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Autor: unkreativ

Kundenservice richtig gemacht: Deuter Sport GmbH

Kundenservice richtig gemacht: Deuter Sport GmbH

Ich habe eine ganze Reihe von Rucksäcken, fürs Fahrrad, zum Klettern, zum Reisen und die meisten davon sind tatsächlich von Deuter Sport. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass ich schon vor gefühlt 100 Jahren einen Rucksack gekauft habe, der praktisch nicht kaputt zu kriegen war. Und mich 365 Tage im Jahr begleitet hat.

Jetzt hatte ich an einem Rucksack ein Problem: Einer der Schnellverschlüsse ist gebrochen – keine Ahnung wie (*draufgetreten hust*).

Das war ärgerlich. Aber Deuter ist ja irgendwie eine Firma die ich gut in Erinnerung habe, also dachte ich: google mal. Und was soll ich sagen?

 

EIne Rucksackschnalle

Online bestellt, 2 Tage später war das Paket da und die neue Schnalle lag in meiner Hand. Und jetzt ratet mal, was die gekostet hat?

Zwei fuffzig.

Nein ernsthaft. 2 Euro 50. Für eine Schnalle für einen Rucksack den ich vor fast 10 Jahren gekauft habe. Na gut, plus Porto. Aber hey, ich war trotzdem angetan – weil das heute nicht selbstverständlich ist, auch wenn es selbstverständlich sein sollte. Für mich aber auch ein klares Zeichen, dass ich mit den Rucksäcken einen guten Kauf gemacht habe – mal abgesehen davon, dass die beim Tragen und Nutzen ohnehin 100% meiner Erwartungen erfüllen.

 

Nein, ich bin nicht mit Deuter in irgendeiner Weise verbunden, bekomme kein Geld, habe meine Bestellung brav bezahlt und mache keine Werbung. Ich erzähle Euch nur von meinen privaten Erfahrungen. Nur falls da jemand auf komische Gedanken kommt.

Es mag komisch klingen, aber Euer Telefon hört Euch zu

Es mag komisch klingen, aber Euer Telefon hört Euch zu

Es ist ja keine neue Diskussion, ob Smartphones ihre Nutzer belauschen. Jede/r von uns kennt merkwürdige Ereignisse wie Werbung zu Dingen, über die man gerade erst gesprochen hat. Einen Beweis dafür, dass Smartphones ihre Nutzer ausspionieren können – und wenn sie es können es auch machen – gibt es Momentan wohl noch nicht.

Allerdings scheinen wir der Auflösung auf Umwegen einen Schritt näher zu kommen. „Schuld“ ist Google, bei denen ANDROID als Betriebssystem für diverse Geräte verfügbar ist. Denn Google, und ich mache keine Scherze, will in Zukunft(!) Apps untersagen, ungefragt und heimlich Eure Telefonate zu belauschen:

Google lässt ab dem 11. Mai keine Apps mehr im Play Store zu, die heimlich Telefongespräche aufnehmen. Dies geht aus einer Regeländerung für Entwickler hervor, die an dem Tag in Kraft tritt.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass bis zum 11. Mai es kein Problem war. Und noch besser: für die eigenen Apps gilt das natürlich nicht, die dürfen Euch weiter belauschen – auch ohne Euer Wissen:

Die Änderung betrifft allerdings nicht Wähl-Apps wie Google Phone oder Mi Dialer, die auf einigen Android-Geräten ins System integriert sind.

Quelle: Heise

Könnt Ihr mal einen kurzen Moment in Euch gehen und überlegen, was das bedeutet? Das bedeutet, dass Google sich und (bis zum 11.05) Dritten erlaubt, die Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes nach Herzenslust zu brechen, Euch zu belauschen, Eure Gespräche zu speichern, analysieren und zu verwerten.

Aber lasst mich raten: Das wird Euch nicht davon abhalten, Handys, Smart-TV und andere Geräte mit ANDROID zu nutzen, gell? Denn Ihr habt ja nix zu verbergen.

Klimawandel? Welcher Klimawandel?

Klimawandel? Welcher Klimawandel?

Ich zitiere mich mal selbst:

Manchmal bin ich so müde. Soooo müde. Und ich hätte so gerne Unrecht.

Seit Jahren schon predige ich, dass wir auch in unserer Region genau auf das Grundwasser achten müssen. Insbesondere den Verbrauch, aber auch die Nitratbelastung oder eben das fehlende „Nachwachsen“ durch Dürren. Ich versuche mich als Mitglied im Aufsichtsrat unserer Stadtwerke einzusetzen (u. a. durch Anträge zum Grundwassermonitoring), im Rat der Stadt (durch Ausrufen des Klimanotstands) und auch privat.

Und was ich mir alles anhören durfte. Von der FDP, die meinte das Austrocknen des Rotbachs läge an den Folgen des Bergbaus oder der CDU, man könne vor dem Rathaus kein CO2 sehen. Und auch simple Zahlen, Daten, Fakten, wie z. B. die ständig ansteigenden Temperaturen, reichen nicht um die „sollen sich doch spätere Generationen drum kümmern“ – Politiker aufzurütteln.

Und so erreichen mich aktuell zwei Nachrichten, die weder überraschend sind, noch getrennt von einander stehen dürfen:

Europa hat im Jahr 2021 laut EU-Daten den heißesten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erlebt. Die durchschnittliche Temperatur von Anfang Juni bis Ende August habe fast ein Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1991 bis 2020 gelegen, teilte am Dienstag das Erdbeobachtungsprogramm Copernicus der Europäischen Union mit.

(Quelle: Stern)

„Deutschland hat in 20 Jahren Wasser im Umfang des Bodensees verloren. Das ist unvorstellbar viel Wasser“, sagt Prof. Jay Famiglietti, geschäftsführender Direktor des Global Institute for Water Security an der Universität von Saskatchewan, Kanada und ehemaliger leitender Wasserwissenschaftler am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena, Kalifornien. „Der Wasserrückgang in Deutschland beträgt etwa 2,5 Gigatonnen oder Kubikkilometer im Jahr. Damit gehört es zu den Regionen mit dem höchsten Wasserverlust weltweit.“ Das sei für die Forschenden selbst eine „schockierende Überraschung gewesen”.

(Quelle: National Geographic)

Und kaum jemand scheint sich dafür zu interessieren. Ich verstehe nur nicht, warum?

Zum einen bringt der Klimawandel irre hohe Kosten mit sich und jeder Euro, den wir heute nicht investieren um den Klimawandel zu verlangsamen, wird uns viele zusätzliche Euro in Zukunft kosten.

Weiterhin ist Trinkwasser ein unvorstellbar wichtiges Gut, wenn wir uns auf eine heißere Zukunft einstellen. Klar gibt es theoretische, energieintensive Möglichkeiten wie die Meerwasser-Entsaltzung für den „Fall der Fälle“ – ich muss Euch aber nicht erklären, dass das etwas anderes ist als Grundwasser und eine komplett eigene Infrastruktur zur Stromversorgung und für den Transport braucht. Wer sich also heute hinstellt und auch noch ernsthaft sagt, dass das sinkende Grundwasser angesichts des steigenden Meeresspiegels doch kein Problem sei, der hat sich völlig aus der rationalen Diskussion verabschiedet.

Mal Hand auf’s Herz: Wir wissen, was passiert. Wir wissen, was kommen wird, wenn wir nicht das Ruder herum reißen. Warum genau machen wir (und das meint auch und vor allem politische Entscheider!) genau gar nichts? Sitzen wie das Kaninchen vor der Schlange, stehen wie das Reh auf der Landstraße und warten auf das scheinbar unvermeidbare?

Und ja, vielleicht ist es unvermeidbar, mit den Folgen des Klimawandels leben zu müssen. Aber ich bin überzeugt, dass wir noch immer in der Hand haben zu entscheiden, wie schlimm es wird.

Mein und Dein und Unser

Mein und Dein und Unser

Eines der Dinge, die mich an unserer aktuellen Wirtschaft faszinieren ist, wie leichtfertig die Menschen heute bereit sind für ein Produkt zu bezahlen und es trotzdem nicht zu besitzen. Das wird häufig als „Abo-Modell“ getarnt, wenn z. B. Software nicht mehr gekauft, sondern nur noch gemietet wird. Die Hersteller versprechen, dass man so immer die optimale Software habe, immer alle Updates bekomme.

Was sie nicht sagen: Man ist ihnen ausgeliefert, denn wenn man mit den Konditionen irgendwann nicht mehr einverstanden ist, hängt man am Fliegenfänger. Zahlt man nicht mehr regelmäßig, kann man die Software auch nicht mehr nutzen. Für die Hersteller ein Win-Win: Sie erhalten regelmäßige Cashflows und haben zudem die Kontrolle über die Verwendung der Software.

Aber das ist ja nicht der einzige Punkt. Musik zum Beispiel wird heute fast nur noch gestreamt und online erworben. Zumeist in proprietären Formaten, die bedingen, dass der Musicplayer sich gelegentlich bei einem Lizenzserver versichert, ob man diese Musik überhaupt noch hören darf. Denn gekauft hat man sie im eigentlichen Sinne nicht, man mietet sie vielmehr. Was passiert, wenn auch große Firmen keinen Bock mehr haben, sah man sehr schön bei Microsoft: Das einst als Alternative zum iTunes-Store gehypte Zune wurde dicht gemacht, die Nutzer verloren ihre Musik.

Und was bei Musik möglich ist, die nicht mehr als CD im Regal steht oder wenigstens DRM-freies MP3 auf der Festplatte liegt, geht natürlich auch bei eBooks. Unvergessen der Fall, als Amazon einfach mal gekaufte eBooks von den Readern seiner Kund*innen fernlöschte. Und das ausgerechnet bei den dystopischen Romanen „1984“ und „Animal Farm“.

Und auch im Smart Home kaufen die meisten Leute kaum Geräte, die sicher nur im eigenen Haus laufen. Vielmehr brauchen praktisch alle großen Systeme eine Interntverbindung und nutzen unnötiger und unsicherer Weise „Cloud-Services“. Und auch hier gilt: Hat der Hersteller keinen Bock mehr, hat der Kunde verloren.

Es ist ja nicht so, als erhielten wir als Kund*innen Vorteile dadurch. Oder günstigere Preise. Nein. Wir geben ausschließlich die Kontrolle aus der Hand, binden uns langfristig an Firmen mit undurchsichtigen Verträgen und akzeptieren stillschweigend, dass die Dinge, die wir vermeintlich kaufen, gar nicht in unseren Besitz übergehen. Sondern wir nur das temporäre Recht zur Nutzung erwerben.

Und irgendwie… so richtig scheint das niemanden zu stören, oder?

 

Teneriffa 2022

Teneriffa 2022

Ich dachte, ich muss mal raus. Und deswegen bin ich raus.

Die Frage aller Fragen ist natürlich immer: Wohin soll es gehen?

Also führte mein erster Ganz zu Google Maps, mein Zweiter zu Youtube und dann schritt ich voller Überzeugung in das Reisebüro Ankerplatz in Voerde und sagte:

Hey, bitte ein Mal Azoren!

Und nachdem die Cheffin selbst sich um den Problembären kümmerte, einige Stunden bereitwillig Wissen und Informationen teilte, stand fest:

Jawoll, es wird Teneriffa!

Ja, ungefähr so hab ich auch geguckt. Und ich höre Euch schon fragen, wie man von Azoren auf Teneriffa kommen kann. Des Rätsels Lösung ist das Wetter. Ich habe Julia Vowinkel-Hochstay einfach mal geglaubt, dass das Wetter auf Teneriffa im April beständiger ist, als auf den Azoren. Und nach dem, was sie erzählte, ist Teneriffa eine spannende Insel (Spoiler: Yes!)

War also nur noch die Wahl des Hotels offen. Wer mich kennt weiß, dass ich entweder sehr „rustikal“ übernachte (Zelt oder in Spanien gerne eine einfache Finka) oder eben eher „nobel“ in einem chicen Hotel mit einer Reihe von Sternen. Und hier war die Wahl denkbar schwierig. Klar war, dass ich in den Norden der Insel und weg von den „Touri-Hochburgen“ im Süden wollte und nach der Lektüre zahlreicher Angebote fiel dann die Wahl dank ausgiebiger Beratung auf das „Atlantic Mirage Suites & Spa„.

Das Hotel Atlantic Mirage von der Straßenseite aus gesehen. Im Vordergrund der Pool.

 

Jetzt ist es so, dass ich keine sehr großen Hotels mag. Also so richtige Bettenburgen. Und da kommen wir auch zum ersten von zwei Haken, was das Atlantic Mirage angeht. Ihr sehr das Foto? Das ist die Front-Ansicht, die Ihr auch an fast allen anderen Stellen findet. Sieht schnuckelig aus, oder?

Der Haken ist jedoch, dass das „Erdgeschoss“ bereits das 7. Stockwerk(!) ist. I kid you not: auf der anderen Seite fällt die Küste steil ab und dort gibt es nach unten 6 weitere Stockwerke. Haha, sauber selber ein  Bein gestellt 😀

Auf der anderen Seite merkte ich davon nichts: Schon die Lobby ist bewußt so gestaltet, dass man nicht das Gefühl hat, eingeengt zu werden:

Die Lobby des Atlantic Mirage mit Blick auf das Meer
Und die gebuchte „Junior Suite“ befand sich direkt darunter auf Etage 6. Bis zur 5 bin ich noch vorgedrungen (Restaurant) und auf der 10 (Whirlpool und Rooftop-Bar) war ich auch. Deswegen habe ich die „Größe“ des Hotels nie gefühlt und habe mich auch nicht unwohl gefühlt. In sofern: Gut geplant, die Kiste.

 

Mein Zimmerchen war übrigens sehr, sehr sauber und exakt wie auf den Katalog-Bildern. Aber selbst der kritischste Urlauber würde seine Kritik für einen Moment vergessen, weil das Betreten des Zimmers halt optisch durch den direkten Blick auf das Meer ohnehin aufgewertet wird.

Blick aus einer Suite über den Balkon auf das Meer.

Und überhaupt. Das Meer. Ich habe bei Booking in einem Kommentar gelesen, das Meer sei zu laut gewesen. Abgesehen davon, dass die Fenstertüren sehr gut den „Lärm“ dämpfen, kann ich nur sagen, dass ich super gut schlafen kann, wenn vor dem Fenster das Meer rauscht und ich hatte jede(!) Nacht das Fenster weit geöffnet. Allerdings immer erst, nachdem die allabendlichen Gleitschirmflieger nicht mehr Gefahr liefen, hereingeweht zu werden 😀

Ein Gleitschirmflieger vor dem Hotel
Durch die starken Winde gab es nämlich jeden Abend eine „Live-Show“ tollkühner Pilot*innen direkt am Hotel vorbei 🙂

Gut, kommen wir zum zweit wichtigsten des Hotels: Dem Essen.

Hier muss ich tatsächlich meiner Enttäuschung etwas Luft machen. Denn ich hatte Halb-Pension gebucht und mich damit für das Abendessen im „Buffet-Restaurant“ entschieden. Und hier jammere ich jetzt mal auf hohem Niveau: Das Essen war reichlich vorhanden und jede/r wurde satt. Zugleich bestand es aber auch fast ausschließlich einfach in Massen kauf-, zubereit- und servierbaren Waren und das Fleisch war qualitativ nicht meinen Ansprüchen genügend. Das war im Restaurant des Hotels eine ganz andere Klasse. Allerdings schienen die Speisen und die Mengen den meisten Touris (fast alle Deutsch, zwischen 18 und 80 bunt gemischt) zuzusprechen. Vermutlich bin ich da verwöhnt, ich würde aber nicht mehr Halbpension wählen – wenn dann lieber im Hauseigenen Restaurant essen.

Das Frühstücksbuffet war ebenso „ok“ aus meiner Sicht, fand aber bei den übrigen Gästen wieder sehr regen Zuspruch. Was man aber lobend erwähnen sollte ist, dass es immer mehr als ausreichend frisches Obst gegeben hat.

Was aber für mich hart war: Der Kaffee morgens aus Automaten verdient den Namen nicht und Abends gab es im Buffet-Restaurant keinen. Das konnte man „verschmerzen“, weil es an den Bars (1x Drinnen, 1x Rooftop) sehr gute Siebträger-Maschinen gab. Den musste man aber natürlich halt immer einzeln bezahlen und ich persönlich fänd schon mindestens zum Frühstück einen trinkbaren Kaffee ein Must-Have.

Ein Cappucino mit dem Logo des Hotels

Aber hey, ich bin da wohl pingelig, wie gesagt: Den meisten hat es geschmeckt (offensichtlich :-D) und da ein Hotelbetreiber ja immer auf der einen Seite ökonomisch handelt und auf der anderen Seite eben den Großteil der Gäste zufrieden zu stellen hat, nehme ich mal in Kauf, dass ich hier raus gefallen bin.

Gut, gegessen hab ich. Gehen wir nach draußen und schauen wir uns die Insel an. Hierfür hatte ich mir einen Kleinwagen gemietet und das war gleich doppelt ein Fehler: erstens nehmen die Straßenbauer auf Teneriffa keine Rücksicht auf kleine Autos.

Wenn man davon ausgeht, dass ich kurz vor dem Urlaub einen neuen Range Rover D350 Rückwärts(!) eine Rampe mit 90% hinaufgefahren bin, war ich auf Teneriffa mit dem Clio 1.2 echt aufgeschmissen. Es gab Straßen, da bin ich nur im 1. Gang hoch gekommen, Klimaanlage aus. Auf Autobahnen konnte der Tempomat die Geschwindigkeit oft nicht auf 100km/h halten, sondern fiel auf 80 km/h herab. Der kleine Motor hatte Null Chancen gegen die Steigungen auf der Insel.  Solltet Ihr mal hin: Nehmt keinen Kleinwagen.

Nehmt am Besten gar keinen Wagen. Witziger Weise hat die Insel einen super ausgebauten ÖPNV, mit dem man preiswert überall hinkommt, sogar auf den Teide oder zu den Wanderstrecken im Nationalpark. Hätte ich vorher googeln sollen.

Oh Thema Auto: Ich hatte, abweichend von sonst, nicht bei Hertz gemietet, sondern bei TUI, die ihrerseits „Autoreisen“ beauftragt haben. Ich hatte ein ungutes Gefühl, weil ich ja immer so ein „was ist wenn“-Denker bin. Und natürlich hatte ich nach 2 Tagen einen Platten. Ja ganz toll. Jetzt würde es sich bestimmt rächen, den billigsten Anbieter genommen zu haben, dachte ich. War aber nicht so: Nach einem Anruf beim Vermieter stand keine Stunde später ein neues Fahrzeug vor dem Hotel und das alte Auto wurde mitgenommen. Hut ab, so muss das sein. Papierkram? Nur eine Unterschrift.

Nachdem das alles jetzt aus der Welt ist, nehme ich Euch endlich mit auf eine Tour über die Insel.

Und das lohnt sich. Denn die Insel ist zweigeteilt, zwischen einem grünen, frischen Norden und einem trockenen, wüstenartigen Süden. Durch die teils erheblichen Höhenunterschiede kann man dabei von Wüste über Regenwald zu Bergklima in 30 Minuten kommen. Echt fantastisch.

Ein Drachenbaum, der möglicherweise 2000 Jahre alt ist

Im Grünen Norden gibt es zahlreiche Parks und Wälder, die man erkunden kann. Dazu gehört auch ein Park in Icod de les Vinos mit dem ältesten Drachenbaum, dem Drago Milnario. Wie alt der Baum ist? So genau weiß das niemand, er könnte knapp 1000 Jahre alt sein. Und er ist wunderschön. Im gleichen Park kann man übrigens auch einen ersten Eindruck von den zahlreichen Höhlen bekommen, die die Insel bedecken.

Eine Begräbnishöhle auf Teneriffa

 Und schon hier bekommt man einen ersten Eindruck von der überwältigenden Natur auf der Insel:

Blick aus dem Park des Frago Milenario auf das Meer

Von hier aus kann man dann z. B. nach Garacho, einer alten Hafenstadt. Der Weg dorthin führt dann die Geocacher unter uns „Zufällig“ noch an einem Lost-Place-Cache vorbei:

Eine alte Ruine am Meer
In Garacho angekommen, kann man sich sehr eindrucksvoll mit der Geschichte der Stadt vertraut machen – vor allem aber damit, welchen Einfluss Vulkane auf Menschen und Orte haben. Denn an den historischen Stellen kann man lernen, wie eine einst blühende Hafen- und Handelsmetropole plötzlich unter Lava vergraben werden kann – und wie schnell auf vulkanischen Inseln alles anders sein kann. Absolut beeindruckend.

Das alte Stadttor von Garacho

Wer dann Lust auf mehr Stadt und Kultur hat, der oder die kann dann die Hauptstadt Santa Cruz im Nordosten der Insel besuchen. Die Stadt und das Flair verströmt einiges von dem, was ich in Nizza kennenlernen durfte. Offensichtlich scheint viel Sonne und Meer eine gewisse Wirkung auf Menschen zu haben 😉

In Santa Cruz legen wohl auch die großen Kreuzfahrtschiffe an, als ich da war, war aber nur ein kleineres vor Ort. Überhaupt scheint die große Touristen-Welle erst noch zu kommen, was ich aber auch nicht so schlimm finde 🙂 So kann ich wenigstens in Ruhe die Stadt erkunden.

Ein Brunnen im Vordergrund die "Skyline" von Santa Cruz im Hintergrund

Erkunden kann man die Stadt übrigens super per ÖPNV. Für uns im Ruhrgebiet unvorstellbar gibt es am Automaten nur eine Wahl: Wie viele Fahrten? Denn jede Fahrt kostet 1,70€, selbst wenn man – wie ich – einfach mal mit der Straßenbahn von End- zu Endhaltestelle fährt. So kann man günstig kreuz und quer durch die Stadt, weil einige lohnenswerte Orte, wie das Weltall-Museum recht weit außerhalb liegen.

Und zu den Highlights gehört mal wieder, wenig überraschend, auch ein Park. Diesmal der Stadtpark García Sanabria mit der weltberühmten Blumenuhr:

Die Blumenuhr im Parque Garcia Sanabria

 

Aber neben Palmen und Blumen gibt es natürlich eine Reihe von interessanten Orten zu erkunden und zu entdecken: Von Kultur über Denkmäler bis hin zu Geocaches an Orten, wo man sie nicht vermuten würde und an denen Robert Langdon 😉 seine helle Freude gehabt hätte. Eine Statue in Santa Cruz

Aber natürlich will man nicht nur Kultur erleben, wenn man schon einer Urlaubs-Insel ist. Deswegen habe ich mich mal von der Werbung einfangen lassen und einen Trip in den „Siam-Park“ gemacht. Dazu muss man wissen: Auf der Insel gibt es im Süden den Siam-Park, im Norden den Loro Parque, die den gleichen Betreiber haben. Fährt man jetzt eine beliebige Straße in den Norden, sieht man überall Werbungen für den letzteren und fährt man nach Süden für den ersteren Park. Ein Entkommen ist praktisch unmöglich.

Die Freefall-Rutsche im Siam Park
Der Siam-Park ist ein Park der nur aus Wasserrutschen besteht – und das macht er ziemlich gut. Die meisten rutschen sind mit Reifen zu benutzen und in einer „softeren“ und einer „härteren“ Version zu befahren. Und wer es ganz ruhig will, der läßt sich über den Mai-Thai-River treiben. Alle was dem fehlt, ist eine Bar für einen Cocktail auf dem Wasser. Dafür kann man abbiegen und durchs Aquarium. Und nein, I kid you not 😀

Der Park ist allerdings alles andere als Billig: Eintritt 36€, Schließfach 5€ (kein Pfand!),  Wasserschuhe 10€ (ab Größe 44 in Schwarz, ansonsten trägt man den Park werbewirksam mit sich herum) und das Essen ist… naja: Burger, Pommes, Cola für 13 Euro. Immerhin kann ich sagen, dass ich nie einen schlechteren Burger hatte 😉 Das alles sollte man aber bei Seite schieben, denn Urlaub ist ja nur ein Mal und deswegen ist es zwar immer noch viel Geld, wer aber früh da ist und spät geht, hat mit Sicherheit sehr viel Spaß auf den Rutschen gehabt.

Das Strandbad im Siam Park

Oder man lag halt schön am „Beach“ des Wellenbades und hat den Bekloppen  zugeschaut, die sich in die bis zu 3 Meter hohen Wellen warfen. Die Intensität der Wellen kommt zwar nicht an die im World Waterpark  heran, die Höhe allerdings ist beeindruckend.

Was mich an dem Park irritierte ist aber vor allem etwas anderes: Teneriffa wirkt wie eine sehr trockene Insel. Ist es klug so viel Wasser zu verschwenden? Stellt sich raus, das Wasser scheint entsalzenes Meerwasser zu sein. Das wäre dann unter dem Gesichtspunkt Strom ein mögliches Problem. Aber auch hier überrascht Teneriffa: Nicht nur haben sehr viel Häuser Solar-Anlagen für Warmwasser und Strom auf dem Dach, auf der Insel befinden sich auch – vor allem im windigen Süden – zahlreiche Windparks:

Ein Foto auf der Autobahn, dass einen der Windparks zur Stromerzeugung zeigt

Das macht den Park nicht nachhaltig – relativiert aber den Energie- und Wasserverbrauch doch erheblich.

Erwähnte ich eigentlich, dass es im Hotel eine Kaffee-Versorgungsproblematik gab? Als ich aus dem Siam-Park kam, musste ich tanken. Und was sahen meine rot entzündeten Augen? Ist es gar ein Zeichen? Ja, dort stand „Starbucks“ an der Tanke. Oh, was hab ich mich auf einen überteuerten Milchschaum mit einer Spur von Kaffee gefreut. Aber Teneriffa wäre nicht Teneriffa, wenn ich nicht auch hier keinen richtigen Kaffee bekommen hätte – auch hier wieder ein eher nicht so guter Automat 😉

Ein Starbucks an einer Tankstelle, bestehend aus einem einfachen Automaten

Aber gut, ich war ja nicht zum Kaffeetrinken hier (halt doch, war ich wohl!!!). Gott sei Dank konnte ich dann beim Relaxen auf dem Hoteldach noch einen „echten“ Kaffee kaufen und nach dem anstrengenden Tag im Rutschenpark entspannen 😉

Der Süden hat aber natürlich viel mehr zu bieten, als den Siam-Park. Vor allem die Wüsten-Landschaften sind absolut beeindrucken. Dazu gehört natürlich der vermutlich am meisten fotografierte Spot der Insel, der Steinbogen von San Miguel:

Dort gibt es auch einen Cache und gerade Geocachen führt einen dann von dort und vom Parkplatz weiter weg, tiefer hinein in eine unwirtliche Welt, die zugleich aber wunderschön ist.

Wüstenlandschaft in der Nähe von San Miguel

Überhaupt, Landschaften:

Die Mitte der Insel wird geprägt von einem „Bergrücken“ aus Vulkangestein, an dem es wunderschöne Orte zu erkunden gibt. Der berühmteste Ort ist sicherlich der Gipfel des Teide, auf dem man bis an den Vulkanrand kann. Hierfür muss man vorab eine Genehmigung beantragen und wenn man, wie ich, viel Pech hat, verfällt die weil genau an dem Tag die Seilbahn wegen Wind nicht fährt. Aber es wäre sträflich nachlässig, den Teide auf den Gipfel zu beschränken. Denn schon auf der Anfahrt wird die Welt um einen herum immer skurriler, unwirklicher, außerweltlicher. Bis man schließlich das Gefühl hat, im Set von „Der Marsianer“ gelandet zu sein. (Earthcache)Wüste am Teide

Und das Schlimme ist: Glaubt man, es könne nicht mehr beeindruckender werden und fährt man nicht den gleichen Weg zurück sondern auf der anderen Seite des Berges hinab, will man alle paar Minuten stehen bleiben, um vielleicht doch noch ein Foto zu machen:

Blick auf den Teide

Überhaupt ist die „Bergwelt“ einfach nur phantastisch. Vor allem immer dann, wenn man in Regionen ist in denen über den grünen Feldern Wolken hängen. Denn meistens gibt es dort auch einen Berg auf den man hinauf laufen kann, um dann von oben auf ein wunderschönes Wolkenmeer zu schauen:

Besonders ausgeprägt ist das in dem Gebiet des „Corona Forestal„, wo man praktisch alle Klimazonen auf 10km erwandern kann. Stand man eben noch in der Sonne, läuft man im nächsten Moment durch eine außerirdische Welt voller fremder Gewächse und dichtem Nebel.

Der Corona Forestal im Nebel

 

Die Wanderungen dort sind teils recht fordernd, aber landschaftlich das mit Abstand schönste nach den Rocky Mountains.

Alles in allem also ziemlich exakt so, wie ich es mag. Und ich muss sagen: Ich hatte keine Erwartungen, weil ich nicht wusste, was mich erwartet. Aber nachdem was ich erlebt habe, muss ich sagen, dass Teneriffa durchaus reizvoll ist. Vor allem wegen der sehr unterschiedlichen Regionen auf der Insel, aber natürlich auch wegen teilweise sehr aufregender Geschichte, die es zu entdecken gibt. Oft in Verbindung mit einem Geocache an einem Lost Place:

Kleiner Wermutstropfen war, dass ich leider nicht den Leuchtturm Punte de Teno nicht erreichen konnte. Die Straße ist nach Steinschlägen beschädigt und im Moment gesperrt für Sicherungsarbeiten. Richtig traurig konnte ich aber nicht lange sein, weil es unmittelbar in der Nähe dann doch wieder einen Pfad ins Gebirge gibt, wo es einen weiteren aufregenden Cache zu erklettern gab:

Dort in der westlichsten Ecke des nördlichen Teils finden sich dann übrigens auch endlose Felder und Gewächshäuser, was die Frage beantwortet, ob es Landwirtschaft auf der Insel selbst gibt. Ja, gibt es:

Und der klimatische Unterschied zu den ebenfalls schwarzen Stränden im Süden könnte größer nicht sein. Und mit diesem letzten Strandbild will ich Euch dann verabschieden. Und nur die Härtesten unter den Harten können unter der folgenden Bildergalerie noch ein bisschen Gejammer über den Flug lesen.

Ihr dürft aber auch hier aufhören 😉

Mein Flug-Desaster 😉

Ich wollte einen Flug mit Star Alliance haben, weil ich ja Miles&More-Sammler bin. Es gibt einen Flug nach Teneriffa mit Lufthansa ab Frankfurt und da Rail&Fly im Preis inbegriffen ist, dachte ich: Was soll schon schief gehen. Offensichtlich kann aber eine Menge schief gehen, wenn die Lufthansa solche Flüge ausgliedert. Und in dem Fall wurde der Flug von Eurowings durchgeführt. Aber eigentlich auch nicht von denen, sondern von der Tochter Eurowings Discover. Mein „Reisveranstalter“ war aber Schauinsland.

In den Unterlaten von Schauinsland war ein Buchungscode für den Flug. Laut meiner Lufthansa-App aber nur der Hinflug. Einchecken konnte ich nicht, weil es ja ein Flug mit Eurowings Discovery war. Bei Eurowings erhält man aber mit dem Buchungscode immer nur die irreführende Meldung „Es ist ein technisches Problem aufgetreten“. Ist natürlich nicht, Eurowings weigert sich nur, Reisende im eigenen Konzern auf die richtige Seite weiter zu leiten. Google? Führt auf eine Eurowings-Seite wo es einen Login-Link zu  Eurowings-Discovery führte, der aber nicht funktionierte.

Die Lösung? In der Lufthansa-App den richtigen Code an der richtigen Stell eingeben. Dort erhält man einen Hinweis auf eine externe Buchungsseite, wo man sich theoretisch einloggen könnte. Gott sei Dank hat Julia das für mich erledigt.

Das größere Problem war aber: Die Lufthansa blieb dabei, dass es nur ein Hinflug sei. Am Tag vor der Abreise(!) konnte mein Reisebüro dann einen zweiten Code für die Rückreise bekommen und mich dort einbuchen. Alleine hätte ich keine Chance gehabt, mich voarb einzuchecken oder gar Plätze zu buchen.

Stichwort Plätze: Ich hatte auf dem Hin- und auf dem Rückflug Plätze am Notausgang und würde die für Menschen mit meiner Länge auch als Must-Have bezeichnen. Die normalen Plätze in Economy sind eine Frechheit und grenzen m. M. n. bei 5 Stunden in der Luft an Körperverletzung.

Das es in Economy keine kostenlosen Getränke, nicht mal mehr Wasser gibt, finde ich ebenso unverschämt. Natürlich kann man das rechtfertigen mit der Ausrede, der Kunde wolle möglichst günstige Flüge. Das rechtfertigt aber nicht die Prohibitivpreise, die dann an Board aufgerufen werden.

Das das alles anders geht, sehe ich an einem Flug, den ich für Juli gebucht habe. Gut, Business, nicht Economy, aber für den Flug nach Spitzbergen konnte problemlos die Sitze für alle Flüge durchbuchen und bekomme alle Flüge auch richtig in der Lufthansa-App angezeigt.

Daraus schließe ich, dass das was ich hier mit Eurowings Discovery erlebt habe, Ausdruck einer Verachtung der Kunden gegenüber ist. Nicht nur die Frechheit, dass ich mich erst 23h vor dem Flug einloggen dürfte, wenn ich denn könnte und selbst mein Reisebüro das nicht vorher konnte. Auch die Unverschämtheit des Webinterfaces, dass man den Kunden zumutet.

Ich hatte jetzt das Glück, dass sich mein Reisebüro um alles kümmern konnte und das auch gemacht hat – wofür ich hier noch mal 1000x Danke sagen möchte. Andere sind vielleicht nicht in einer so glücklichen Situation und stehen dann mit einem sehr mulmigen Gefühl am Flughafen.

Oh, Thema Flughafen: Der Flughafen Frankfurt hat sich bei der Rückkehr extra viel Zeit mit dem Gepäck gelassen. Angeblich wegen zu hohem Flugaufkommens und wer kennt sie nicht, die Flugzeugstaus Nachts um 22:30. Das Ende vom Lied war dann, dass die Koffer erst kamen, als der letzte ICE nach Duisburg schon weg war. Na super.

Jetzt bin ich in der glücklichen Situation, einfach im FraPort in das Marriott einchecken zu können. Angesichts von knapp 175€ Übernachtungskosten und 32€ für das Frühstück dürften aber zahlreiche Mitreisende wohl am Bahnhof übernachtet haben. In der zugigen Halle und mit dem Wissen, dass es frühestens um Halb Vier in der Früh weitergeht. Ein Wort vom Flughafen dazu? Natürlich nicht – wegen der späten Stunde waren natürlich alle Läden (inkl. Mc Donalds) zu und keine Mitarbeiter mehr zu sehen.

Das war sehr, sehr unschön. Und vollkommen unnötig. Sowohl von Eurowings, als auch vom FraPort. Und der Lufthansa kann man eigentlich nur raten,  Kunden die Lufthansa buchen, auch Lufthansa zu bieten. Sonst hätte ich auch über Düsseldorf mit TUI fliegen können….

Ach ja, Fliegen:

Nach Atmosfair ist der CO2-Ausstoß für den Flug mit 33€ zu kompensieren. Ich bin immer noch der Meinung, dass das nicht optional sein darf, sondern als eigener Posten beim Flugpreis zwangsweise eingerechnet und abgebucht wird. So dargestellt, dass jede Person beim Kauf des Tickets sieht, was die Umweltfolgekosten sind.

So. Lasst das Gemecker hier bitte nicht darüber hinweg täuschen, dass ich eine tolle Woche auf einer erkundenswerten Insel hatte. 🙂

 

Endlich wieder Krieg!

Endlich wieder Krieg!

Lernen wir es eigentlich nicht?

Eigentlich könnte man ja meinen, Deutschland würde langsam seine Lektion lernen. Irgendwann mal. Muss doch.

Ist aber wohl nicht so:

Im Lichte des Angriffs Russlands auf die Ukraine hat unser Kanzler Scholz spontan 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr locker gemacht. Wohlgemerkt zusätzlich zu den 50 Milliarden, die eh geplant waren. Wir reden also von 150.000.000.000€

Und was machen wir damit?

Genau, wir bilden ein Mal mehr die größte Armee Europas. Und das nicht still und heimlich, sondern mit lautem Klatschen:

SCHMITZ: Germany’s parliament erupted into a rare standing ovation – a roar that filled the main chamber of the Reichstag, a building whose destruction and rebirth were at the center of the horrors of the last World War and was now again witness to what Germans labeled a zeitenwende – an historical turning point. (…)

PUGLIERIN: And I think the main reason for it was because German citizens did not feel threatened for a very long time. They never saw that their security was actually a fragile thing. They took it very much for granted. And the sheer idea that, I don’t know, a Russian missile would hit Germany was completely absurd.

SCHMITZ: This German mindset is rooted in a past that’s difficult for many citizens to reckon with – a time when the country, under Adolf Hitler, built one of the world’s largest armies, says military expert Constantin Wissmann (ph).

Quelle: NPR

Das muss man sich mal reintun: Kaum ist auf dem europäischen Kontinent Krieg ausgebrochen, bauen wir Deutschen mal wieder eine riesige Armee. Als hätten wir damit nicht ohnehin schlechte Erfahrungen gemacht. Und wie einfach man mal eben dafür 100 Mrd. Euro locker machen kann.

Damit zieht der Militärhaushalt praktisch gleich mit dem Haushalt für Arbeit und Soziales und vergleicht das mal bitte mit Ausgaben für Bildung und Forschung:

Geplante Ausgaben im Bundeshaushalt nach Ressorts* in den Jahren 2022 und 2023 laut Eckwertebeschluss der Bundesregierung (in Milliarden Euro)
Geplante Ausgaben im Bundeshaushalt nach Ressorts* in den Jahren 2022 und 2023 laut Eckwertebeschluss der Bundesregierung (in Milliarden Euro) (Quelle: Statista)

Und man darf das ruhig mal in den Kontext setzen, dass ja z. B. Luftfilter für Schulen zu teuer waren.

Ich bin ehrlich gesagt reichlich fassungslos über das, was hier passiert. Es ist ja mitnichten so, dass Europa nicht militärisch genug aufgerüstet sei. Sowohl als europäisches Bündnis, als auch als Mitglied der Nato. Und das die bisher schon gezahlten 50 Milliarden irgendwie wenig gewesen wären. Man muss doch mal die Frage stellen, was zur Hölle die Bundeswehr mit so viel Geld gemacht hat:

Aus diesen Worten sprechen Frust und Enttäuschung. Für Heeresinspekteur Alfons Mais ist die Bundeswehr jahrelang vernachlässigt worden. Er schreibt im Netzwerk Linkedin: „Ich hätte in meinem 41. Dienstjahr im Frieden nicht geglaubt, noch einen Krieg erleben zu müssen. Und die Bundeswehr, das Heer, das ich führen darf, steht mehr oder weniger blank da.“ Es ist ungewöhnlich scharfe Kritik vom höchsten General des Heeres. „Das fühlt sich nicht gut an! Ich bin angefressen!“

Immer wieder hat die Bundeswehr in den vergangenen Jahren für Negativschlagzeilen gesorgt: Panzer und Flugzeuge, die nicht einsatzfähig waren. Das Verteidigungsministerin schreibt in einem Bericht aus dem Dezember, dass 77 Prozent der Hauptwaffensysteme einsatzbereit seien. Demnach liegt die Quote bei Kampfflugzeugen bei 71, bei Hubschraubern dagegen nur bei 40 Prozent.

Quelle: tagesschau

 

Überlegt mal, wie viel Gutes man mit 100.000.000.000 Euro machen könnte. Wie man den Menschen helfen könnte, frei, selbstbestimmt und gut zu leben. Wie man Bildung und Soziales vorantreiben könnte, um im Herzen Europas einen Leuchtturm der Freiheit und Demokratie zu schaffen, der weit über seine Grenzen hinaus strahlt.

Aber nein. Wir kaufen Panzer und Kampfjets und fühlen uns gut damit.

(Oder halt auch nicht)

Wenn einer eine Reise reist…

Wenn einer eine Reise reist…

Vor ein paar Tagen hatte ich mich, auf meine bekannt zurückhaltende Art, über das Fliegen geärgert.

Natürlich konnte und wollte ich es nicht darauf beruhen lassen und bin – was ich vielleicht von Anfang an hätte machen sollen – in ein Reisebüro spaziert. Konkret in das Reisebüro Ankerplatz hier in Voerde, dessen größter Vorteil ist, neben der favorisierten Buchhandlung Lesezeit zu liegen 🙂 Natürlich hatte ich per Mail vorgewarnt, was ich brauche (Flug nach Spitzbergen) und was ich nicht brauche (Wien oder München auf der Route und 17h Reisezeit).

Und tatsächlich konnte Julia Vowinkel-Hochstay, die das Büro leitet, mir ausgesprochen gut helfen. Sie hat mir einen Flug direkt nach Oslo und von dort direkt nach Spitzbergen buchen können und auch gleich ein passendes Hotel gefunden. Und was soll ich sagen: ich fliege um 7 Uhr los und bin noch vor 13 Uhr am Zielort. Also keine 6 Stunden.

Das sie den Flug gefunden hat, finde ich phänomenal. Das zeigt aber auch, wie wichtig solche Dienstleister nach wie vor sind. Denn über das Internet buchen ist schön und gut, dort wird aber vor allem das Massengeschäft bedient und die „ökonomische Priorität“ berücksichtigt. Die halt nicht zwingend im Sinne der Reisenden ist. Und in meinem Fall, als jemand der nicht wirklich sagen kann, dass er die Tricks und Kniffe des Reisegeschäfts kennt, wäre es mir praktisch unmöglich, selber diesen Flug so zu finden und zu buchen.

Was mir jetzt natürlich aufstößt: Mein „kurzer“ Flug – sowohl in Zeit und Strecke – ist natürlich teurer, als wenn ich eine Runde über Wien oder München drehen würde. Das bedeutet, dass die eigentlichen Kosten, wie die Umweltfolgekosten, nach wie vor nicht eingepreist sind. Weswegen es sich für die Fluggesellschaften weiter lohnt, so auf den ersten Blick unsinnige Flüge über die großen Hubs anzubieten. Will man dagegen möglichst wenig fliegen, wird es teurer. Statt billiger, weil eigentlich derjenige, der Luftkilometer vermeidet, besser gestellt sein sollte als der, der Umwege fliegt. Aber Ökonomie und Ökologie passen halt noch lange nicht überall zusammen.

Anyway: Reisebüro Ankerplatz, 5 von 5 Sternen.

Die Frage nach der Sicherheit – Version 2021 / 2022

Die Frage nach der Sicherheit – Version 2021 / 2022

Wie schon in den Vorjahren, möchte ich auch diesmal wieder schauen: Wie ist die Sicherheitslage in Voerde?

Und um direkt zu spoilern: Anhaltend gut.

Wie auch sonst nehme ich Dinslaken als Referenz. Zwar sind nicht alle Parameter vergleichbar, aber Dinslaken hat halt ziemlich genau doppelt so viele Einwohner*innen wie Voerde, so das ich ja mal die Theorie aufgestellt habe, dort könnten bei einer angenommen gleich bleibenden Anzahl von Kriminellen, die Zahlen doppelt so hoch sein wie in Voerde. In der Vergangenheit hat sich aber zumeist gezeigt, dass es deutlich größere Unterschiede zu Gunsten von Voerde gab.

Für den Maßstab bitte ich immer zwei Bezugsgrößen im Kopf zu behalten: Die Zahlen verteilen sich einerseits auf 365 Tage und andererseits auf ca. 36.000 Menschen. Und ein letzter Hinweis: Bei den Zahlen handelt es sich um Fälle, die der Polizei bekannt wurden. Nicht um solche, die beispielsweise durch ein Gericht zu einer Verurteilung führten.

Aber fangen wir mal an:

Die Anzahl der Straftaten ist auf 1.354 gesunken und damit nach wie vor in einem langfristigen Abwärtstrend, denn 2017 waren es 1.691 Straftaten. Die Aufklärungsquote ist nach einem Absacker in 2020 wieder auf über 50% gestiegen, genauer 55,76%. Alle Aufklärungsquoten >50% sind meiner Meinung nach ein sehr guter Wert. Zum Vergleich: Dinslaken hat 3.756 Straftaten zu beklagen.

Wichtiger ist eigentlich die „Häufigkeitszahl“. Das ist der Inzidenzwert der Polizei: Die Zahlen werden hier auf 100.000 Personen gerechnet. Diese Zahl beträgt für Wesel 8.069 – also Personen aus einer Gruppe von 100.000, die theoretisch pro Jahr von Kriminalität betroffen sind. Für Dinslaken beträgt dieser Wert 5.579 und für Voerde nur 3.756. Das ist für uns erfreulich niedrig!

In 2020 gab es einen Ausreißer in der Gewaltkriminalität, als wir von 33 Fällen in 2019 auf 58 Fälle angestiegen sind. Dieser Wert ist wieder gefallen und liegt jetzt bei 41 und damit im „normalen“ Maß der letzten Jahre. Die Aufklärungsquote ist mit mehr als 85% sehr gut. Diesen Wert kann man jetzt zu den 117 Fällen in Dinslaken in Relation setzen, wenn man auf die Einwohnerzahl blickt.

Möglicherweise einhergehend mit dem Ausreißer in der Gewaltkriminalität gab es in 2020 auch einen Anstieg beim Raub von 8 Fällen aus 2019 auf 12 Fälle. Dieser Wert ist jetzt wieder auf erfreuliche 7 Fälle gesunken und liegt damit wieder in einem Trendkanal der letzten 5 Jahre. Dinslaken hatte in 2021 26 Fälle zu verzeichnen.

Leicht verbessert hat sich die Gefährliche und schwere Körperverletzung, die von 38 auf 32 Fälle zurück ging. Für beide Bereiche würde ich annehmen, dass es Städte gibt, die diese Zahlen pro Tag erreichen 😉 Dinslaken muss hier leider 83 Fälle hinnehmen.

Die Zahl der registrierten Sexualdelikte ist auf einem Höchsthand, von 28 in 2020 auf 42 in 2021. Meine Vermutung ist, dass hier zwei Faktoren einwirken: Zum einen die neue Zählweise, weil mittlerweile auch andere/neue/weitere Delikte einfließen, wie z. B. Grooming. Und dann natürlich die erhöhte Sensibilisierung z. B. auch durch und an Schulen. Die Aufklärungsquote ist mit 88,10% deutlich gestiegen. In Dinslaken ist der Sprung noch sehr viel größer, von 54 Fällen in 2020 auf 153 in 2021. Auf Grund der nicht im Detail bekannten Zählweise wäre mein Rat aber, hier eher keinen direkten zeitlichen Vergleich vorzunehmen: Sowohl für Dinslaken, als auch Voerde ist der Anstieg dafür zu groß im Vergleich zu den Vorjahren.

Diebstähle sind in Voerde im Vergleich zum Vorjahr (587 Fälle) und im langfristigen Vergleich(2017, 683 Fälle) Rückläufig aber mit 503 Fällen nach wie vor auf einem relativ hohen Niveau. Beunruhigend ist hier die „schlechte“ Aufklärungsquote von nur knapp über 27% – allerdings muss man berücksichtigen, dass es viele Fälle von Diebstahl gibt, die sehr schwer nur aufgeklärt werden können und hier die Anzahl aller der Polizei gemeldeten Diebstähle einfließt.  Dinslaken meldete derweil für 2021 1.321 Fälle.

Wohnungseinbrüche sind mit 29 Fällen auf erfreulich niedrigem Niveau, vor allem davon ausgehend, das es 2017 noch 62 waren. Das könnte an erhöhter Aufmerksamkeit liegen und vielleicht auch an besseren Schutzmechanismen. Corona sehe ich hier nicht als primären Faktor, weil die Zahl aktuell auf dem Vor-Corona-Niveau liegt. In Dinslaken ist die Zahl von 109 in 2020 auf 77 in 2021 gefallen, liegt aber immer noch sehr weit über Voerde. Hier kann man jetzt Mutmaßungen anstellen, woran das liegen könnte.

Nach einem Peak von 166 Fällen in 2019 ist die Anzahl der Rauschgiftdelikte das zweite Jahr in Folge mit 57 Fällen erfreulich niedrig. Die Aufklärungsquote von 100% ist hier natürlich toll – man sollte aber nicht vergessen, dass solche Fälle in der Regel so polizeilich bekannt werden, dass direkt eine Person (oder mehrere) Betroffen sind. Also in der Regel die „Täter*innen“. Derweil sind in Dinslaken 123 Fälle registriert worden.

Und als letzter Punkt: Viele hatten befürchtet, dass es durch Corona zu einem Anstieg der sog. „Häuslichen Gewalt“ kommen könnte. Dem ist nicht so, die Zahlenbewegen sich ungefähr gleichbleibend:

Gesamt Kreis Wesel

  • 2017 – 512 Fälle
  • 2018 – 531 Fälle
  • 2019 – 507 Fälle
  • 2020 – 472 Fälle
  • 2021 – 503 Fälle

Fazit:

Nach wie vor ist Voerde ein extrem sicheres Fleckchen Erde um hier zu leben. Sowohl im historischen Vergleich, als auch im Vergleich mit Dinslaken sind bei uns die Zahlen nach wie vor auf einem erfreulich niedrigen Niveau bei gleichzeitig guter Aufklärungsarbeit durch die Polizei.

New Watch Day: Garmin Fenix 7x

New Watch Day: Garmin Fenix 7x

Anfang 2017 habe ich relativ viel Geld für eine neue Uhr ausgegeben: Eine Garmin Fenix 5x Saphir (hinter dem Link gibt es nur noch die Nicht-Saphir-Version). Und ich war sofort völlig begeistert – die Uhr wurde mein täglicher (und nächtlicher) Begleiter. Was mich so fasziniert hat war, was Garmin alles in das kleine Gehäuse bekommen hat – inklusive Karten.

Gut, auf Grund der 5-Tasten-Bedienung waren die Karten eher ein Krampf, in Verbindung mit Drittanbietern wie Komoot aber teilweise echt hilfreich. Auch die Idee, von vornherein einen App-Store für Drittanbieter zu integrieren, war nicht die blödeste: Du möchtest Laufen lernen? Lad Dir eine App. Du möchtest andere Ziffernblätter? Lad sie Dir runter. Die Community war ziemlich gut.

Was mich aber total begeisterte war, dass ich die Uhr wirklich gebrauchen konnte: Schwimmen im See oder Schwimmbad, Laufen, Wandern, Joggen, Rennrad, Mountainbike, Rafting, Klettern, nichts wo sie mich im Stich gelassen hätte. Und die Akkulaufzeit? Gut 2 Wochen – ich musste immer über die „ich muss meine Uhr laden“-Fraktion der Apple-Watch-User lachen. Ich wusste teilweise gar nicht wo mein Ladekabel lag 🙂

Dazu kam, dass ich mit der Tastenbedienung vs. Touchscreen schon immer bessere Erfahrungen gemacht hatte. Auch bei meinen anderen Garmin-Geräten, lege ich Wert auf Tasten. Wobei das mit den anderen Geräten so eine Sache war: Der Fenix 5x fehlen Funktionen zum Geocachen, weswegen ich hier mein GPSMap 66t nutze. Auch für die Navigation ist das GPSMap besser geeignet. Das bedeutet aber nicht, dass die Fenix 5x nicht trotzdem fast alles konnte – in vielen Fällen konnte ich also das GPSMap liegen lassen. Und beim Biken? Natürlich ist für die Karte und die Lesbarkeit mein EDGE 820 besser für unterwegs. Ich brauchte es aber z. B. nicht mit Urlaub zu nehmen und an Leihbikes die Halterung anschrauben: Die Fenix kann die gleichen Sensoren (Trittfrequenz, Herzfrequenz, Geschwindigkeit….) auslesen und braucht am Arm keine Rad-Halterung.

Kurzum: Bis auf Spezialfunktionen löste die Fenix 5x alle anderen Garmin-Geräte mehr oder weniger ab. Vor allem, weil ich sie ja eh immer dabei hatte.

Hatte sie Schwächen?

Ja, vor allem 2: Beim Klettersteig-Gehen in engen Schluchten oder der DAV-Anlage in Duisburg war GPS nicht zu gebrauchen. Und das Bahnenschwimmen im Schwimmbad sorgte je nach Software-Version für mehr oder weniger falschen Ergebnissen.  Beides allerdings extrem schwierig zu messen und kein wirklicher Vorwurf, den man der Uhr machen könnte.

Das ich die Saphirglas-Version genommen hatte, lag an Garmin: Dort hatte man mir „versprochen“, dass die Fenix 5x Saphir praktisch unzerstörbar sei. Und nach 5 Jahren wenig zarten Handhabens muss ich sagen: Die Uhr hat alles überlebt und das Glas nicht einen einzigen Kratzer – ohne jede Form von Schutzfolie. Und Gelegenheiten zu Kratzern gab es zu Hauf. Was man der Uhr heute auch ansieht:

Nach der 5X kam die 5x Plus. Größte Änderung war sicherlich „Garmin Pay“, also Zahlen mit der Uhr, das mich nicht interessierte. So blieb ich der 5x treu. Dann kam die Fenix 6x mit einer bahnbrechenden Neuigkeit: Solar. Das fand ich einen geilen Move, denn wenn man viel draußen ist, kriegt man viel Sonne. Die zu nutzen um die Akkulaufzeit zu verlängern, fand ich genial. Aber Garmin machte einen Fehler:

Ich konnte entweder die Solar-Version kaufen. Oder die Saphir-Version. Beides zusammen ging nicht. Damit war die Fenix 6x für mich auch keine Alternative. Und warum auch – selbst nach 5 Jahren kann ich kaum einen nachlassenden Akku vermelden, die Software ist (Garmin-Typisch) über die Jahre auf einen Stand gereift, der gut funktioniert.

Tja… und dann kam 2022. Und eine Mail von Garmin: Die Fenix 7x ist da. Und als würde man bei Garmin endlich auf mich hören, kann man sie als Titan-Version mit Solar und Saphir bestellen. Und ja, ich habe sie bestellt.

Die Neue ist im Umfang deutlich gewachsen, dafür in der Dicke geschrumpft. Letzteres ist eine gute Nachricht, weil ich gelegentlich das Problem hatte, dass die 5x nicht unter die Manschette meines Hemdes gepasst hat. Sie wirkt auch deutlich leichter, wobei ich das nicht nachgemessen habe. Auf jeden Fall ist sie sehr „gefällig“:

 

Neben dem Solar kommen in paar neue Neuerungen dazu. Für mich spannend (keine Ahnung ob die 6 das schon hatte) ist die Möglichkeit, Musik direkt auf der Uhr zu speichern und sie mit meinen Bluetooth-Kopfhörern zu verbinden. Ich kann also ohne Handy aber mit Musik zum Sport. Dann gibt es natürlich wieder besseres GPS, wobei ich bei dem neuen Multiband-Empfänger wirklich mal gespannt bin, wenn es in den Klettersteig geht.

Was die Akku-Laufzeit angeht, sag ich mal „geht so“ 😉

Screenshot von https://www.golem.de/news/sportuhr-im-hands-on-garmin-fenix-7-mit-touchscreen-und-saphirglas-solarstrom-2201-162466.html am 03.02.22
Screenshot von https://www.golem.de/news/sportuhr-im-hands-on-garmin-fenix-7-mit-touchscreen-und-saphirglas-solarstrom-2201-162466.html am 03.02.22

Ohne GPS mit ausreichend Licht ist die Uhr angeblich in der Lage, deutlich über 1 Jahr ohne Nachladen auszukommen. In meinem „Use-Case“ rechne ich mit 1x Aufladen alle 3 bis 4 Wochen. Mehr wird es wohl nicht brauchen.

Neu ist übrigens, dass auch die Saphirglas-Version jetzt einen Touchscreen hat. Erwähnte ich, dass ich Touchscreen nicht mag? Hier hat Garmin mich allerdings auf seine Seite gezogen: Die weiter oben erwähnte Karte ist nämlich jetzt Bedienbar. Während Garmin bei der 5x einen ziemlichen Krampf zum Zoomen, Verschieben und Markieren mit den Tasten einbauen musste, kann ich jetzt einfach über die Karte „swipen“. Und der neue Prozessor ist schnell genug, sie mehr oder weniger flüssig nachzuführen. Davon ab kann ich dann den Touchscreen per Tastendruck systemweit abschalten, so dass in allen anderen Fällen die Bedienung wie gewohnt über die 5 Tasten erfolgt. Bei Sport-Apps deaktiviert die Uhr im Standard eh den Touchscreen, sofern man das nicht umstellt. Hey, plötzlich mag ich das 😀

Und dann gibt es noch die Taschenlampe.

Die was?

Die Taschenlampe 😀

Um das zu verstehen, sind zwei Dinge vielleicht interessant zu wissen:

1. Das Display der Fenix war beleuchtet eh so hell, dass ich sie in ungewohnter Umgebung, z. B. auf Hütten, Nachts einfach genutzt habe um mich zu orientieren.

2. Jedes Handy hat eine Taschenlampe, mein GPSMap hat eine, warum also nicht meine Uhr?

Natürlich kann man jetzt sagen Why, Garmin, why! Bis man auf eine interessante Funktion stößt: Das Pendel!

Die Uhr lässt beim Laufen die weißen LED’s aufblinken, wenn der Arm nach vorne pendelt und die Rote (erwähnte ich, dass die Taschenlampe auch eine rote… egal) blinkt, wenn der Arm nach hinten pendelt. Was sich erst mal völlig gaga anhört, ist eine nützliche Funktion um die Sicherheit zu erhöhen: Wenn ich im Dunkeln Laufen gehe, hat meine Stirnlampe hinten auch eine rote LED-Leuchte, damit ich von beiden Seiten gut zu sehen bin. Hätte ich das nicht oder wäre ich ohne unterwegs, könnte ich zumindest rudimentär meine Sichtbarkeit mit dem Pendel erhöhen. Braucht man das? Nein. Ist es ein witziges Gimmick? Ja.

Alles in allem finde ich die Fenix 7x Saphir Solar eine gelungene Weiterentwicklung im Vergleich zur Fenix 5x. Beim Laufen und Radfahren werde ich von dem neuen Multiband-GPS wohl nicht viel merken, beim Klettern bin ich gespannt. Auch wie sich die Uhr im Schwimmbad schlagen wird, ist eine spannende Frage. Darüber hinaus hoffe ich, dass sie genauso robust ist, wie die 5x und mich die nächsten… sagen wir 5 Jahre genauso zuverlässig auf meinen Abenteuern begleiten wird.

Und jetzt entschuldigt mich, ich muss noch ein bisschen mit der Uhr spielen 😀

Und für Die unter Euch, die gerne mehr über die Sportfunktionen wissen wollen: Klick!

Der Geist in meinem Netzwerk…

Der Geist in meinem Netzwerk…

Ok.

Ich würde mich durchaus als Nerd beschreiben und darüber hinaus als IT’ler. Ich schraube an Rechnern und Netzen, seit ich sie kenne und würde sagen, es gibt wenig, dass mich überrascht. Ich verstehe nicht alles auf Anhieb, aber echte Überraschungen sind selten. Jetzt habe ich eine und kann sie nur mit Spuk erklären 😉

An meinem kleinen Technikschrank war folgende Struktur:

FritzBox als Router und Switch. An der FritzBox: 1 PC mit Kabel, 1 NAS mit 2 Kabeln.

Das wurde jetzt „aufgebohrt“, weil ein zweites NAS dazu kam und ich eh die Idee hatte, dass der Switch in der FritzBox manchmal an seine Grenzen kam, vor allem da zwischenzeitlich 20-30 weitere Devices per WLAN angemeldet sind.

Neue Struktur:

FritzBox als Router, per Kabel mit einem Switch von Zyxel verbunden. An dem zwei NAS mit jeweils 2 Kabeln und der PC mit einem Kabel. Also 5 „Eingänge“ + 1 „Uplink“.

Alles gut, Netz rennt besser als je zuvor. Bis auf eine winzige Kleinigkeit:

War ich es bisher gewohnt, dass Abends, wenn alle Menschen hier auf der Straße streamen, das Netz ab und an weg ist, passiert das jetzt immer ein Mal morgens. Scheinbar zufällig. Dachte ich. Denn es ist nicht zufällig:

Starte ich den Rechner und  beginnt der Windows zu booten, verliert die FritzBox die DSL-Synchronisation.

What. The. Fuck?

Ein anderer Port am Switch für den Rechner löste das Problem nicht. Was es dagegen löste war, den Rechner in die FritzBox zu stecken. Was ja die Idee konterkariert, großen Netzwerktraffic an genau der vorbei zu schleusen.

Aber kann mir mal bitte jemand erklären, warum der Boot-Prozess von Windows das DSL-Signal aus dem Tritt bringt, wenn der Rechner im Switch ist und nicht in der FritzBox? Denn ich habe auch das Ethernet-Kabel vom Rechner zum Switch ausgetauscht und hatte das im Verdacht. Das scheidet aber ja aus, weil es offensichtlich nicht die Nähe des Ethernet-Kabels zum DSL-Kabel ist: Das liegt genau so nah oder fern, wenn ich den Rechner direkt in die FritzBox einstöpsel, als wenn ich den Switch benutze.

Der Einschaltzustand der NAS spielt übrigens keine Rolle. Das Phänomen tritt unabhängig davon auf, ob die an oder aus sind.

Bleibt als Erklärung nur Spuk, oder?