Lautloses Duell

Lautloses Duell

Für den Urlaub habe ich ein spannendes Buch gesucht und dabei bin ich auf „Lautloses Duell“ von Jeffery Deaver gestoßen. Der Teaser-Text las sich einfach zu gut:

„Angst und Schrecken breiten sich im Silicon Valley aus. Unter dem Codenamen Phate hackt sich ein Mörder in die Computer seiner zukünftigen Opfer ein. So erfährt er ihre intimsten Geheimnisse und kann sie in eine tödliche Falle locken. Um den Täter endlich zu entlarven, wählt Detective Anderson einen ungewöhnlichen Weg. Er bittet Wyatt Gillette, Computergenie und zurzeit in Haft, um Hilfe. Wyatt bekommt einen Rechner gestellt, als Gegenleistung soll er Phate aufspüren. Ein nervenzerreißendes Duell beginnt …“

Da sind genug Worte drin, die ich brauche um Neugierig zu werden. Ein paar Klicks später war es dann meines.

Und in der Tat, die Geschichte fängt sehr spannend und mit einem sehr ausgeklügelten Mord an. Der Nerd in mir hat schnell festgestellt, dass die Geschichte schon ein bisschen älter ist (erinnert Ihr Euch an ZIP-Disks?), aber das macht ja nix. Dagegen macht schon etwas, dass der Autor genau gar keine Ahnung von Hackern, Hackerkultur und Hacken hat. Das ist echt mühsam.

Muss ich vielleicht drüber hinweg sehen. Wird außer mir ja kaum einer merken. Was allerdings alle merken ist, wie die Story danach rasant an Fahrt verliert. Nicht nur werden die Morde einfallsloser, die Geschichte verrennt sich auch in eine Richtung, in der alle möglichen Menschen sich scheinbar perfekt und bis zur unkenntlichkeit verkleiden können. Es folgt ein Katz- und Maus-Spiel in dem der Mörder den Häschern immer wieder ganz knapp oder dank perfekter Verkleidung oder ganz knapp und in perfekter Verkleidung erwischt.

Das ganze gipfelt dann in einer Grundbösen KI, die in einem kugelsicheren Gehäuse in einem geheimen Raum steht – und einen fetten „Off-Schalter“ an der Wand hat, mit der alles Böse deaktiviert wird. Nicht, dass an dieser Stelle der Bösewicht gefangen wäre.

Ich habe aber an dieser Stelle aufgehört zu lesen. Es wurde mir einfach zu doof. Und so gut der Anfang auch war, ab Mitte des Buches ist die Geschichte nur noch bemüht, immer tiefere Tiefpunkte des Erzählerischen zu erreichen.

Was – insbesondere eben wegen des guten Anfangs – echt schade ist.

 

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