Facebook an der Börse: Nix gelernt?

Es gab so oft schon Situationen, aus denen man hätte lernen können. Wenn man denn hätte lernen wollen. Wollte man nicht, die Gier war größer. Oder wie Vince Ebert sagt:

„Forscher wissen schon seit langem: Die Aussicht auf ein Schnäppchen lähmt die Großhirnrinde. Geiz macht also nicht geil, sondern blöd!“

Und genau das kann man jetzt mit der Gier auch sehen. Bei Facebook. Denn genau wie von mir erwartet, rauscht die Aktie in den Keller:

Die Facebook-Aktie rauscht derweil weiter in den Keller. Am dritten Handelstag brach das Papier weiter um annähernd neun Prozent auf 31 Dollar ein – der Ausgabepreis lag bei 38 Dollar. Ein Anleger, der zum Ausgabepreis gekauft hatte, verlor somit bis zum späten Dienstag fast ein Fünftel seines Geldes.

Damit legt das soziale Netzwerk einen der übelsten Börsengänge der vergangenen Jahre hin. Nach Daten des Anbieters Dealogic, die das „Wall Street Journal“ veröffentlichte, ist kein anderer US-Börsengang im Milliardenbereich seit 2007 so schlecht gelaufen. Von insgesamt 24 Börsenstarts standen demzufolge nach drei Handelstagen acht im Minus – die Negativliste führt klar Facebook.

Quelle: ZDF

Wer hier überrascht ist, ist doof. Anders kann man das nicht sagen, schon gar nicht nach dem Platzen der (Börsenspekulations-)Blasen der vergangenen zehn Jahre.

Fakt ist einfach: Facebook hat ein sehr enges Geschäftsfeld und ist stark abhängig von zwei externen Faktoren. Dabei hat es keine oder kaum eigene Assets, die eine realistische Bewertung in der Höhe erlauben würden, mit der Facebook zum Börsengang bewertet wurde. Überdie ist Facebook in seinem Lebenszyklus genau wie Myspace und Co berechenbar und jeder der was von Private-Equity-Finanzierungen weiß: Ein IPO (Börsengang) wird dann gemacht, wenn für die Investoren die meiste Kohle aus dem Unternehmen heraus zu tragen ist. Es ist ein EXIT der Geldgeber. Muss man das noch genauer erklären?

Facebook ist nicht das neue Apple, Google oder Microsoft. Facebook ist die globale T-Aktie.