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Kategorie: Banking

Trade Republic hat ein Problem

Trade Republic hat ein Problem

Ich habe vor einigen Wochen schon mal gestutzt, was denn dabei TR geht. Heute aber bekomme ich eine Mail, die mich sprachlos macht:

Ich weiß nicht, ob Ihr die ganze Geschichte rund um GameStop und den Hedgefond vs. Reddit verfolgt. Aber wenn nicht, ist das auch nicht schlimm.

Schlimm ist, dass TR auf den Zug aufspringt und den Hedgefond schützt, in dem es Privatanlegern den Handel mit Aktien bestimmter Firmen untersagt. Wohlgemerkt nicht den Handel mit Derivaten oder auf Pump, sondern den regulären Handel.

Und warum?

Wegen erhöhter Volatilität. 😀

Wo kommen wir denn da hin, wenn mein Broker grundlos entscheidet, was ich handeln darf und was nicht. Und zwar ohne Rücksprache mit mir, in der z. B. meine Risiko-Bereitschaft geprüft wird.

Das was hier passiert, ist ein massiver und nicht gerechtfertigter Eingriff in den Markt durch einen Broker. Und das DARF nicht passieren. Denn wir haben eine Börsenaufsicht, die entscheiden kann, ob ein Handel ausgesetzt wird oder nicht.

Dazu kommen Berichte auf Facebook, dass auch der Verkauf wohl nicht funktioniert. Passend dazu hat Trade Republic seit gestern auch noch Probleme mit seinem Handelsplatz.

 

Ich weiß nicht, wie es Euch geht. Aber bei mir hat TR jedes Vertrauen verspielt.

Edith sagt: Es gibt eine Veränderung.

Die Schufa, der Minuszins, die Gier.

Die Schufa, der Minuszins, die Gier.

tl;dr: Die Schufa will Zugriff auf die Kontobewegungen. Und reiht sich damit nur in eine lange Liste von Unternehmen ein, denen die PSD2 der EU das erlaubt. Das Problem ist nicht die Schufa, sondern die Gesetzgebung.

 

Hach, manchmal bin ich ja doch ein bisschen verwundert, wie blauäugig manche Menschen durch das Leben gehen. Und über was sich ereifert wird und was dabei übersehen wird. So titelt die SZ heute:

„Schufa will Konten der Deutschen durchstöbern“

Und achtet mal auf den URL: „schufa-superscore-kontoauszug-konto-horror“. Horror. Blanker Horror. Ich sag es Euch. Nur, warum?

Zunächst gilt: Wo ein Trog, da kommen die Schweine. Und wenn es einen Datentrog gibt, wollen da ganz viele ran. Das ist zunächst neutral zu bewerten. Denn die Frage ist nicht warum die Schufa das will. Sie will damit Geld verdienen. Die Frage ist, warum die EU mit der sogenannten „Payment Service Directive 2“ vorgesehen hat, dass sogenannte „Fintechs“ auf Eure Kontostände zugreifen dürfen.

Ich will die Ideen und das Für uns Wider hier nicht diskutieren. Das dauert zu lange. Tatsache ist einfach: Die EU erlaubt es und dann ist es doch kein Wunder, dass Unternehmen das auch machen wollen.

Die Schufa als ein Unternehmen in einem oligopolischen Markt träumt da schon länger von. Bisher weiß sie nur, welche Kredite Ihr habt. Euer tatsächliches Vermögen kennt sie nicht. Und das würde sie gerne kennen. Muss sie das kennen? Nein, muss sie nicht. Denn keine Bank müsste mit der Schufa kooperieren. Und eigentlich müsste die deutsche Gesetzgebung der Schufa (und den anderen Scoring-Unternehmen) viel stärkere Riegel vorschieben:

  1. Wie die Scores gebildet werden, muss bekannt sein
  2. Die Ablehnung der Teilnahme an solche Scoring-Verfahren muss möglich sein, ohne das der Kreditzins massiv verschlechtert wird

Wir stellen also fest, die Schufa macht nur, was EU und deutsche Gesetzgebung ihr erlauben. Und ist sie die einzige Institution?

Natürlich nicht. Denn viele Menschen lassen schon längst Unternehmen ihre Kontodaten analysieren – und finden das Geil. Vince Ebert hat mal gesagt:

„Geiz ist nicht geil. Die Aussicht auf ein Schnäppchen lähmt die Großhirnrinde. Geiz macht also nicht geil, Geiz macht blöde“.

Kennt Ihr Kredite mit Minus-Zinsen?

Normalerweise ist das so: Banken müssen für Geld, dass sie haben, Strafzinsen bei den Zentralbanken zahlen, wenn sie es lagern. Sie wollen es also „los werden“. Das führt dazu, dass sehr solvente Kreditnehmer (Kommunen, Land und Bund) Kredite für negative Zinsen bekommen. Die Logik: Es ist billiger, dem Kreditnehmer einen Zins X aus zuschütten, so lange dieser niedriger, als der Zins Y der Zentralbanken ist.

Jetzt könnte man ja auf die Idee kommen, wenn diverse Internetportale Euch Kredite zu Minuszinsen anbieten, wäre das auch so. Ist es aber nicht, was ihr daran seht, dass es um winzig kleine Summen geht. 1000€ zu -0,5% beispielsweise.

Und was muss man dafür machen? Richtig, den Unternehmen Zugriff auf das Konto gewähren. Für mindestens die letzten 3 Monate. Angeblich, um die Zahlungsströme zu kontrollieren. Eines der Unternehmen, die so was anbieten schreibt:

„Lösung: Mithilfe des einmaligen Abrufs der Umsätze Ihres Gehaltskontos in den letzten 3 Monaten können wir Ihre Angaben automatisiert prüfen. Dadurch kann die Kreditwürdigkeitsprüfung innerhalb weniger Minuten erfolgen. „

Äh, die Kreditwürdigkeit steht binnen Sekunden fest. Denn die bekommt man unter anderem von der Schufa und Programmen, die das Risiko bewerten. Man liest auch:

„Im Rahmen dieser Prüfung werden Ihre Angaben zu laufenden Einnahmen und Ausgaben mit offiziellen Belegen abgeglichen. Problem: Würden Sie uns diese Belege in Papierform per Post einreichen, würde sich die Prüfung um mehrere Tage verzögern.“

Also ich weiß ja nicht, aber ich musste noch nie bei einer Finanzierung meine Kontoauszüge über 3 Monate vorlegen. Das ist auch nicht notwendig. Es sei denn natürlich, man möchte viel mehr Daten als die Information über Eure Kredite. Und was kann man mit so Daten machen? Richtig, Geld. Denn dieses Unternehmen sagt sehr freizügig:

„Der XXX-Negativzins-Kredit wird möglich, indem XXX bei jedem ausgezahlten Kredit eine Zuzahlung leistet.“

Und jetzt denkt mal nach: Wenn die zuzahlen, bedeutet das, dass sie die Gewinne aus den Krediten mit Zins schmälern. Warum sollten sie das tun? Richtig, weil sie mit den Daten noch viel mehr Geld verdienen, als sie es über die Zinsen könnten.

Natürlich wird man Euch erklären, dass man die Daten nicht verkauft. Das muss man auch gar nicht. Denn der Teufel liegt im Detail: Die Interessenten für solche Daten wollen gar nicht wissen, wie Eure Kontobewegungen sind. Sie wollen wissen, wie, womit und wofür sie Euch zielgerichtet ansprechen können.

Das heißt, der Kreditvermittler hier sagt nicht:

„Hey, Firma XY, ich weiß was der Z letzten Monat ausgegeben hat“

Sondern der Kreditvermittler sagt:

„Hey, Firma XY, ich habe hier eine Liste mit Personen, die ein hohes Interesse an Deinem Produkt haben könnten. Was zahlst Du für die Adressen?“

Somit ist es wahr, dass nicht die Daten, die ausgelesen werden, verkauft werden. Sondern die daraus gewonnenen Informationen werden versilbert.

Warum erzähle ich Euch das?

Weil ich Euch zeigen will, dass es überhaupt nicht verwunderlich ist, dass die Schufa auch an diese Daten will. Stellt Euch vor, was für eine Macht ein Unternehmen hat, dass genau weiß, wann welches Geld rein kommt, wann Ihr was bezahlt und so weiter.

Und wisst Ihr, wen das richtig ärgert? Echte Banken. Denn genau DIE dürfen das mit Euren Daten aktuell nicht machen.

Wenn Euch das also ein Horror ist, was die Schufa da plant, dann müsst Ihr Euch nicht über die Schufa aufregen. Auch nicht über Kreditvermittler, die Euch für 50-60€ „Negativzins“ zu gläsernen Schweinchen machen.

Ihr müsst der Politik klar machen, dass Ihr das nicht wollt. Sprecht mit Euren Politikern in den Kommunen, beim Land und beim Bund. Lasst sie wissen, dass die PSD2 der EU vielleicht eine nette Idee war, um neue Mitspieler in den Finanzmarkt zu holen. Das aber die Gesetzgebung dringend dahin angepasst werden muss, dass

  1. Ihr jederzeit wisst, wer welche Daten will
  2. Ihr jederzeit wisst, was damit passiert
  3. Ihr verweigern dürft ohne Nachteile zu erfahren

Das hier ist ein klassisches Beispiel für Politik-Versagen. Und irgendwo auch ein Indiz für den Umgang der Presse mit solchen Dingen: Ein Artikel „die Schufa – HORROR“ bringt halt mehr Klicks, als ein so langer Erklärbär-Text wie meiner.

Aber es liegt an uns, mit Nachdruck dagegen zu halten. Und zwar nicht nur, in dem wir der Schufa das verweigern und nicht auf solche Lock-Angebote angehen. Denn sonst wird es irgendwann so sein, dass Ihr eine Verweigerung mit deutlich höheren Zinsen bezahlen müsst. Wir (Ihr!) müssen an der Stelle auch klar die mit ins Boot holen, die dagegen was tun können.

 

 

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Artikel-Foto: Adobe Spark

Hat Trade-Republic Probleme?

Hat Trade-Republic Probleme?

Ich habe ein „Spaß-Depot“ bei dem jungen Broker „Trade Republic“, der mit sehr günstigen Transaktionskosten wirbt. Spaß-Depot deshalb, weil dort keine nennenswerten Beträge liegen. Und ich frage mich, ob ich dort erste Anzeichen dafür sehe, dass auch hier mehr Schein als Sein vorliegen könnte.

Seit einigen Tagen vermisse ich eine Dividende einer Aktie. Diese hätte gebucht sein müssen und ist bei anderen Kunden offensichtlich auch angekommen. Also mal nachgefragt:

 

Guten Tag Stefan,

vielen Dank für Deine Nachricht.

Ich habe gerade unser Buchungssystem überprüft und bei der XXXX Dividendenausschüttung steht der Status auf „fehlerhaft durchgeführt“.

Wir befinden uns in Verbindung mit unserem Handelspartner um auf eine schnelle  Lösung zu finden.

Ich würde Dich daher noch um ein wenig Geduld bitten.

Viele Grüße
Dein Trade Republic Team

Öhm….

  1. So ein Problem darf nicht erst auffallen, wenn der Kunde nachfragt
  2. So ein Problem muss unmittelbar mit dem Kunden kommuniziert werden

 

Na gut, hab ich halt Geduld. Bis ich keine Geduld mehr habe und noch mal nachfrage. Und eine Antwort aus dem Textbausteinkasten bekomme:

Hallo,

vielen Dank für Deine Nachricht.

Um eine Dividende oder Ausschüttung zu erhalten, musst Du das Wertpapier in der Nacht auf den Ex-Tag der Dividende in Deinem Depot halten. Die relevante Stückzahl wird dann für die Dividendenzahlung vorgemerkt. Weitere Informationen findest Du auf der Webseite der Gesellschaft (bei Aktien) oder des Emittenten (bei ETFs). Sobald Dir die Dividende gutgeschrieben worden ist erhältst Du eine Abrechnung mit den relevanten steuerlichen Abzügen von uns.

Bitte beachte, dass die Gutschrift der Dividende auch mehrere Bankarbeitstage nach dem offiziellen Zahltag stattfinden kann. Insbesondere bei ausländischen Dividenden kann dieser Vorgang durchaus einige Wochen in Anspruch nehmen. Wir haben hierauf leider keinen Einfluss, da die Bearbeitungsdauer der Auszahlung von der Lagerstelle des jeweiligen Wertpapiers abhängt.

Viele Grüße
Dein Trade Republic Team

Ich warte jetzt noch ein paar Tage und dann triggere ich mal die BAFIN an. Zumal es kein Einzelfall zu sein scheint:

Artikel ohne Nährwert: Business Online zur RSV

Artikel ohne Nährwert: Business Online zur RSV

Nachdem ich ja gestern schon über einen Artikel vom Focus gestolpert bin, erwischt es heute „Business Insider“:

Der Artikel vom 20.10.18 befasst sich mit der „Restschuldversicherung“ bei Krediten. Zusammengefasst soll diese Versicherung die Restschuld eines Kredites übernehmen, wenn man unverschuldet Zahlungsunfähig wird.

Der Artikel weist darauf hin, dass – welch Überraschung – die Versicherung eher so gestaltet ist, dass sie genau dann nicht zahlt, wenn man sie braucht. Und das sie natürlich Geld kostet.

Außerdem sei der Abschluss optional und man könne auch Nachträglich die Versicherung kündigen. Dann allerdings müsse auch der Kredit zurück gezahlt werden.

Die Versicherung sei im Fazit teuer und nutzlos.

Das ist ja alles richtig. Es gibt aber, wie so oft im Leben ein großes ABER an der Sache:

Die Banken nutzen Restsschuldversicherungen um Kredite „zu Besichern“. Besicherungen können zum Beispiel Wertgegenstände wie Immobilien sein, die man der Bank für die Laufzeit des Kredites übereignet. Oder eben so eine Versicherung.

Daher findet man diese Art von Versicherung in der Regel bei Verbraucherkrediten, bzw. Konsumkrediten, bei Immobilien bestehen die Banken eher auf Risiko-Lebensversicherungen.

Für die Bank ist wichtig, wie hoch der Anteil der Kredite ist, für die sie Sicherheiten hinterlegt haben. Ohne Verischerung ist der Kredit unbesichert und Banken dürfen deutlich weniger unbesicherte als gesicherte Kredite ausgeben.

Das bedeutet jetzt zwei Dinge: 

1. Banken geben gerne besicherte  Kredite aus, zumal dann auch die Wahrscheinlichkeit kleiner ist, dass beim Ausfall des Schuldners der Kredit abgeschrieben werden muss.

2. Verzichtet der Schuldner auf eine Besicherung durch eine Restschuldversicherung, steigt das Risiko der Bank.

Was macht jetzt eine Bank, die ein höheres Risiko sieht? Richtig, sie preist das ein und erhöht den Zins.

In der Folge bedeutet also ein Verzicht auf die Restschuldversicherung so gut wie immer einen höheren Darlehenszins.

Jetzt kann man einfach rechnen: Bezahle ich mehr zurück mit der Restschuldversicherung als bei dem höheren Zins? Dann wähle ich den höheren Zins.

Bezahle ich mehr zurück mit höheren Zinsen als mit dem Aufpreis durch die Restschuldversicherung? Dann nehme ich die.

Ist die Summe identisch? Dann ist es fast egal, aus Sicherheitsgründen würde man aber vielleicht die Versicherung wählen wollen.

Natürlich braucht die Darstellung dieses Zusammenhangs Platz und Platz scheint im Internet eng zu sein – man muss schließlich so viel Werbung wie möglich auf die Seite bringen. 

 

Spaß am Gerät: Wie man seine Kunden in den Wahnsinn treibt….

Spaß am Gerät: Wie man seine Kunden in den Wahnsinn treibt….

Das Banken möglichst viel ins Internet verlagern ist klar. Weniger Mitarbeiter kosten weniger Geld. Das man dabei aber die Prozesse bis zu Ende denken sollte, ist wohl nicht jedem klar.

Aktuelles Beispiel:

Ich habe ein Konto bei einer Bank, bei der ich nur ganz selten (1 Mal im Jahr) vorbei schaue. Dummerweise stellte die Bank zwischen dem letzten und dem heutigen Besuch die Kennwortanforderungen um –  mein Kennwort funktioniert nicht mehr.

Na gut. Ein neues Kennwort kann man per Mail anfordern und erhält es in Klartext(!) per Mail. Naja…. das Kennwort alleine hilft ja nicht, der potentielle Bösewicht, der meine Mails liest, müsste ja auch die Kontonummer kennen.

Aber der eigentliche Spass fängt jetzt erst an:

Nach der Eingabe des neuen Passwortes muss ich ein neues, eigenes Passwort vergeben. Also eingetragen und auf OK geklickt und „bitte geben Sie eine TAN ein“. Oh…. Tan? Hmmm… ah hier: Für die Tan installieren Sie bitte folgende App.

App installiert.

„Um diese App zu nutzen, melden Sie sich  bitte auf url$ an und scannen Sie den Barcode.“

Website aufgerufen. „Bitte legen Sie ein neues Kennwort fest!“ … „Bitte geben Sie eine TAN ein!“….

Ähhh… um an den Code zu kommen, den ich für die Tan-App brauche um ein neues Kennwort einzurichten, muss ich ein neues Kennwort einrichten, für das ich die Tan-App brauche, die ich nicht benutzen kann, weil ich kein neues Kennwort einrichten kann um die Tan-App zu benutzen.

Das ist…. genial.

Und jetzt ratet mal, wessen Telefonhotline einem nach der Eingabe der Kontonummer mit dem Hinweis auf „derzeit erreichen uns ungewöhnlich viele Anfragen“ aus der Warteschleife wirft.

Und jetzt ratet mal, welche Bank einen Kunden weniger haben wird.

Deutsche Bank: DAFUQ, was hat denn der Rösler damit zu tun?

Deutsche Bank: DAFUQ, was hat denn der Rösler damit zu tun?

Ich beschäftige mich naturgemäß im Moment auch intensiv mit den Entwicklungen rund um die Deutsche Bank. Dazu gehören auch viele interessante Artikel, unter Anderem aus der SZ. Und da lese ich von den Verstrickungen der Chinesen, die 9,9% der Aktien halten. Und auf ein Mal:

Der ominöse Großaktionär Guan Jun konnte zwischenzeitlich sogar aufstocken. 29,5 Prozent hielt er alleine. Dann die nächste Kehrtwende im Sommer 2017: Der geheimnisvolle Guan Jun, teilte der Konzern plötzlich mit, habe sich von seinen Anteilen getrennt. Er habe die Aktien nie wirklich besessen, sondern nur „für uns gehalten“, sagte Vorstandschef Tan damals. Überschrieben wurden die Aktien an eine Stiftung in New York, die inzwischen Ex-Wirtschaftsminister Philipp Rösler leitet.

Und ich denke: Wie kommt der denn da rein? Um ehrlich zu sein, ich hatte Rösler so gar nicht mehr auf dem Schirm… aber ich muss wohl mal schauen, was der so treibt 😀

Paydirekt: Werfen wir dem schlechten Geld doch Gutes hinterher?

Paydirekt: Werfen wir dem schlechten Geld doch Gutes hinterher?

Als Paydirekt auf den Markt kam, war ich ziemlich fassungslos: Ein Paypal-Clone, dem man alle Vorteile von Paypal genommen hatte und dafür um einige properitäre Nachteile ergänzt hat.

Wir schätzen z. B. an Paypal, dass es überall funktioniert. Paydirekt dagegen nur in Deutschland, da nicht mal flächendeckend. Wir schätzen an Paypal, dass wir zahlreiche Möglichkeiten haben, Geld „einzuzahlen“ und brauchen für Paydirekt ein Girokonto. Das wir bei Paydirekt auch brauchen, wenn wir einem Bekannten Geld schicken wollen, während wir bei Paypal nur seine Mail-Adresse brauchen. Und so weiter und so fort.

Wenig überraschend setzt sich Paydirekt natürlich nicht durch. Wie auch? Statt USP nur typisch deutsche Gängelung.

Gut, man könnte jetzt sagen: Netter Versuch, hat nicht geklappt, machen wir mal was Innovatives.

Aber dann wäre man keine deutsche Bank, richtig? Als solche gilt: Duchrchhalten!

Knapp drei Jahre nach dem Start im Herbst 2015 haben etwa zwei Millionen Kunden den Dienst als Zusatzfunktion ihres Girokontos freigeschaltet. Bezahlt werden kann über diesen Weg in gut 9000 Online-Shops. Konkurrent Paypal zählt nach eigenen Angaben 20,5 Millionen Nutzer hierzulande. „Wir haben bislang keinen Durchbruch erlebt. Wir sind möglicherweise auch mit falschen Erwartungen an das Thema herangegangen“, konstatierte Ullrich laut dpa. „Dennoch halten wir daran fest.“

Gut, kann man machen. Ist aber vielleicht nicht das Klügste. Aber hey, es gilt ja das Gesetz der Schwarm-Intelligenz: Wenn nur genug in die falsche Richtung gehen, wird es ja vielleicht irgendwann die richtige Richtung:

Deutschlands Banken wollen mit einer verbesserten Version ihrem gemeinsamen Bezahldienst Paydirekt auf die Sprünge helfen. Die genossenschaftliche DZ-Bank geht davon aus, dass die Finanzierung für „Paydirekt 2.0“ bis Ende dieses Jahres steht, wie deren Vorstand Thomas Ullrich am Donnerstag in Frankfurt sagte. Nach seiner Einschätzung werden alle Verbünde – Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Privatbanken – mitziehen.

Ich halte das für eine Schnappsidee. Das Ding gehört eingestellt und zwar Pronto. Hat nicht gerade erst mit WireCard ein FinTech-Unternehmen das deutsche Traditionshaus Commerzbank aus dem Dax gejagt? Dümpelt die Aktie der Deutschen Bank nicht bei unter 10€? Fusionieren nicht immer mehr Sparkassen und Volksbanken?

Aber hey, kein Grund mal das Geschäftsmodell („Wofür braucht man noch eine Bank?“) auf den Prüfstein zu stellen und über Alternativen („Was will eigentlich der Kunde?“) nach zu denken. Es ist ja noch Geld da, das in sinnlose Projekte wie Paydirekt stecken kann 😉

(Zitate aus dem Heise-Artikel „Paydirekt 2.0“)

Die Sparkassen…. oh mei

Die Sparkassen…. oh mei

Ich mag die deutschen Sparkassen. Primär weil mir das Konzept besser gefällt, als das von anonymen Kreditbanken. Gleichzeitig aber kann ich über die Sparkasse immer wieder nur den Kopf schütteln.

Es ist die einzige Bank, bei der ich 3(!) Apps brauche: Eine zum Banking, eine für die TAN und eine zur Absicherung von Online-Zahlungen mit Kreditkarte (was witziger Weise kein Anbieter nutzt). Das allein ist schon sehr kurios. Der Versuch der Kundenbetreuer, mir das mit Sicherheitsgewinnen zu verkaufen, greift natürlich nicht, wenn alle 3 Apps auf dem gleichen Gerät laufen und untereinander Daten austauschen. Aber egal, hab ich mich dran gewöhnt.

Dann „Paydirekt“ und „Kwitt“:

Mit Paydirekt wollten die deutschen Banken einen Gegenpol zu Paypal schaffen. Mit mehr Restriktionen (z. B. braucht man ein Girkokonto) und keiner einzigen Funktion für die sich die Benutzung lohnt. So what? Hat das von Euch schon mal irgendeiner genutzt? Nein? Ich auch nicht.

Kwitt sollte dann für die Sparkassen die Paypal-Funktion angreifen, dass User sich untereinander Geld schicken können. Geht leider nur, wenn beide ein Giro-Konto haben, ist auf wenig Euro gedeckelt und nicht halb so komfortabel wie Paypal. Was soll das?

Und jetzt der neuste Clou:

Während viele Menschen schon mit NFC-fähigen Handys oder Gadgets wie z. B. den neuen Garmin-Uhren kontaktlos per Kreditkarte zahlen können, wollen die Sparkassen natürlich wieder eine eigene Lösung auf den Markt bringen. Viel später als alle anderen und ohne (für den Kunden relevanten) Mehrwert:

Die Sparkassen-App für mobiles Bezahlen mit dem Android-Smartphone soll am 30. Juli erscheinen. Eine Beta-Version ist derzeit schon im Android PlayStore verfügbar. Die funktioniert aber nur mit Konten einiger ausgewählter Sparkassen, deren Mitarbeiter und Kunden das System noch einmal auf Herz und Nieren testen. Zum Starttermin Ende Juli sollen dann rund 300 Sparkassen dabei sein, erklärte ein Sprecher der Sparkassen-Tochter S-Payment gegenüber heise online.

Um aber überhaupt eine Chance zu haben, gängelt man dann auch noch die eigenen Kunden und verbietet ihnen, andere Dienstleister zu nutzen:

Weil die Sparkassen ihre eigenen Pläne für das mobile Bezahlen verfolgen, können deren Kunden können ihre Kreditkarten nicht mit dem vor einigen Tagen gestarteten Google Pay einsetzen.

Quelle: Heise

Da möchte ich in Tränen ausbrechen. Natürlich ist nicht alles gut was von Google kommt. Aber den Kunden die Möglichkeit zu nehmen die Entscheidung für oder gegen Google Pay selbst zu treffen ist schon hart. Das mit dem Verweis auf eine App, die irgendwann kommt und von der niemand weiß wie universell sie einsetzbar sein wird, ist eine Frechheit.

Ich frage mich, warum die Sparkassen immer wieder anderen hinterher läuft und eigene Konzepte fährt, die dem Kunden keine Vorteile bringen. Und wenn man mir dann noch immer wieder Werbung in meine Banking-App einspielt, möchte ich sie manchmal einfach nur löschen.

Die Sparkassen sind wichtig für Deutschland. Und für Kunden immer noch die meiner Meinung nach beste Adresse in vielen Fällen. Was Technik und Zukunft angeht, habe ich aber echt Bauchschmerzen.

P.S. Erinnert sich noch wer an die Geldkarte? 😉