Canada 2012: Athabasca Glacier

Kanada hat das Glück, einige richtig schöne und (noch) große Gletscher zu besitzen. Einer davon ist der Athabasca Glacier am Mount Athabasca.

Wie der Name vermuten läßt, ist hier der Ursprung des Athabasca River zu suchen und das Wasser dieses Gletschers sucht und findet seinen Weg quer durchs Land ins Polarmeer, den Atlantik und den Pazifik.

Solche Wunder der Natur sind empfindlich, besonders wenn tausende Touristen jedes Jahr dort hin strömen um den Anblick zu genießen.

Im Falle des Athabasca Glacier hat man das Problem mit Bus-Touren gelöst.

Was sich zuerst nach einer merkwürdigen Sache anhört, ist im Endeffekt eine recht geniale Lösung: Von einer „Tal“-Station aus wird man zunächst mit einem Reisebus nah an den Gletscher gefahren um dann von dort mit Spezialbussen auf ein Gletscherplateu gefahren zu werden. Natürlich ist das Verlassen des Plateus untersagt und somit kontrolliert man die Besucherstöme und bewegt sie über einen sehr schmalen und kleinen Korridor. Hinfahren, Aussteigen, 15 Minuten umsehen und zurück geht’s.

Zu Fuß kommt man nur in kleinen Gruppen und mit zugelassenen Guides auf den Gletscher. Von den begehbaren Strecken und der Talstation allerdings sieht man den Buskonvoi gar nicht, da dieser hinter einer Bergkuppe versteckt ist.

Im unteren Teil des Gletschers weisen Schilder darauf hin, wo der Gletscher vor x Jahren noch gewesen ist. Das macht eindrucksvoll deutlich, wie schnell der Gletscher kleiner wird. Was heute noch viele Meter Eis unter massiver Schnee- und Gerölldecke ist, wird morgen (na gut, in 5 oder 10 Jahren, aber was ist das schon??) nicht mehr da sein.

Grundsätzlich ist es gut gelöst, wie die Kanadier den Spagat zwischen Touristenattraktion und Wissensvermittlung lösen und den „Human Impact“ zu kontrollieren versuchen. Aber ich frage mich doch, wie viele Leute die im Laufe der Jahre dort waren und noch hin kommen werden, sich mal Gedanken machen. Über eine Welt, in der es auch diesen majestätischen Gletscher nicht mehr geben wird. Und das werden viele von und noch erleben…

Autor: unkreativ

Gelegentlich hat der Unkreative das Gefühl, er müsse Euch etwas wissen lassen. Das kann sinnvoll sein. Muss es aber nicht. ;-)