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Kategorie: Essen

Spiel Messe Essen 2018

Spiel Messe Essen 2018

Jeder von uns gehört zu mehreren “Peergroups”, die seinen Neigungen entsprechen. Bei mir sind das die Mountainbiker, die Rennradfahrer, die Kletterer, die Geocacher und so weiter. Und natürlich die (Online-) Gamer, die im Internet und auf LAN-Partys am PC zocken.

Darüber vergessen wir manchmal, dass es auch andere Gruppen sind, die uns “verborgen” bleiben, bis wir uns mit Ihnen beschäftigen. Die “Gamer Community”, also die, die sich im echten Leben zum Spielen treffen und nicht vor dem PC, war so eine:

So ging es mir gestern, als spontan ein Besuch auf der “SPIEL Messe” in Essen anstand. Beschrieben wird die Messe so:

Die Internationale Spieltage SPIEL in Essen ist die weltweit größte Publikumsmesse für Spiele und damit das Mekka für alle Brettspiel-Fans. Auf der SPIEL Messe Essen kann man sich umfassend über das gesamte nationale und internationale Spieleangebot informieren, dieses einem ausführlichen Test unterziehen und seine Lieblingsspiele auch gleich kaufen. Mehr als 1.100 Aussteller aus über 50 Nationen zeigen auf der Spielemesse in Essen ein umfangreiches Angebot an Kinder-, Gesellschafts-, Familien- und Erwachsenenspielen, sowie Strategie-, Post-, Abenteuer-, Fantasy-, Science-Fiction- und Computerspiele.

Was mich vor Ort erstaunt hat, waren eigentlich 3 Dinge:

1. Die Massen!

Ich habe ja mit vielem gerechnet – nur nicht mit so vielen Besuchern! Dabei ist der Eintritt mit 13€ für einen Erwachsenen nicht unbedingt am unteren Ende des Skala für die Messen in Essen zu suchen. Und trotzdem waren alleine Samstag Nachmittag viele Tausend Menschen dort unterwegs.

Die verteilten sich zwar einiger Maßen gut über die Fläche der Hallen und die angebotenen Spieltische, aber trotzdem: Mir war gar nicht klar, was für eine große Menge Besucher in jedem Alter, Geschlecht und jeder Herkunft die Spiele anlocken. Insgesamt kann  man von gut 200.000 Besuchern über die wenigen Tage ausgehen. Das ist schon ordentlich.

Und was noch spannender war: Die meisten Menschen waren nicht nur zum gucken da, sondern vor allem zum Anfassen: Kein Stand, an dem gespielt und getestet werden konnte, an dem es noch freie Plätze gegeben hätte. Absolut beeindruckend.

2. Die Preise

Ich gebe zu, außer Carcassonne und EXIT läuft spieletechnisch derzeit nicht viel bei mir. In sofern hatte ich auch keine Idee von den aktuellen Preisen. Entsprechend überrascht war ich, dass Spiele heute locker 70€ und mehr kosten. Was aber, gemessen an den Stapeln die von der Messe getragen wurden und den “Spiel XY ist leider ausverkauft”-Schildern kein wirklicher Hinderungsgrund zu sein. Gut, strategisch ist die Messe gut platziert, denn mit dem Herbst und Winter kommen schlechtes Wetter und Spiele-Abende. Trotzdem muss man erst mal bereit sein, so viel Geld auszugeben. Allerdings gibt es auch einen Grund dafür:

3. Die Komplexität

Als jemand, der 4 Gewinnt und Mensch Ärger Dich Nicht noch für das Höchste der Gefühle hielt, war ich sehr überrascht, wie extrem die Komplexität der Spiele gestiegen ist – und das nicht nur regelseitig. Auch die Bretter der Brettspiele haben längst die zwei Dimensionen um eine Dritte erweitert und bieten eine Detailverliebtheit, die man früher maximal bei Hardcore-Fans von Warhammer vermutet hätte.

Zugleich scheint die Anzahl der Spieler zu wachsen: Klar gibt es Spiele für 2, die meisten Spiele schienen aber auch 6 bis 10 Leute binden zu können. Dabei reichen die Spielekonzepte von “Nutze was Du findest” bis hin zu Spielfeldern wie dem auf dem Foto links (weitere Fotos unten).

Das vorherrschende Thema waren Dystopien und Sci-Fi. Allerdings nicht so beherrschend, dass es nichts anderes gegeben hätte, aber auf jeden Fall auffällig. Das scheint aus dem letzten Jahr übernommen, denn viele Spiele ähnelten zum Beispiel “Terraforming Mars”, dass letztes Jahr den Messepreis abräumte:

Fazit:

Die Spiele Messe war definitiv nicht was ich erwartet habe und ich war vermutlich noch nie so überrascht (unvorbereitet) auf einer Messe wie hier. Für nächstes Jahr werde ich die Strategie entsprechend anpassen, aber dieser Satz verrät schon, dass ich mir das Ereignis 2019 noch mal anschauen werde.

Leider endet die Messe heute. Aber ich werde Euch 2019 rechtzeitig darauf hinweisen, denn ich denke ein Besuch lohnt sich für alle, für die Spielen auch jenseits von WASD und der Maus statt findet.

 

 

Es geht um das Leben von Patienten!!!111Elf

Es geht um das Leben von Patienten!!!111Elf

Genau mein Humor:

Vor dem am Mittwoch beginnenden 48-stündigen Warnstreik am Uniklinikum Essen hat sich der Ton zwischen der Klinikleitung und der Gewerkschaft Verdi deutlich verschärft. Der Ärztliche Direktor, Professor Jochen A. Werner, warf Verdi am Dienstag öffentlich vor, mit dem Warnstreik „Patientenleben zu gefährden“. Wörtlich erklärte er: „Es kann in einem solch sensiblen System, wie es eine Uniklinik ist, akut zu schwersten Notsituationen kommen. Ein Streik wird damit auf dem Rücken der Patienten ausgetragen. Im Extremfall wird Patientenleben gefährdet.“

Quelle: NRZ, 27.06.2018

Natürlich gefährdet nicht der Pflegenotstand die Patienten. Das viel zu wenig Personal für viel zu viele Patienten verantwortlich ist. Das diese Personal bezahlt wird wie Praktikanten. Das dieses Personal viel zu lange arbeitet um fit zu sein.

Und natürlich gefährdet nicht die Patienten, dass irgendein Irrer auf die Idee kam, es wäre eine gute Idee, Krankenhäuser als profitorientierte Unternehmen zu führen. Und den meisten Profit macht man nun mal mit wenig Ausgaben – in der Sache und dem Personal.

In sofern bin ich voll auf der Seite von Verdi:

Verdi kämpft für einen Tarifvertrag, der eine Mindestpersonalausstattung am Uniklinikum festschreibt. „Der gravierende Personalmangel führt dazu, dass die Beschäftigten permanent überlastet sind“, erklärte van Hagen. Besonders im Pflegebereich fehlt es laut Verdi an Personal.

Wobei ich allerdings der Meinung bin, dass es nicht nur an Personal mangelt. Sondern das wir allgemein die Situation nur dann verbessern, wenn wir mehr Personal haben, das besser bezahlt wird und das mehr Zeit hat sich um sich selbst (kürzere Arbeitszeiten) und seine Patienten (mehr Zeit pro Patient) zu kümmern.

In sofern finde ich das Verhalten des Ärztlichen Direktors verwerflich. Denn in meinen Augen spricht er nicht als Arzt, sondern als Unternehmer. Das kann sich der CFO eines Krankenhauses ja gerne erlauben (was es inhaltlich natürlich nicht besser macht). Aber gerade der Ärztliche Direktor? Vielleicht sollte man den Guten noch mal das Genfer Gelöbnis erinnern?

Das ärztliche Gelöbnis
Als Mitglied der ärztlichen Profession
gelobe ich feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen.
Die Gesundheit und das Wohlergehen meiner Patientin oder meines Patienten werden mein oberstes Anliegen sein.  (…)

Ich werde mein medizinisches Wissen zum Wohle der Patientin oder des Patienten und zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung teilen. (…)

Ich gelobe dies feierlich, aus freien Stücken und bei meiner Ehre.