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Category: Umwelt

Klimawandel? Welcher Klimawandel?

Klimawandel? Welcher Klimawandel?

Ich zitiere mich mal selbst:

Manchmal bin ich so müde. Soooo müde. Und ich hätte so gerne Unrecht.

Seit Jahren schon predige ich, dass wir auch in unserer Region genau auf das Grundwasser achten müssen. Insbesondere den Verbrauch, aber auch die Nitratbelastung oder eben das fehlende „Nachwachsen“ durch Dürren. Ich versuche mich als Mitglied im Aufsichtsrat unserer Stadtwerke einzusetzen (u. a. durch Anträge zum Grundwassermonitoring), im Rat der Stadt (durch Ausrufen des Klimanotstands) und auch privat.

Und was ich mir alles anhören durfte. Von der FDP, die meinte das Austrocknen des Rotbachs läge an den Folgen des Bergbaus oder der CDU, man könne vor dem Rathaus kein CO2 sehen. Und auch simple Zahlen, Daten, Fakten, wie z. B. die ständig ansteigenden Temperaturen, reichen nicht um die „sollen sich doch spätere Generationen drum kümmern“ – Politiker aufzurütteln.

Und so erreichen mich aktuell zwei Nachrichten, die weder überraschend sind, noch getrennt von einander stehen dürfen:

Europa hat im Jahr 2021 laut EU-Daten den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt. Die durchschnittliche Temperatur von Anfang Juni bis Ende August habe fast ein Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 gelegen, teilte am Dienstag das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus der Europäischen Union mit.

(Quelle: Stern)

„Deutschland hat in 20 Jahren Wasser im Umfang des Bodensees verloren. Das ist unvorstellbar viel Wasser“, sagt Prof. Jay Famiglietti, geschäftsführender Direktor des Global Institute for Water Security an der Universität von Saskatchewan, Kanada und ehemaliger leitender Wasserwissenschaftler am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena, Kalifornien. „Der Wasserrückgang in Deutschland beträgt etwa 2,5 Gigatonnen oder Kubikkilometer im Jahr. Damit gehört es zu den Regionen mit dem höchsten Wasserverlust weltweit.“ Das sei für die Forschenden selbst eine „schockierende Überraschung gewesen”.

(Quelle: National Geographic)

Und kaum jemand scheint sich dafür zu interessieren. Ich verstehe nur nicht, warum?

Zum einen bringt der Klimawandel irre hohe Kosten mit sich und jeder Euro, den wir heute nicht investieren um den Klimawandel zu verlangsamen, wird uns viele zusätzliche Euro in Zukunft kosten.

Weiterhin ist Trinkwasser ein unvorstellbar wichtiges Gut, wenn wir uns auf eine heißere Zukunft einstellen. Klar gibt es theoretische, energieintensive Möglichkeiten wie die Meerwasser-Entsaltzung für den „Fall der Fälle“ – ich muss Euch aber nicht erklären, dass das etwas anderes ist als Grundwasser und eine komplett eigene Infrastruktur zur Stromversorgung und für den Transport braucht. Wer sich also heute hinstellt und auch noch ernsthaft sagt, dass das sinkende Grundwasser angesichts des steigenden Meeresspiegels doch kein Problem sei, der hat sich völlig aus der rationalen Diskussion verabschiedet.

Mal Hand auf’s Herz: Wir wissen, was passiert. Wir wissen, was kommen wird, wenn wir nicht das Ruder herum reißen. Warum genau machen wir (und das meint auch und vor allem politische Entscheider!) genau gar nichts? Sitzen wie das Kaninchen vor der Schlange, stehen wie das Reh auf der Landstraße und warten auf das scheinbar unvermeidbare?

Und ja, vielleicht ist es unvermeidbar, mit den Folgen des Klimawandels leben zu müssen. Aber ich bin überzeugt, dass wir noch immer in der Hand haben zu entscheiden, wie schlimm es wird.

Von Bauern und Kartoffeln

Von Bauern und Kartoffeln

Viele Menschen, ich bin da keine Ausnahme, haben ein verklärtes Bild davon, wie unser Essen in den Supermarkt kommt. Natürlich schrecken wir ab und an auf, wenn man wieder ein Skandal aus dem Schlachthaus präsent ist. Und wir nehmen zur Kenntnis, wenn wegen schlechter Ernten höhere Preise angekündigt werden. Und ja, da war doch diese Demo von Landwirt*innen mit Treckern.

Auf Amazon gibt es jetzt eine Staffel, die in dem Zusammenhang sehr bemerkenswert ist. Es geht um Jeremy Clarkson und seine Farm.

Um das zu verstehen muss man wissen, wer Clarkson ist: Er ist der „Kopf“ eines Dreier-Teams von Moderatoren, die früher auf BBC die Sendung „Top Gear“ und jetzt auf Amazon „The Grand Tour“ moderieren. Er ist ein „Petrolhead“, Autos könne nicht groß und laut genug sein, Greta Thunberg hält er für überbewertet und Umweltschutz ist ein Thema, dass für ihn keine Rolle spielt. Und dann kauft er eine Farm.

Die Sendung beginnt damit, dass er beschließt, seine Farm selbst bewirtschaften zu wollen. Mit Hilfe, im Wesentlichen aber alleine. Und die Sendung beginnt, wie man es vermuten würde: Er kauft den größten Traktor von Lamborghini, den er kriegen kann.

Was dann folgt sind 8 Folgen, in denen man einem Mann dabei zusieht, wie er sein gesamtes Leben neu bewertet. Wie ihm auf ein Mal klar wird, welche Bedeutung die Natur, die Umwelt und die Landwirtschaft haben. Wie die Zusammenhänge sind und warum die Landwirtschaft mehr ist, als mit einem Traktor über den Acker zu rollen. Und wer bei der Geburt der Lämmer… aber ich will nicht spoilern.

Natürlich ist Clarkson Clarkson. Aber man sieht einen Menschen, der begreift, dass das Leben sehr viel mehr ist, als im Supermarkt ein Brot zu kaufen. Bis zum dramatischen Finale, wenn er am Ende eines Jahres ausrechnet, wie viel er verdient hat.

Das Jahr, dass gewählt wurde, ist besonders: Das Wetter scheint in England verrückt zu spielen – und Greta ist plötzlich unterschwellig sehr präsent. Corona wütet und auf ein Mal ist selbst London eine Geisterstadt, wie wir sie zuletzt in „28 Days Later“ gesehen haben. Und so wie Clarkson sich verändert, verändert sich auch das Publikum. Plötzlich sehen wir nicht nur die Felder, sondern die Arbeit. Wir verstehen, wie wichtig die Blühstreifen sind und vielleicht wird uns klar, wie viel Landwirte leisten und was sie dafür bekommen.

Ich wünschte, die Landwirte hier am Niederrhein würden vielleicht mal mit entsprechendem Aufwand eine Serie produzieren, wie ein landwirtschaftliches Jahr hier abläuft. Mit den Hochs und Tiefs und mit ehrlichen Einblicken. Dann würde es vielen Menschen vielleicht auch leichter fallen zu verstehen, was an den Preisen im Supermarkt nicht stimmt. Und vielleicht verstehen wir alle dann wieder, wie wichtig die Landwirtschaft für uns alle ist – auch angesichts berechtigter Kritik, wie z. B. Überdüngung und Massentierhaltung. Wobei die Frage hier lauten muss: Sind unsere Kritikpunkte nicht gegen die Symptome gerichtet, während die Ursache wir, die Verbraucher und unsere Geldbörsen aus Zwiebelleder sind?

Auf jeden Fall ist Clarkson’s Farm die für mich spannendste Produktion seit langem. Und ich finde, viel mehr Menschen sollten sie sehen. Also auch ihr.

 

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Die in diesem Beitrag gesetzten Links zu Amazon sind „Affiliate-Links“. Bei einem Einkauf über diesen Link wird ein geringer Teil des Umsatzes für den gutgeschrieben, der den Link gesetzt hat. Dadurch wird das Produkt für den Kunden nicht teurer, Amazon verdient nur etwas weniger – hat dafür natürlich Werbung für seine Seite. Alle Artikel auf unkreativ.net die einen solchen Link verwenden, sind auch mit der entsprechenden Kategorie gekennzeichnet.

Wasser. Selbstverständlich.

Wasser. Selbstverständlich.

Dürren, das ist was, das man aus der Wüste kennt. Afrika, das wissen wir, kennt Dürren. Die armen Menschen, die Kilometer weit laufen müssen, um Wasser aus provisorischen Brunnen zu holen oder um ihre Gefäße an einem LKW aufzufüllen. Gut, dass uns das nicht passieren kann. Gut, dass wir im saftigen, grünen Europa leben.

Doof nur, dass das nicht so ist. Natürlich könnten wir das alle wissen. Dazu braucht es nur offene Augen und eine gesunde Skepsis, wenn FDP und CDU Dir erklären wollen, die austrocknenden Bäche wären auf keinen Fall ein Anzeichen für Klimawandel – egal, was die Wissenschaft sagt. In Voerde rede ich mir hier den Mund fusslig. FDP und CDU benehmen sich wie kleine Kinder, halten sich die Augen und Ohren zu und denken „was ich nicht sehe, das gibt es auch nicht“. Vielleicht kann man zumindest über ein Grundwasser-Monitoring wenigstens rechtzeitig vorgewarnt werden.

Ein klitzekleines bisschen so richtig doof wird das nur dann, wenn eine Behörde, die dafür da ist, im Katastrophenfall zu helfen sagt, dass nicht nur das Wasser echt bedrohlich knapp wird – sondern das es auch richtig teuer werden wird:

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mahnt angesichts des Klimawandels, kein Wasser zu verschwenden. (Quelle: Deutschlandfunk)

(…)

»Wir befürchten, dass das Problem noch zunimmt«, sagte Schuster. Darauf müssten sich die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Kommunen einstellen. Um vorzusorgen, stellt das BBK seinen Angaben zufolge in einem Förderprogramm fast 60 Millionen Euro für die Sanierung von Trinkwassernotbrunnen, für Verbundleitungen und die Notstromversorgung der Wasserversorger bereit. (…) »Mindestens ebenso groß« wie das Risiko Wasserknappheit sei angesichts des Klimawandels »die Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden und extremen Wetterwechseln«, sagte Schuster. »Auch darauf stellen wir uns ein.« (Quelle: Spiegel)

Mehr Feuer und weniger Wasser. Der heiß-feuchte Traum von Pyromanen.

Aber vielleicht könnten dann jetzt endlich mal alle Parteien sich darauf verständigen, dass die Frage NICHT ist ob Klimawandel. Sondern wie viel, wie schnell, wie dramatisch. Hoffnung habe ich da allerdings wenig:

Wenn Konservative nicht konservieren

Wenn Konservative nicht konservieren

Pardon für das schlechte Wortspiel.

Für mich bedeutet konservative Politik das Erhalten von Werten und unseren Lebensgrundlagen. Dazu gehören Werte wie das soziale Miteinander und das Bewahren der Natur. Und nichts scheint weiter aus dem Fokus der CDU verschwunden, als eben solche Dinge wie das Bewahren der „Schöpfung“, wie es Christen gerne nennen.

Hier zwei aktuelle Beispiele:

Wir wissen, dass Bienen und Pflanzen das Wichtigste sind, was wir schützen können. Nicht erst, seit wir vom Bienensterben wissen oder seit uns mit der Tatsache beschäftigen müssen, dass immer mehr biologische Vielfalt einfach verschwindet. „Einfach“ ist hier natürlich gar nix. Und wenn mich jemand fragen würde, würde ich fragen, ob das vielleicht was damit zu tun hat, dass wir Glyphosat, das ja auch im Verdacht steht, Krebs zu erregen, weiter nutzen. Dank einer CDU-Ministerin. Die übrigens still und heimlich gerade versucht, auch Bienengifte wieder in den Markt und auf den Acker zu lassen. Was genau bewahren wir da? Die Natur sicherlich nicht.

Und den Menschen auch nicht.

Aber hey, das scheint ja neuerdings irgendwie Leitmotiv der „Konservativen“ zu sein: Alle Macht den Konzernen, pfeift doch auf die Menschen.  Denn hier kommen wir zum zweiten Punkt:

Oder wie erklären wir, dass ein CDU-Minister ein Gutachten unter Verschluss hielt, dass den ganzen Wahnsinn der RWE-Abgrabungspläne im Braunkohlerevier für Absurd erklärt und die Vernichtung von Fläche und ganzen Dörfern, damit Lebens- und Erinnerungsraum vieler Menschen, für unnötig befindet?

Der Spiegel dazu:

Laut dem Gutachten, das die Forschungsinstitute BET und EY im Auftrag des Wirtschaftsministeriums erstellt haben, könnte die Förderung in Garzweiler II durch den Kohleausstieg so weit zurückgefahren werden, dass die Dörfer nicht abgebaggert werden müssten. Rund ein Drittel der Braunkohle in Garzweiler II könnte demnach unter der Erde bleiben – wenn die Empfehlungen der sogenannten Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung (kurz: Kohlekommission) umgesetzt würden.

Der WDR rechnet in einem Kommentar schonungslos ab:

Im November 2019 dann dieses von der Bundesregierung selbst in Auftrag gegebene Gutachten. Ergebnis: Wenn die Vorschläge tatsächlich 1:1 umgesetzt werden, dann müssen auch die letzten fünf Dörfer im Tagebaugebiet Garzweiler (das sind Keyenberg, Kuckum, Ober- und Unterwestrich, Berverath) nicht mehr abgebaggert werden. Zu diesem Zeitpunkt passte das wohl schon nicht mehr zum Verhandlungsstand mit den Energiekonzernen.

Fällt eigentlich nur mir auf, dass immer und immer wieder die „CHRIST“-Demokraten, die „Konservativen“ als erste dabei sind, wenn es darum geht, sich unchristlich zu verhalten, der Natur zu schaden und dafür zu sorgen, dass Konzerne machen können, was sie wollen?

 

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Was bisher geschah:

Gott sei Dank gibt es keinen Klimawandel!

Gott sei Dank gibt es keinen Klimawandel!

Ich bin ja so froh, wenn ich ehrlich bin!

Eine Weile nahm ich ja an, dass es einen vom Menschen beschleunigten Klimawandel gibt, der mit Dürren und Wetterkatastrophen einhergeht, der uns Millionen Menschenleben und Unsummen an Geld kosten wird – sofern wir ihn überhaupt überleben. Und als dann dieses Jahr wieder so trocken war, dachte ich: mei, mei, mei, das geht schief. Gott sei Dank war die Dürre ja eigentlich  keine Dürre und die CDU und FDP in Voerde sind ja stetig bemüht, mich von dem Hinrgespinst eines Klimawandels zu befreien.

Und ich bin so dankbar dafür!

Denn deswegen kann ich heute ja mit Fug und Recht sagen, dass es FAKE NEWS sind, wenn der WDR schreibt, es wäre viel zu warm und trocken.

Nach dem sonnenarmen und feuchten Oktober – der dennoch wärmer war als im langjährigen Mittel – hat sich die Serie der trockenen und warmen Monate auch im November fortgesetzt. Der diesjährige war wärmer, sonniger und erheblich trockener als sonst.

Oder wenn der WDR schriebt, dass die Pegel der Talsperren (vermutlich wie auch die Grundwasserpegel) viel zu niedrig sind:

Weil auch während des Sommers extrem wenig Regen runtergekommen ist, sinken zum Beispiel auch die Pegel vieler Talsperren. Etwa an der Möhnetalsperre oder der Ennepetalsperre, laut dem Ruhrverband sind sie momentan nicht einmal zur Hälfte gefüllt.

Stellt Euch mal vor, das wäre wahr. Am Ende würde sogar bei uns ein Kampf ums Wasser ausbrechen. Und sowas gehört doch maximal nach Afrika oder so. Aber doch nicht nach Mitteleuropa! Deswegen ist natürlich auch der Artikel der Welt FAKE NEWS, der so was impliziert.

Bislang sind sich Wasserversorger und Mineralbrunnen unter der Erde nicht in die Quere gekommen. Doch das könnte sich jetzt ändern. Wegen der Dürrejahre fordern Wasserversorger weitreichende gesetzliche Vollmachten. Die Gegenseite spricht von einem Ressourcenklau.

Aber wie gesagt, dank der liberal-konservativen Kämpfer für ein besseres Morgen weiß ich ja, dass das alles Panikmache ist, um ein paar linksgrünversifften Anhängern von Fridays for Future zu gefallen. Denn kein Politiker, der seinen Job als Diener des Volkes ernst nimmt, würde ja wissentlich die Menschen in eine Katastrophe rennen lassen.

In sofern: Shame on you, Mainstrem-Presse!

Geh in den Zoo, haben Sie gesagt. Wird dir gefallen, haben Sie gesagt.

Geh in den Zoo, haben Sie gesagt. Wird dir gefallen, haben Sie gesagt.

Gelegentlich schnappe ich mir ja meine Kamera und streife durch einen Zoo. In der Regel freue ich mich ob der Tiervielfalt. Der Bemühungen der Zoos, die Tiere halbwegs vernünftig unterzubringen, Wissen zu vermitteln und natürlich auch Zuchtprogramme durchzuführen.

Heute war ich auch im Zoo. Relativ spontan. Und ich würde sagen: es ist ziemlich schief gelaufen.

Ich weiß nicht, was es ist. Das Wetter vielleicht, eine generelle Unzufriedenheit mit einigen Baustellen bei mir selbst oder… ja oder ob es die Tiere waren. Beziehungsweise ihr Leben/Leid in Gefangenschaft.

Ausschlag gab auf jeden Fall das Bärengehege direkt am Eingang des Allwetterzoo in Münster. Und dieser Meister Petz, der unruhig auf und ab lief. Der Eindruck den er dabei machte war der absoluten Unglücks. Ich habe keine Ahnung ob das Gehege „Art-gerecht“ ist, was im Hintergrund passiert und ich gehe mal davon aus, dass man sich alle Mühe der Welt gibt, es ihm einigermaßen erträglich zu machen.

Nur…

Ich habe das Glück, Bären (ja ich weiß, ganz andere Art) auf meinen Reisen in freier Wildbahn erlebt zu haben. Auf dem Pferd in Kanada oder wie hier, praktisch auf Augenhöhe. Immer aus der Distanz und nie in ihr Revier rein-funkend konnten ich diese majestätischen Tiere beobachten, wie sie sich auf bunten Wiesen den Bauch voll-schlugen oder in Atem beraubendem Tempo Berge empor kletterten.

Keine Ahnung, warum ich heute drauf bin, wie ich drauf bin. Aber dann die Elefanten zu sehen, die ich nicht ohne Zaun aufs Bild bekommen habe und deren „Spielzeug“… das machte mich schon echt betroffen. Ist das wirklich dem Tier angemessen? Autoreifen?

Und auch die Großkatzen: Der Luchs in einem Gehege, rastlos von Ecke zu Ecke streifend…

Oder der Gepard, durch einen Zaun vom Weibchen und den Jungen getrennt, eine tiefe Spur in den Boden laufend, wie man sie eigentlich nur aus Comics kennt…

 

Versteht mich nicht falsch: Ich glaube Zoos sind ungemein wichtig auch für den Fortbestand vieler Arten. Aber macht es das nicht noch alles viel schlimmer? Wie abartig ist es, in einem Zoo zu stehen, sich über die Erdmännchen zu freuen…

… und zu wissen, dass wir Tag für Tag mit unseren Entscheidungen was und wie wir konsumieren, wie wir leben und wie wir mit der Erde umgehen, den Tieren ihren Lebensraum nehmen? Tag für Tag unzählige Arten ausrotten?

Keine Ahnung warum. Aber heute hätte ich am liebsten laut geschrien und alles angezündet.

Wie in Afrika?

Wie in Afrika?

In der NRZ von heute ist ein „spannender“ Artikel, der mich zutiefst beunruhigt. Darin geht es um den Wassermangel in unseren Wäldern, oder wie man schreibt:

 „Die Tiere wandern weite Wege, um am nächsten Gewässer zu trinken, sie wandern quasi zur Oase“.

Und es geht nicht um eine abstrakt weit weg liegende Gegend. Es geht um den Kreis Wesel, den Niederrhein und Deutschland. Der Klimawandel ist da und er kommt mit einer inzwischen mehrere Jahre anhaltenden Dürre.

Beschrieben werden die sterbenden und einfach zusammenbrechenden Bäume, aber auch die Versuche der Jäger und Waldeigner, mit Rohren, Pumpen und künstlichen Teichen das Überleben der Tiere zu sichern. Das die Jäger sich so um die Tiere kümmern, kann man jetzt natürlich von zwei Seiten sehen. Ich entscheide mich für die Seite: „Gut, dass was getan wird“.

Was mich beunruhigt ist das nach wie vor ohrenbetäubende Schweigen in großen Teilen der Politik. Sieht man von gelegentlichen Nebelkerzen der CDU und FDP mal ab: Warum herrscht eigentlich bei den Politikern in den Parlamenten der Kommunen, Länder und des Bundes nicht helle Panik? Ist es wirklich so schwer zu verstehen, dass wenn der Wald stirbt, auch wir sterben?

Ist es wirklich nur den Jugendlichen von FFF ein Anliegen, endlich aufzuwachen und was gegen den Klimanwandel zu tun? Und es wäre viel zu tun, denn es ist doch offensichtlich, dass es auch bei uns zu massiven Veränderungen kommen wird. Einschließlich von Verteilungskämpfen rund ums Trinkwasser.

Wir diskutieren, ob wir 1.000 oder 5.000 Flüchtlinge aus Moria aufnehmen wollen – und ignorieren, dass wir selbst zu Klimaflüchtlingen werden können, wenn wir nicht endlich anfangen, etwas zu tun!

Das Gute und das Schlechte…

Das Gute und das Schlechte…

A40 beim Ruhrstillleben 2010
A40 beim Ruhrstillleben 2010

Erinnert Ihr Euch noch an das Ruhrstillleben 2010?

Damals war unter anderem die A40 für PKW gesperrt und für Radfahrer und Fußgänger frei gegeben. Daran muss ich diese Tage oft denken.

Ich denke dann, wie schlimm Corona unsere Gesellschaft beutelt. All die schwer kranken Menschen, all die Menschen die Sterben – selbst wenn es „nur“ 5% aller Erkrankten sind.

All die Menschen die Ihren Job verlieren, weil die Firmen dicht machen. All die Probleme für die Kommunen, die Länder und den Bund, weil die Steuereinnahmen weg brechen werden, aber mehr denn je staatliche Ausgaben notwendig sind.

Und dann denke ich daran, wie still die Stadt geworden ist. Wie wenig Menschen mit dem Auto fahren. Das plötzlich große Mengen an Office-Workern doch zu Hause arbeiten können und die Stau-Nachrichten im Radio wegfallen. Wie schnell die Luft besser, das Wasser sauberer wird. Wie viele Menschen nicht in Urlaub fliegen, sondern mit ihren Liebsten spazieren gehen. Wie viele Familien gemeinsame Spielabende statt Corona-Sondersendungen für sich entdecken.

Ich hoffe, dass Corona bald ein Gespenst der Vergangenheit ist. Das es Medikamente und schnell eine Impfung gibt.

Und ich hoffe, dass wir als Gesellschaft trotz allem etwas positives aus der aktuellen Phase ziehen können. Das wir vielleicht etwas länger was davon haben, dass die Welt eine Notbremsung hingelegt hat. Ich hoffe auf Chefs die in großen Mengen Heimarbeit erlauben. Auf Menschen die merken, dass sie ohne Auto mindestens genauso gut klar kommen. Das wir endlich eine richtig geile Fahrrad-Infrastruktur und einen ausgebauten ÖPNV bekommen.

Und das die Menschen auch morgen noch im Wald spazieren gehen. Mit ihren Partnern, mit ihren Kindern.

Und in Ruhe.

#Umweltsau

#Umweltsau

Ich habe heute das Jahr mit einer traditionellen Mountainbike-Runde begonnen. Die Sonne schien und alles war gut. Bis ich auf die Halde Haniel kam.

Im Moment sind ja sehr viele Menschen darauf bedacht klar zu stellen, dass ihre Oma keine Umweltsau ist oder war. Und das glaube ich. Ich glaube aber auch, dass manch einer der im Moment durchs Leben geht, eine ziemliche Umweltsau ist.

Anders kann ich mir nicht erklären, wie es auf der Halde Haniel heute ausgesehen hat. Wo offensichtlich die eine oder andere Umweltsau gestern Abend gefeiert hat und den ganzen Müll dann einfach liegen ließ. Kann sich ja wer anders drum kümmern.

Solche Moment sind es, an denen ich mich frage was eigentlich mit uns nicht stimmt. Ist es wirklich so schwer, seinen Scheiß nicht nur mit hoch  zu schleppen, sondern den eigenen Dreck und Müll wieder einzusammeln?