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Kategorie: Pressekritik

CDU Voerde – ich bin fasziniert :)

CDU Voerde – ich bin fasziniert :)

Ihr wisst ja, dass ich gelegentlich Fotos mache. Und natürlich schaue ich auch viele Fotos.

Ihr wisst ja, dass ich gelegentliche Politik mache. Und natürlich schaue ich auch was andere Politiker so machen.

Mir ist schon vor ein paar Wochen aufgefallen, dass die CDU Voerde im Wahlkampfmodus ist und dabei vor allem ihre Präsenz auf Facebook deutlich erhöht. Insbesondere die Anzahl von Beiträgen mit Fotos der bekannten Vertreter der Partei haben deutlich zugenommen.

Ich habe den Eindruck, dass man sich  beraten hat oder beraten lassen hat, wie man heute so im Neuland sowas macht. Und um das klar zu stellen: Ich mag das, wenn Parteien über ihre Arbeit berichten. Gut, auf der eigenen Website der Partei hätte ich es lieber als bei Facebook, aber hey, Beggars can’t be Choosers, wie der Franzose sagt.

Wie ich heute so durch die Timeline meiner zweit liebsten Oppositionspartei scrolle, fällt mir aber ein Detail auf. Ich schiebe das mal auf den Berater der vermutlich gesagt hat wie man sich auf Fotos verhalten soll, bzw. wie nicht oder darauf, dass es gelegentlich der gleiche Knipser ist.

Was mir aber primär auffällt: Achtet mal darauf wie man steht und was Gestik & Mimik zum Ausdruck bringen.

Alle Bilder sind Screenshots vom 26.02.2020 gegen 15:30 aus dem Feed der CDU-Voerde

 

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Was bisher geschah…

Ob die RP das ernst meint?

Ob die RP das ernst meint?

Ich habe vor einer Weile aufgegeben, die Rheinische Post regelmäßig zu lesen. Der Lokalteil besteht aus dem gleichen wie bei der NRZ und die tendenziöse pro-CDU-Schreiberei ging mir auf den Geist.

Heute, mehr durch Zufall, bin ich aber auf einen Artikel über unseren Innenminister gestoßen, der sich selbst unterbietet. Zum einen ist da natürlich die übliche “Ungenauigkeit”, wie z. B. hier:

 Mit dem neuen Polizeigesetz, der kräftigen und von der Vorgängerregierung verschleppten Aufstockung der NRW-Polizei(…)

Denn tatsächlich begann das massive Aufstocken eben unter der Vorgängerregierung von Rot-Grün in 2015, die dafür 2017 sogar eines der seltenen Lobe der GdP bekam.

Der echte, und für einen freiheitsliebenden und an den Rechtsstaat glaubenden Menschen schwer erträgliche Kram kommt ein paar Absätze weiter:

Trotzdem ist Reul kein schlechter Innenminister. Seine bislang größte Leistung ist das neue Polizeigesetz in NRW, das den Beamten wesentlich mehr Kompetenzen einräumt. Es war überfällig, um dem technischen Fortschritt des immer skrupelloser auftretenden Verbrechens Paroli bieten zu können. Als Preis für das Mehr an Sicherheit müssen die Bürger damit leben, schneller, umfangreicher und öfter überwacht, festgenommen und sonstwie eingeschränkt zu werden. 

 

Ich muss WAS bitte?

Ich muss für die Simulation von Sicherheit damit leben, halt mal mehr überwacht oder gar eingebuchtet zu werden?

Da frage ich mich ob dem Redakteur beim Tippen nicht das Hirn zu Ohren herausgeblutet ist. Wie kann man denn als Verfechter der 4. Gewalt so einen Nonsens verzapfen?

Zumal ja bekannt ist, dass man auch als unschuldig Verhafteter möglicherweise nicht mehr lebend aus dem Gefängnis kommt.

Kliniken fehlt Geld für Digitalisierung?

Kliniken fehlt Geld für Digitalisierung?

Heute morgen titelt die NRZ:

Screenshot NRZ 01.03.2019
Screenshot NRZ 01.03.2019

“Kliniken fehlt Geld für Digitalisierung”
und weiter:

Kliniken in der Region fordern einen „Digitalpakt“ für die Krankenhäuser, um die digitale Infrastruktur auf Vordermann zu bringen. In den Häusern stauten sich Investitionen in Millionenhöhe, die die Kliniken nicht nur aus eigener Kraft bedienen könnten, heißt es aus Krankenhäusern der Region. Deshalb müsse der Staat seine jährliche Förderung aufstocken.

(leider nur hinter Paywall)

Ich finde das spannend.  Denn ja, natürlich bin ich der Meinung, dass Krankenhäuser in die Digitalisierung investieren müssen. Schon aus Sicherheitsgründen. Nur: wie so oft stellt sich die Frage, ob hinter solchen Forderungen nicht das altbekannte “Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert” steckt. Ein Indiz dafür liefert ein Blick nach Statista, wenn man sich nur mal den viel diskutierten Helios-Konzern ansieht:

Statista, Quelle
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/222811/umfrage/konzernergebnis-des-klinikunternehmens-fresenius-helios/

Kann es sein, dass ein Klinikbetreiber hunderte Millionen Gewinn einstreicht?

Mal abgesehen von der ethischen Frage, ob ein Krankenhaus überhaupt Gewinn machen darf und kann: Möglicherweise erleben wir hier gerade einen neuen Versuch, zu Gunsten der Stakeholder den Steuerzahler zur Unterstützung zu rufen. Im Artikel steht leider nichts dazu.

Allerdings wird dort die “St. Elisabeth Gruppe” erwähnt und die kann man sich auch online ansehen. Und ich lasse das mal unkommentiert hier stehen:

Quelle: https://www.northdata.de/St.+Elisabeth+Gruppe+GmbH+Katholische+Kliniken+Rhein-Ruhr,+Herne/Amtsgericht+Bochum+HRB+9735

 

Artikel ohne Nährwert: Business Online zur RSV

Artikel ohne Nährwert: Business Online zur RSV

Nachdem ich ja gestern schon über einen Artikel vom Focus gestolpert bin, erwischt es heute „Business Insider“:

Der Artikel vom 20.10.18 befasst sich mit der „Restschuldversicherung“ bei Krediten. Zusammengefasst soll diese Versicherung die Restschuld eines Kredites übernehmen, wenn man unverschuldet Zahlungsunfähig wird.

Der Artikel weist darauf hin, dass – welch Überraschung – die Versicherung eher so gestaltet ist, dass sie genau dann nicht zahlt, wenn man sie braucht. Und das sie natürlich Geld kostet.

Außerdem sei der Abschluss optional und man könne auch Nachträglich die Versicherung kündigen. Dann allerdings müsse auch der Kredit zurück gezahlt werden.

Die Versicherung sei im Fazit teuer und nutzlos.

Das ist ja alles richtig. Es gibt aber, wie so oft im Leben ein großes ABER an der Sache:

Die Banken nutzen Restsschuldversicherungen um Kredite „zu Besichern“. Besicherungen können zum Beispiel Wertgegenstände wie Immobilien sein, die man der Bank für die Laufzeit des Kredites übereignet. Oder eben so eine Versicherung.

Daher findet man diese Art von Versicherung in der Regel bei Verbraucherkrediten, bzw. Konsumkrediten, bei Immobilien bestehen die Banken eher auf Risiko-Lebensversicherungen.

Für die Bank ist wichtig, wie hoch der Anteil der Kredite ist, für die sie Sicherheiten hinterlegt haben. Ohne Verischerung ist der Kredit unbesichert und Banken dürfen deutlich weniger unbesicherte als gesicherte Kredite ausgeben.

Das bedeutet jetzt zwei Dinge: 

1. Banken geben gerne besicherte  Kredite aus, zumal dann auch die Wahrscheinlichkeit kleiner ist, dass beim Ausfall des Schuldners der Kredit abgeschrieben werden muss.

2. Verzichtet der Schuldner auf eine Besicherung durch eine Restschuldversicherung, steigt das Risiko der Bank.

Was macht jetzt eine Bank, die ein höheres Risiko sieht? Richtig, sie preist das ein und erhöht den Zins.

In der Folge bedeutet also ein Verzicht auf die Restschuldversicherung so gut wie immer einen höheren Darlehenszins.

Jetzt kann man einfach rechnen: Bezahle ich mehr zurück mit der Restschuldversicherung als bei dem höheren Zins? Dann wähle ich den höheren Zins.

Bezahle ich mehr zurück mit höheren Zinsen als mit dem Aufpreis durch die Restschuldversicherung? Dann nehme ich die.

Ist die Summe identisch? Dann ist es fast egal, aus Sicherheitsgründen würde man aber vielleicht die Versicherung wählen wollen.

Natürlich braucht die Darstellung dieses Zusammenhangs Platz und Platz scheint im Internet eng zu sein – man muss schließlich so viel Werbung wie möglich auf die Seite bringen. 

 

Wenn es nicht so traurig wäre….

Wenn es nicht so traurig wäre….

Manchmal kommen “Nachrichten” durch meine Crawler, die mir das Wasser in die Augen treiben. So auch heute, wo der Focus mit der fetten Headline aufwartet:

Mini-Zinsen ade: Hier kassieren Sie 1,0 Prozent für Tagesgeld
 

Was folgt ist Werbung für die ING-DIBA und einige andere Institute, die an Dreistigkeit kaum zu überbieten ist. Der einleitende Text führt aus, dass die Inflation im September bei 2,3% gelegen hätte. Weswegen es wichtig sei, hohe Zinsen zu generieren um dem Schwund des Geldes was entgegen zu halten. Die Zahl stimmt mit der von Statista überein.

Und dann wird Werbung dafür gemacht, dass man 4 Monate lang(!) 1% bekommt, danach nur noch 0,01%. Oder anders gesagt, man “drückt” den Verlust von 2,3% für 4 Monate auf 1,3% und danach auf 2,29%. Ja WAHNSINN.

Ehrlich, schämt man sich heute eigentlich für gar nix mehr? Solche “Neukundenangebote” kann doch niemand ernst nehmen. Und welchen Anspruch hat ein Magazin noch an sich selbst, wenn es 1% Zinsen für wenige Wochen so betitelt wie hier?

 

Wenn Recht zu Unrecht wird

Wenn Recht zu Unrecht wird

Gemeinhein gibt es ja die Tendenz, selbst zu entscheiden was Recht ist und was nicht. Aktueller Tiefpunkt ist ein Kommentar auf Lokalkompass.de:

Plötzlich ein lauter Ruf von rechts: “EY!” Von stadteinwärts rauscht ein Radler heran – er ist um einiges zügiger unterwegs als das Moped. Dessen Fahrer hat gar keine Chance, den von schräg hinten kommenden Radfahrer zu bemerken.

Aber der besteht auf sein Vorfahrtsrecht und dengelt mit Tempo 30 durch den Kreisel.

Ist das achtsames oder gar rücksichtsvolles Fahren? Nö – ist es nicht! Aber es ist täglich zu beobachten, dass auch Radler meinen, sie hätten die Straßen für sich gepachtet.

Da möchte man den Autor schütteln.

Hätte ein Rad einem Auto die Vorfahrt genommen, hätte man auf dem Radfahrer rumgehackt. Aber selbst wenn jeman anderem dem Radfahrer die Vorfahrt nimmt, ist plötzlich der Radfahrer schuld? Geht es noch?

Lieber Autor:

Wenn der Radfahrer Vorfahrt hat, dann besteht er zu Recht auf sein Recht. Das hat nichts damit zu tun, er habe das Gefühl, er hätte die Straße für sich gepachtet. Und es gilt das Sichtfahrprinzip: Wenn der Mopedfahrer eine Stelle nicht einsehen kann, dann muss er anhalten, im Zweifel sogar absteigen.

Diese Umkehr von Recht und Unrecht, frei nach dem Motto “Gesetz ist, was mir am Besten passt” ist es, die dafür sorgt, dass unser Verkehr auf den Straßen immer gefährlicher wird. Und wenn die Presse das auch noch aktiv fordert und fördert, hat sie ihre Rolle und Bedeutung als Kontrollinstanz nicht verstanden.

Ach, hätte der Radfahrer doch nur einen Helm getragen!

Ach, hätte der Radfahrer doch nur einen Helm getragen!

Auf einem scheinbar geraden, leicht ansteigenden Stück einer kleinen Straße überfährt ein 19 jähriger(!) mit seinem Opel Astra Cabrio(!) einen Radfahrer.

Auf Google Maps sieht die Straße übrigens so aus:

Ich gebe zu, das löst ein paar Gedanken aus. Hat der junge Mann das Wetter “genossen” und sich von der euphorischen Stimmung hinreißen lassen, es mit der Geschwindigkeit nicht so ernst zu nehmen? Hat er vielleicht mit dem Handy gespielt? Wie kann man überhaupt auf einer geraden Straße einen Radfahrer übersehen?

Gut, die Neue Westfälische hält sich mit solchen Fragen nicht auf. Für sie reicht der Hinweis…

Er war aus unbekannter Ursache von einem Pkw-Fahrer übersehen worden.

Und das es in der Überschrift mal wieder “nur” der PKW war, der den Radfahrer angefahren hat…. das ist ja fast schon geschenkt diese Tage. Und was natürlich auf keinen Fall fehlen darf, ist der subtile Hinweis….

Dort blieb der Radfahrer, der keinen Helm trug, mit schweren Kopfverletzungen liegen.

Öh ja, ist klar. Weil ein Helm so viel Schutz bietet, wenn Du von hinten von einem 1700kg schweren Koloss aus Stahl niedergemäht wirst.

Ich finde dieses Victim-Blaiming nur noch zum kotzen. In einem solchen Unfall ist ein Helm ein Tropfen auf dem heißen Stein. Aber durch die Erwähnung im Zusammenhang mit den Kopfverletzungen ist natürlich dem verständigen Leser sofort klar: “Ahhh ja, hätte er mal einen Helm angehabt, er wäre bestimmt unverletzt geblieben.”

Man wünscht sich, dass die Verkehrswende langsam auch in den Köpfen von Redakteuren ankommt, die solche Artikel schreiben. Damit endlich Schluss ist damit, Autofahrer in Schutz zu nehmen, die das Leben anderer Verkehrsteilnehmer gefährden oder sogar beenden.