Canada 2012: Athabasca Falls

In Kanada gibt es unzählige Wasserfälle und einer ist schöner als der andere. Von daher ist es schwierig zu sagen, warum ich immer wenn ich in Kanada bin, an den Athasca-Falls lande.

Ich glaube es liegt an ihrer Ursprünglichkeit.

Der Athabasca-River hat sich über Jahrtausende ein immer tieferes Bett in einen engen Canyon geschleift und stürzt unter atemberaubendem Getöse in diesen hinein. Unten gibt es dann verschiedenen „Pottholes“, in denen das Wasser sich wie ein Bohrer immer weiter nach unten bohrt.

Und wenn man dem Canyon dann 100, vielleicht 200 Meter folgt, öffnet er sich plötzlich in einen Talkessel und von jetzt auf gleich wird der reißenden Fluß fast sanft und liegt dann still und majestätisch vor einem.

Leider ist der Wasserfall touristisch übererschlossen: sich kreuzende Betonpfade umschlingen die Schlucht und Treppen helfen hinauf und hinab. Das klingt nicht nur furchtbar, das sieht auch furchtbar aus. Deswegen lohnt es sich, einfach mal ein paar Schritte mehr zu machen und die Aussichtsplätze hinter sich zu lassen. Und das, was man dann geboten bekommt, ist an majestätischer Ursprünglichkeit unschlagbar….

Canada 2012: Jasper

Neben Banff ist Jasper sicherlich der bekannteste Ort in den kanadischen Rockys. Das führt dann dazu, dass jährlich ungefähr 2 Millionen (!) Terrouristen in den bescheidenen Ort einfallen. Der, genau wie Banff, aus Naturschutzgründen nicht wachsen darf.

Jasper liegt 4h westlich von Edmonton und ist daher aus einer Großstadt schlechter zu erreichen als Banff, knapp 2 Stunden von Calgary. Trotzdem zieht es unzählige Menschen dort hin und auch ich bin noch bei jedem Trip nach Kanada dort gewesen.

Obligatorisch die Fahrt auf den Mount Whistler und von dort zu Fuß immer weiter, immer höher, bis nichts mehr geht. Den Wolken so nah wie möglich und von dort kann man dann erkennen, dass Jasper witziger Weise die Form eines J hat. Zufall?

Wenn man aber die üblichen Touristenpläze verlässt, hat Jasper noch wesentlich mehr zu bieten. Zum Beispiel Pyramid Lake und – Mountain, die man entdecken kann, wenn man nur ca 15 Minuten aus Jasper hinaus fährt. Kein Wunder, dass man dort auch schon mal Brautpaare bei den Hochzeitsfotos sieht 🙂

Was man in und um Jasper auch sehr gut machen kann – und wir natürlich gemacht haben: Reiten gehen. Stundenlang durch die Wildnis streifen. Und in Jasper ist das quasi mit Tier-Garantie verbunden. Neben den üblichen Verdächtigen gibt es dort auch Bären in Mengen, allein während unserer 3 Reitstunden haben wir 5 oder 6 gesehen. Gut, wenn man einen einheimischen Guide dabei hat, der die Tiere früh entdeckt, damit man einen großen Bogen machen kann – weniger aus Angst, mehr um sie einfach in Ruhe zu lassen.

Wem das nicht reicht, der kann auch einen der unzähligen Bergseen besuchen, die man rund um die Stadt in den unterschiedlichsten Größen finden kann und an denen einige meiner absoluten Lieblingsfotos entstanden sind. Und wer mehr für das Entdecken typischer kanadischer Kleinstädte ist: Jasper hat nur ca 3000 Einwohner und unmittelbar hinter der Mainstreet fängt die eigentliche Stadt an.

Grundsätzlich also ist Japser ebenso ein absolut empfehlenswerter Ort. Am meisten, wenn man die Mainstreet verläßt und sich cachend mal in Ruhe durch die Stadt bewegt. In der es wesentlich mehr zu entdecken gibt, als die Tourifallen vermuten lassen.

Canada 2012: Athabasca Glacier

Kanada hat das Glück, einige richtig schöne und (noch) große Gletscher zu besitzen. Einer davon ist der Athabasca Glacier am Mount Athabasca.

Wie der Name vermuten läßt, ist hier der Ursprung des Athabasca River zu suchen und das Wasser dieses Gletschers sucht und findet seinen Weg quer durchs Land ins Polarmeer, den Atlantik und den Pazifik.

Solche Wunder der Natur sind empfindlich, besonders wenn tausende Touristen jedes Jahr dort hin strömen um den Anblick zu genießen.

Im Falle des Athabasca Glacier hat man das Problem mit Bus-Touren gelöst.

Was sich zuerst nach einer merkwürdigen Sache anhört, ist im Endeffekt eine recht geniale Lösung: Von einer „Tal“-Station aus wird man zunächst mit einem Reisebus nah an den Gletscher gefahren um dann von dort mit Spezialbussen auf ein Gletscherplateu gefahren zu werden. Natürlich ist das Verlassen des Plateus untersagt und somit kontrolliert man die Besucherstöme und bewegt sie über einen sehr schmalen und kleinen Korridor. Hinfahren, Aussteigen, 15 Minuten umsehen und zurück geht’s.

Zu Fuß kommt man nur in kleinen Gruppen und mit zugelassenen Guides auf den Gletscher. Von den begehbaren Strecken und der Talstation allerdings sieht man den Buskonvoi gar nicht, da dieser hinter einer Bergkuppe versteckt ist.

Im unteren Teil des Gletschers weisen Schilder darauf hin, wo der Gletscher vor x Jahren noch gewesen ist. Das macht eindrucksvoll deutlich, wie schnell der Gletscher kleiner wird. Was heute noch viele Meter Eis unter massiver Schnee- und Gerölldecke ist, wird morgen (na gut, in 5 oder 10 Jahren, aber was ist das schon??) nicht mehr da sein.

Grundsätzlich ist es gut gelöst, wie die Kanadier den Spagat zwischen Touristenattraktion und Wissensvermittlung lösen und den „Human Impact“ zu kontrollieren versuchen. Aber ich frage mich doch, wie viele Leute die im Laufe der Jahre dort waren und noch hin kommen werden, sich mal Gedanken machen. Über eine Welt, in der es auch diesen majestätischen Gletscher nicht mehr geben wird. Und das werden viele von und noch erleben…

Canada 2012: Banff

Der Tag an dem wir nach Banff fuhren, war ein unglaublich grauer Tag. Dichter Nebel und ein mit Wolken verhangener Himmel.

Wir fuhren trotzdem. Zum einen schon aus Prinzip, zum anderen aber weil wir Karten für die „Banff Gondola“ auf den Sulphur Mountain hatten und die aus planungstechnischen Gründen eben nur an dem Tag nutzen konnten. Und bei einem Einzelpreis von 35€ pro Person will man sowas nicht verfallen lassen.

Ihr könnt Euch die Überraschung vorstellen, als die Kabine plötzlich durch die Wolken stieß und uns der blauste Himmel begrüßte, den man sich vorstellen kann!

Tatsächlich reichten die Wolken nur etwa den halben Berg hinauf und obendrauf, in der Gipfelstation auf knapp 2.300 Meter musste man aufpassen nicht ins Schwitzen zu kommen. Total irre.

Irre war auch, wie die Sonne dann innerhalb der nächsten Stunden die Wolken über dem Tal auflösten in dem Banff liegt – und plötzlich sah man die gerade noch in grau durchfahrende Stadt ziemlich bunt leuchten 🙂

Auf dem Sulphur Mountain befand sich einst eine wissenschaftliche Station zur Erforschung der kosmischen Strahlung. Jetzt weiß ich auch wieso. Mit dieser Frage beschäftigt sich dann übrigens auch der erste der 5 Banff-Caches.

In den Nationalparks dürfen Caches nur noch von Parks Canada (dem „Betreiber) ausgelegt werden. In und um Banff gibt es derer 5 und für jeden Cache kann man eine Frage herunterladen. Die Antwort ist in den Dosen und wer mindestens 3/5 richtig hat, kann sich bei der Touristeninfo eine ziemliche süß gemachte Coin abholen gehen. Haben wir natürlich gemacht. Genau so wie wir uns die heißen Quellen und noch das eine oder andere mehr in und um Banff angesehen haben.

Nur, um dann doch noch mal zwei Lift-Karten zu kaufen und Abends noch einmal auf den Berg zu fahren. Zum Sonnenuntergang gucken, denn es ist schon was besonderes, wenn die Sonne hinter dem kleineren Nachbarberg verschwindet. Und es ist irre, wie schnell es dann nicht nur dunkel, sondern auch kalt wird.

Wir sind dann in die Nacht hinein noch mal in der Stadt um was zu essen und waren bei Toni Roma. Sehr nett, sehr empfehlenswert und witziger Weise das preiswerteste Essen gehen des ganzen Urlaubs…

Klar, Banff ist ein Touristenkaff. Aber eines der netteren. Und vor allem der Besuch des Sulphur Mountain macht einen Stopp in Banff für wenigstens einen Tag obligatorisch!

Canada 2012: Rafting auf dem Kicking Horse River

Der Legende nach, wurde einer der ersten Pioniere Kanadas beim Überqueren dieses Flusses von seinem Pferd so heftig getreten, dass er bewusstlos da lag. Damals war man mit erster Hilfe noch nicht so weit und hielt ihn für tot. Man schaufelte ein Grab, warf ihn hinein und vom Aufschlag erwachte er. In der Folge taufte man den Fluß „Kicking Horse River“

Einer anderen Legende nach war dieser Pionier ein ziemlicher Geschichtenerzähler.

Was auch immer wirklich gewesen sein wird, ich weiß es nicht und werde es auch nie erfahren. Macht aber nix, denn wie der Fluss heißt ist ja fast egal. Solange er nur schön heftig vor sich hin wirbelt.

Nachdem in der Gegend um Golden und Field im Winter 2011/2012 insgesamt 10 Meter Schnee gefallen waren, waren die Flüsse mit der Schneeschmelze auf Rekordniveau gestiegen. Aber bis wir da waren, waren sie leider auch schon wieder extrem gefallen. Das kalte Wetter und die damit verbundene geringe Zuführung von Gletscherwasser tat sein übrigens. Aber damit wir uns nicht missverstehen: Einfacher wird „Whitewater-Rafting“ damit nicht. Eher unkalkulierbarer, weil das Boot viel näher am Grund ist und damit potentiell schneller aufsetzt.

Wir sind zu den Hydra River Guides gefahren, um mit ihnen gemeinsam 3 Stunden auf dem Fluss zu verbringen. Mit im Boot 4 Briten und ein Australier. Nebenan ein zweites Boot und los geht.

Wer wollte, konnte sich (gegen Aufpreis, logisch) komplett in Neopren hüllen. Angesichts einer Wassertemperatur von ungefähr 7°C nicht die schlechteste Idee. Die Alternative war eine Neoprenhose, eine Fleece- und darüber eine Regenjacke. Wir haben Neopren genommen 😉

Jan, unser Guide, war die meiste Zeit damit beschäftigt, uns über die Gegend und die Veränderungen zu erzählen. Dabei führte er uns (meist) recht sicher durch das raue Gewässer. Sehr schön fand ich die Story vom Umzug der Stadt Golden („40km von hier, weil die Stadt hier immer überflutet wurde. Warum weiß keiner, weil auch am neuen Ort immer alles überflutet ist!“) und der Namensgebung. Gold gab es keins, aber eine Nachbarstadt namens „Silvertown“, die man einfach übertreffen wollte m)

Wer wollte, durfte dann auf dem letzten Stück auch gleich in den Fluss springen. Ich war zu feige 😉

Am Ziel angekommen, waren alle reichlich nass aber auch ziemlich zufrieden über die Tour. Und ob ich es wieder machen würde? Aber jederzeit.

Übrigens machte auch bei uns der Fluss seinem Namen wirklich alle Ehre.

 

Canada 2012: Lake Louise

Lake Louise ist ein Ort, den viele von Postkarten kennen. Saphirblaues bis smaragdgrünes Wasser und ein riesen Luxushotel auf der einen Seite, wie ein Gletscher auf der anderen Seite. Idylle pur. Von früh morgens an werden die Touristen in Bussen heran  gekarrt. So will man Kanada erleben und dafür zahlt man gerne.

Und zahlen kann man. Nicht nur das Hotel am Ufer ist teuer. Der gesamte künstliche Ort Lake Louise ist eine einzige Touristenmeile. Nur Hotels, Souvenier-Shops, überteuerter Minimarkt und teure Restaurants.

Aber das nimmt man gerne in Kauf. Gibt es doch DEN See Kanadas zu bewundern.

Was die wenigsten wissen: Steht man am Hotel und schaut man auf den See, ist man nur wenige Kilometer vom echten Kanada entfernt. Dem Kanada, das man eigentlich erleben will, wenn man her kommt. Ursprünglich, hart und kalt. Selbst im Sommer.

Um das zu erleben, braucht man nur dem Weg am See zu folgen. Erst noch ist man unter Touristen, doch kommen die ersten Anstiege, werden die Touristen weniger. Und weniger. Bis man, je nach Wetterlage, fast allein unterwegs ist.

Kommt man an die Wegschilder, sollte man ihnen zum Six-Glacier-Teahouse folgen. 6 KM später befindet man sich auf fast 2200 Metern über Normal Null, wenn plötzlich eine Hütte vor einem Auftaucht. Das Teahouse.

Wir lassen es aber erst noch rechts liegen und biegen links auf einen kleinen schmalen Weg ab. Noch ein Kilometer, dann sind wir am „Outlook“. Und das, was wir dort sehen, seht Ihr auf dem Foto: Berge, Schnee und Eis (das unten ist Gletscher mit einer dünnen Geröllschicht!). Der Wind pfeifft und es ist überraschen kalt hier oben. Ganz Mutige gehen noch weiter und suchen die alte Gipfelhütte. Das letzte Team vor uns musste jedoch umdrehen: Schon in Sichtweite kamen sie nicht heran.

Uns reicht der Outlook heute. Schon weil das Wetter sich kontinuierlich verschlechtert und der Regen zu nimmt.

Wir gehen zum Teahouse und gönnen uns Tee und Scones mit Marmelade. Alles frisch, versteht sich. Die Lebensmittel und Zutaten kommen ein Mal im Jahr mit dem Helikopter und das Personal bleibt immer für 5 Tage am Stück oben. Hier lebt der Hüttenhund, der Hausrabe (*Tock Tock Tock*, wer an Zoltan denkt, liegt so falsch nicht), Fatty das Dicke Streifenhörnchen und zwei Vögel, deren Namen ich vergessen habe. So wie der Chef mit Frau. Und eben den Angestellten. Was verleitet junge Frauen so einen Job anzunehmen?

Wer bis hier gewandert ist, weiß meistens was er tut.

Um so erschreckender die Touristen, die sich in Jeans und Baumwollshirt auf den Berg trauen. Die Frauen mit Flip-Flops und Highheels(!). Der Tourist mit dem Regenschirm.

Auf dem Rückweg machen wir einen „kleinen“ Abstecher zum Mirrorlake. Jahreszeitlich bedingt ist dieser eher eine Mirrorpfütze. Und von da über den letzten Anstieg geht es dann hinab zurück zum Lake Louise. Am Ende sind 25km Distanz und 1500 Höhenmeter (nur auf) auf dem Tacho. Der Körper im Eimer, der Geist erfrischt.

Nur so zum Spaß ging es zwei Tage später wieder auf den Berg: Ich hatte beim ersten Mal zwei Caches versteckt (T4 und T4,5). Beide bekam ich nicht freigeschaltet, weil man im Nationalpark keine Dosen mehr legen darf. Mit Ausnahmen die nicht auf mich zutrafen. Also mussten die Dosen weg und das geht nur, wenn man sie weg holt. Aber der Weg ist das Ziel und so ging es dann noch mal hinauf. Wieder im Regen.

Übrigens dem einzigen ernst zu nehmenden Regen in der ganzen Zeit.

 

sorry….

… aber ich komm im Moment einfach nicht dazu alles zu bloggen, was ich bloggen möchte 🙂 Da müsst Ihr Euch dann wohl noch ein paar Tage gedulden 🙂

 

Bis dahin erst mal wieder was zum Neidisch machen:

 

Canada 2012: Revelstoke

Revelstoke ist der Inbegriff einer kanadischen Kleinstadt und hat im Sommer eigentlich gar nichts zu bieten.

Die Wahl hier zwei Übernachtungen einzulegen kam eher daher, dass es genau so ist. Und zufällig gibt es in Revelstoke ein nagelneues Ski-Luxus-Hotel. Dessen Preise im Sommer so angenehm niedrig sind, dass es dann auch eine Junior-Suite sein durfte. Mit der angenehmen Überraschung, dass das Hotel uns dann von sich aus noch mal upgegradet hat. Also zwei Tage purer Luxus.

Im Sommer bietet dem Touristen die Stadt nur dann was, wenn man weiß was man mit sich anfangen möchte. In diesem Fall war die Antwort „Geocachen“: Nicht, dass die Stadt besonders viele oder aufregende Caches zu bieten gehabt hätte. Es war aber einfach schön zu wissen, dass an beiden Enden der Stadt jeweils eine Dose liegt und die dazwischen helfen, eben auch die Ecken zu besuchen, die man als Reisender sonst eher nicht zu Gesicht bekommen würde.

Was in Revelstoke gefehlt hat? Ganz klar ein Bikepark! Die Berge dort sind an sich sich schon aufregend und ich bin sicher, im Winter ist das der optimale Ski-Ort. Im Sommer fehlt aber eben was und ich denke, man könnte viel Potential schöpfen, wenn man wie in Whistler an die Biker denken würde – zumal der Sommer ja sonst dort reichlich tot ist.

Und dazu kommt, dass zwischen Whistler und Golden einfach kein richtiger Bike-Park besteht…

Angesichts des Luxus im Hotel waren 2 Nächte zu wenig. Angesichts der wenigen sonstigen Möglichkeiten aber waren zwei Nächte der perfekte Zwischenstop.

Canada 2012: Ein Tag auf dem Highway

Um in Kanada von A nach B zu kommen, kann es schon mal nötig sein einen Tag auf dem Highway zu verbringen.

Natürlich stellt sich ab einer bestimmtem Anzahl von Stunden die (berechtigte!) Frage ob man nicht besser fliegt.

Aber gerade in Kanada hat das Auto einen ganz besonderen Vorteil: Man kann anhalten und aussteigen wo und wann man will!

Und man will oft. So viele unglaublich schöne Szenerien ziehen an einem Vorbei und am liebsten würde man jeden See, jeden Bergblick, einfach alles auf Fotos festhalten. Kann man aber nicht, man will ja ankommen.

Abgesehen von den obligatorischen „Routen-Caches“ musste die Canada2012-Tour aber für „Hells Gate“ unterbrochen werden.

Hells Gate ist einer dieser typischen Touristenmagnete. Total überteuert und eigentlich unnötig. Obwohl…

Dieses Obwohl mach begreifbar, was für eine gewaltige Leistunge es gewesen sein muss, als die ersten Siedler Canada von Osten nach Westen durchquerten. Ohne Highway und Orte alle paar hundert KM. Es macht begreifbar wie unglaublich schwierig es gewesen sein muss, die Ost-West-Eisenbahn zu bauen um auch den entlegenen Westen an das „zivilisierte Leben“ anzubinden.

Wenn heute Touristen mit sicheren Zodiacs durch die Stromschnellen jagen fragt man sich, wie sich die ersten Siedler in ihren Kanus gefühlt haben müssen. Wenn man so direkt mit der rohen Gewalt der Natur konfrontert wird, wird einem klar, was für harte Kerle das damals gewesen sein müssen.

Leider ist Hells Gate auch ein Ort an dem man erfährt, dass Canada wie auch die USA nach wie vor ein Problem mit den Ureinwohnern hat. So erfährt man zum Beispiel, wie sich die Ureinwohner von den Einwanderern bedrängt fühlten. Die Einwanderer heissen aber nicht „Immigrants“ sondern werden „Whites“ genannt. Man erfährt, wie viele „Whites“ vermutlich(!) von „Natives“ ermordet wurden – aber nicht wie viele Ureinwohner im Zuge der Konolialisierung nieder gemetzelt worden sind. Auch Kanada hat im Umgang mit den Menschen die schon lange vor den „Weissen“ hier waren, noch einiges zu lernen…

Canada 2012: Whistler

Von Vancouver aus ging es nach Whistler. Vielen bekannt als ehemalige Winterolympia-Stadt ist Whistler heute das Mekka für Mountainbiker schlecht hin.

Etwas unvorbereitet sind wir dort angekommen und haben uns in einer komplett künstlichen Stadt wiedergefunden. Das, was man als Tourist zunächst vorfindet ist komplett auf den Kommerz ausgerichtet – im Sommer auf Biker, im Winter auf Ski- und Snowboarder. Ein Wahnsinn wie man ihn sich nur schwer vorstellen kann.

Wie das für ein Mekka so üblich ist, sind die Preise horrend. Aber man lebt ja nur ein Mal und wir waren ja zum Downhill fahren da. Also haben wir uns richtig gute Bikes gemietet und noch während wir dabei waren, sprach Steve uns an.

Steve ist professioneller Mountainbiker und arbeitet nebenbei als Guide und Trainer. Er hat uns angeboten (natürlich wie sich das gehört gegen eine „kleine“ Gebühr) uns zu begleiten und den Park zu zeigen. Angesichts der eh schon horrenden Kosten fielen die paar Euros dann auch nicht mehr auf und Steve war gebucht. Und das war das Beste was passieren konnte.

Nachdem wir unsere geilen Bikes von Giant in den Händen hatten, mit Helmen und Protektoren ausgestattet waren und unseren Liftpass hatten, ging es mit Steve den Berg hinauf. Oben angekommen wies er uns in die größten Unterschiede zwischen unseren All-Mountain-Rädern und den Downhill-Bikes ein und erklärte uns, was wir können müssen und was er erwartet.

„Chicken Wings!“

„Fat Cow!“

Und schon ging es das erste Mal bergab. Als erstes zeigte er uns, wie man richtig bremst, wie man Steilkurven fährt und führte uns Schritt für Schritt ins Downhill fahren ein. Absoluter Hammer. Dann bog er das erste Mal in eine schwerere Strecke und ich dachte… WOW!

Viel zu schnell waren wir unten, also wieder in den Lift und wieder hoch. Im Laufe der Stunden zog Steve schnell den Schwierigkeitsgrad an, aber ohne uns zu überfordern. Und ich muss sagen: Ich habe in den 4 Stunden mit Steve mehr gelernt als in dem halben Jahr, dass ich mich als Autodidakt auf dem Mountainbike versuche.

Gefahren sind wir nur etwas unter 4 Stunden. Aber das reichte dann auch um in jedem Muskel zu merken, was wir gemacht hatten.  Und um tausende unvergessliche Eindrücke zu sammeln.

Natürlich musste danach auch die Stadt ein wenig erkundet werden, zufällig halt mit dem einen oder anderen Cache verbunden 😉

Canada 2012: Vancouver

Nach Kanada zu kommen ist alles andere als Trivial. Deswegen begannen die Vorbereitungen auch schon vor über einem halben Jahr.

Natürlich kann man ins Reisebüro gehen und „Urlaub in Kanada“ buchen – ohne irgendwelche Arbeit damit zu haben. Da bekommt man dann wahlweise ein Hotel oder eine Reiseroute vorgesetzt und gut ist. Und je nach Anbieter und Angebot kommt man dabei auch noch recht günstig weg.

Hier war das anders. Das „Problem“ war, dass eine Reihe von Orten und Zeiten unter einen Hut gebracht werden mussten – was deutlich schwieriger ist, als es sich anhört. Letztlich ging es aber und am 28. August startete der Flieger in Frankfurt am Main um uns nach knapp 22 Stunden Reisezeit (von Tür zu Tür) in Vancouver, British Columbia, anzuspülen.

Am Flughafen angekommen, konnte auch direkt bei Alamo der Mietwagen abgeholt werden, ein nagelneuer Ford Edge mit Allradantrieb. Sehr schön und vor allem viel Platz. Kleiner Haken an der Sache: Nur mit äußerstem Sparwillen auf dem Highway mit 9,7 Litern zu frieden, in der Stadt gerne 15 und mehr Liter auf 100km. Aber gut. Man kann bekanntlich nicht alles haben.

Eingecheckt sind wir im Sandmann Airport Hotel. Das war gut zu erreichen, allerdings eine Enttäuschung. Im Grunde gab es nicht wirklich was zu meckern, aber die gesamte Einrichtung stammte aus den 1990ern. Röhrenfernseher, alte und laute Klimaanlage, Teppichmuster die es schon lange nicht mehr gibt. Aber hier zu meckern ist meckern auf hohem Niveau.

Berechtigter ist es am Frühstück zu meckern, denn das war ein Witz. Entweder eine(!) Scheibe Toast, ein Döschen Marmelade, eine Erdbeere, eine viertel Scheibe Ananas und eine halbe Orange – oder eine Scheibe Toast, ein Döschen Marmelade, Rührei, Bratwürstchen, Bratkartoffeln. Beides war nicht unbedingt das, was man gerne gehabt hätte. Und Wahlmöglichkeiten gab es leider nicht.

Der erste richtige Tag in Vancouver galt dann natürlich der Stadt. Unter anderem habe ich direkt morgens den Cache gemacht, der erstens meine Nummer 1000 war und zweitens der westlichste Cache sein wird, den ich in langer Zeit machen werde.

Danach musste natürlich die Stadt erkundet werden und mit messerscharfen Instinkten bin ich erst Mal nicht da gelandet wo ich hin wollte 😉 Aber nach einem zweiten Frühstück wußten wir dann auch wo es hin geht: Robson Street. Im Norden gelegen und die Einkaufstraße schlecht hin. Zudem kommt man von dort gut zum Olympiastadion, nach Gastown und Chinatown, so wie zum Hafen. Sehr fein.

Das Problem an Vancouver ist: Vancouver ist RIESIG. Ich hab es ja eh nicht so mit Städten, aber in diesem besonderen Fall kam hinzu, dass die Stadt einen schlicht erschlägt. Egal wie viel man sich ansieht, man hat immer das Gefühl, es ist nicht genug….

Zum Abendessen ging es dann auf den Grouse Mountain, wo es ein wunderschönes Restaurant mit dem bezeichnenden Namen „Observatory“ gibt. Von dort hat man einen unglaublichen Blick über die ganze Stadt, was besonders beim Hereinbrechen der Nacht Wahnsinn ist. Wir hatten zudem noch das Glück, dass das Wetter ein irres Schauspiel aus Wolken, Nebel und klarer Sicht bot – und damit unvergessliche Bilder ins Hirn gebrannt hat…