SKS Marathon Sundern 2013

Wie angedroht, bin ich Samstag den ersten Marathon der Saison gefahren, den SKS Marathon Sundern/Hagen. Mein zweiter Marathon überhaupt und ich war total gespannt, wie es wohl werden würde…

Um kurz vor Acht waren Team- und Vereinskollegen Becci und Marco mit mir auf dem Weg ins Sauerland. Beide mit viel mehr Rennerfahrung als ich, wollte Becci die 30km bezwingen und Marco die 55km gegen mich fahren.

In Sundern angekommen lief alles super reibungslos. Vom Parken des Autos über die Startnummernausgabe bis hin zur Besetzung der Startblöcke. Einzig das Wetter war ausgesprochen unschön: Arschkalt und nass präsentierte sich das Sauerland von der schlechtesten Seite. Aber egal, pünktlich um 11 Uhr ging es los.

Marco war dann schon mal weg, Becci war sowieso 3 Startblöcke vor uns und ich habe versucht mich trotzdem nicht von den Schnellen mitziehen zu lassen. Das war ein Problem, weil ich offensichtlich zu schnell war. Also schneller als ich erwartet hätte. Steffi von Pro-Formance hatte ja meine Anerobe Schwelle bei einem Puls von 165 ermittelt. Also war mein Ziel, die Trittfrequenz zwischen 80 und 90 und den Puls trotzdem nicht nennenswert über 165 zu bringen. Und mit der Kombination überholte ich schon am Anfang mehr, als ich je erwartet hätte.

Als es dann in Richtung Wald ging, fing die Sache an für mich ungemütlich zu werden. Matsch. Viel Matsch. Mehr Matsch, als man sich vorstellen kann.

Und der Matsch saugt an den Beinen. Das ist unfassbar. Aber absolut. Dazu kommt, dass meine Reifen für trockenen Boden super sind, bei Nässe allerdings eher nicht. Und um das ganze Drama perfekt zu machen, müssen meine Bremsen dringend entlüftet werden. Aber das Jammern nutzt nix und mein Ziel war, die Strecke in 3 Stunden zu schaffen.

Die 3 Stunden sind irgendwie aus Grafschaft hängen geblieben, wo ich bei meinem allerersten Marathon etwas mehr als 3 Stunden gebraucht habe, allerdings nur für 44km. Dort war ich dann auch nur der 221. von 240 Fahrern, bzw. der 46. meiner Altersklasse. Die aus 46 Teilnehmern bestand 🙁 Und das, so habe ich mir geschworen, passiert mir nicht noch ein Mal.

Wirklich ein Hochgefühl war dann, als ich fahrend eine enorm steile und matschige Steigung bewältigen konnte, auf der die meisten Mitfahrer schieben mussten. Ein Ego-Boost ist dann, von den Laufenden angefeuert zu werden 🙂

Insgesamt war ich positiv, mein Ziel von 3 Stunden trotz des Schlamms halten zu können, weil dazwischen schnelle Waldautobahnen lagen, die mit 50 – 60 km/h gefahren werden konnten und auch, weil grundsätzlich gut in der Zeit lag. Mit dem Puls-Modell war es mir möglich, direkt nach jedem Anstieg wieder Gas zu geben. Und insgesamt habe ich bei weitem nicht so viele Plätze verloren, wie ich erwartet hätte.

Trotzdem ging nicht alles gut. Sieht man von einem Kettenklemmer bei mir, einem Notarzteinsatz bei einem Mitfahrer und anderen Unwägbarkeiten ab, war mein Hauptproblem die „böse Steigung am Schützenheim“. Ein Mitfahrer hatte mich gewarnt, dass bei KM 50 es noch mal richtig Rund gehen würde und tatsächlich kam ich dann an die „Bergsprintwertung“. Und der Berg zwang mich aus dem Sattel. Kaum oben wollte ich ihn zum Ziel runter fahren und… landete in so tiefem Schlamm, dass ich bergab nur noch im Schritt-Tempo vorwärts kam. Und dann passierte es: Bei KM 54 oder so säuselte mir Runtastic ins Ohr: „Fahrtzeit: 3 Stunden“. Das war es. Ich hätte so kotzen können.

Aber… schon zwei Kurven später war ich im Ziel… Juhuu! Und die offizielle Uhr zeigte 3h 4m 37s an, mein GPS 1500Höhenmeter und 56,49km – nicht die 3 Stunden die ich gehofft hatte, gefühlt aber eine (für mich) extrem gute Zeit. Und das bekam ich dann heute auch schriftlich, denn mit Platz 194 von 538 in der Gesamtwertung, bzw. Platz 54 von 149 in meiner Altersgruppe ist das Ergebnis viel besser, als alles was ich nach so kurzer Zeit „richtigem Training“ erwartet habe.  Und mein Puls? Lag im Mittel bei 161 Schlägen in der Minute 😉

So sah ich dann aus, als ich wieder am Auto war… Nicht so k.o. wie ich erwartet hätte, schmutzig wie sau und mir war Arschkalt. Aber die Freude über das durchgestandene Rennen und die unerwartet gute Platzierung macht so vieles wieder wett 🙂

Sportfotograf.com hat übrigens wieder Fotos gemacht. Die Fahrerfotos sind noch nicht online, aber ein Best-of gibt es hier: Klick!

runtastic_20130427_1730_Mountainbiking

Autor: unkreativ

Gelegentlich hat der Unkreative das Gefühl, er müsse Euch etwas wissen lassen. Das kann sinnvoll sein. Muss es aber nicht. ;-)

3 Gedanken zu „SKS Marathon Sundern 2013“

  1. na denn Glückwunsch 🙂
    und zur Nachbersserung…ich bitte mit „cc“ und es waren 3 Startblöcke :-p

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