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„THE BOYS“

„THE BOYS“

Gelegentlich sieht man ja Serien, bei denen man ganz hin und weg ist. Neuster Zugang in dieser Schublade ist sicherlich „The Boys“ von und bei Amazon:

Es gibt sie ja noch, die originellen Ideen, die nicht als Prequel, Sequel, Remake oder sonstwas daher kommen. Zumindest kenne ich nichts, was auch nur annähernd so ist, wie „The Boys“. Schon die Idee, eine Serie über Antihelden zu drehen, macht Aufmerksam. Die Art und Weise aber in der dann die Charaktere, ob Superheld oder nicht, dargestellt werden, ist absolutes Serien-Gold.

Amazon selbst beschreibt die Serie so:

THE BOYS ist eine ehrfurchtslose Interpretation dessen, was passiert, wenn Superhelden, die berühmt sind wie Stars, einflussreich sind wie Politiker und verehrt werden wie Götter, ihre Superkräfte missbrauchen, anstatt Gutes zu tun. Die Machtlosen stellen sich gegen die Übermächtigen, als The Boys versuchen, die Wahrheit über „The Seven“ und Vought dahinter ans Licht zu bringen.

Das ist aber nicht annähernd geeignet, Euch auf das vorzubereiten, was Euch erwartet. Ein Unsichtbarer? Der ist natürlich auf dem Damen WC. Ein schwarzer Superheld? Der hat natürlich ein Drogenproblem. Und warum riecht es hier nach Fisch?

Die Serie ist in ihrer Art bitterböse und auch wenn sie natürlich in einem Superhelden-Universum angesiedelt ist, auch ein Spiegel unserer Gesellschaft und der Idole, denen wir nachrennen. In sofern ganz ganz großes Kino, was Amazon hier abgeliefert hat…

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Die in diesem Beitrag gesetzten Links zu Amazon sind „Affiliate-Links“. Bei einem Einkauf über diesen Link wird ein geringer Teil des Umsatzes für den gutgeschrieben, der den Link gesetzt hat. Dadurch wird das Produkt für den Kunden nicht teurer, Amazon verdient nur etwas weniger – hat dafür natürlich Werbung für seine Seite. Alle Artikel auf unkreativ.net die einen solchen Link verwenden, sind auch mit der entsprechenden Kategorie gekennzeichnet.

Black Out – Morgen ist es zu spät

Black Out – Morgen ist es zu spät

In den vergangenen Tagen hatte ich das Vergnügen, „Black Out – Morgen ist es zu spät“ von Marc Elsberg zu lesen. Und das Thema ist für Endzeitgeschichtenliebhaber ja ein feines: Was passiert mit unserer Gesellschaft, wenn der Strom weg ist?

Den Anfang des Buches fand ich ziemlich interessant. Beruflich habe ich ja mit Stromnetzen am Rande zu tun, deswegen habe ich mich gefreut, dass der Autor offensichtlich sehr gut recherchiert hat, wie es um die Netze und deren Sicherheit bestellt ist. Und auch der Stromausfall selbst ist, meiner Meinung nach, sehr gut beschrieben.

Ebenfalls sehr schön ist die zerbrechende Infrastruktur, das Zusammenbrechen der politischen Systeme und die Darstellung der äußerst dünnen Decke unserer Zivilisation.

Aber, wie das so ist, wo Licht ist, ist auch Schatten.

Ein großer Schatten ist meiner Meinung nach, dass Marc Elsberg zu sehr versucht, sich auf einen Hauptdarsteller zu konzentrieren. Der ist nicht nur schlauer als alle Sicherheitsdienste der Welt zusammen, er muss natürlich auch vor selbigen erst einmal flüchten, bevor er ihnen zum Erfolg hilft. Dabei löst sich leider an manchen Stellen die Logik der Geschichte erstaunlich schnell auf.

Überhaupt, die Logik: So gut recherchiert das Buch beginnt, so graumsam ist es zu erleben, wie die Logik hinter der Geschichte sich auflöst. Das merkt man am Besten daran, welche Klimmzüge der Autor machen muss, um unseren Protagonisten zum Helden werden zu lassen. Ebenfalls nervend ist der übliche Druss: Männer werden kurz und sachlich eingeführt. Frauen erst mal eine halbe Stunde mit allen Details zu Figur und Haaren beschrieben. Fragt nicht wozu.

Aber, am Ende wird die Welt gerettet. Der Held gewinnt die schöne Frau und alles ist gut.

Insgesamt ist die Geschichte nett. Wer sich dem Lesen hingeben kann, ohne wie ich immer zu fragen ob das Sinn macht, was der Autor schreibt, wird durchaus zufrieden sein.

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Die Hungrigen und die Satten

Die Hungrigen und die Satten

Anfang 2013 (so lang ist das schon her???) habe ich „Er ist wieder da von Timur Vermes gelesen – und war begeistert. In sofern war es nur eine Frage der Zeit, bis sein aktuelles Buch seinen Weg zu mir findet. Und die letzten Tage war es so weit.

Die Hungrigen und die Satten

Und was soll ich sagen?

Der Einstieg in das Buch ist holprig und macht erst mal keinen Sinn. Dann aber passiert etwas, dass mir sehr selten bei Büchern passiert: Von Stunde zu Stunde, Seite zu Seite und Kapitel zu Kapitel wird das Buch spannender, fesselnder.

Es ist eine chaotische Achterbahnfahrt der Gefühle, die man als Leser durchmacht und lange bleibt unklar, wie die Geschichte wohl ausfgehen mag. Zumal Timur Vermes immer wieder eine gewisse unterhaltsame Komik aus Situationen einfließen läst.

Eine Komik, die im Laufe der Geschichte einer Beklemmung weicht.

Eine seichte, lockere Geschichte, die immer dramatischer wird.

Und am Ende… ich will nichts über das Ende verraten, aber es ist…. gewaltig. Emotional so verstörend, so unerwartet, so hart, dass man sich fragt, wie man das Buch am Anfang überhaupt als „leichte Kost“ einsortieren konnte.

Die Geschichte ist eine messerscharfe Kritik an Gesellschaft, Politik und Medien. Das Wiedersehen mit alten Bekannten ist eine nette Nummer, die Tatsache, dass ich auch nach dem zweiten Buch von Timur Vermes völlig baff bin, ist aber der eigentliche Hammer.

Sah man sich am Ende von „Er ist wieder da“ mit der äußerst unangenehmen Frage konfrontiert, ob man Hitler mögen darf, so sitzt man am Ende von „Die Hungrigen und die Satten“ da und hofft, dass das alles nur eine Geschichte ist. Die niemals Realititä werden kann.

Allein…. ist sie das nicht längst?

>>ES<<

>>ES<<

Ich war so um die 12 Jahre alt, als ich mein erstes Buch von Stephen King gelesen habe. Und natürlich war es „ES, das vermutlich am häufigsten diskutierte Buch überhaupt von ihm. Dabei haben die meisten Menschen eine, allenfalls, verklärte „Erinnerung“, wovon das Buch handelt. War da nicht was mit einem Clown? Oder einer Spinne? Auf jeden Fall Monster!!!

Und die, die das Buch gelesen hatten, hatten vielleicht noch den Club der Loser im Kopf oder das kleine Papierschiff.

Für mich war das alles Grund genug, noch einmal dahin zurück zu kehren, wo meine Leidenschaft für Bücher von Stephen King anfing. Und ich weiß jetzt auch wieder, warum ich ihn für einen oftmals missverstandenen Autoren halte:

ES ist kein Monster-Buch.

Ich meine, natürlich geht es um das Monster „ES“. Aber es geht eben um viel mehr: Um Freundschaft, erste Liebe, das Erwachsen werden und die Probleme, die das – insbesondere im Verhältnis zwischen Eltern und Kindern – hervorbringt.

Auch beim zweiten Mal lesen hat mich das Buch sofort in seinen Bann gezogen. Es ist ein wirklich tolle Geschichte, die sich King-Typisch langsam entwickelt und dann einem unvermeidlichen Höhepunkt entgegenströmt. Mit Stellen wo man den Protagonisten zurufen will „macht das nicht!!!“, weil man ahnt wie es kommt. Mit Stellen an denen man überlegt, wie die eigene Kindheit wohl gewesen ist.

Völlig untypisch für King hat das Buch sogar ein sehr gutes Ende. Gut, es geht nicht für alle gut aus am Ende, aber das Ende selbst ist… sagen wir befriedigend.

Und auch heute noch überaus lesenswert.

Wer also Lust hat, mal Stephen King kennen zu lernen und zu verstehen, warum der „Meister des Horror“ gar keine super duper furchtbaren Monster braucht, um seinen Leser in den Bann zu  ziehen, dem sei das Buch wirklich ans Herz gelegt. Gerne auch die Deutsche Hörbuchversion aus Audible, die knapp über 50 Stunden langen Hörgenuss verspricht. Ich verspreche Euch, Ihr werdet Umwege fahren, um weiter hören zu können. Gelesen von David Natahn, den ich für einen der besten deutschen Leser für solche Bücher halte.

Übrigens: Das oben ist das Cover der deutschen Paperback-Ausgabe. Zum Vergleich mal das amerikanische Hardcover:

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Erhebung

Erhebung

Es gibt Naturgesetze, gegen die kommt niemand an. Eines dieser Naturgesetze lautet: Gibt es ein Buch von Stephen King, werde ich es lesen. So steht es geschrieben und so muss es sein. Wie ich auch mit einem kleinen Ausschnitt meiner Bücherregale (und das sind nicht alle King-Bücher, die ich besitze!) belegen kann. Aber gut, es soll ja nicht um mich gehen, sondern um „Elevation“, bzw….

Erhebung – Stephen King

 

Und was soll ich sagen? Das ist eines dieser King-Bücher, von denen die Leute nicht glauben würden, dass es Stephen King ist. Verbindet man den Namen doch mit Monstern („ES“) und purem Horror. Dabei wird oft übersehen, dass er auch sehr feine Kurzgeschichten schreibt, bzw. kürzere Geschichten und vor allem auch solche, die gar keinen Horror brauchen. Obwohl….

Die Titel gebende erste Geschichte ist keine Horror-Geschichte und trotzdem lässt sie einen mit einem beklemmenden Gefühl zurück. Was wäre, wenn ich in der Position des Protagonisten wäre? Würde ich auch so mit der Situation umgehen? Oder würde ich ausrasten, durchdrehen, verrückt werden?

Die zweite Geschichte in dem Buch ist dann das, was Kings Spezialität ist: Es ist eine Geschichte, die erzählt werden will und erzählt wird. Und die einen Umfängt wie feines Garn… man taucht in sie ein und ist unzufrieden, wenn sie zu Ende ist. Wobei das Ende durchaus zufriedenstellend ist, denn was hätte noch kommen können oder sollen?

Wer Lust auf gutes Story-Telling hat oder ein tolles Weihnachtsgeschenk sucht, sollte sich „Erhebung“ ansehen. Es ist ein gutes Buch – für fast alle Menschen. Und nicht nur für solche, die sich selbst als Fans des „Meister des Horrors“ bezeichnen.

Jenseits der Zeit

Jenseits der Zeit

Nachdem ich „Die Drei Sonnen“ und „Der Dunkle Wald“ von Cixin Liu gelesen hatte, war jetzt das Finale der Trilogie dran:

Jenseits der Zeit – Die Trisolaris-Trilogie Band 3

Das Buch ist der 800 Seiten(!) lange Abschluss einer Serie, die anders ist, als alles, was ich bisher gelesen habe. Was nicht nur am epischen Umfang der Bücher liegt.

Als ich angefangen habe, die Geschichte zu lesen, dachte ich es würde ein „normales“ Stroyboard sein, dass einen finalen Endkampf hinaus läuft. Wie sehr kann man sich täuschen. Tatsächlich gerät man in einen Sog, der einen immer weiter hinein in ein philosophisches Meisterstück hinein zieht. In dem Fragen diskutiert werden, die sich fast jeder mal stellt: Wo kommen wir her, wo kommt das Universum her, wo geht es hin, was wird mit dem Universum passieren und gibt es außerirdisches Leben?

Dabei hat man nie das Gefühl, dass der Autor völlig abhebt (na gut, beim Curvature Drive vielleicht…) und dennoch über große Zeitsprünge das Leben eines Universums abzubilden mag, dass genau so existieren könnte – oder eben auch nicht. Cixin Liu gelingt es, fehlendes Wissen über die Zukunft mit Möglichkeiten zu füllen, die genau so realistisch wie unrealistisch sind. Dabei geht es letztlich dann aber um eine zentrale Frage: Was ist der Mensch.

Das es eine einzelne Protagonistin gibt, die über die Jahre, Jahrhunderte, Jahrtausende und Jahrmillionen das Geschick der Welt bestimmt, sei der Geschichte geschuldet. Das braucht es, um einen roten Faden zu haben. Das ändert aber nichts daran, dass die finale Eskalation so genau das ist, was man absolut nicht erwartet hat.

Wer SciFi mag, wer gerne komplexe Welten im Kopf erschafft und wer sich fragt wo wir her kommen und wo wir hin gehen, für den ist die Trisolaris-Trilogie ein absolutes Muss.

Bohemian Rhapsody

Bohemian Rhapsody

Ein Film über Queen? Über Freddie Mercury?

Kann das gut gehen? Darf es das überhaupt geben?

Ich gebe zu, ich war vor allem skeptisch, weil ich Probleme hatte, mir Rami Malek, Mr. Robot, als Freddie Mercury vorzustellen. Und ich hatte Angst, dass der Film kitschig wird. Entsprechend mulmig war mir zu Mute, als das Licht erlosch und der Film begann.

Und vom ersten Moment an konnte ich alle meine Sorgen vergessen. „Bohemian Rhapsody“ ist eine fantastische Produktion die das Leben von Freddie Mercury, seine Ups & Downs und das künstlerische Meisterwerk „Queen“ dokumentiert. Unterlegt mit historischen Bildern, tollen Darstellern und natürlich viel Musik. Dabei stets gefühlsbetont und nie kitschig. Wobei gefühlsbetont an der Stelle übersetzt werden muss mit „jeder, wirklich jeder im Kino wird heulen“.

Sicherlich eine Nische aber für jeden, der gerne Musik von Queen hört, absolut empfehlenswert. Und für die, die den Film im Kino verpasst haben: Man kann die DVD bereits für 13,99€ bei Amazon vorbestellen. Und ich bin mal so vermessen zu behaupten, dass dieser Film in keinem Regal fehlen sollte.

Und jetzt…. damit die Tränen trocken, die einzig legitime Cover-Version des Titel gebenden Songs:

Der Vorname

Der Vorname

Ich mag keine deutschen Filme. Die sind nie gut. Und haben immer die gleichen Schauspieler wie den Schweiger oder Schweighöfer oder wie sie alle heißen. Wir können einfach kein Kino.

Deswegen war mir auch völlig klar, dass der Film „Der Vorname“ nur eine Katastrophe sein kann.

Aber, die Pflichten eines Chronisten erstrecken sich eben nicht nur auf die Dinge, die man mag. Also habe ich mir den Film angesehen. Kein Opfer zu groß für meine Leser. Und was soll ich sagen, das Euch nicht überraschen wird?

Der Film ist großartig. Genial. Komisch. Einfach gut!

Im Ernst: Der Film lebt von den Dialogen und der Leistung der beiden Protagonisten. Und ich habe fast den kompletten Film über gelacht, was bei mir ausgesprochen selten vorkommt. Was ich so auch noch nicht erlebt hatte war, dass die Leute live mitdiskutiert und geraten haben. Normalerweise möchte ich Menschen weh tun, die im Kino reden – hier passte das aber. Und was ich auch noch nicht erlebt habe ist, dass die Menschen lachend und Zitate um sich werfend nach dem Film aus dem Kino gehen.

Natürlich gibt es auch Kritik: Offensichtlich traut sich Kino nicht, den Menschen ruhige oder gar stehende Bilder zuzumuten. Schon im Trailer wird deutlich, dass die Kamera fast immer in Bewegung ist und man fragt sich: Wofür? Das hilft dem Film nicht.

Es ist aber auch nicht so schlimm, dass es über das perfekte moralische Dilemma hinwegtäuscht: Wie geht man damit um, wenn eine Seite die Diskussion moralisch 100% und unwidersprochen im Recht steht – die andere Seite aber nicht widerlegbare, gute und zulässige Argumente hat?

Christoph Maria Herbst ist natürlich brilliant, aber Florian David Fitz steht ihm kaum nach.

Und schon daran, wie viele Worte ich geschrieben habe seht ihr: Das ist ein Überfilm. Der meiner Meinung nach zwingend unter jeden Tannenbaum gehört. Zu Nikolaus, Weihnachten oder einfach so. Gerne über einen Partnerlink bei Amazon gekauft: Der Vorname, 17,99€

Spiel Messe Essen 2018

Spiel Messe Essen 2018

Jeder von uns gehört zu mehreren „Peergroups“, die seinen Neigungen entsprechen. Bei mir sind das die Mountainbiker, die Rennradfahrer, die Kletterer, die Geocacher und so weiter. Und natürlich die (Online-) Gamer, die im Internet und auf LAN-Partys am PC zocken.

Darüber vergessen wir manchmal, dass es auch andere Gruppen sind, die uns „verborgen“ bleiben, bis wir uns mit Ihnen beschäftigen. Die „Gamer Community“, also die, die sich im echten Leben zum Spielen treffen und nicht vor dem PC, war so eine:

So ging es mir gestern, als spontan ein Besuch auf der „SPIEL Messe“ in Essen anstand. Beschrieben wird die Messe so:

Die Internationale Spieltage SPIEL in Essen ist die weltweit größte Publikumsmesse für Spiele und damit das Mekka für alle Brettspiel-Fans. Auf der SPIEL Messe Essen kann man sich umfassend über das gesamte nationale und internationale Spieleangebot informieren, dieses einem ausführlichen Test unterziehen und seine Lieblingsspiele auch gleich kaufen. Mehr als 1.100 Aussteller aus über 50 Nationen zeigen auf der Spielemesse in Essen ein umfangreiches Angebot an Kinder-, Gesellschafts-, Familien- und Erwachsenenspielen, sowie Strategie-, Post-, Abenteuer-, Fantasy-, Science-Fiction- und Computerspiele.

Was mich vor Ort erstaunt hat, waren eigentlich 3 Dinge:

1. Die Massen!

Ich habe ja mit vielem gerechnet – nur nicht mit so vielen Besuchern! Dabei ist der Eintritt mit 13€ für einen Erwachsenen nicht unbedingt am unteren Ende des Skala für die Messen in Essen zu suchen. Und trotzdem waren alleine Samstag Nachmittag viele Tausend Menschen dort unterwegs.

Die verteilten sich zwar einiger Maßen gut über die Fläche der Hallen und die angebotenen Spieltische, aber trotzdem: Mir war gar nicht klar, was für eine große Menge Besucher in jedem Alter, Geschlecht und jeder Herkunft die Spiele anlocken. Insgesamt kann  man von gut 200.000 Besuchern über die wenigen Tage ausgehen. Das ist schon ordentlich.

Und was noch spannender war: Die meisten Menschen waren nicht nur zum gucken da, sondern vor allem zum Anfassen: Kein Stand, an dem gespielt und getestet werden konnte, an dem es noch freie Plätze gegeben hätte. Absolut beeindruckend.

2. Die Preise

Ich gebe zu, außer Carcassonne und EXIT läuft spieletechnisch derzeit nicht viel bei mir. In sofern hatte ich auch keine Idee von den aktuellen Preisen. Entsprechend überrascht war ich, dass Spiele heute locker 70€ und mehr kosten. Was aber, gemessen an den Stapeln die von der Messe getragen wurden und den „Spiel XY ist leider ausverkauft“-Schildern kein wirklicher Hinderungsgrund zu sein. Gut, strategisch ist die Messe gut platziert, denn mit dem Herbst und Winter kommen schlechtes Wetter und Spiele-Abende. Trotzdem muss man erst mal bereit sein, so viel Geld auszugeben. Allerdings gibt es auch einen Grund dafür:

3. Die Komplexität

Als jemand, der 4 Gewinnt und Mensch Ärger Dich Nicht noch für das Höchste der Gefühle hielt, war ich sehr überrascht, wie extrem die Komplexität der Spiele gestiegen ist – und das nicht nur regelseitig. Auch die Bretter der Brettspiele haben längst die zwei Dimensionen um eine Dritte erweitert und bieten eine Detailverliebtheit, die man früher maximal bei Hardcore-Fans von Warhammer vermutet hätte.

Zugleich scheint die Anzahl der Spieler zu wachsen: Klar gibt es Spiele für 2, die meisten Spiele schienen aber auch 6 bis 10 Leute binden zu können. Dabei reichen die Spielekonzepte von „Nutze was Du findest“ bis hin zu Spielfeldern wie dem auf dem Foto links (weitere Fotos unten).

Das vorherrschende Thema waren Dystopien und Sci-Fi. Allerdings nicht so beherrschend, dass es nichts anderes gegeben hätte, aber auf jeden Fall auffällig. Das scheint aus dem letzten Jahr übernommen, denn viele Spiele ähnelten zum Beispiel „Terraforming Mars“, dass letztes Jahr den Messepreis abräumte:

Fazit:

Die Spiele Messe war definitiv nicht was ich erwartet habe und ich war vermutlich noch nie so überrascht (unvorbereitet) auf einer Messe wie hier. Für nächstes Jahr werde ich die Strategie entsprechend anpassen, aber dieser Satz verrät schon, dass ich mir das Ereignis 2019 noch mal anschauen werde.

Leider endet die Messe heute. Aber ich werde Euch 2019 rechtzeitig darauf hinweisen, denn ich denke ein Besuch lohnt sich für alle, für die Spielen auch jenseits von WASD und der Maus statt findet.

 

 

12 Rules for Life

12 Rules for Life

In gut einer Woche erscheint das Buch „12 Rules for Life“ von Jordan Peterson. Das Buch trägt im Englischen den Untertitel „An Antidote To Chaos“ und im Deutschen „Ordnung und Struktur in einer chaotischen Welt“. Ich mag den englischen Untertitel lieber 🙂

Ich hatte das Vergnügen, das Buch schon lesen zu dürfen und finde, es ist sein Geld mehr als Wert.

Dabei will ich Euch nix vormachen: Es ist nicht leicht zu lesen und es ist vor allem das, was der Franzose „Thought Provoking“ nennt. Ein Buch, dass man eben nicht in einem Rutsch lesen kann, sondern das sehr intensiv zum Nachdenken und Bilden einer eigenen Meinung auffordert.

Der Autor, der kanadische Psychologe Dr. Peterson, ist dabei alles andere als unumstritten. Seine Thesen zu Hierarchie, einer von Männern vielleicht oder vielleicht auch nicht dominierten Welt oder zum Feminismus sind oftmals Streitpunkt intensiver Diskussionen. Vor einigen Wochen widmete sogar die Zeit ihm einen, meiner Meinung nach nicht sehr guten, da viel zu oberflächlichen, längeren Artikel: Jordan Peterson – Mythos Tabubrecher.

Interssanter Weise ist seine Betrachtung von Ordnung und Chaos, Gesellschaft und Leben in einer Art und Weise formuliert, die Widerspruch auslösen muss. Und ich glaube, dass genau das auch das Ziel des Buches ist: Keine 12 Regeln wie man auf einen Schlag gut lebt und alles prima ist. Sondern 12 Handreichungen, mit denen man,  bei sich beginnend, die Welt hinterfragt.

Definitiv eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr lesen durfte. Und jeden Cent wert. Wer sich an das englische, aber gut lesbare, Original traut, kommt übrigens wie immer deutlich günstiger davon: Aktuell kostet das englische Hardcover bei Amazon 12,99€ – statt 20,00€ für das Deutsche.