Wenn Du für die Realität nicht paranoid genug bist…

Ich hinterfrage gerne vieles und neige dazu wenig zu glauben. Banker, Versicherungen und Politiker stehen auf meiner Skepsis-Liste meist ganz oben und es braucht viel, damit ich sie von den Spitzenplätzen herunter hole. Manchmal aber ist man überrascht, dass es oft noch viel schlimmer ist, als man dachte.

Nehmen wir mal de-mail. Das Vorzeigeprojekt „sichere Email“, mit der wir, geht es nach unserer Regierung und einigen wenigen gut daran verdiendenen, zukünftig unseren Schriftverkehr elektronicht abbilden.

Eines der Probleme ist, dass die Mails nicht wie z. B. bei PGP Ende-zu-Ende verschlüsselt sind. Sondern beim Dienstleister entschlüsselt und dann wieder verschlüsselt wird. Was für Menschen mit bestimmten Kenntnissen komisch bis alarmierend anmutet, bekommt nun eine völlig neue Dimension.

Denn nach den Veröffentlichungen von Snowden war das amerikanische Unternehmen CSC, welches „Geheimdienstnah“ ist, bei De-Mail genau so im Boot wie beim neuen Personalausweis. Und plötzlich bekommt die Entschlüsselung auf den Servern der Dienstleister eine völlig neue Dimension. Die nämlich, dass damit die gesamte Kommunkation lesbar ist. Und plötzlich wird klar, warum man sich nicht auf Public-Key-Verfahren wie PGP eingelassen hat.

Und wenn man dann noch betrachtet, dass die Firma und damit vermutlich die US-Geheimdienste mit dem nPA gleich auch noch unsere biometrischen Merkmale zugängig gemacht bekommen, dann kann es einem nur noch eiskalt den Rücken herunter laufen.

Es zeigt wieder ein Mal, dass immer dann wenn es um geheim gehaltene Absprachen und Verfahren geht sich lohnt, doppelt hin zu schauen.

Und es zeigt sich, dass man gar nicht paranoid genug sein kann, um der Wahrheit auch nur nahe zu kommen…

Autor: unkreativ

Gelegentlich hat der Unkreative das Gefühl, er müsse Euch etwas wissen lassen. Das kann sinnvoll sein. Muss es aber nicht. ;-)