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Category: MTB

New Watch Day: Garmin Fenix 7x

New Watch Day: Garmin Fenix 7x

Anfang 2017 habe ich relativ viel Geld für eine neue Uhr ausgegeben: Eine Garmin Fenix 5x Saphir (hinter dem Link gibt es nur noch die Nicht-Saphir-Version). Und ich war sofort völlig begeistert – die Uhr wurde mein täglicher (und nächtlicher) Begleiter. Was mich so fasziniert hat war, was Garmin alles in das kleine Gehäuse bekommen hat – inklusive Karten.

Gut, auf Grund der 5-Tasten-Bedienung waren die Karten eher ein Krampf, in Verbindung mit Drittanbietern wie Komoot aber teilweise echt hilfreich. Auch die Idee, von vornherein einen App-Store für Drittanbieter zu integrieren, war nicht die blödeste: Du möchtest Laufen lernen? Lad Dir eine App. Du möchtest andere Ziffernblätter? Lad sie Dir runter. Die Community war ziemlich gut.

Was mich aber total begeisterte war, dass ich die Uhr wirklich gebrauchen konnte: Schwimmen im See oder Schwimmbad, Laufen, Wandern, Joggen, Rennrad, Mountainbike, Rafting, Klettern, nichts wo sie mich im Stich gelassen hätte. Und die Akkulaufzeit? Gut 2 Wochen – ich musste immer über die „ich muss meine Uhr laden“-Fraktion der Apple-Watch-User lachen. Ich wusste teilweise gar nicht wo mein Ladekabel lag 🙂

Dazu kam, dass ich mit der Tastenbedienung vs. Touchscreen schon immer bessere Erfahrungen gemacht hatte. Auch bei meinen anderen Garmin-Geräten, lege ich Wert auf Tasten. Wobei das mit den anderen Geräten so eine Sache war: Der Fenix 5x fehlen Funktionen zum Geocachen, weswegen ich hier mein GPSMap 66t nutze. Auch für die Navigation ist das GPSMap besser geeignet. Das bedeutet aber nicht, dass die Fenix 5x nicht trotzdem fast alles konnte – in vielen Fällen konnte ich also das GPSMap liegen lassen. Und beim Biken? Natürlich ist für die Karte und die Lesbarkeit mein EDGE 820 besser für unterwegs. Ich brauchte es aber z. B. nicht mit Urlaub zu nehmen und an Leihbikes die Halterung anschrauben: Die Fenix kann die gleichen Sensoren (Trittfrequenz, Herzfrequenz, Geschwindigkeit….) auslesen und braucht am Arm keine Rad-Halterung.

Kurzum: Bis auf Spezialfunktionen löste die Fenix 5x alle anderen Garmin-Geräte mehr oder weniger ab. Vor allem, weil ich sie ja eh immer dabei hatte.

Hatte sie Schwächen?

Ja, vor allem 2: Beim Klettersteig-Gehen in engen Schluchten oder der DAV-Anlage in Duisburg war GPS nicht zu gebrauchen. Und das Bahnenschwimmen im Schwimmbad sorgte je nach Software-Version für mehr oder weniger falschen Ergebnissen.  Beides allerdings extrem schwierig zu messen und kein wirklicher Vorwurf, den man der Uhr machen könnte.

Das ich die Saphirglas-Version genommen hatte, lag an Garmin: Dort hatte man mir „versprochen“, dass die Fenix 5x Saphir praktisch unzerstörbar sei. Und nach 5 Jahren wenig zarten Handhabens muss ich sagen: Die Uhr hat alles überlebt und das Glas nicht einen einzigen Kratzer – ohne jede Form von Schutzfolie. Und Gelegenheiten zu Kratzern gab es zu Hauf. Was man der Uhr heute auch ansieht:

Nach der 5X kam die 5x Plus. Größte Änderung war sicherlich „Garmin Pay“, also Zahlen mit der Uhr, das mich nicht interessierte. So blieb ich der 5x treu. Dann kam die Fenix 6x mit einer bahnbrechenden Neuigkeit: Solar. Das fand ich einen geilen Move, denn wenn man viel draußen ist, kriegt man viel Sonne. Die zu nutzen um die Akkulaufzeit zu verlängern, fand ich genial. Aber Garmin machte einen Fehler:

Ich konnte entweder die Solar-Version kaufen. Oder die Saphir-Version. Beides zusammen ging nicht. Damit war die Fenix 6x für mich auch keine Alternative. Und warum auch – selbst nach 5 Jahren kann ich kaum einen nachlassenden Akku vermelden, die Software ist (Garmin-Typisch) über die Jahre auf einen Stand gereift, der gut funktioniert.

Tja… und dann kam 2022. Und eine Mail von Garmin: Die Fenix 7x ist da. Und als würde man bei Garmin endlich auf mich hören, kann man sie als Titan-Version mit Solar und Saphir bestellen. Und ja, ich habe sie bestellt.

Die Neue ist im Umfang deutlich gewachsen, dafür in der Dicke geschrumpft. Letzteres ist eine gute Nachricht, weil ich gelegentlich das Problem hatte, dass die 5x nicht unter die Manschette meines Hemdes gepasst hat. Sie wirkt auch deutlich leichter, wobei ich das nicht nachgemessen habe. Auf jeden Fall ist sie sehr „gefällig“:

 

Neben dem Solar kommen in paar neue Neuerungen dazu. Für mich spannend (keine Ahnung ob die 6 das schon hatte) ist die Möglichkeit, Musik direkt auf der Uhr zu speichern und sie mit meinen Bluetooth-Kopfhörern zu verbinden. Ich kann also ohne Handy aber mit Musik zum Sport. Dann gibt es natürlich wieder besseres GPS, wobei ich bei dem neuen Multiband-Empfänger wirklich mal gespannt bin, wenn es in den Klettersteig geht.

Was die Akku-Laufzeit angeht, sag ich mal „geht so“ 😉

Screenshot von https://www.golem.de/news/sportuhr-im-hands-on-garmin-fenix-7-mit-touchscreen-und-saphirglas-solarstrom-2201-162466.html am 03.02.22
Screenshot von https://www.golem.de/news/sportuhr-im-hands-on-garmin-fenix-7-mit-touchscreen-und-saphirglas-solarstrom-2201-162466.html am 03.02.22

Ohne GPS mit ausreichend Licht ist die Uhr angeblich in der Lage, deutlich über 1 Jahr ohne Nachladen auszukommen. In meinem „Use-Case“ rechne ich mit 1x Aufladen alle 3 bis 4 Wochen. Mehr wird es wohl nicht brauchen.

Neu ist übrigens, dass auch die Saphirglas-Version jetzt einen Touchscreen hat. Erwähnte ich, dass ich Touchscreen nicht mag? Hier hat Garmin mich allerdings auf seine Seite gezogen: Die weiter oben erwähnte Karte ist nämlich jetzt Bedienbar. Während Garmin bei der 5x einen ziemlichen Krampf zum Zoomen, Verschieben und Markieren mit den Tasten einbauen musste, kann ich jetzt einfach über die Karte „swipen“. Und der neue Prozessor ist schnell genug, sie mehr oder weniger flüssig nachzuführen. Davon ab kann ich dann den Touchscreen per Tastendruck systemweit abschalten, so dass in allen anderen Fällen die Bedienung wie gewohnt über die 5 Tasten erfolgt. Bei Sport-Apps deaktiviert die Uhr im Standard eh den Touchscreen, sofern man das nicht umstellt. Hey, plötzlich mag ich das 😀

Und dann gibt es noch die Taschenlampe.

Die was?

Die Taschenlampe 😀

Um das zu verstehen, sind zwei Dinge vielleicht interessant zu wissen:

1. Das Display der Fenix war beleuchtet eh so hell, dass ich sie in ungewohnter Umgebung, z. B. auf Hütten, Nachts einfach genutzt habe um mich zu orientieren.

2. Jedes Handy hat eine Taschenlampe, mein GPSMap hat eine, warum also nicht meine Uhr?

Natürlich kann man jetzt sagen Why, Garmin, why! Bis man auf eine interessante Funktion stößt: Das Pendel!

Die Uhr lässt beim Laufen die weißen LED’s aufblinken, wenn der Arm nach vorne pendelt und die Rote (erwähnte ich, dass die Taschenlampe auch eine rote… egal) blinkt, wenn der Arm nach hinten pendelt. Was sich erst mal völlig gaga anhört, ist eine nützliche Funktion um die Sicherheit zu erhöhen: Wenn ich im Dunkeln Laufen gehe, hat meine Stirnlampe hinten auch eine rote LED-Leuchte, damit ich von beiden Seiten gut zu sehen bin. Hätte ich das nicht oder wäre ich ohne unterwegs, könnte ich zumindest rudimentär meine Sichtbarkeit mit dem Pendel erhöhen. Braucht man das? Nein. Ist es ein witziges Gimmick? Ja.

Alles in allem finde ich die Fenix 7x Saphir Solar eine gelungene Weiterentwicklung im Vergleich zur Fenix 5x. Beim Laufen und Radfahren werde ich von dem neuen Multiband-GPS wohl nicht viel merken, beim Klettern bin ich gespannt. Auch wie sich die Uhr im Schwimmbad schlagen wird, ist eine spannende Frage. Darüber hinaus hoffe ich, dass sie genauso robust ist, wie die 5x und mich die nächsten… sagen wir 5 Jahre genauso zuverlässig auf meinen Abenteuern begleiten wird.

Und jetzt entschuldigt mich, ich muss noch ein bisschen mit der Uhr spielen 😀

Und für Die unter Euch, die gerne mehr über die Sportfunktionen wissen wollen: Klick!

Fotos von den 24h von Duisburg

Fotos von den 24h von Duisburg

Am ersten Wochenende des August ist traditionell das 24-Stunden MTB-Rennen im Landschaftspark Duisburg Nord.

Und es ist ein komisches Gefühl, „nur“ als Zuschauer, nicht Fahrer dort zu sein. Und noch komischer, wenn man keine richtige Kamera dabei hat, sondern nur ein Handy. Aber wenigstens macht das brauchbare Schnappschüsse:

Ich bin ganz froh, dass es Abends endlich abgekühlt hat. Schwer vorzustellen, wie es im Laufe des Samstags bei weit über 30 Grad gewesen sein muss, durch die Staubwüste von Duisburg zu radeln und immer wieder den Monte Schlacko hoch zu müssen. Gesund ist das sicher nicht. Auf der anderen Seite hatten viele Fahrer ihr Tempo den höllischen Bedingungen angepasst und die Retter waren wohl wachsam – der Anzahl ab- und anfahrender Krankenwagen abzulesen.

Wie immer habe ich einen heiden Respekt vor den Leuten, die sich das als Einzelstarter antun. Was das für mentale Kräfte bindet… wow…

Und wenn man schon mit dem Handy knipst, kann man ja versuchen auch mal die Stimmung am Monte Schlacko einzufangen. Wo, wie jedes Jahr, die Sportlerinnern und Sportler gebührend gefeiert und angefeuert wurden:

Und eher zufällig ergab die die Gelegenheit, „der Tim“ anzufeuern, der für Coffee & Chainrings als Solo-Fahrer am Start war:

 

40.000 Besucher – BIKE Festival Willingen auch 2018 ein Erfolg auf ganzer Linie

40.000 Besucher – BIKE Festival Willingen auch 2018 ein Erfolg auf ganzer Linie

Das BIKE Festival Willingen schreibt auch im 21. Jahr seines Bestehens weiter an seiner Erfolgsgeschichte. 40.000 Mountainbike-Fans waren von Samstag bis Pfingstmontag im waldeckischen Upland vor Ort, um sich auf dem riesigen Messegelände auf dem Parkplatz der Ettelsbergbahn über die neuesten Mountainbike-Entwicklungen zu informieren und sorgten damit für einen Zuschauerrekord.

Mehr als 120 Aussteller hatten ihre Zelte aufgeschlagen, um die aktuellsten Produktneuheiten der Saison den Endverbrauchern vorzustellen. Wie schon im Vorjahr setzten alle namhaften Hersteller der Szene auch 2018 wieder einen großen Fokus auf den eMTB-Sektor.

30% der 1.000 Testbikes waren mit Motorunterstützung ausgestattet. Und auch im sportlichen Bereich verzeichnete die Bosch eMTB Challenge supported by Trek, ein Mix aus Enduro und Orientierungsrennen für E-Mountainbikes, dem momentanen Trend entsprechend einen großen Zulauf.

Im Vergleich zur Erstauflage gingen 2018 mehr als doppelt so viele Teilnehmer auf die spannende Strecke durch das Willinger Umland.

BIKE Festival Willingen 2018 © Martin Sass

„Das BIKE Festival Willingen ist auch nach über zwanzig Jahren eine der wichtigsten Veranstaltungen der Radbranche. Keine andere Mountainbike-Messe gibt den Endverbrauchern in Deutschland die Möglichkeit, hautnah die neuesten Trends kennenzulernen und auszuprobieren. Egal ob im eMTB-Sektor, im traditionellen Mountainbike-Bereich oder Straßenradsport“, erklärt Mathias Ley, Geschäftsführer der mit der Gesamtorganisation und Vermarktung betrauten Hamburger Agentur Ley Events GmbH.

Neben dem riesigen Expogelände lockten vom 19. bis 21. Mai zahlreiche Rennformate knapp 2.500 Aktive nach Nordhessen. Die meisten kämpften sich am Samstag im Rahmen des Rocky Mountain BIKE Marathon, dem Aushängeschild europäischer Langdistanzrennen, durch das hügelige Umland.

Darüber hinaus fand in Willingen auch der jeweils zweite Stopp der Scott Enduro Series und des iXS Downhill Cups statt. Außerdem kamen die Rennradfans beim Warsteiner Sauerland-Giro voll auf ihre Kosten, während die jüngsten Talente bei der Scott Junior Trophy erste Wettkampfluft schnuppern konnten.

Ein ähnlich umfangreiches Programm ist auch für das kommende Jahr beim BIKE Festival Willingen vorgesehen. Vom 17. bis 19. Mai 2019 öffnet dann Deutschlands größte Outdoormesse zum 22. Mal seine Pforten.

Textor triumphiert in Willingen und übernimmt Führung der Scott Enduro Series

Textor triumphiert in Willingen und übernimmt Führung der Scott Enduro Series

BIKE Festival Willingen 2018
XXX Honorarfreie Nutzung im Zusammenhang mit der redaktionellen Berichterstattung zum FSA BIKE Festival Riva del Garda-Event, Kontakt: Oliver Kraus (Kraus PR), +49 (0)178 1321656, o.kraus@kraus-pr.de XXX

Dank seines Sieges beim zweiten von drei Stopps der Scott Enduro Series, der heute im Rahmen des 21. BIKE Festival Willingen ausgetragen wurde, hat Christian Textor (GER) die Führung der in diesem Jahr neu ins Leben gerufenen Rennserie übernommen.

Der Team Bulls-Fahrer absolvierte fünf der sechs Wertungsprüfungen im Hochsauerland als Schnellster und brachte am Ende den Sieg mit der Gesamtzeit von 10:22.57 Minuten nach Hause.

Rang zwei hinter dem gebürtigen Siegener sicherte sich Fabian Heim (GER; 10:34.27), Platz drei Michal Prokop (CZE; 10:35.54), der als Hauptkonkurrent Textors um den Gesamtsieg aber weiter Boden im Kampf um den Tour-Titel verlor.

Schon beim Serien-Auftakt in Riva del Garda vor drei Wochen hatte sich der Deutsche Meister von 2016 als Dritter vor dem Tschechen einen Punktevorsprung herausgefahren.

Bei den Damen ging der Sieg an Stefanie Monshausen (GER; 13:52.42), die aber am Gardasee auf einen Start verzichtet hatte.

Das große Saisonfinale steigt am 1. September 2018 beim BIKE Festival Saalfelden Leogang in Österreich.

Die kompletten Ergebnisse zum heutigen Rennen stehen hier zur Verfügung.

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Foto: © Miha Matavz

Mercedes Benz UCI Mountainbike Weltcup in Albstadt: Gewaltige Stimmung, spektakuläre Rennen

Mercedes Benz UCI Mountainbike Weltcup in Albstadt: Gewaltige Stimmung, spektakuläre Rennen

Elite Herren / Elite Damen / U23 Damen

 

Ein spektakuläres Wochenende ist am Sonntag beim Mercedes-Benz UCI Mountainbike Weltcup mit dem Sieg von Weltmeister Nino Schurter zu Ende gegangen. Die Schweizer triumphierten vor einer grandiosen Kulisse von mehr als 10000 Zuschauern auch bei den Damen durch Jolanda Neff und in der U23 durch Sina Frei. Für Jubel im deutschen Lager sorgten Elisabeth Brandau und Manuel Fumic.   

Das Tailfinger Bullentäle bot den Weltcup-Akteuren am Sonntag einen lautstarken Resonanz-Boden. „Wie im Fußball-Stadion“, fasste das ein langjähriger Team-Manager zusammen. Die Herren boten vor einer, gegenüber 2017, noch mal gestiegenen Zuschauerzahl großen Sport.

Weltmeister Nino Schurter, der zum ersten Mal seit fast zehn Jahren nicht aus der ersten Reihe starten konnte, gelang aus Reihe drei ein guter Beginn und er erreichte bereits am ersten Anstieg die Spitzenpositionen.

Danach wurde er einige Male unter Druck gesetzt, auch von seinem Schweizer Landsmann Matthias Flückiger, der einen starken Eindruck machte.

Doch der holte sich in Runde drei von sieben einen Reifendefekt. Wer er den Druckverlust registrierte, griff er an. „Ich dachte, ich kann mich in der Technischen Zone ja dann erholen“, erklärte Flückiger.

Allerdings dauerte der Wechsel 38 Sekunden, zu viel um die fünf Fahrer, die ihn passierten, nochmal einzuholen.

Die Gruppe zersplittert bald danach. Der Niederländer Mathieu van der Poel konnte nach seinem Kahnbeinbruch von vor neun Tagen nicht ganz wie sonst und zudem war seine Schuh-Schnalle kaputt gegangen. Und so ist es nur noch der Franzose Stephane Tempier, der einer Tempoverschärfung von Nino Schurter folgen kann.

Schurter und die Wahl des Materials

„Ich wollte nicht zu früh die Karten auf den Tisch legen, aber ich habe dann gemerkt, dass Mathieu nicht mehr folgen konnte und auch Maxime (Marotte) Mühe hatte. Deshalb habe ich attackiert. Allerdings war ich überrascht, dass dann Tempier zurückkam“, erklärt der Schweizer, wie er die Gruppe auseinander fahren konnte.

Tempier hatte allerdings etwas viel Energie verbraucht um seinen Rückstand vom Anfang zu kompensieren. So spielte Schurter am zweiten Anstieg der vorletzten Runde seine Qualitäten aus und riss eine Lücke von etwa 30 Meter. „Die gegen Nino wieder zu schließen, ist fast unmöglich“, gesteht Tempier.

Obschon er sich nicht völlig abhängen lässt, er kann den 27. Weltcupsieg von Nino Schurter nicht verhindern.

„Ich denke, heute hat die Wahl des Materials eine wichtige Rolle gespielt. Und vermutlich habe ich durch meine Aufgabe am Freitag auch ein wenig Körner gespart. Es ist schön hier zum dritten Mal zu gewinnen. 2020 ist hier die WM, das gibt mir ein gutes Gefühl. Die Kulisse hier war wie immer toll“, erklärt Schurter.

 

Stephane Tempier bekannte, dass er vor allem im zweiten Anstieg des Kurses keine Chance gegen Schurter hatte. „Nach dem Short Track war ich schon ein bisschen müde, aber ich bin mit dem zweiten Platz heute zufrieden. Zum Sieg hat etwas gefehlt, aber ich bin zuversichtlich für Nove Mesto.“

 

Marotte: WM 2020 wird cool

Dort will auch Mathieu van der Poel „näher dran sein“, wie er sagte. Nach dem Handicap des Kahnbeinbruchs beim La Rioja Bike Race in Spanien (vor neun Tagen müsse er aber mit Rang drei „zufrieden“ sein.

„Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass ich das Leaderjersey um ein paar Punkte verpasst habe, aber ich war heute sicher nicht der Stärkste im Rennen. Ich konnte nur ein Tempo gehen und nicht reagieren, als Nino angegriffen hat“, so van der Poel. „Ich hoffe, dass es nächste Woche schon etwas besser geht“, so der Short Track-Sieger vom Freitag.

Er gewann gegen Maxime Marotte das Duell um Rang drei, weil er im letzten Anstieg quasi den Sprint um die erste Position im folgenden Downhill gewann.

Marotte kommentierte seinen vierten Platz so:

„Am Ende haben ein paar Sekunden gefehlt, um am Hinterrad bleiben zu können. Bei der Attacke hatte ich nicht genug Körner um folgen zu können. Ich mag die Strecke und auch das nasse Wetter. Die Atmosphäre war heute wirklich toll. Wie im Stadion, sehr laut. Die WM 2020 wird bestimmt cool.

 

Manuel Fumic erreicht sein Ziel

Manuel Fumic war nur zu Beginn Teil der achtköpfigen Spitzengruppe. Aber das war auch nicht anders zu erwarten. Mit einer Schiene am Ringfinger und einem Trainingsrückstand aus dem Winter hatte er die Top-Ten als Maximal-Ziel ausgegeben.

Das konnte der Deutsche Meister aus Kirchheim/Teck aber mit einem klugen Rennen umsetzen. „Wir haben uns das Damen-Rennen angeschaut und wussten, dass man gleich vorne dabei sein muss. Als dann vorne attackiert wurde, hatte ich gleich 30 Sekunden Rückstand, aber das war okay“, so Fumic.

Er fand sich in einer vierköpfigen Gruppe von Rang sieben bis zehn wieder und begann auch über die Team-Wertung nachzudenken. Deshalb wollte er die zwei BMC-Fahrer Lars Forster und Reto Indergand los werden.

Er attackierte auf der Asphalt-Passage. „Damit haben sie nicht gerechnet“, meinte Fumic. Nur der Schweizer Lukas Flückiger konnte mitgehen.

Allerdings kam in der Schlussrunde der Spanier David Valero von hinten und griff prompt an. „Da konnte ich nicht mehr mitgehen und habe versucht meinen neunten Platz abzusichern. Das ist mir gelungen. Ich habe mein Ziel erreicht, eine gute Leistung abgeliefert und wir haben mit Cannondale die Team-Wertung gewonnen. Vielleicht wird es nächste Woche noch besser“, so Fumic.

Und dann schickte er noch ein Adresse ans Publikum. „Trotz der kühlen Temperaturen war es im Bullentäle richtig heiß. Das wird sich bei der WM 2020 sicher noch steigern.“

Damen machen ihr Rennen zum Spektakel

Beim Damen-Rennen durften die deutschen Zuschauer endlich mal jubeln. Nicht über einen Sieg, aber über einen fünften Platz für Elisabeth Brandau. Für sie bedeutete das den ersten Podiums-Platz ihrer Karriere im Weltcup. Aber auch insgesamt bot die Konkurrenz spektakulären Sport, allen voran Jolanda Neff.

Die Weltmeisterin setzt sich bereits in Runde eins von sechs an die erste Position und spielt auf dem vom Regen extrem rutschigen Gelände ihre fahrtechnischen Fähigkeiten aus. Die 25-jährige Schweizerin ist eine Klasse für sich und gewinnt ungefährdet.

„Ich freue mich riesig über diesen Sieg. Das sind meine Lieblingsbedingungen. Ich war immer informiert über meinen Vorsprung und so konnte ich ohne Stress vorne fahren. Die Stimmung an der Strecke war gewaltig, die Leute waren voll dabei“, erklärt Neff, die vor kurzem noch Verletzungsprobleme am Oberschenkel hatte.

 

Hinter ihr gewann Europameisterin Yana Belomoina die Auseinandersetzung um Rang zwei.

Mit einem fulminanten Finish holt sie auch noch die Schweizerin Alessandra Keller ein und wird Zweite.

Belomoina war mit Elisabeth Brandau in Richtung Verfolgergruppe gefahren und mit ihr dort angekommen. Die Schwäbin war mit Startnummer 46 ins Rennen gegangen und deshalb mit einem beträchtlichen Handicap unterwegs.

Ihr gelang jedoch ein guter Start, reihte sich an 35. Stelle ein und holte dann kontinuierlich auf. In Runde drei kam sie mit ihrer fulminanten Vorstellung am Berg bereits in den Top-Ten an und arbeitete sich dann an die Verfolgergruppe heran.

Zwischenzeitlich fuhr Brandau sogar an dritter Stelle, doch in den rutschigen Abfahrten ging die zweifache Mutter auf Nummer Vorsicht und büßte deshalb immer wieder Zeit ein.

Es gab viele Stürze, auch von den Spitzenfahrerinnen. Vor allem am Mitas Abbyss, einem Drop, war die A-Linie schwer zu fahren. Allerdings versprach sei auch einen Zeitgewinn von sechs, sieben Sekunden.

Elisabeth Brandau hatte ab der vorletzten Runde mit Krämpfen zu tun. „Ich habe versucht sie weg zu atmen, die vielen Zuschauer waren da eine gute Unterstützung“, erklärte Brandau.

So konnte sie nicht mehr reagieren, als Belomoina das Tempo verschärfte. Ihre letzte Gegnerin im Kampf um Platz fünf war die Schweizerin Linda Indergand, die allerdings am Berg der Power von Brandau nicht gewachsen war. Mit drei Sekunden Vorsprung ging Brandau in den letzten Anstieg und holte genug Vorsprung heraus, um zum ersten Mal auf dem Weltcup-Podium zu stehen.

„Es macht schon Spaß hier vorne mitzufahren“, meinte Brandau beim Pressegespräch mit ihrem ersten Kind Max auf dem Arm.

 

Die Freiburgerin Adelheid Morath stürzte bereits in Runde eins und schied aus.

Sabine Spitz schien auf die falschen Reifen gesetzt zu haben und wechselte die Gummis. Doch auch damit erreichte sie nicht das Ziel. „Ich bin einfach nicht gut ins Rennen und mit den rutschigen Bedingungen nicht zurecht gekommen. Es war einfach nicht mein Tag“, so Spitz.

 

U23 Damen: Großes Pech für Ronja Eibl

Sina Frei gewann am Sonntagvormittag das U23-Rennen der Damen 21 Sekunden vor der Britin Evie Richards und verbuchte damit ihren siebten Weltcup-Erfolg in der U23-Kategorie. Die Dänin Malene Degn wurde mit deutlichen 3:52 Minuten Rückstand Dritte.

33, Benz , Nina, Head Ciclo XC Team, TSV Laichingen, GER

 

Sina Frei kam beim Start nicht optimal weg, doch das kompensierte sie bereits im ersten Anstieg. Sie übernahm die Führung und riss schon in der Startrunde im ersten Downhill eine kleine Lücke, die sie bis auf 30 Sekunden ausbauen konnte.

Eingangs dritter Runde unterlief ihr jedoch ein Missgeschick, als sie auf dem Asphalt stürzte. Das kostete sie einen Großteil ihres Vorsprungs, doch aufschließen konnte Richards nicht.

„Bei diesen Bedingungen ist es besser vorne zu fahren. Fehler macht auf diesem Boden jede, es ging darum möglichst wenige zu machen und das ist mir gelungen“, kommentierte Frei ihre Strategie.

„Es ist super schön, dass ich wieder einen Weltcup gewonnen habe und zum ersten Mal im Regenbogen-Trikot. Das macht den Sieg auch besonders.“

Evie Richards gab nie auf, doch gefährden konnte sie Frei am Ende nicht.

„Ich denke, der Regen, kann andere Leute beeinträchtigen. Deshalb habe ich es als Vorteil gesehen, dass es in Großbritannien immer regnet. Ich liebe diesen Kurs. Er ist einfach mit zwei steilen Anstiegen, aber heute war es extrem rutschig. Es war so schwierig mit 100 Prozent in die Downhills zu gehen. Im Anstieg war ich stärker und auf der Fläche. Ich freue mich sehr über meinen zweiten Platz heute und ich bin bereit für den nächsten Weltcup.

 

Malene Degn konnte das Tempo der Beiden nicht mitgehen und geriet in Runde drei von fünf in Gefahr ihren dritten Platz zu verlieren.  Ronja Eibl aus Grosselfingen hatte zur Freude des heimischen Publikums ihren Rückstand von 18 auf fünf Sekunden reduziert. Doch just in dieser Phase erlitt Eibl einen nicht reparablen Defekt an ihrer Schaltung.

Völlig enttäuscht musste die Bikerin von der RSG Zollernalb aufgeben.

„Ich hatte noch nie in meinem Leben so gute Beine“, schüttelte die erst 18-Jährige den Kopf und zog niedergeschlagen von dannen.

Damit blieb Malene Degn ungefährdet auf Rang drei.

„Es war irrsinnig heute. Ich wusste nicht ob ich Bike oder Skate. Aber es war cool, es hat super Spaß gemacht. Ich bin glücklich über den dritten Platz. Damit bin ich immer noch im Spiel um die Gesamtwertung“, so die Dänin.

Die Gesamtführung übernahm Sina Frei von ihrer Teamkollegin Malene Degn, Richards ist Dritte.

 

Beste Deutsche wurde so Nina Benz aus Laichingen, die als 16. 10:52 Minuten Rückstand hatte. „Es war echt gut heute, es hat so viel Spaß gemacht. In der ersten Runde hatte ich einen Sturz, aber das größere Problem war, dass mir in Runde drei vorne die Kette runter ist. Es war voll schwierig sie wieder drauf zu bringen. Schade, dass ich am Ende noch zwei Plätze verloren habe, aber ich bin trotzdem voll zufrieden.“

Faszinierende Stimmung

16, Philipp, Antoine, Veloroc BMC, , FRA 29, Dubau, Joshua, Sunn Factory, , FRA 9, Lindberg, Jonas, GL.RYE MTB, , DEN

Zufrieden war man auch bei der Stadt Albstadt. Die Zuschauerzahlen waren nochmal angewachsen, der Organisation routiniert abgelaufen und die Stimmung faszinierend. Am Samstag waren nach ersten Schätzungen rund 5000 Zuschauer vor Ort, am Sonntag wurde die 10000er-Marke wohl übertroffen. Der „Hexenkessel“ Bullentäle hat seinem Titel mal wieder alle Ehre gemacht.

Auch die Premiere des Short Track am Freitagabend war gut besucht und vom Publikum gut aufgenommen worden.

Ergebnisse

 

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Fotos: (c) EGO-Promotion

Trails surfen in Amerongen

Trails surfen in Amerongen

Eigentlich fahre ich nicht gerne Auto. Mich nerven die anderen Verkehrsteilnehmer, die Kosten und das, was ich damit anrichte. Und es scheint mir geradezu paradox, mit dem Auto irgendwo hin zu fahren, wo ich dann Fahrrad fahre.

Eine der Ausnahmen ist Amerongen in den Niederlanden.

Denn dort gibt es ein kleines, aber feines Netz aus Trails, die man herrlich mit dem Mountainbike surfen kann, auch ohne groß Höhenmeter erstrampeln zu müssen:

Relive ‚Trails surfen @ Amerongen‘

Das Tolle ist die Wahl-Möglichkeit bei den Strecken. In der Reihenfolge der Beliebtheit bei mir:

  • Rot -> 18km fast durchgehend Singletrail, wenig Höhenmeter, viele, sehr viele Kurven
  • Blau/Grün -> 16km fast durchgehend Singletrail. Nicht so Achterbahnig wie Rot, aber mit tollen Elementen (große Steilkurven, eine kleine Strecke mit mehreren Sprüngen)
  • Violett -> nur 6km, aber sehr anstrengend angelegt: Verwinkelt berg auf, ein Double-U (in 2018 entschärft) und ein tieferer Drop in einer Rechtskurve, den man nicht übersehen sollte.

 

Die Trails werden professionell gepflegt und das kostet natürlich Geld. Deswegen muss man eine „Vignette“ kaufen, die allerdings unter 10€ für das ganze Jahr liegt. Dafür bekommt man aber insgesamt 40km Fahrspaß, von dem ich heute „nur“ 24 (Rot + Violett) gefahren bin.

Die Vignette kann man am Besten im „de Proloog“ kaufen, einem kleinen Restaurant / Cafe, dass unweit der Strecke zu finden ist. Und sehr gute Sandwiches und Pommes, Kuchen und Getränke anbietet. EC-Zahlung ist auch bei kleinen Beträgen dort kein Problem 🙂

Wenn Ihr mal Trails surfen wollt, ist Amerongen definitiv eine Empfehlung wert. 🙂

Gonso Albstadt MTB Classic / Kurz-Marathon und UCI Junior Event: Matschige Angelegenheiten und deutscher Doppelsieg

Gonso Albstadt MTB Classic / Kurz-Marathon und UCI Junior Event: Matschige Angelegenheiten und deutscher Doppelsieg

Die Gonso MTB-Classic hinterließen in diesem Jahr nicht nur Spuren der Reifen auf der Strecke, sondern auch Spuren auf den Trikots der Fahrer. Das einzige was hier weiß blieb, waren die Zähne, die in den strahlenden Gesichtern im Ziel hervorblitzten.  Dennoch standen in allen Kategorien mehr als 800 Teilnehmer am Start. In den Rennen des UCI Junior Serie gab es einen deutschen Doppelsieg.

 

In fünf Kategorien teilte sich das Starterfeld in diesem Jahr auf. Zu den klassischen Kurzmarathons, dem Generation Race und den der Ärzte und Apotheker DM, kam eine neue Kategorie hinzu. Ein Rennen auf den Gravel-Bikes ging in die Testphase und insgesamt neun Starter nahmen sich bei den ungünstigen Bedinungen der Herausforderung als Testpiloten an. In den USA sind Gravelbikes schon ein richtiger Renner, in Deutschland wagen sich auch die ersten Biker an das neue Sportgerät. Von der Form unterscheiden sich die Fahrräder kaum von Cyclo-Cross-Rädern, aber sind mit wesentlich mehr Features für die Fahrt im Gelände ausgestattet.

 

Generell gelten die Gravel-Bikes als schneller als die klassischen Mountainbikes. Beim Rennen war aber kaum ein Unterschied zu verzeichnen, der erste Mountainbiker war sogar schneller. „Mit dem Gravel-Bike hat man einige Vorteile gegenüber dem Mountainbike. In den Abfahrten hat man mehr Möglichkeiten das Rad zu kontrollieren, was aber durch zusätzliche Federung keine Kompromisse im Komfort bedeutet,“ erklärte der Sieger des Gravel Bike Race, Johannes Thumm. Letztendlich konnte der Sieger des klassischen Kurzmarathons, Stefan Schaierer, aber über eine Minute mehr aus der Strecke herausholen.

Auch die Mädels hatten ihren Spaß. „Es rollte richtig gut, trotz dem Regen,“ sagte die drittbeste Fahrerin, Kim Große und die Siegerin, Jutta Schubert, fügte noch hinzu: „Die Strecke ist einfach richtig geil!“ Ein Highlight war, wie auch schon in den vergangenen Jahren, das Generation Race. Hier fahren immer zwei Generationen (mindestens 20 Jahre Altersunterschied) im Team zusammen. Obwohl die Strecke ein recht hohes Tempo erforderte, fiel es den meisten nicht schwer zusammenzubleiben und gemeinsam über die Ziellinie zu fahren. „Schön war´s. Ich bin schon bei schlimmeren Wetter gefahren. Alles hat gepasst und die Strecke ist echt genial, total abwechslungsreich,“ erzählten die beiden Fahrer des Generationen-Teams Scott XY begeistert.

 

Nach 1:23:20 rollte der Sieger der 46km, Stefan Paternoster, über die Ziellinie. „Bei mir lief es ganz gut. Es war hart und die Jüngeren machen echt Druck. Aber die verballern sich zum Glück meistens am Anfang schon. Ich habe da gelassen auf meine Stärken vertraut. Alles in allem bin ich aber trotzdem froh, dass ich nicht den Berg hochfahren musste,“ sagte Paternoster und zeigte auf den Anstieg der Cross-Country Weltcup-Strecke. Den Titel bei den Ärzten und Apothekern holte sich Erik Hühnlein und bei den Frauen Naima Diesner.

 

UCI Junior Event: Eydt und Roßberg auf eins und zwei

Mit 2:44 Minuten Vorsprung gewann Emma Eydt das internationale Rennen der Juniorinnen in Albstadt. Simone Roßberg kämpfte sich von Position vier noch auf den zweiten Platz. Dritte wurde die Tschechin Monika Kucerová.

Emma Eydt (Stevens MTB Racing Team) zeigte in Albstadt einen Start-Ziel-Sieg, wie er im Buche steht. Die Juniorin baute ihren Vorsprung in den vier Runden immer weiter aus. „Es lief relativ gut. Natürlich haben die Beine gebrannt und ich dachte zuerst, ich hätte in der ersten Runde zu viel gegeben. Am Anfang hatte ich auch Schwierigkeiten mit der technischen Strecke“, erklärte sie. Die Sportler trainierten die Tage zuvor auf einer trockenen Strecke und mussten sich beim Wettkampf erst auf die rutschigen Passagen einstellen.

 

Um die restlichen Podestplätze kämpften die beiden Teamkolleginnen, Simone Roßberg und Leoni Fend (Bike Junior Team powered by Bulls) zusammen mit ihrer tschechischen Mitstreiterin, Monika Kucerová.

 

Zu Beginn bestimmten Fend und Kucerová das Tempo und es schien als könnte Roßberg nicht mithalten. Doch als die Fahrerin des TSV Dettingen ihren Rhythmus gefunden hatte, konnte sie sich immer weiter vorkämpfen. Schließlich schaffte sie es in der dritten Runde vor ihren Konkurrentinnen in die Abfahrt zu gehen und so als starke Technikerin eine Lücke zu reißen. „Das Gefühl war richtig gut. Ich konnte schließlich die Lücke nach vorne schließen und bergauf, kurz vor der Abfahrt, kam ich an Monika vorbei. Das war wichtig, weil ich wusste, dass ich bergab stärker bin“, sagte Roßberg. Mit 15 Sekunden Vorsprung sicherte sie sich die Silbermedaille.

 

Fend musste ihre Konkurrentinnen ziehen lassen. Sie hatte Probleme mit der durchnässten Strecke, wobei zwischenzeitlich auch die Wiesenpassagen aufgrund des Regens rutschig waren. „Der Anfang lief gut. Doch dann hatte ich keinen Grip mehr und ich musste oft runter vom Rad und Laufen. Sogar den Schotterhang hoch“, so Fend. Ein Radwechsel in der dritten Runde konnte die Lage nicht mehr retten und sie kam auf dem vierten Platz ins Ziel. „Es wäre vermutlich mehr gegangen,“ sagte die 18-Jährige enttäuscht.

 

Ärzte & Apotheker Women Dr. Biecker Andrea Diesner Naima Schütt Daniela

Italienischer Sieg bei den Junioren

Lange war die Spitze des Juniorenrennens hart umkämpft. Schließlich setzte sich der Italiener Zaccaria Toccoli durch. Er gewann mit 1:30 Minuten Vorsprung vor den beiden Schweizern Loris Rouiller und Stiven Thür.

 

Bereits in der ersten Runde schaffte es Zaccaria Toccoli (Team Focus Selle Italia) eine kleine Lücke zwischen sich und das restliche Starterfeld zu reißen. Doch bereits in der zweiten Runde hatten seine Konkurrenten wieder aufgeschlossen. Nach einer Attacke konnte er sich aber endgültig absetzen und baute den Vorsprung nach hinten aus. „Ich fahre zum ersten Mal auf einem Weltcup-Kurs und finde die Strecke klasse. Ich mag das nasse Wetter, klar Sonne wäre besser, aber ich bin gut zurechtgekommen“, schilderte er.

 

In der Verfolgergruppe wurde hart um die Podestplätze gekämpft. Im Zielsprint hatte Loris Roullier (IKO Beobank) nur knapp die Nase vorn und sicherte sich den zweiten Platz. Sein Eidgenosse, Stiven Thür (BSK Graf MTB Team), konnte im Sprint den Franzosen Loan Cheneval (Team VTT VCA Anjos) auf den vierten Platz versetzen.

Generation Race TEAM BRUDDLER SCO STEVENS SCHUBERT TEAM GROß UND KLEIN

Bester Deutscher wurde Markus Eydt auf Platz 16. „Die Beine waren richtig gut und ich fühlte mich spritzig. Am Start bin ich auch gut weggekommen und ich fuhr dann mein Tempo,“ erzählte er zufrieden. Lediglich ein Kettenklemmer in der zweiten Runde warf den Junior ein bis zwei Plätze zurück.

 

 

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Fotos: (c) EGO-Promotion

BIKE Festival Willingen: Huber triumphiert erstmals bei Rocky Mountain BIKE Marathon – Dohrn mit Premierensieg in Damenwertung

BIKE Festival Willingen: Huber triumphiert erstmals bei Rocky Mountain BIKE Marathon – Dohrn mit Premierensieg in Damenwertung

Im fünften Anlauf hat es endlich geklappt: Urs Huber (SUI) hat den Rocky Mountain BIKE Marathon, das sportliche Highlight des 21. BIKE Festival Willingen, für sich entschieden. Der Schweizer Vollblut-Profi absolvierte die neue, 116 km lange und mit 3.220 Höhenmetern gespickte Streckenführung durch das waldeckische Upland in 4:39.30,68 Stunden, während Stefanie Dohrn (GER) bei den Damen in 5:45.47,59 erstmals triumphieren konnte.

BIKE Festival Willingen 2018

Tim Böhme (GER) sorgte bei den Männern als Zweiter der Langdistanz für einen Doppelsieg von Team Bulls (4:44.03,91), das schon im Vorjahr dem Klassiker entlang der Landesgrenze von Hessen und Nordrhein-Westfalen seinen Stempel aufgedrückt hatte. Der 35-jährige Frankfurter verwies in einem packenden Sprint den amtierenden Schweizer Meister Konny Looser vom BiXS Pro Team auf Rang drei (4:44.03,96).

Allerdings hatte es lange Zeit eher nach einem Kopf-an-Kopf-Duell um den Gesamtsieg und nicht nach einem Foto-Finish um Rang zwei ausgesehen, nachdem sich Huber und Sascha Weber (GER) nach der ersten von drei unterschiedlich aber kurzweilig gestalteten Runden entscheidend aus einer siebenköpfigen Spitzengruppe hatten lösen können.

Der letztjährige Zweite hatte im Anstieg zum Hohen Eimberg das Tempo deutlich angezogen, nachdem Weber eine Lücke zu Martin Frey (GER), ebenfalls Team Bulls, geschlossen hatte.

Huber attackierte aus dem Windschatten, überraschte damit die Konkurrenz, von der einzig Weber mitgehen konnte. In der Folge arbeitete das Ausreißerduo auf dem zweiten Kursabschnitt gut zusammen und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus, bis der Top-Favorit auf den Sieg bei seinem deutschen Konkurrenten, der 2017 noch Dritter in Willingen geworden war, eingangs der abschließenden dritten Runde eine Schwächephase ausmachte.

„Da habe ich gemerkt, dass er am Limit ist und bin einfach mein Tempo weiter gefahren und habe bis ins Ziel durchgezogen“, erklärte Huber.

In der Folge brach der ehemalige Vize-Europameister im Dienste von Maloja Rocky Mountain komplett ein und wurde im Gesamtklassement noch mit mehr als 15 Minuten Rückstand auf Platz sechs durchgereicht (4:55.08,67).

Während Weber damit nicht an die starke Vorjahresleistung anschließen konnte, präsentierte sich sein Konkurrent Huber, der vor einem Jahr in einem Zielsprint um den Sieg noch den Kürzeren gezogen hatte, im Zielbereich um so zufriedener: „Ich war hier dreimal Zweiter, einmal Vierter. Endlich hat es geklappt, dieses Rennen nach Hause zu bringen. Der Marathon in Willingen ist ein Klassiker, den man einmal gewonnen haben muss. Heute hat es gereicht, ich bin super glücklich.“

Und auch sein Teamkollege Böhme, vor fünf Jahren auf dem Aushängeschild europäischer Langdistanzrennen ebenfalls siegreich und in seinem letzten Jahr als Profi unterwegs, war über seinen zweiten Rang sichtlich erfreut: „Ich habe hart gearbeitet. Es wird einem in der letzten Saison nichts geschenkt. Von daher ist es schön, dass ich mit meinen alten Tagen noch so Gas geben kann.“

BIKE Festival Willingen 2018

Dohrn ebenfalls mit Premierensieg in Willingen

Bei den Damen dominierte die Dortmunderin Stefanie Dohrn die Konkurrenz nach Belieben und fuhr einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg in 5:45.47,59 Stunden ein.

Die 25-Jährige vom MSV Essen Steele, die im Vorjahr die Deutschen Hochschulmeisterschaften gewonnen hatte und bei der BIKE Transalp, der legendären Hatz über den Alpenhauptkamm, an der Seite von Julian Biefang Zweite der Mixed-Wertung geworden war, verwies mit Katrin Schwing (GER) vom Katrin Schwing Trek Team (6:02.57,49) und Sarah Reiners (GER) von Focus Rapiro Racing (6:22.26,24) erfahrene Gegnerinnen eindrucksvoll auf die Plätze zwei und drei.

Der Sieg in der Masterwertung ging an den Niederländer Ramses Bekkenk (NED) von KMC Fruit to go (5:07.12.36), während sich Günter Reitz vom Team Firebike-Handelshof bei den Ü50-Racern in 5:37.44,96 Stunden durchsetzte.

Alle Ergebnisse stehen online zur Verfügung.

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Fotos: © Martin Sass

Mercedes Benz UCI Mountainbike Weltcup in Albstadt / U23 Herren

Mercedes Benz UCI Mountainbike Weltcup in Albstadt / U23 Herren

Dubau gewinnt schwieriges Regen-Rennen

Unter schwierigen Bedingungen hat der Franzose Joshua Dubau beim Mercedes-Benz UCI Mountainbike Weltcup in Albstadt das U23-Rennen gewonnen. Antoine Philipp sorgte für einen französischen Doppelsieg. Rang drei ging an den Dänen Jonas Lindberg. Die Deutschen hatten viel Pech, Simon Schneller landete auf Platz18.

 

Es hatte vor dem Start zu regnen begonnen. Das machte die Strecke zu einer extremen Herausforderung. Die Zuschauer sahen viele Stürze.  Dass es vor der ersten Kurve auf Asphalt zu einem Sturz kam, hatte mit den Bedingungen weniger zu tun, das war einfach ein Fahrfehler.

Im Rennen entstand nach zwei von sechs Runden eine dreiköpfige Spitzengruppe mit der späteren Podiums-Besetzung und kurze Zeit später attackierte Lindberg und Dubau konnte erst einmal nicht mitgehen, wie er später erzählen sollte. Er war weg gerutscht.

 

Doch dann stürzte Lindberg und der Franzose war auf und davon.  Auch Antoine Philipp ging an Lindberg vorbei. Joshua Dubau holte sich seinen ersten Weltcup-Sieg und gewann mit 41 Sekunden Vorsprung auf Philipp und 1:08 Minuten auf Lindberg.

Hinter Lindberg war der Schweizer Filippo Colombo bisweilen bis auf 15 Sekunden am dritten Rang dran, musste dann aber bekennen, dass die Konkurrenz an diesem Tag stärker war. Er wurde schließlich Sechster.

 

Joshua Dubau: „Ich hatte einen schlechten Start, konnte mich aber nach vorne arbeiten. In der Dreier-Gruppe habe ich versucht mein eigenes Tempo zu finden. Für mich war es ein perfektes Rennen heute.“

 

Antoine Philipp: „Ich mag solche Bedingungen, wenn man durch die Kurven sliden kann. Aber es war natürlich ein hartes Rennen bei diesem Boden.“

 

Jonas Lindberg: „Das Wetter ist wie in Dänemark. Ich habe eine Attacke gesetzt und konnte durch den Sturz von Dubau an ihm vorbei. Dann hatte ich eine kleine Lücke, bin dann aber selbst gestürzt. Dadurch ist die Schnalle am Schuh kaputt gegangen, aber es war kein großes Problem. Ab diesem Zeitpunkt war ich alleine.“

6, Brandl, Maximilian, Lexware Racing Team, RV Viktoria Wombach, GER

Deutsche U23-Biker mit enorm viel Pech – Simon Schneller überrascht

Den deutschen U23-Mountainbikern klebte das Pech wie Dreck an den Reifen. Nur Simon Schneller kam richtig gut durch. Der Oberlengenhardter musste bei dem Sturz am Start auch in die Bremse, aber nicht zu Boden. Er war 47. nach der 2,8 Kilometer langen ersten Runde und arbeitete sich dann konstant nach vorne. Je länger das Rennen ging, desto schneller wurde Schneller.

In der letzten Runde fuhr er sich noch mal um zwei Plätze nach vorne und kam mit 4:23 Minuten Rückstand als 18. ins Ziel. „Es lief super, ich hatte auch perfekte Reifen.  Ich bin echt glücklich“, freute sich Schneller.

 

Der Freiburger Max Brandl war mit großen Erwartungen ins Rennen gegangen, doch der U23-WM-Dritte stürzte bereits in der ersten Runde am Albstadt-Drop. Das warf ihn erst mal zurück und Brandl hatte Mühe in die Gänge zu kommen. Er fiel bis auf Rang 16 zurück, holte sich dann in Runde drei aber drei Plätze zurück. Doch dann kollidierte er mit dem Niederländer Milan Vader und stürzte schwer. Mit einer Risswunde am Arm musste Brandl aufgeben.

Luca Schwarzbauer aus Nürtingen war in den Sturz in der Startphase verwickelt. Ein Konkurrent hängte bei ihm im Lenker ein, so dass Schwarzbauer einen Abflug auf den Asphalt machte. Damit war jegliches gutes Resultat dahin. Nach einem Defekt in der fünften Runde war sein Rennen dann beendet, obschon er gut aufgeholt hatte.

David List aus Friedrichshafen fuhr lange ein hervorragendes Rennen. Der erst 18-Jährige hatte sich bis auf Platz 18 nach vorne gekämpft, als er sich einen Hinterrad-Defekt holte. Er versuchte noch mal alles, doch mehr als Platz 26 war nicht drin.

 

 

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Fotos: Ego-Promotion