*)

Auch da werden wir sehen, wie die CDU versuchen wird, den Landesentwicklungsplan und damit die Auskiesung und damit die Gefährdung riesiger Mengen Grundwasser, aus der Öffentlichkeit zu haben. Das Ziel ist klar: Bis zur Landtagswahl im Mai soll der Eindruck entstehen, die Union sei gegen ausufernde Auskiesung, die sie mit ihrer eigenen Änderung des LWG erst möglich gemacht hat.

Und ich wette eine Kiste hopfenhaltiger Kaltgetränke, das sofort nach der Landtagswahl, falls die Union in NRW die Regierung weiter anführt, der eigenen Widerstand gegen Ausgrabungen in der Größe und vor allem in Wasserschutzgebieten, sofort zusammenbricht.

Denn was ist schon Trinkwasser, wenn es doch um viel Kies geht.

 

__

(*) Zur Klarstellung: ich will auch nicht, dass der LEP verabschiedet wird. Ich will eine neue Landesregierung, gerne Grün-Rot, die die Maßstäbe neu vorgibt, das LWG ändert um den Gewässerschutz zu erhöhen und die Gier der Kiesindustrie in ihre Grenzen verweist.

 

Was bisher geschah:

Dein Geld? Nein danke!

Dein Geld? Nein danke!

Vor einigen Tagen erst war ich wieder mal in eine Diskussion verstrickt, in der ich versucht habe zu verdeutlichen, dass Amazon eher Symptom als Ursache vieler Probleme ist. Wobei Amazon hier sinnbildlich als der Einkauf im Internet steht. Und ja, wir wissen alle, dass Amazon insbesondere im Umgang mit Mitarbeitern und Mitbewerbern ein ziemlich mieser Laden ist. Aber darum ging es nicht.

Es ging mir, wie so oft, darum, dass der Einzelhandel oftmals versäumt hat, sich auf wandelnde Lebenswirklichkeiten und Kundenbedürfnisse einzustellen. So bin ich z. B. der Klassiker, dem Läden die um 18 Uhr schließen, nicht helfen. Ich habe auch schon versucht, konstruktive Vorschläge zu machen, wie „Pick-up-Stores“*). Leider ist es manchmal alles nicht so einfach.

Und dann passieren so Dinge wie heute, die mich einfach ratlos machen. Ich war unterwegs und hatte noch im Kopf, dass ich eine neue Fahrradhose brauche. Da ich eh unterwegs war, dachte ich: Holste in einem Sportgeschäft, nicht im Internet. Und da gerade ein Fachhändler in der Nähe war, der zwar eine teure Marke vertritt – mir aber dennoch sympathisch ist, bin ich mal kurz hin.

Dem Verkäufer geschildert was ich möchte. „Ham wa nicht“. Ah okay. Kann passieren. Und jetzt kommt das „Amazon-Problem“, denn als Kunde erwarte ich jetzt, folgenden Satz zu hören: „Ich schreib mir mal Deine Nummer auf und ruf Dich an, wenn wir Hose X wieder da haben. Ggf. schicke ich Dir die dann auch“. Das hätte ich erwartet, weil der Laden mich als Kunden möchte und seine besondere Stellung aus dem Dienst am Kunden bezieht.

Gehört habe ich: „derzeit Lieferschwierigkeiten, können wir eh nur ein Mal im Jahr bestellen“. Das ist schon dreist. Zum einen war ich selber lange Jahre im Einzelhandel tätig und das es Dauerartikel gibt, die man nur ein Mal im Jahr bestellen kann, daran zweifel ich einfach mal. Zum anderen fehlte jede Bereitschaft, sich um mich als Kunden zu bemühen. Der sich schon auf den Weg zu mir gemacht hat. Der bereit war, den Aufpreis für ein gutes Ladenlokal und kompetente Beratung zu zahlen.

Und ja, natürlich gibt es keine Knappheit auf dem Markt. 2 Minuten später hatte ich für weniger Geld inklusive Nach-Hause-Lieferung den begehrten Artikel bestellt. Das Problem für den Händler vor Ort? Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ich jemals wieder dort versuche ein Kleidungsstück zu kaufen.

Das lässt mich wieder an die Amazon-Diskussion denken. Und es macht mich traurig. Denn wenn genügend Kunden bei dem Händler die gleiche Erfahrung machen wie ich, wird es den Händler absehbar nicht mehr geben. Es wird dann aber nicht heißen, dass der zu gemacht hat, weil er einfach an seinen Kunden vorbei gehandelt hat. Sondern es wird heißen:

„Wieder ein Opfer der ganzen Online-Geschäfte“.

 

______________________

*) Meine Idee damals war, dass es an zentraler Stelle einen Laden gibt, den die Menschen nach der Arbeit anfahren. Und wo die Dinge liegen, die man online oder telefonisch beim lokalen Händler bestellt hat. Ich stoppe ein Mal und hole eine Einkaufstasche mit Lebensmitteln, das bestellte Buch, ein rezeptfreies Medikament und die Hemden aus der Reinigung ab. Das wär schön 🙂

Überhaupt wäre mehr Digital toll. Das gilt nicht nur für die Bestellung von Waren, sondern auch und besonders für die Bezahlung.

 

Danke CDU, danke FDP, Ihr habt NICHTS gelernt

Danke CDU, danke FDP, Ihr habt NICHTS gelernt

Gestern prostete der Grüne Bundestagskandidat für den Kreis Wesel, Hans Peter Weiß, ein Sharepic auf Facebook. In diesem wies er darauf hin, dass der Regionalpan für den Kreis Wesel alleine 1200 Hektar Abgrabungsfläche für Kies und Sande vorsieht. Politisch verantwortlich für diese skandalöse Entscheidung ist die NRW- Landesregierung aus Schwarz-Geld. 

(1200 Hektar = 12.000.000 Quadratmeter. Fußballfelder haben 4.500 bis 10.800 Quadratmeter, wir reden also von 1,111 bis 2667 Fußballfeldern. NUR im Kreis Wesel!) 

Eine solche Entscheidung, gerade vor den aktuellen Bildern der Überschwemmungen in NRW und Feuer in Süd-Europa ist an machtarroganz nicht zu überbieten. Wieso machtarroganz? Schon vor ein paar Jahren sagte ein FDP-Politiker auf einer Kies-Veranstaltung zu mir, sein Ziel wären ausreichend viele und miteinander verbundene Baggerseen, um mit dem Segelboot bis ans Meer zu kommen. 

Aber wieso regt mich das so auf, dass hier Kies und Sand abgebaut wird? Das fördert doch (wenige) Arbeitsplätze und sichert Gewerbesteuern?

Nun, ein Großteil des Kies und Sand wird in die Niederlande und Belgien verschifft. Aus einer großen Menge wird mit viel CO2-Einsatz dann Beton zum Bauen gewonnen. Natürlich kann man Beton auch in Teilen recyceln, aber warum, wenn es auch neu geht? 😉

Zurück bleiben riesige Löcher in der Landschaft, die nicht mehr bepflanzt werden können – weder mit Blühwiesen für Insekten, noch mit Bäumen. Statt dessen laufen diese Löcher mit Grundwasser voll. Das ist gleich dreifach problematisch:

1. Baggerseen können nur wenig zusätzlichen Regen aufnehmen und bieten bei Starkregen keine Entlastung durch Flächenversickerung

2. Grundwasser, dass zur Bewässerung von Feldern, vielleicht sogar zur Trinkwassergewinnung genutzt werden könnte, läuft in einen See.

3. Dieser See bietet eine riesige Verdunstungsfläche.

 

Stellt Euch das nur mal kurz vor: Es wird in Europa durch den Klimawandel heißer. Wassers wird kostbarer und statt es im Boden geschützt zu lassen, „zerren“ wir es an die Sonne und lassen es verdunsten. Und das hat einen ganz, ganz unangenehmen Nebeneffekt:

Wie wir im Juli eindrucksvoll in NRW sehen konnten, speichert die wärmere Luft mehr Wasser, dass wir ihr quasi auf dem Silbertablett hin halten. Das wiederum führt zu Starkregen, der mangels freier Flächen nicht versickern kann, sondern unsere Städte überflutet.

Und ein zweites Problem an dem verdunsteten Wasser: Regnet es über dem Meer ab oder Flüssen die es ins Meer leiten, ist es als Trinkwasser erst mal weg.

Man sollte glauben, dass 2021 die Politik verstanden habe, dass ein „weiter so“ mit den ewig gleichen Argumenten wie „denkt doch an die Arbeitsplätze!“ nicht mehr möglich ist. 

Weit gefehlt. Die Abgrabunbgspläne hier zeigen sehr schön: Die Verantwortlichen haben entweder nichts verstanden oder, was noch schlimmer wäre, sie haben verstanden und sind trotzdem weiter bereit, eine lebenswerte Welt dem kurzfristigen Profit zu opfern.

Und ich weiss nicht, was schlimmer ist…

 

Warum ich meine Prime Visa gekündigt habe

Warum ich meine Prime Visa gekündigt habe

Ich hatte eine ganze Zeit die Visa-Kreditkarte von Amazon.

Als ich sie damals, ganz am Anfang ihrer Zeit, bestellt habe, war sie sehr verlockend. Es gab einen relativ hohen Startbonus von 70€ und bei jedem Kauf auf Amazon bekam man 3% gutgeschrieben. In Form von „Punkten“, die dann als Bargeldersatz bei Amazon verwendet werden konnten. Und ja, damit umgeht Amazon auch die Buchpreisbindung, weil es die 3% natürlich auch bei Büchern gibt. Für Prime-Mitglieder ist sie kostenlos.

Die Karte wird vertrieben von der Landesbank Berlin(LBB). Und hier beginnt und endet mein Problem.

Zunächst das Positive: Die App zur Karte ist funktional und gut zu bedienen. Der Kundenservice reagiert schnell auf Anfragen aller Art und das nervige „Revolving“ kann man per App ein- und vor allem abschalten.

„Revolving Creditcard“ beschreibt dabei, dass man bei solchen Karten gerne in Teilbeträgen zahlen kann. Angesichts von oft 15% und mehr Zinsen ist das natürlich das Geschäft für das ausgebende Institut. Also werden die Verfügungsrahmen schnell hoch gezogen und es wird beständig dafür geworben, ganz bequem doch nur 5% oder so zurück zu zahlen. Der „Revolving“-Teil kommt dann aus den USA dazu, wo es bei ärmeren Menschen üblich ist, die Schulden einer Karte mit einer anderen Karte zu bezahlen. Man dreht sich also mit mehreren Karten im Kreis.

Würde die LBB jetzt gelegentlich Werbung für die Teilzahlung machen, würde ich mir denken: Jo, das ist halt ihr Geschäft. Insbesondere, da der Zinssatz aktuell 14,98% im Jahr(!) beträgt, ggf. zusätzlich 0,87% des „durchschnittlichen Rechnungsbetrags“ als „Zahlungsschutz“ (den man aber abwählen kann). Preis- und Leistungsverzeichnis Stand 01.04.2021

Was die LBB aber mit zunehmender Frequenz macht, ist Mails schicken, die folgenden Inhalt haben:

Übertragen Sie x Tausend Euro auf Ihr Girokonto für x Monate.

Die Idee ist klar, man soll den Kreditrahmen nutzen und die Liquidität ausgeben und dann nicht rechtzeitig zurück zahlen können. Das Problem bei diesen Mails ist, dass es zwei nahezu identische Versionen gibt:

Ein Mal bietet die LBB 3 Monate Zinsfrei.

Ein Mal werden sofort die Zinsen fällig.

Ja, man kann das im Kleingedruckten lesen. Es wird klein geschrieben aber nicht unmittelbar versteckt. Das Problem ist, dass der gemeine Nutzer oder die gemeine Nutzerin natürlich verleitet wird, darauf herein zu fallen. Vor allem, wenn es Zinslos beginnt und irgendwann plötzlich Zinsen fällig werden.

Für ein Quartal zinsfrei mehrere Tausend Euro zur Verfügung zu haben, kann sinnvoll sein, wenn man weiß, wie man in der Zeit Früchte (Zinsen) daraus ziehen kann. Es ist nicht sinnvoll, wenn man es nicht am Ende zurückzahlen kann. Und es ist auf gar keinen Fall sinnvoll, wenn von Anfang an die Zinsen anfallen.

Was mich ärgert ist, dass eine Landesbank solche Tricks nicht nötig haben sollte. Ja ich verstehe, dass Banken Geld verdienen müssen und wollen. Aber mir kann niemand erzählen, dass es Zufall ist, wie hier Kunden erstens geködert werden, ihren Kreditrahmen auszunutzen und wie mit den Zinsen umgegangen wird.

Und weil ich sowas gar nicht mag, habe ich die Karte gekündigt.

An der Stelle muss ich aber erwähnen, dass die Kündigung binnen 24h umgesetzt wurde und das Restguthaben von meinem Kreditkartenkonto wieder auf meinem Girokonto war. Interessant ist, dass der Dateiname der Kündigungsannahme „Kündigung ohne Angebot.pdf“ gewesen ist. Ich frag mich ja, was man anderen Kunden (vielleicht solchen die hohe Zinserträge generieren?) für Angebote macht 😉

 

Warum die Union nur verlieren konnte

Warum die Union nur verlieren konnte

Ich weiß, dass eine Reihe von politisch interessierten Menschen auf heißen Kohlen sitzen, weil ich immer noch nicht zu Laschet und Söder geschrieben habe. Das tut mir leid, aber ich war und bin echt entsetzt. Ich will mal versuchen, ohne Häme zu kommentieren, was gerade passiert. Und ich bin deswegen so zurück haltend, weil ich fürchte, dass wir alle einen Preis bezahlen werden.

„Die Union“ besteht aus der CSU und der CDU. Die CSU spielt nur in Bayern eine Rolle, im Rest unseres Landes ist es die CDU, die auf der konservativen Politik-Seite steht. Da ist es schon erstaunlich, dass die CSU es trotzdem schafft, immer wieder wichtige Posten in Berlin zu besetzen und in vielen Fragen die CDU vor sich her zu treiben.

Jetzt ist es natürlich so, dass die CSU sich immer noch super fest im bayrischen Sattel wähnt. Während die CDU schon begriffen hat, dass sie ein Problem hat: Es gibt keinen Nachfolger für Merkel, der beim Volk gut ankäme und die drei Alpha-Männer Merz, Söder und Laschet sind alle, well, nicht optimal. Gut Merz, ist erst mal raus aus dem Rennen.

Also war die Frage: Söder oder Laschet.

Was dem geneigten Beobachter auffällt ist, dass die CDU aus Angst vor dem Machtverlust in Berlin und aus Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit in der K-Frage scheinbar problemlos von den Bayern vor sich her getrieben werden konnte. Statt dem Söder zu sagen, sein Platz sei in Bayern, aber die CDU stelle den Kanzler, lässt man ein Duell zu, dass unheimlich „spannend“ war.

Denn: Laschet will auch niemand. Die Umfragewerte sind im Keller und selbst seine eigene Truppe hat in der entscheidenden Abstimmung erstaunlich viele Enthaltungen produziert. Im Vergleich zu Laschet ist Söder ein Strahlemann. Nur: Hätte die CDU den Söder zugelassen, hätte sie damit Selbstmord begangen. Denn dann hätte sie, obgleich die größere Partei, nach der Pfeife der Union tanzen und wahlkämpfen müssen.

Aber Laschet selbst ist ja auch ein Problem. Angefangen von „verlorenen“ Klausuren, die dann zu guten Noten für Studenten führten, die gar nicht mitgeschrieben haben, bis hin zu seiner eigenen Maskenaffäre, fällt Laschet eher nicht positiv auf.

Scholz für die SPD ist jetzt nicht der beliebteste aller Kandidaten – aber er ist unauffällig und viele Menschen loben das Programm der SPD. Die Grünen sind mit Annalena in einem absoluten Aufwind, auch weil inzwischen viele Menschen politisch interessiert sind, die ein Deutschland mit männlichem Kanzler gar nicht mehr kennen.

Und in gleichem Maße wie der Union die Letzwähler abhanden kommen, bringt sie riesige Gruppen von Jungwählern gegen sich auf. Das Wachstum, dass unter anderem die Grünen erleben, ist auch eine Reaktion auf den Umgang mit dem Hambacher Forst, Fridays for Future und dem Corona-Desaster. Daraus folgt, dass die Union tatsächlich daran mitwirkt, dass eine grüne Kanzlerin möglich ist. 

Die Wähler in der mittleren Altersgruppe?

Hier kommen wir jetzt an den Punkt, an dem ich mir Sorgen mache. Was wäre denn für viele Unions-Wähler eine Alternative, schon wegen der inhaltlichen Nähe, die man entwickelt hat und die man (siehe auch die fehlende Abgrenzung von Maaßen) mittlerweile eher pflegt? Richtig, die A*D. Wie viele enttäuschte Unions-Wähler werden im September wohl Ihr Kreuz bei den Blauen, statt den Schwarzen machen?

Insgesamt ist der Hahnenkampf Söder-Laschet in allen Punkten ein Fail. Den die Demokratie mit einem weiteren Ansehensverlust bezahlen muss. Und für den (mit ein wenig Glück) die Union auch massiv von ihren Wählern abgestraft werden wird. Was dann, mit viel Pech, eben dummerweise genau den Falschen hilft.

Klassisches Fail-Fail. Das von dem Moment an nicht mehr zu verhindern war, als Söder beschloss, Laschet schaden zu wollen.

Denn: machen wir uns nix vor, Söder wusste, dass er nicht Kanzler-Kandidat wird Noch nicht. Schneidet Laschet gut ab, wird Söder sagen, dass sei wegen der Unterstützung der CSU. Bei dem wahrscheinlichen Wahldebakel für die CDU wird er aber sagen: Sehr Ihr! Hättet Ihr doch mich genommen! Und das bringt ihn in eine perfekte Position 4 Jahre später.

Trade Republic again: Weg ist mein Geld….

Trade Republic again: Weg ist mein Geld….

Update weiter unten.

Wie viele von Euch wissen, stehe ich Neo-Brokern und Neo-Banken kritisch gegenüber. Nicht, das ich sie nicht teste, ich habe oft nur Zweifel am Geschäftsmodell und Geschäftsgebahren. Quell steter Frustration ist hier in Deutschland vor allem Trade Republic (1, 2). Und da aller guten Dinge 3 sind, hat TR wieder zugeschlagen. Der Support hat auf mein Ticket noch nicht reagiert, aber ich erwarte eh nur die üblichen, nichts sagenden, Textbausteine.

Diesmal ist „Geld verschwunden“. Also Geld verschwindet ja nicht, es hat nur ein anderer 😉 In meinem Fall habe ich am 01. April einen Abbuchungsauftrag von Trade Republic auf mein hinterlegtes Konto initiiert. Der Gesetzgeber hat festgelegt, wie lange  Überweisungen in Deutschland dauern dürfen. Es gilt (mit Ausnahme von Feiertagen und Wochenenden):

Es soll nur einen Bankarbeitstag brauchen, um Geld von Konto A nach Konto B zu überweisen. Das gilt sowohl für alle elektronischen als auch Online-Überweisungen. (Quelle)

Schauen wir mal:

01. April: Donnerstag, kein Feiertag

02. April: Freitag, Feiertag

03. April – 04. April: Wochenende

05. April: Montag, Feiertag

06. April: Dienstag, jetzt sollte das Geld da sein

07. April: Mittwoch, spätestens jetzt müsste das Geld aber da sein

08. April: Donnerstag, nichts

09. April 10:30 Uhr: Immer noch kein Geldeingang.

Also ich mag mich täuschen. Aber irgendwie ist meiner Meinung nach die Zeitspanne zwischen dem 01. und 09. April etwas länger als der berühmt berüchtigte eine Tag. Selbst mit dem langen Osterwochenende.

Ich finde das spannend zu beobachten, wie TR wirklich _alles_ macht, um das Vertrauen der Kunden zu verspielen. Ansprechpartner? Vergesst es. Persönliche Antworten? Vergesst es. Planbare Dividenden? Vergesst es. Und jetzt auch: Auszahlungen? Vergesst es?

Und gerade hier wird es kritisch: Wenn die Kunden das Gefühl haben, nicht an ihr Geld zu kommen, kann so was ganz schnell einen „Bankrun“ verursachen. Und was würde passieren, wenn eine große Menge von Kunden gleichzeitig alle Aktien verkaufen und das Geld zurück buchen würden? Ich denke wir können uns darauf verständigen, dass es dann sehr dunkel um und für TR wird. Was wiederum die Frage aufwirft:

Wenn es zu einem Zahlungsproblem kommt – was immer möglich ist und oft triviale technische Ursachen hat – warum kommuniziere ich das dann nicht aktiv mit dem Kunden? Denn das solche Probleme nicht auffallen ist angesichts der in Deutschland rechtlich verbindlich vorgegeben Kontrollsysteme bei Geldinstituten meiner Meinung nach ausgeschlossen.

Also warum?

Nachtrag 11:15 Uhr:

Nachdem ich das Social Media Team von TR auf Instagram kontaktiert habe, kommt jetzt tatsächlich eine Mail vom Support. Wir lernen: Die Regeln sind für TR andere und „upsi“ technische Fehler fallen halt schon mal nicht auf:

09.04.2021, 10:48 MESZ
Die Abrechnung zwischen unseren Partnern und uns erfolgt immer zum Ende des Tages. Aus diesem Grund dauert eine Auszahlung in der Regel bis zu 3 Bankarbeitstage. Ich habe Deine Auszahlung überprüft und festgestellt, dass diese aufgrund eines technischen Fehlers nicht korrekt ausgeführt wurde. Dieser ist mittlerweile behoben. Durch diesen Zwischenfall musste ich Deine Auszahlung erneut anstoßen. Deswegen verzögert sich diese um wenige Tage. Ich bitte Dich, dies zu entschuldigen!

Das erinnert fatal an die Geschichte mit den Dividenden, wo erst auf beharrliches Nachhaken ein Fehler eingeräumt wurde:

23.09.2020, 11:35 MESZ
Ich habe gerade unser Buchungssystem überprüft und bei der XXX Dividendenausschüttung steht der Status auf „fehlerhaft durchgeführt“. Wir befinden uns in Verbindung mit unserem Handelspartner um auf eine schnelle  Lösung zu finden.
 
Das ist alles. Aber nicht Vertrauensbildend.
BMW & Garmin: Was zur Hölle stimmt mit Euch nicht?

BMW & Garmin: Was zur Hölle stimmt mit Euch nicht?

Ich spiele ja gerne mit GPS-Geräten rum, auch um zu schauen ob man sie vielleicht für das Geocachen nutzen oder zweckentfremden kann. Und im Moment habe ich die Gelegenheit einen „BMW Navigator 6“ zu testen. Das ist ein Navi für BMW-Fahrzeuge, primär Motorräder, wo es teilintegriert ist. Technisch ist es ein Garmin zūmo. Nach ein paar Tagen experimentieren kann ich nur sagen:

Was. Zur. Hölle!

 

Aktuell verkauft BMW das Navi für schlappe 840€ zzgl. Versand, Preislich also absolute Spitzenklasse. Und man hat einen interessanten Weg gefunden, Käufer von BMW (Motorrädern) zum Kauf zu überzeugen: Das Gerät übernimmt einen großen Teil der Board-Computer-Funktionen und die passende integrierte Halterung ist schon montiert. Da liegt es ja Nahe.

Beworben wird das Gerät unter anderem damit, dass man es auch mit dem Handy koppeln kann, für erweiterte Multimedia-Funktionen und Bluetooth für Kopfhörer ist auch an Board. Das klingt ja erst mal gut.

Das Display ist hell und die Bedienung für Menschen mit Motrorrad-Handschuhen optimiert. Das ist aber auch schon das Einzig positiv bemerkenswerte. Die Probleme fangen damit an, dass die am Lenker von Motorrädern verbaute „Fernbedienung“ praktisch nutzlos ist. Man kann den Zoom-Faktor der Karte einstellen. Für alles andere aber müssen die Finger ans Display. Was soll das?

Aber das ist noch nicht schlimm genug. Aber wir fangen mal am Anfang an:

Willkommen in der Vergangenheit

BMW / Garmin werben damit, dass das Gerät Micro-SDHC und XC-Karten bis 64GB unterstützt. Warum nur 64GB? Das weiß niemand. Aber das macht auch nix, denn wenn man eine 64GB SDCX einsteckt, passiert gar nichts. Warum nicht?

Nun, Garmin erlaubt nur Speicherkarten im alten „Fat32“-Format. Die Karten die man kauft, sind aber „ExFat“-Karten. Dabei handelt es sich um Dateiformate, also die Festlegung wie Daten gespeichert und gelesen werden. Theoretisch kann man Karten mit dem Format „ExFat“ nach „Fat32“ Umformatieren. Praktisch verweigert Windows 10 das aber – warum auch immer. Wer sich nicht mit der Kommandozeile auskennt, braucht hier schon mal eine spezielle Software wie Rufus. Sowohl die Beschränkung auf 64GB, als auch auf Fat32 ist absolut nicht zeitgemäß.

Hat man dann die Speicherkarte lauffähig und vielleicht auch Musik drauf, koppelt man das erste Mal Bluetooth-Kopfhörer mit dem Garmin. Das klappt fast problemlos. Aber auch nur fast. Denn:

Ich habe mal testweise ein paar billige Bluetooth-Kopfhörer und meine AirPod Pro verbunden. Bei letzteren ist der Klang ganz ok – nur leider vergisst das Garmin ständig, dass es mit den Kopfhörern gekoppelt ist. Ich vermute, dass das daran liegt, dass man bei Apple die Aufbewahrungsbox zum Koppeln nutzen muss. Das ist trotzdem mehr als ärgerlich, wer will schon jedes Mal vor einer Tour seine Kopfhörer neu koppeln?

Mit den preiswerten Bluetooth-Stöpseln tritt das Problem nicht auf. Dafür ein Neues, denn die Lautstärke steht jedes Mal auf Max. Und wenn man auf dem Garmin die Lautstärke anpassen möchte, bekommt man den Hinweis, man möge das bitte direkt am Kopfhörer machen. Unter dem Helm. Am Besten beim Fahren. Ja vielen Dank auch. Hat das niemand mal getestet?

Der nächste Clou sind die Sprachanweisungen. Die sind eine Frechheit und technisch / akustisch auf dem Niveau der späten 90er. Am Besten ist aber, wenn man Musik hört. „la la la pause pause pause Ansage pause pause pause la la la“. Im Ernst, die Musik bricht ab, es ist 2-3 Sekunden Stille, dann kommt die Ansage. Das konnte schon mein erstes TomTom besser.

Na gut, koppeln wir mal das Handy.

Natürlich kann das BMW-Navi nicht mit der Garmin-Connect-App, die alle meine anderen Garmin-Devices kennt, koppeln. Es kann auch nicht mit Garmin-Explore, einer App zum Verwalten von Tracks. Es braucht eine eigene App mit dem Namen „Smart Link“, die wenig bis keinen Nutzen hat. Doch einen: Sie überträgt die Temperatur auf das Navi. Ja richtig, das fast-1000-Euro-Navi hat keinen Temperatur-Sensor. Es zeigt den des Motorrads im Bordcomputer an, auf dem Display wird aber normalerweise eine vom Handy aus dem Internet übermittelte Temperatur angezeigt.

Zur Ehrenrettung der App muss man aber sagen, dass die Verkehrsinformationen recht gut sind. Aber völlig unnütz, weil der Hinweis „Verzögerung 1 Minute“ jetzt nicht wirklich hilfreich ist 🙂

Man kann aber über das Garmin auch direkt Musik vom Handy abspielen. Zumindest in der Theorie, denn in der Praxis kommt es abgehackt und stotternd in den Kopfhörern an. Absolut unbrauchbar (iPhone 11po, AirPods Pro). Also doch lieber Musik auf die Speicherkarte.

Kommen wir zum Routing:

Was ist das für ein Dreck?

Ein Ziel ist schnell eingegeben. Die Antithese zu Schnell ist aber die Routenberechnung. Man hat das Gefühl, dass in dem Gerät ein kleines Männchen mit Abakus sitzt und händisch auf einer Karte versucht, den richtigen Weg zu finden und dann mit bunten Kugeln zu berechnen. Man kann den Bits und Bytes förmlich  zusehen. Und wenn man schon losgefahren ist, bevor die Route fertig ist – und zwar anders als das Navi einen losfahren lassen würde? Herzlich willkommen in einer gefühlt nie endenden Neuberechnungs-Schleife.

Aber hey, man kann ja am PC Routen basteln. Ich hatte noch eine von einer längeren Reise (1600km) und dachte, ich schiebe die mal in das Gerät. Also auf die Speicherkarte kopiert und beim Einschalten die Frage, ob ich die Route importieren möchte, bejaht. Hätte ich mal nicht: Das Importieren der 2,7 MB großen GPX-Datei hat Stunden gedauert und dabei ging natürlich das Gerät aus, weil der Akku leer war. Danach findet es wieder die Route als GPX-Datei noch sonst was wieder. Man muss die Datei mit einem anderen Namen auf das Gerät kopieren, damit sie beim Neustart wieder gefunden wird – unabhängig davon, dass der Track-Name in der Datei der Gleiche ist, zählt hier nur der Dateiname.

Am Strom angeschlossen hat es gute 4(!) Stunden gedauert, bis der Import bei 100% war. Um mir dann mitzuteilen, dass die Route nicht importiert werden kann, weil sie zu lang ist und ich es doch versuchen  möge, wenn ich näher am Ziel wäre. Ob Ihr mich verarschen wollt, habe ich gefragt.

Die wirklich einzige Funktion die ein Navi erfüllen soll, ist mich zu navigieren. Die gleiche Datei funktioniert in meinem Edge 820 (Fahrrad-Tacho), meinem GPSMap 66 (Wander-Navi) und sogar in meiner Fenix 5X (Armbanduhr). Nur das Fahrzeugnavi kann das nicht? Ein Navi für fast 1.000€?

An der Stelle sei nur noch nebenbei verraten, dass ich GPX-Dateien mit Geocaches ebenfalls auf dem Edge, dem GPSMap und der Fenix verwenden kann – das BMW-Navi sie aber erfolgreich ignoriert. Es versucht die Datei als Track zu lesen, da es keiner ist, wird sie einfach verworfen.

Fazit

Angesichts des unfassbar hohen Preises und dem sanften „Druck“ für Motorrad-Käufer, das Gerät zu erwerben, ist es ein Witz. Wobei nein, ein Witz wäre lustig. Dieses Gerät für über 800€ ist eine gnadenlose Unverschämtheit in Form von teurem Sondermüll. BMW als „Premium-Fahrzeuge“-Anbieter und Garmin als Anbieter echt guter GPS-Geräte (wie dem Edge, der Fenix und dem GPSMap) sollten vor Scham im Boden versinken und jedem Käufer das Geld freiwillig erstatten – inklusive Blumenstrauß als Entschuldigung.

Ein Gerät, dessen Hardware (CPU und Speicher) absolut überholt sind, dessen technische Spezifikation Grütze  ist (Dateiformate), dass nicht sinnvoll eingesetzt werden kann, um wirklich Reisen zu planen und sicher zu navigieren ist einfach nur eine Frechheit. Wenn dann  noch dazu kommt, dass nicht mal so simple Dinge wie eine vernünftige Bluetooth-Unterstützung vorhanden sind, möchte ich ausrasten.

Mein Rat an alle, die überlegen, sich den BMW Navigator 6 zu kaufen: Lasst es. Kauft was vernünftiges.

 

Meine Güte, es war doch nur ein gut gemeinter Anruf!!!

Meine Güte, es war doch nur ein gut gemeinter Anruf!!!

Mal angenommen, Du bist hochrangiger Politiker und Dein Name ist nicht D. J. Trump.

Mal angenommen, Du hast einen Sohn, der irgendwie mit einem Modeunternehmen verbandet ist.

Mal angenommen, Dein Sohn sagt: „Hey, ruf doch mal meinen Chef an“, was tust Du dann?

Artikel der SZ, Screenshot vom 04.12.2020, URL https://www.sueddeutsche.de/politik/coronakrise-masken-nrw-1.5134273
Artikel der SZ, Screenshot vom 04.12.2020, URL https://www.sueddeutsche.de/politik/coronakrise-masken-nrw-1.5134273

 

Das Ganze finde ich hinreichend irritierend. Die SZ berichtet davon, dass der Sohn von Ministerpräsident Laschet (CDU) als „Modeblogger“ und als Botschafter für die Modefirma „van Laak“ im Internet unterwegs ist. Und dieser Sohn habe seinen Vater darüber informiert, dass genau diese Firma jetzt anfange, Schutzausrüstung zu produzieren. Völlig altruistisch:

„Nein, der Sohn habe ihm „ohne jeden Lohn, ohne jeden Vorteil, ohne jeden Cent“ nur die Telefonnummer von Christian von Daniels gegeben, dem Van-Laack-Chef. „

Der Chef der Firma gibt freimütig zu Protokoll, dass ihn das Tempo überrascht habe: Binnen kürzester Zeit sei bei seiner Firma eine Bestellung über fast 40 Millionen Euro(!) eingegangen.

Die NRZ geht noch einen Schritt weiter und fragt:

„Wurden Konkurrenten benachteiligt“

Screenshot NRZ vom 04.12.2020, URL https://www.nrz.de/politik/landespolitik/laschets-van-laack-deal-wurden-konkurrenten-benachteiligt-id231067368.html
Screenshot NRZ vom 04.12.2020, URL https://www.nrz.de/politik/landespolitik/laschets-van-laack-deal-wurden-konkurrenten-benachteiligt-id231067368.html

 

„Pikant: Zwei Tage nach dem ersten Schreiben aus Herne rief Ministerpräsident Laschet persönlich bei Van Laack-Chef Christian von Daniels an. Den Kontakt hatte Laschets ältester Sohn Johannes (31) vermittelt, der in den Sozialen Netzwerken als Influencer-Model „Joe“ unter anderem seit Jahren van Laack-Kollektionen gegen Honorar bewirbt.“

Das Problem ist jetzt, dass Laschet nicht wirklich souverän mit der Situation umgeht. Denn der Mann ist Vollblut-Politiker und ihm hätte klar sein müssen, dass das die Opposition auf den Plan ruft. Statt aber zu argumentieren, warum in dieser speziellen Situation sein Handeln vielleicht gerechtfertigt ist, wird er aggressiv. Das macht einen völlig irritierenden Eindruck auf mich.

Die SPD hat jetzt, wie erwartet, eine kleine Anfrage gestellt:

Die SPD-Opposition will nun vergaberechtlich prüfen lassen, ob das Geschäft wegen zu diesem Zeitpunkt zahlreicher anderer Marktteilnehmer korrekt abgelaufen ist.

Und ich bin gespannt, wie Laschet weiter damit umgeht. Nicht nur Fefe geht ja davon aus, dass damit möglicherweise ein Kandidat weniger ins Rennen um den Kanzlerposten der Union geht….

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Foto: Adobe Spark

 

Was bisher geschah…

Gott sei Dank gibt es keinen Klimawandel!

Gott sei Dank gibt es keinen Klimawandel!

Ich bin ja so froh, wenn ich ehrlich bin!

Eine Weile nahm ich ja an, dass es einen vom Menschen beschleunigten Klimawandel gibt, der mit Dürren und Wetterkatastrophen einhergeht, der uns Millionen Menschenleben und Unsummen an Geld kosten wird – sofern wir ihn überhaupt überleben. Und als dann dieses Jahr wieder so trocken war, dachte ich: mei, mei, mei, das geht schief. Gott sei Dank war die Dürre ja eigentlich  keine Dürre und die CDU und FDP in Voerde sind ja stetig bemüht, mich von dem Hinrgespinst eines Klimawandels zu befreien.

Und ich bin so dankbar dafür!

Denn deswegen kann ich heute ja mit Fug und Recht sagen, dass es FAKE NEWS sind, wenn der WDR schreibt, es wäre viel zu warm und trocken.

Nach dem sonnenarmen und feuchten Oktober – der dennoch wärmer war als im langjährigen Mittel – hat sich die Serie der trockenen und warmen Monate auch im November fortgesetzt. Der diesjährige war wärmer, sonniger und erheblich trockener als sonst.

Oder wenn der WDR schriebt, dass die Pegel der Talsperren (vermutlich wie auch die Grundwasserpegel) viel zu niedrig sind:

Weil auch während des Sommers extrem wenig Regen runtergekommen ist, sinken zum Beispiel auch die Pegel vieler Talsperren. Etwa an der Möhnetalsperre oder der Ennepetalsperre, laut dem Ruhrverband sind sie momentan nicht einmal zur Hälfte gefüllt.

Stellt Euch mal vor, das wäre wahr. Am Ende würde sogar bei uns ein Kampf ums Wasser ausbrechen. Und sowas gehört doch maximal nach Afrika oder so. Aber doch nicht nach Mitteleuropa! Deswegen ist natürlich auch der Artikel der Welt FAKE NEWS, der so was impliziert.

Bislang sind sich Wasserversorger und Mineralbrunnen unter der Erde nicht in die Quere gekommen. Doch das könnte sich jetzt ändern. Wegen der Dürrejahre fordern Wasserversorger weitreichende gesetzliche Vollmachten. Die Gegenseite spricht von einem Ressourcenklau.

Aber wie gesagt, dank der liberal-konservativen Kämpfer für ein besseres Morgen weiß ich ja, dass das alles Panikmache ist, um ein paar linksgrünversifften Anhängern von Fridays for Future zu gefallen. Denn kein Politiker, der seinen Job als Diener des Volkes ernst nimmt, würde ja wissentlich die Menschen in eine Katastrophe rennen lassen.

In sofern: Shame on you, Mainstrem-Presse!