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Kategorie: Dinslaken

Keinen Millimeter nach Rechts!

Keinen Millimeter nach Rechts!

Seit einiger Zeit sammeln sich Montags in Dinslaken „besorgte Bürger*innen“ und politisch (sehr) weit rechts stehende Menschen, um gegen die Corona Vorsichtsmaßnahmen zu protestieren. Entschuldigung, spazieren zu gehen.

Die „Omas gegen Rechts“, ein lockerer Zusammenschluss von Frauen, hatte darauf keinen Bock mehr und über Social Media zu einer Gegenveranstaltung aufgerufen. Und ohne viel Lärm versammelten sich gestern mehr als 600 Menschen um ein Zeichen zu setzen.

Dabei wurde auch zum Gedenken an die Verstorbenen Lichter aufgestellt, was die ganze Stimmung noch mal beeinflusste. Während dessen mobilisierte auch die Gegenseite und brachte überregional fast 500 Menschen auf die Straße, die fast friedlich und still ihren „Spaziergang“ vollzogen. Bemerkenswert war, dass unter den Maskengegnern im Zug auch Maskenträger waren.

Das Tolle an der Veranstaltung der „Omas gegen Rechts“ gestern war, dass die Zivilgesellschaft endlich mal gezeigt hat, dass sie eben nicht stillschweigend die „Spaziergänge“ duldet. Sondern das sie ein Problem damit hat. Und ich habe mich gefreut, so viele Menschen zu sehen, die mit ihrer Anwesenheit klar gemacht haben: „Nicht mit uns!“

Und vielleicht müssen wir solche Veranstaltungen wiederholen. So lange, bis die wenigen lauten Quer- und Leerdenker endlich begreifen, dass sie erstens nicht die Mehrheit sind und zweitens auf dem Holzweg.

Klimawandel? Welcher Klimawandel? Die CDU-FDP-Edition

Klimawandel? Welcher Klimawandel? Die CDU-FDP-Edition

Manchmal bin ich so müde. Soooo müde. Und ich hätte so gerne Unrecht.

2018 habe ich zum ersten Mal darauf hingewiesen, dass der Rotbach sehr früh im Jahr schon kein Wasser mehr führte. Darauf hin musste ich mir von einem FDP-Mitglied anhören, dass sei nicht der Klimawandel, sondern der Bergbau und ich hätte keine Ahnung. Ob es besser wird, wenn es der Bergbau ist?

Die Behauptung hat die FDP übrigens noch mal erneuert:

Kürzlich haben die Grünen noch das (tatsächlich als Bergbaufolge zu interpretierende) temporäre Austrocknen des Rotbachs als Beleg für Klimawandel-induzierte Dürren instrumentalisiert;

In diesem Beitrag  versucht die FDP auch wieder die Bedeutung von Gärten zu verkehren und tritt massiv für Stein(vor)gärten ein – und ignoriert, dass dort kein Wasser versickert, sondern durch die Kanäle in den Rhein gelangt. Anlass der erneuten Äußerung der FDP war dieser Beitrag von mir.

Heute jetzt kann man in der Rheinischen Post genau das wieder lesen: der Rotbach trocknet das dritte Jahr in Folge aus.

Wegen der Dürre.

Die eine Folge des Klimawandels ist.

Und ja, mir wäre lieb, wenn ich jetzt hier schreiben könnte, dass das Gegenteil der Fall ist. Das es mit dem Bergbau zu tun hat. Denn das würde mir weit weniger Angst machen als die Frage, was das für uns alle bedeutet, wenn in Mitteleuropa das Wasser knapp wird.

Als Folge des Klimawandels.

Jetzt haben wir ja seit Mitte 2019 den Klimanotstand in Voerde erklärt. Und was hat das bis heute andauernde Diskussionen ausgelöst. Bei der CDU Voerde ist ohne Witz der zweite Satz zum Thema Klima in ihrem Wahlprogramm (im Kapitel „Umweltpolitik, erst das 9. Thema):

Mit einer Mehrheit im Rat würden wir den Klimanotstand sofort beenden.

Und was haben bei der Erklärung neben der CDU auch die JU und die FDP gegeifert. Die FDP nutzte das Ganze natürlich wieder für persönliche Angriffe:

Durch ihren Vorsitzenden Stefan Meiners verbreiten die Grünen die Behauptung, dass das Austrocknen des Rotbachs ein Beweis für einen bereits herrschenden „Klimanotstand“ sei, dem durch Ausrufung desselben nun begegnet werden müsse. Hierzu ist folgendes festzustellen:

Der Rotbach ist ein durch Bergbau-bedingte Geländesenkungen massiv betroffenes bzw. beeinträchtigtes Gewässer.

Schon damals muss klar gewesen sein, dass das eine falsche Behauptung ist, die jeder Grundlage entbehrt. Egal, wie viele Pseudo-Argumente man anführt.

Und ja, ich würde mich so gerne irren. Ich würde so gerne zu Kreuze kriechen und sagen „ja, liebe CDU, ihr habt Recht, es gibt keinen Klimawandel“ und „ja, liebe FDP, ihr habt Recht, es ist nicht die Dürre, die jetzt ins dritte Jahr geht.“

Aber ich kann nicht.

Und das macht mir Angst. Denn die Folgen drohen katastrophal zu werden!

Wenn dann der CDU-Fraktionsvorsitzende, selbst Landwirt und massiv betroffen, im Rat sagt, er könne kein CO2 sehen, wenn er aus dem Fenster schaut, dann weiß ich nicht ob ich ausrasten oder einfach in Tränen ausbrechen soll.

Liebe CDU und FDP Voerde, rafft ihr in eurer politisch-ideologischen Verblendetheit wirklich nicht, dass es um unser aller Zukunft geht? Das die Frage nicht ist, OB es schlimm wird, sondern WIE schlimm es wird?

(Ist ’ne rheotische Frage.)

Völlig logisch, dass 200 Parkplätze nicht für 70 Autos reichen…

Völlig logisch, dass 200 Parkplätze nicht für 70 Autos reichen…

Es gibt Artikel in der Presse, da möchte man in die Tischkante beißen.

Für den Fall, dass sich mal wieder jemand fragt, wie „Autoverrückt“ Deutschland ist, gibt es ein schönes Beispiel aus Dinslaken.

Dort wird ein größerer Parkplatz gebaut, ungefähr für 200 Autos und die NRZ schreibt:

Auf dem Hamco-Gelände zwischen Hans-Böckler-, Otto-Brenner-Straße und Rotbach sollen zahlreiche Parkplätze für das geplante große Berufskolleg des Kreises Wesel entstehen. Aber den Handballern des MTV Dinslaken, die eigentlich eine Halle mit Tribüne auf dem Hamco-Gelände bekommen sollten, wird diese nun verwehrt – unter anderem mit der Begründung, dass es zuwenig Parkplätze gebe. Auch für das geplante große Kino und das Hotel sollen Parkplätze im Parkhaus der Neutor-Galerie gesucht werden. Denn „bauordnungsrechtlich“ dürfe ein Stellplatz „nur einmal belegt werden“, erklärt die Stadt Dinslaken. Egal, ob dort am Ende ein Auto steht, oder nicht.

Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie viel Platz wir den Autos dieser Welt einräumen, völlig losgelöst von der Frage nach dem Sinn. Theoretisch müssten jetzt neue Parkplätze geschaffen werden, die dann entsprechend ausgewiesen werden im Umkehrschluss auch wieder nicht anderweitig nutzbar wären. Wie absurd ist das?

Mal ganz abgesehen davon, dass ja schon der Ursprungsparkplatz für 200 Autos sehr viel Fläche in Anspruch nimmt. Aber hey, für unsere Autos kann es doch gar nicht genug Platz geben. Auch wenn wir sie dort gar nicht abstellen. Aber gut zu wissen, dass wir könnten 😉

Dürre? Welche Dürre

Dürre? Welche Dürre

Ich finde das bemerkenswert, dass ein Tag mit Regen dazu führt, dass die meisten Menschen in meiner Umgebung die Dürre schon wieder für beendet betrachten. Und schon wieder aufhören, sich über den Klimawandel Gedanken zu machen.

So Menschen möchte ich vor die Türe schicken, denn die Auswirkungen des aktuellen Wetter sind so offensichtlich, dass man schon sehr merkwürdig sein muss, sie nicht wahrhaben zu wollen:

Das auf dem Foto ist der Rotbach bei Dinslaken, eine km vor der Mündung in den Rhein. Oder vor dem was seine Mündung wäre. Oder besser noch, das ist das Bett des Rotbachs. Denn der Rotbach ist weg.

Ich gebe zu, dass mich das ziemlich entsetzt. Weil das nicht erst seit heute so ist und ich fürchte, dass das morgen nicht vorbei ist. Und wir mal ernsthaft darüber nachdenken sollten, was eine langfristige Dürre auch für uns bedeutet.

Da man aber nicht alles so tiefschwarz ausmalen soll, biete ich den Klimawandel-Skeptikern eine gute Alternative als Erklärung. Der Fluß ist gar nicht ausgetrocknet. Der versteckt sich nur. Vor dem Wasserdieb 😉

Und wieder 2 Radfahrer verunglückt

Und wieder 2 Radfahrer verunglückt

Ich hab ein paar Tage Blogpause gebraucht, weil ich sonst ausfallend geworden wäre. Und siehe da, heute wo mir wieder nach Bloggen ist, gibt es direkt zwei unschöne Meldungen aus dem Kreis:

Dienstag:

Am Dienstag, 17.07.2018, gegen 15:50 Uhr, befuhr in Hünxe eine bislang unbekannte Frau mit ihrem Pkw die Alte Dinslakener Straße aus Richtung Bensumskamp kommend in Fahrtrichtung L1. An der Kreuzung Alte Dinslakener Straße/In der Aue/Im Freihof bog sie nach links ab. Hierbei achtete sie nicht auf einen 42-jährigen Mann aus Hünxe der mit seinem Fahrrad die Alte Dinslakener Straße in Richtung Bensumskamp auf dem dortigen Fuß- und Radweg befuhr. Der 42-Jährige bremste sein Fahrrad so stark ab, dass er zu Fall kam und sich dabei leichte Schürfwunden an Armen und Beinen zuzog. Die unbekannte Frau setzte ihre Fahrt fort, ohne sich um den Verletzten und den Unfall zu kümmern.

Quelle: DPA

Mittwoch:

Ein bislang unbekannter Passant meldete heute Nacht gegen 00:30 Uhr einen Radfahrer, der verletzt auf dem Rad-/Gehweg an der Wilhelm-Lantermann-Straße in Höhe der Hausnummer 35 lag. Aufgrund der Schwere der Verletzung brachte ein Rettungswagen den 33-jährigen Dinslakener in eine Unfallklinik.

Quelle: DPA

Natürlich kann das der „Blaues Auto“-Effekt sein. Aber ich habe das Gefühl, im Moment werden leider sehr, sehr viele Radfahrer Opfer von Unfällen. Die dann zumindest öfter mit Fahrerflucht zusammen hängen. Das ist extrem beunruhigend.

Neue Radwege braucht die Stadt. Und der Kreis. Und das Land.

Neue Radwege braucht die Stadt. Und der Kreis. Und das Land.

 

 

Im Hauptausschuss am 26.06.2018 und eine Woche später im Stadtrat geht es unter anderem um die Drucksache 16/782 – Regionale Radwegeplanung. Inhaltlich geht es um die Frage, wie das Radverkehrsnetz ausgebaut werden kann – unter Führung des RVR.

Die Drucksache beschäftigt sich mit den Plänen, wie man an die großen Radschnellverbindungen auch die kleineren Strecken sinnvoll anbindet. Würde das so wie in der obigen Grafik Realität, wäre das schon geil.

Für Voerde sehen die Pläne aktuell so aus:

Das passt ganz gut, denn im Februar 2017 habe ich mit den Grünen Voerde gemeinsam den Antrag gestellt, mit Wesel, Dinslaken und Duisburg Kontakt aufzunehmen, wie sich eine Nord-Süd-Trasse an den RS 1 anbinden ließe. Und aktuell habe ich mit den Grünen einen Antrag, auf Hinweis eines Bürgers, im Rathaus, bei dem es um eine konkrete Trassenplanung im Westen der Stadt geht. Die Strecke könnte ungefähr so verlaufen:

Wenn das alles so oder so ähnlich kommt, wäre das ein großer Schritt für den Niederrhein, hin zu einer neuen und sinnvollen Verkehrspolitik. Und vielleicht ist gerade einfach die Zeit dafür gekommen, Alternativen zum Auto endlich voran zu bringen 🙂

 

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Die ersten beiden Grafiken sind aus der Anlage der Drucksache entnommen.
Die dritte Grafik ist ein Screenshot von Google Earth

Warum haben Radfahrer auf Autofahrer so eine Wut?

Warum haben Radfahrer auf Autofahrer so eine Wut?

Es gibt Tage, da ist die Frage leicht zu beantworten. Denn hier ist meine Falschparkerin der Woche:

Was ihr Fehlverhalten in meinen Augen so asozial macht, ist schnell beschrieben:

  1. Natürlich kam sie „Sie dürfen mein Auto nicht fotografieren!!! DATENSCHUTZ !!!!EINSEINSELF“ kreischend auf mich zu. Und ja, kreischend. Um dann ihr Handy zu zücken „ich fotografiere jetzt sie!!!“. Die Leute merken gar nicht, wie panne sie sind.
  2. Die dazu eilende Freundin war nicht viel besser: „Sie dürfen das nicht, ich arbeite bei einem Anwalt!!!!“. Der arme Anwalt. Aber auch das war noch nicht genug um mich so richtig zu ärgern. Ihr seht durch ihr Auto ein weisses Auto? Vor dem…
  3. war der Parkstreifen mit einer großen, freien Lücke:Sie parkt da, wo der blaue Stern ist. Dort macht der Radweg einen Knick (gelbe Linien) und da wo ich die roten Linien gemalt habe, steht das weiße Auto. Davor hätte sie parken können.

Aber nein: Um ihr Kind abzuholen und bloß keine Sekunde über irgendwas nachdenken zu müssen, parkt sie quer auf dem Rad- und Fußweg. Und benimmt sich dann auf eine Art und Weise, dass ich denke man sollte überlegen, ob sie ihr Kind zu der gleichen Einstellung erzieht: Hier komme ich, was legal ist bestimme ich.

In solchen Momenten ärgere ich mich, dass die Knöllchen so billig sind in Deutschland. Denn selbst wenn die Ordnungsbehörde die Behinderung anerkennt, ist es noch viel zu billig.

Ich würde Menschen, die ihre Emotionen und ihre Verhaltensweisen so wenig im Griff haben, den Führerschein einfach mal ein paar Wochen wegnehmen. Damit sie dann als Zwangs-Radfahrer oder Zwangs-Fußgänger mal begreifen, dass so zu parken keine Kleinigkeit ist.

Und das man es mit so asozialem Verhalten nicht besser macht.