Die Sparkassen…. oh mei

Die Sparkassen…. oh mei

Ich mag die deutschen Sparkassen. Primär weil mir das Konzept besser gefällt, als das von anonymen Kreditbanken. Gleichzeitig aber kann ich über die Sparkasse immer wieder nur den Kopf schütteln.

Es ist die einzige Bank, bei der ich 3(!) Apps brauche: Eine zum Banking, eine für die TAN und eine zur Absicherung von Online-Zahlungen mit Kreditkarte (was witziger Weise kein Anbieter nutzt). Das allein ist schon sehr kurios. Der Versuch der Kundenbetreuer, mir das mit Sicherheitsgewinnen zu verkaufen, greift natürlich nicht, wenn alle 3 Apps auf dem gleichen Gerät laufen und untereinander Daten austauschen. Aber egal, hab ich mich dran gewöhnt.

Dann „Paydirekt“ und „Kwitt“:

Mit Paydirekt wollten die deutschen Banken einen Gegenpol zu Paypal schaffen. Mit mehr Restriktionen (z. B. braucht man ein Girkokonto) und keiner einzigen Funktion für die sich die Benutzung lohnt. So what? Hat das von Euch schon mal irgendeiner genutzt? Nein? Ich auch nicht.

Kwitt sollte dann für die Sparkassen die Paypal-Funktion angreifen, dass User sich untereinander Geld schicken können. Geht leider nur, wenn beide ein Giro-Konto haben, ist auf wenig Euro gedeckelt und nicht halb so komfortabel wie Paypal. Was soll das?

Und jetzt der neuste Clou:

Während viele Menschen schon mit NFC-fähigen Handys oder Gadgets wie z. B. den neuen Garmin-Uhren kontaktlos per Kreditkarte zahlen können, wollen die Sparkassen natürlich wieder eine eigene Lösung auf den Markt bringen. Viel später als alle anderen und ohne (für den Kunden relevanten) Mehrwert:

Die Sparkassen-App für mobiles Bezahlen mit dem Android-Smartphone soll am 30. Juli erscheinen. Eine Beta-Version ist derzeit schon im Android PlayStore verfügbar. Die funktioniert aber nur mit Konten einiger ausgewählter Sparkassen, deren Mitarbeiter und Kunden das System noch einmal auf Herz und Nieren testen. Zum Starttermin Ende Juli sollen dann rund 300 Sparkassen dabei sein, erklärte ein Sprecher der Sparkassen-Tochter S-Payment gegenüber heise online.

Um aber überhaupt eine Chance zu haben, gängelt man dann auch noch die eigenen Kunden und verbietet ihnen, andere Dienstleister zu nutzen:

Weil die Sparkassen ihre eigenen Pläne für das mobile Bezahlen verfolgen, können deren Kunden können ihre Kreditkarten nicht mit dem vor einigen Tagen gestarteten Google Pay einsetzen.

Quelle: Heise

Da möchte ich in Tränen ausbrechen. Natürlich ist nicht alles gut was von Google kommt. Aber den Kunden die Möglichkeit zu nehmen die Entscheidung für oder gegen Google Pay selbst zu treffen ist schon hart. Das mit dem Verweis auf eine App, die irgendwann kommt und von der niemand weiß wie universell sie einsetzbar sein wird, ist eine Frechheit.

Ich frage mich, warum die Sparkassen immer wieder anderen hinterher läuft und eigene Konzepte fährt, die dem Kunden keine Vorteile bringen. Und wenn man mir dann noch immer wieder Werbung in meine Banking-App einspielt, möchte ich sie manchmal einfach nur löschen.

Die Sparkassen sind wichtig für Deutschland. Und für Kunden immer noch die meiner Meinung nach beste Adresse in vielen Fällen. Was Technik und Zukunft angeht, habe ich aber echt Bauchschmerzen.

P.S. Erinnert sich noch wer an die Geldkarte? 😉

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