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Author: unkreativ

Und dann war der Strom weg.

Und dann war der Strom weg.

[Disclaimer: Die Links mit sind Amazon-Partnerlinks. Wenn Ihr darüber etwas bestellt, bekomme ich eine Provision, der Endpreis ändert sich für Euch jedoch nicht]

Ich mache mir, wie vermutlich jede und jeder von Euch, Gedanken über den kommenden Winter. Das was mich dabei am Meisten beunruhigt ist, dass ich einen flächendeckenden, längerfristigen Stromausfall für nicht unwahrscheinlich halte. Denn an Strom hängt alles – bis hin zur Wasserversorgung und Lieferketten. Letztere sind durch das „Just-in-Time“-Konzept besonders anfällig, weil die Straßen heute als Lager dienen und was ist, wenn die LKW, die uns versorgen für einige Tage nicht mehr tanken können? Wenn keine Züge fahren, weil sie weder Strom haben, noch Diesel tanken können? Wenn ihr nicht mehr tanken könnt? Wenn der Kühlschrank ausfällt und im Winter, wo es lange Dunkel ist, kein Licht in Eurer Wohnung scheint? Es gibt so viele „Horror-Szenarien“ die damit zusammen hängen, dass für nur wenige Tage der Strom ausfällt, ich mag gar nicht darüber nachdenken.

Europa hat sein Stromnetz untereinander verbunden, was hilft lokale Probleme auszugleichen. So konnten wir z. B. diesen Sommer Strom nach Frankreich liefern, wo – wie jeden Sommer – die Atomkraftwerke mal wieder mangels Kühlwasser nicht richtig liefen. Dummerweise heizen viele Menschen in Frankreich mit Strom und deswegen werden wir im Winter nicht den umgekehrten Weg gehen können. Warum wir das vielleicht müssen?

Die letzte, allerletzte Karte die Putin im Krieg um die Ukraine im Ärmel hat ist, Europa das Gas im Winter abzudrehen. Dummerweise brauchen wir viel davon zum Heizen und zum Strom erzeugen. Noch dümmer ist, dass viele Menschen angesichts der explosionsartig steigenden Gaspreise Heizlüfter kaufen, um im Winter mit Strom anzuheizen. Die Herausforderungen für das europäische Stromnetz werden riesig sein. Und so sehr ich den Verantwortlichen vertraue, ich möchte mich nicht in einem Stromausfall finden, der mehrere Tage dauert, ohne mir darüber vorher Gedanken gemacht zu haben.

Ein paar möchte ich hier teilen. Und vielleicht habt Ihr Lust sie mit Euren Ideen und Gedanken zu erweitern.

Strom

Strom an sich stellt ein und das Problem dar. Ich brauche ihn schlicht für alles. Vieles lädt heute per USB, also schaue ich, dass meine Powerpacks voll geladen sind. Ich persönlich habe gute Erfahrungen mit den Geräten der Fa. Anker gemacht (Beispiel). Was man kauft ist aber vermutlich egal, so lange es nur eine recht hohe Speicherkapazität hat (angegeben in mAh) und das man dafür sorgt, dass die Dinger voll sind.

Abgesehen davon bin ich aber auch ein Fan von normalen Standard-Batterien, die man an jeder Tanke bekommt. Also AA („Mignon“) und AAA („Mikro“). Auf die werde ich noch öfter zu sprechen kommen.

Gut, damit ist der „Kleinscheiss“ erledigt. Ich brauche aber mehr, weil ich darüber nachdenken muss, auch die Gefriertruhe und den Kühlschrank weiterlaufen zu lassen. Kurzfristige Stromausfälle stecken moderne Geräte erstaunlich gut weg und halten lange die Kälte – so lange man sie nicht öffnet. Ich denke aber auch an Fälle an denen man regelmäßig an den Kühlschrank muss um an Medikamente zu kommen, wie z. B. Insulin und bei denen man um jeden Preis verhindern will, dass sie warm werden. Hier bieten sich sogenannte „Powerstations“ an. Die bekanntesten Hersteller sind neben Anker auch ECOFLOW, BLUETTI oder Jackery (Beispiel)Die Geräte haben einen zweiten Vorteil: Am 12V-Anschluss kann man zur Not eine Kühlbox z. B. für Medikamente und empfindliche Lebensmittel recht lange betreiben.

Besorgt Euch genug Batterien, vor allem in AA und AAA. Bei eBay gibt es die in größeren Stückzahlen.

Kälte

Neben der Möglichkeit, Kühlschränke mit einer Powerstation am Laufen zu halten, empfiehlt es sich, Kühlakkus im Gefrierschrank zu haben. (Beispiel) Die kann man bei einem Stromausfall in den Kühlschrank und/oder die Kühlbox packen, damit man dort über eine längere Zeit mit weniger Strom zu-kühlen muss. Um so weniger davon notwendig ist, um so länger hält z. B. eine Powerstation. Und um so länger die Kühle gehalten werden kann, um so länger halten sich Medikamente und Lebensmittel.

Essen und Trinken

Ich halte es für unverzichtbar, einen Vorrat an Trinkwasser im Haus zu haben, der ausreichend groß dimensioniert ist. Beim Essen kann man vermutlich gut auf Dosen zurück greifen und z. B. Ravioli zur Not auch kalt essen. Dosen halten im Grunde ewig. Was auch ewig hält sind Trekkingkekse (Beispiel) und Trekking-Food. Das gibt es in verschiedenen Ausführungen wie z. B. einzelne Mahlzeiten (Beispiel) oder ganze Tagesrationen (Beispiel). Die Vorteile sind hohe Packdichte (nehmen wenig Platz weg), hohe Energiedichte (viele Kalorien) und praktisch ewige Haltbarkeit. Dem gegenüber steht, dass man oft heißes Wasser braucht. Kann man Ravioli auch kalt essen, ist spätestens hier oder bei Dosensuppen Schluss.

Es braucht dann mindestens die Möglichkeit ohne Strom Wasser zu erhitzen. Geht es nur darum, gibt es superschnelle Gas-Systeme die mit Kartuschen arbeiten, z. B. von Jetboil (Beispiel ). Schnell ist aus zweierlei Gründen wichtig: Um so schneller das Wasser kocht, um so weniger Gas brauche ich aus der Kartusche. Und wenn ich mehrere Essen zubereiten will, geht es auch schneller.

Wer „richtig“ kochen will, kann dagegen zu einem günstigen Gasbrenner (Beispiel)mit Campingtöpfen (Beispiel) greifen.

Denkt bitte daran, dass solche Sachen den Bedarf an Trinkwasser erhöhen. Und überlegt wie Ihr an Wasser kommt (Trinkwasser, Regenwasser), falls Ihr was waschen oder spülen müsst oder auch für das WC, falls zu allem Glück auch noch das Wasser ausfällt.

Es empfiehlt sich, neben Wasser auch z. B. haltbare Milch, Kaffeepulver und anderes im Lager zu haben. Daneben kann ich aus Erfahrung nur dringend dazu raten, auch was Süßes vor-zuhalten. Das muss nicht zwingend Schokolade sein, Dosenfrüchte tun es auch. Psyche und so.

Licht und Wärme

Ihr braucht Streichhölzer oder Feuerzeuge, Teelichter, Stumpenkerzen, Taschenlampen, Stirnlampen. Ja, die braucht Ihr. Aber der Reihe nach:

Es gibt gut Stumpenkerzen, die sehr lange brennen und ein gleichmäßiges Licht erzeugen. Sie helfen Euch, eine „Grundhelligkeit“ zu erzeugen (Beispiel). Die kann man gut mit Teelichtern ergänzen, die dann auch in der Menge mehr Wärme abgeben. Das ist aber nicht genug Licht um z. B. vernünftig zu lesen, weswegen ich Euch dringend empfehle, Euch gute Stirnlampen anzuschaffen. Dann habt Ihr die Hände frei. Ich persönlich bevorzuge immer solche, die ich mit normalen Batterien nutzen kann, wie z. B. meine Black Diamond Storm, weil die eben auch ein flächiges Licht zum Lesen anbietet und nicht nur einen hellen Spot für die Fernsicht. Die 4 Batterien in der Größe AAA halten gefühlt ewig. Zusätzlich sollte man immer eine kleine Lampe mitnehmen, wie z. B. die Fenix E01. Ich persönlich halte viel von Fenix und Black Diamond (neben meiner Maglite, aber die ist zu groß für die Allgemeinheit). Was Ihr nehmt ist vermutlich egal – aber achtet auf Standard-Batterien.

Für die Wärme: Decken, Decken, Decken. Ernsthaft, deckt Euch mit Decken ein. Und wenn möglich, einem guten Mumienschlafsack (Beispiel). Die Kapuze ist wichtig, um über den Kopf nicht unnötig Wärme zu verlieren. Tragt Schichten, auch gerne lange Unterwäsche. Schleichendes Auskühlen ist furchtbar. Nur macht bitte eines nicht: Stellt keinen Grill, egal ob Kohle oder Holz in die Wohnung – CO-Vergiftungen sind oft die Folge und meist tödlich.

Kommunikation

Im Falle eines Stromausfalls wird praktisch sofort das Internet zum Problem, spätestens dann wenn die Akkus der Mobilfunktürme leer sind. Verlasst Euch nicht darauf, sondern kauft Euch lieber ein billiges UKW-Radio, dass mit Batterien betrieben werden kann. Achtet wieder auf die Standard-Batterien AA oder AAA (Beispiel). Es muss nix wildes sein. Alles was Ihr wollt, sind Nachrichten.

Tja… und jetzt kommen wir zu einem Thema, dass in Deutschland sträflich vernachlässigt wird: Funk. Kaum ein Mensch kennt noch Funkgeräte, weil wir heute ja alles mit dem Handy machen. Das ist bedauerlich, denn gerade im Falle eines Stromausfalls kann ein Funkgerät viel helfen. Ich würde Euch am Liebsten an der Stelle CB-Funkgeräte empfehlen, schon weil es die auch in Versionen gibt, die man mit AA-Batterien betreiben kann (Beispiel). Ich weiß aber schon jetzt, dass Ihr bei dem Preis abwinkt.

Eine Alternative sind sogenannte „PMR“-Funkgeräte, die eine Weile z. B. bei Geocachern beliebt waren („Kanal 2 – immer dabei“ 😉 ). Diese sind klein, handlich und deutlich preiswerter. Nachteile sind, dass sie in der Regel weniger Reichweite haben und meist mit proprietären Akkus daher kommen. (Beispiel) Da könnte man aber z. B. auf Geräte schauen, die man per USB laden kann. Der Nachteil geringer Sendeleistung ist übrigens dann wieder ein Vorteil: die Akkus halten relativ lange. 2 gute PMR wie die verlinkten Motorola kosten übrigens die Hälfte von einem (dafür besseren) CB-Funkgerät. Ich habe trotzdem beides im Einsatz 😉

Eine kluge Idee könnte sein, sich unter Nachbarn zu vernetzen und einen gemeinsamen Kanal zum „ansprechen“ ab zumachen und regelmäßige Zeiten zu denen man sich meldet. Z. B. 18 Uhr. Das ist ungemein gut für die Psyche, wenn man die Stimmen der anderen hört.

Wer in meiner Nähe wohnt: ich bin um 18 Uhr auf beiden Geräten auf Kanal 2 ansprechbar 😉

Medikamente

Sorgt dafür, dass Ihr immer für mindestens 1 Woche Medis im Haus habt. Wenn es keinen Strom gibt, gibt es auch keine Apotheke. Achtet auch auf Medikamente für den kleinen Schmerz und legt Euch irgendwo gut erreichbar ein Erste-Hilfe-Set hin. Habt einen Medikamentenplan und eine Liste mit Allergien, falls es hart auf hart kommt. Und schaut noch mal nach oben auf den Punkt Kühlung, wenn Ihr empfindliche Medikamente habt.

Public Places

Im Falle eines mehrtägigen Stromausfalls werden Kommunen, Landkreise, Hilfsdienste Orte einrichten, an denen man sich aufwärmen kann und auch Essen und Trinken bekommt. Das sind auch Orte zur Begegnung, die für uns als soziale Wesen wichtig sind. Aber wichtig: Um so weniger Ihr auf die Verpflegung dort angewiesen seid, um so mehr ist für andere Menschen verfügbar. Auch wenn der Hang vielleicht groß ist zu sagen, da gibt es was für Umsonst, die eigenen Sachen kosten Geld. Jede/r mit Vorbereitung ist eine/r weniger, der oder die versorgt werden muss. All das was ich hier geschrieben habe, kostet ein paar €. Und wir müssen an die denken, die sich nicht mal eben für eine Woche Lebensmittel irgendwo hinlegen können.  Aber besucht diese Orte um in Kontakt zu bleiben. Und versucht dort auch Netzwerke z. B. für PMR zu knüpfen.

Waffen

Jetzt wird es zum Abschluss wichtig:

Ihr müsst Euch nicht bewaffnen. Wirklich nicht. Ein Stromausfall ist nicht das Ende der Zivilisation, Ihr werdet nicht Euer Hab und Gut mit Gewalt vor marodierenden Banden schützen müssen. Auch wenn die Idee nahe liegt, bitte verzichtet darauf, Waffen für den Notfall zu kaufen. Das Geld ist woanders besser aufgehoben.

Aber:

Es gibt in Deutschland sehr viele Menschen mit der waffenrechtlichen Erlaubnis, eine Waffe zu führen. Ich nehme an, dass man in einer solchen Situation den einen oder die andere sehen kann. Bitte habt immer folgendes im Hinterkopf: Ich kann den Wunsch verstehen, zu denken das man dann die Polizei rufen muss. Das ist aber ein zweischneidiges Schwert, weil die Polizei immer davon ausgehen muss, dass keine Erlaubnis vorliegt und sich so verhält. Das ist in einer solch angespannten Situation für alle Beteiligten doof und kann schnell eskalieren, bevor es sich klärt. Gleichzeitig wird die Polizei alle Hände voll zu tun haben. Also wägt gut ab, ob der oder die, die ihr seht nicht möglicherweise eine entsprechende Erlaubnis besitzt. Das ist für uns in Deutschland ein heikles Thema, weil wir es nicht gewohnt sind, Waffen in der Öffentlichkeit zu sehen. Aber glaubt mir, die Anzahl der Erlaubnisinhaber ist ziemlich groß. Und unser aller Ziel muss sein, eine Krise ohne Konflikte hinter uns zu bringen. Machen wir uns also gegenseitig nicht das Leben schwer und auch nicht den Ordnungskräften – die werden genug um die Ohren haben.

Fazit:

Vermutlich wird gar nichts passieren. Vermutlich ist das alles hier nicht notwendig. Aber es ist vielleicht trotzdem eine Idee, mal darüber nachzudenken. Und wenn Ihr denkt, hier fehlt noch was, dann schreibt es mir in die Kommentare und ich ergänze. Die Version hier ist das Ergebnis eines Spaziergangs und sicherlich nicht zu Ende gedacht.

Und eine Bitte:

Wenn es Euch finanziell gut geht, denkt bitte an die, bei denen das nicht so ist. Ihr kennt bestimmt wen. Wenn es Euch finanziell nicht gut geht, sprecht Eure Freunde und Bekannten an. Wenn passiert, was nicht passieren wird, sollten wir alle zusammen stehen.

 

Und als kleine Anekdote: Wenn man zu viel Geld hat, hat man auch Sorgen. Dann halt andere.

 

Voerder Landwirte haben Angst vor der Zukunft?

Voerder Landwirte haben Angst vor der Zukunft?

Heute ist ein Artikel Artikel in der NRZ, der mich richtig wütend macht. Wegen einer wunderschönen Täter-Opfer-Umkehr, die leider genau gar nicht redaktionell eingeordnet wird.

In dem Artikel wird ein Landwirt aus Voerde befragt:

„Sorge bereitet das vor allem den Bauern: „Ich schaue jeden Tag den Wetterbericht“, erzählt xxxx. Der Voerder Landwirt betrachtet das momentane Klima mit Angst.“

Und jetzt ratet mal, wer der Landwirt ist…. Richtig, Ingo Hülser. Und versteht mich nicht falsch, ich glaube ihm, dass er als Landwirt große Sorgen hat. Nur was fehlt ist ein „klitzekleiner“ Hinweis.

Darauf, dass er der Fraktionsvorsitzende der CDU im Rat Voerde ist. Der Fraktionsvorsitzende, der in einer Ratssitzung sagte, wenn er aus dem Fenster schaue, könne er kein CO2 sehen. Der Fraktionsvorsitzende einer Partei, deren Abschnitt „Umwelt“ im Programm zur letzten Wahl diese Position enthielt:

Mit einer Mehrheit im Rat würden wir den Klimanotstand sofort beenden.

Gute befreundet ist Ingo übrigens mit dem Fraktionsvorsitzenden der FDP, der ebenfalls landwirtschaftlich tätig ist. Diese FDP in Voerde behauptete nämlich, dass Austrocknen der Flüsse wäre doch gar kein Zeichen des Klimawandels

Was ich mir in so einem  Artikel wünsche ist eine Einordnung. Nicht nur „alles ist ganz furchtbar“, sondern eben auch: „Die, die es jetzt trifft, tragen politisch eine erhebliche Verantwortung“. Ich erwarte kritisches Nachfragen, auch in Bezug auf die Rolle des Deichgräf Ingo Hülser, der sich zunehmend mit katastrophalen Hochwassergefahren konfrontiert sehen wird. Es ist m. M. n. unredlich so zu tun, als wären das 3 Personen, die nichts miteinander zu tun haben. 

Und CDU und FDP sind scheinbar gegen alles, was man in Sachen Umweltschutz fordert. Egal ob ich ein Grundwasser-Monitoring fordere (das wir aber bekommen haben) oder den Klimanotstand um die Auswirkungen des Handelns auf die Umwelt zu betrachten (den ich bekommen habe). Es ist doch ein makaberer Twist der Geschichte, dass jetzt gerade die, die Jahrzehnte lang die Transformation zu einer ökologisch nachhaltigen Gesellschaft verhindert haben, also gerade die CDU und auch die FDP, jetzt diejenigen sind, die plötzlich Angst haben.

Die sie übrigens nächste Woche wieder vergessen haben werden wenn sie uns erklären, warum ein Tempolimit eine unzulässige Einschränkung ihrer Freiheiten darstellt oder warum das 9€-Ticket leider nicht bezahlbar ist.

Ich habe Mitleid mit Ingo Hülser als Landwirt. Ich habe Sorge um unsere Versorgung mit Lebensmitteln durch die heimische Landwirtschaft. Ich habe aber kein Verständnis mehr dafür, wie man gleichzeitig seine Angst formuliert und als Fraktionsvorsitzender der CDU Voerde weiter einem Kurs folgen wird, der den Zug in den Abgrund eher beschleunigt als bremst.

Aber vielleicht, nur ganz vielleicht, ist das eigene Leid jetzt ja Motivation genug um die eigene (politische) Position zu überdenken und zu verändern. Man soll ja die Hoffnung nicht aufgeben. 

Das Grösste von allem – Dubai und Abu Dhabi

Das Grösste von allem – Dubai und Abu Dhabi

Nachdem ich mir das Nördlichste von allem angesehen habe, bin ich ein gutes Stück geflogen und habe den zweiten Punkt meiner geplanten Reise erreicht: Dubai. Und war mir auf Spitzbergen wieder vor Augen geführt worden, wie schlimm es um uns bestellt ist, ist mir in Dubai klar geworden, dass alle Hoffnung vergebens ist.

Aber fangen wir vor an: Ich bin von Düsseldorf aus geflogen und hatte das Vergnügen bei Emirates Gast zu sein. Einer Fluggesellschaft die unter anderem für ihren Service bekannt ist und bei der sich tatsächlich viele andere Fluglinien eine Scheibe abschneiden können. Das Problem war nur: Der Flughafen Düsseldorf.

Ich war 4(!) Stunden vor Abflug da und habe dann 3,5 Stunden gebraucht, bis ich am Gate war. Absolute Hölle des Chaos am Flughafen. Zum Vergleich, auf dem Rückflug habe ich vom Betreten des Flughafen Dubai bis zum Gate knapp unter 30 Minuten gebraucht. Aber da tragen auch mehr Menschen eine Maske….

Anyway, irgendwann waren dann alle Passagiere abgefertigt und der Flieger konnte mit einer Stunde Verspätung dann in die Nacht starten und mich nach Dubai bringen. Dort hatte ich nur wenige Nächte Aufenthalt und ein straffes Programm. Unter anderem weil ich auch noch nach Abu Dhabi wollte.

Dubai ist völlig surreal. Alles muss hier „das Größte“ sein. Die weltgrößte Mall. Das weltgrößte Hochhaus. Alles immer Weltgrößt. Das sieht man dann auch im Stadtbild, das man schlicht nur mit dem Wort „surreal“ umschreiben kann.

Dubai von oben

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich noch zwei Wochen hätte bleiben können, um all die Hochhäuser zu fotografieren – denn keines sieht wie ein anderes aus. Und wenn Euch die Buchstaben EMAAR auf vielen Gebäuden auffallen: Wenn ich das richtig verstehe, ist das die staatliche Baufirma, der fast alles gehört.

Ein anderer Blick auf Dubai

In Dubai selbst herrschten Temperaturen von 40-45 Grad. In den Innenräumen dagegen um die 20-22 Grad. Selbst die Bahnhaltestellen der Metro sind entsprechend gekühlt. Metro ist ein gutes Stichwort: Dubai lebt für das Auto. Was hier für riesen Kisten rumfahren, ist unglaublich. Dazu alles an Luxusautos, was man sich vorstellen kann – Sprit kostet quasi nix. Gleichwohl scheint man aber langsam in eine Transformation zu kommen. So gibt es eine „Metro“, eine automatisierte Stadtbahn, die von Nord nach Süd durch Dubai geht und die Straßenbahnen, die wenigen, verbindet. Wie absurd das ist sieht man daran, dass man oft in Tunneln und über Brücken 10 Spuren Straße überqueren muss um überhaupt zur Haltestelle zu kommen – oder wie im Fall des Dubai Mall der Fußweg satte 30 Minuten ist. Aber grämt Euch nicht, es gibt ebenerdige Laufbänder.

Und dann steht man an Bauten wie dem Zukunftsmuseum und gafft einfach nur mit offenem Mund.

Das Zukunftsmuseum

Dubai ist gelebte Energieverschwendung. Dazu gibt es alles in Plastik und Recycling ist natürlich nicht vorgesehen. Das fiel mir besonders negativ auf dem Weg in die Wüste auf: der Weg ist gesäumt mit aus den Autos geworfenen PET-Flaschen und anderem Zivilisationsmüll.

Die Wüste bei Dubai

Schaut man sich z. B. „The Palm“, die künstliche Insel in Palmenform an, bekommt man in einem Vortrag gesagt, dass diese Insel im Einklang mit der Natur erschaffen wurde. Während man im Video sieht, wie Berge gesprengt und das Geröll vor dem Festland ins Meer gekippt wird, für die Fundamente.

Wasser, Strom, Beton, Stahl, das alles scheint hier unlimitiert vorhanden zu sein.

Und versteht mich nicht falsch: Dubai ist wahnsinnig spannend und aufregend zu sehen. Es ist halt auch nur ein perfektes Beispiel dafür, was alles schief läuft. So habe ich z. B. nur einen Parkplatz gesehen (alle beschattet), der ein Solardach hatte. Es ist alles einfach irre. Ein anderes Wort will mir dazu nicht einfallen.

Die Wasserspiele in der Wüste, bzw. am Dubai Mall.

Als Zwischenstopp stand ein Besuch in Abu Dhabi an. Ich wollte gerne die Scheich-Zayid-Moschee sehen. Natürlich die Größte der Welt. Und trotzdem als Kulturstätte und Sammelstelle des Glaubens unfassbar beeindruckend. Aber natürlich sind die Dächer mit echtem Gold überzogen – was kostet die Welt.

Die Scheich Zayid Moschee

Von da aus ging es noch in das Louvre Abu Dhabi. Da man sich bekanntlich sonst nichts gönnt, hat man für mehrere hundert Millionen Dollar das Recht erworben, ein eigenes Museum Louvre nennen zu dürfen. Und für einige weitere hundert Millionen Kunst ausgeliehen, um es zu füllen.

Kunst im Louvre Abu Dhabi

Versteht mich nicht falsch: Das Museum ist, vor allem architektonisch der Hammer. Weswegen ich es auch sehen wollte. Es ist einfach einmalig auf der Welt.

Das Louvre Abu Dhabi

Es ist nur…. alles so unfassbar absurd. Ich meine wir sind in der Wüste. Und hier wird gelebt, als wenn es weder einen Mangel an Trinkwasser, noch einen Klimawandel gäbe oder sonst irgendwas. Und wie absurd das alles ist, erahnt man im Vorraum zur Moschee. Wo man bei McDonalds essen gehen kann.

Fastfood in der Moschee

Nachdem ich in Spitzbergen vor dahin schwindenden Gletschern stand und jetzt in Dubai erleben durfte, dass wir irgendwo im Keller eine zweite Welt haben, bin ich schon ziemlich ratlos. Ich habe keine Ahnung, wie man diese beiden Eindrücke verbinden kann. Und sitze jetzt in Deutschland, trenne meinen Müll, fordere die Politik auf die Verkehrs- und Energiewende zu beschleunigen und mich beschleicht das Gefühl vollkommener Machtlosigkeit.

Hat sich Dubai gelohnt?

Ja. Aber.

Das Nördlichste von allem – Spitzbergen

Das Nördlichste von allem – Spitzbergen

Wie vor ein paar Tagen angekündigt, hat es mich nach Spitzbergen verschlagen, eine Insel im Polarkreis. Das Ganze war eine durchaus spannende Reise, an der ich Euch gerne teilhaben lassen möchte. Auch wenn sie etwas chaotisch begann und endete 🙂

Da ich einen Flug früh morgens ab Frankfurt hatte, bin ich am Vorabend mit dem ICE von Duisburg nach dort gefahren. Eine Nacht im Flughafenhotel und am nächsten morgen weiter – was kann da schon schief gehen. Aufzugeben hatte ich nichts, da ich 2 Stück Handgepäck mitnehmen konnte und das ein Koffer und eine Kameratasche waren. Aber, weil ja gerade an den deutschen Flughäfen etwas Chaos herrscht, dachte ich ich bin mal klug und frage im Flughafen, wann am nächsten Morgen die Sicherheitsschleusen aufmachen. Und niemand, wirklich niemand sah sich verantwortlich oder in der Lage, mir eine Auskunft zu geben.

Gut, mein Flug ging irgendwann um 7, also habe ich mir den Wecker so gestellt, dass ich um 4 im Terminal war. Plan: Schnell checken lassen, dann in die Lufthansalounge, in Ruhe frühstücken und dann fliegen. Und ja, was soll ich sagen, so sah es dann um 4 Uhr früh(!) aus:

Schnappschuss der Warteschlange vor der Sicherheitsschleuse am Flughafen Frankfurt

Stellt sich raus: Morgens um 5 gehen schon Flüge nach Malle. Und das wusste am Vortag wohl niemand so richtig (warum auch) und so gerieten die Urlauber in er Reihe langsam aber sicher in sichtbare Nervosität. Und hey, von da wo ich das Foto gemacht habe, waren es auch nur noch 90 Minuten. Wo ist das Facepalm-Icon, wenn man es mal braucht.  Kaum im Flieger war aber erst mal Ruhe und es ging nach Oslo. Das uns Reisende mit malerischen Landschafen zu begrüßen wusste…

Luftbild des Anflugs auf Oslos

Ich hatte ein bisschen Sorge, weil die Umstiegszeit dort recht knapp bemessen war und mein Flieger etwas Verspätung hatte. Diese Sorge stellte sich als vollkommen unbegründet heraus: Die Logistik in Oslo klappt wie am Schnürchen, einschließlich der Passkontrolle und so saß ich pünktlich im Flieger nach Spitzbergen. Und wenige Stunden später hieß mich das Eiland im Polarkreis mit seiner kargen Schönheit willkommen….

Luftbild des Anflugs des Flughafens auf Spitzbergen

Der Flughafen ist winzig und ich hätte nie gedacht, dass dort relativ viel Betrieb ist. Ist aber, weil Spitzbergen, wie ich später lernen sollte, An- und Abfahrtsort vieler Kreuzfahrten durch die nördlichen Meere ist. Entsprechend war ich dann auch nicht überrascht, dort eine Fluglinie aus Österreich zu sehen – ich hätte ja selbst über Wien hier her gekonnt.

Übersichtsfoto des Flughafens Spitzbergen

Spitzbergen selbst ist beeindruckend. Es ist… trostlos. Denn es gibt nicht einen einzigen Baum. Es ist wild und gefährlich, deswegen darf man den Ort Longyearbyen auch nicht ohne Bewaffnung verlassen. Es ist leer – Menschen leben hier, wenn sie wollen, hunderte Meter abseits der Straßen, Wege und Nachbarn. Einige haben sich gar auf kleine Inseln zurückgezogen. Und was spannend ist: Kommen auf 5 Einwohner 1 Auto, so hat jeder Einwohner scheinbar mindestens 2 Schneemobile. Woran das wohl liegen mag.

Das Erste was mich beeindruckt hat, war die „Mitternachtssonne“. Zu der Jahreszeit meines Besuchs wird es einfach niemals dunkel. Auch nicht nennenswert dunkler. Es ist einfach… immer Tag. Das ist schon spannend zu erleben. Ansonsten sieht es ungefähr so aus, wie man sich Nord-Norwegen vorstellen würde 😉

Bunte Häuserzeile auf Spitzbergen

An jeder Ecke sieht man aber, dass es Spitzbergen in der heutigen Form nicht gäbe, wenn es hier nicht viel Kohle geben würde. Die sich zunächst ein amerikanischer Minenbesitzer unter die Finger riss und schließlich hatten die Russen auch ein Wort mitzureden, die zwei Enklaven hier haben. Dabei hat Spitzbergen einen besonderen Reststatus, der dieses miteinander ermöglicht.

Was man auch an jeder Ecke sieht ist, wie weit man hier im Norden ist. Hier ist alles immer das nördlichste. Der nördlichste Pub, die nördlichste Tankstelle, der nördlichste Supermarkt. Unter diesem Superlativ bewegt sich hier erst mal gar nichts 🙂

Angekommen hatte ich zwei Ziele neben der eigentlichen Aufgabe, die Auslöser der Reise war. Das eine Ziel war der Global Seed Vault. Hier werden Samen aller möglichen Pflanzen aus aller Welt bei -18° gelagert. Die Wahl von Spitzbergen war logisch, weil es hier nie wirklich warm wird und weil es Infrastruktur (Strom!) gibt.

Eingang zu "The Vault", dem Gloabal Seed Vault auf Spitzbergen

Es ist übrigens nur ein Gerücht, dass mein Eintreffen hier irgendwas mit dem Eintreffen von Heino Ferch zu tun gehabt hätte, der gerade den Film „Seed“ dreht. Und dafür an meinem Hotel drehte, das mal kurzerhand zu einer Polizeiwache um-firmiert wurde 😀

 

Der Schauspieler Heino Ferch bei Dreharbeiten

Der Teil meines Hotels, der zu einer Polizeiwache wurde

Ein zweiter, fast noch wichtigerer Punkt auf meiner Liste war, mir ein Bild der Gletscher auf Spitzbergen zu machen. Dazu muss man wissen, dass diese riesig sind. Aber eigentlich nur noch ein Schatten ihrer selbst, denn die verbleibende Größe darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie seit 1900 um mehr als 90% ihre Masse verloren haben. Und das das Schmelzen durch den vom Menschen beschleunigten Klimawandel immer schneller von statten geht.

Bild eines Gletschers auf Spitzbergen

Tja. Und nachdem ich dann meine „To-Dos“ abgehakt hatte, überraschte mich die Lufthansa mit einer SMS: „Ihr Rückflug wurde annulliert. Wir informieren Sie über Alternativen.“ Mein Rückflug war, danke auch, genau an dem Tag an dem das Bodenpersonal in Frankfurt streikte. Das wäre unkritisch gewesen, wenn mein Rückflug nicht so getaktet gewesen wäre, das ich zu Hause den Koffer abwerfen würde, eine Nacht schlafe und dann am nächsten Tag mit anderem Gepäck ab Düsseldorf nach Dubai reisen würde. Dank meines Reisebüros war das aber weniger Problem als erwartet:

Ich konnte noch einen Platz auf einem Flieger von Oslo nach Amsterdam ergattern und dann von da aus mit dem ICE nach Duisburg zurück. Die Lufthansa war dabei auch sehr zuvorkommend und versprach, das neue Ticket und die anteiligen Flugkosten für den eigentlich gebuchten Flug umgehend zu erstatten. Ich vertraue da mal drauf.

Tja… und so waren meine viel zu wenigen Tage auf Spitzbergen vorbei. Einer Insel die wie für mich gemacht zu sein schein. Kalt. Karg. Leer. Ich glaube ich liebte fast alles daran. Und es ließ mich mit großer Sorge in den zweiten Teil meiner Reise starten.

Klimawandel? Welcher Klimawandel?

Klimawandel? Welcher Klimawandel?

Ich bin so müde.

Ehrlich. Einfach müde. Und ich verliere den Glauben, dass wir irgendwie noch das Ruder rumreißen können.

Seit Jahren, wirklich JAHREN renne ich rum und warne davor, dass jeder Euro den wir nicht gegen den Klimawandel einsetzen, uns ein vielfaches kosten wird. Das wir nicht mehr fragen dürfen ob, sondern fragen müssen wie schlimm uns der Klimawandel treffen wird. Und während ich kleine Erfolge feiern konnte, wie das Voerde den Klimanotstand ausruft und ein jährliches Monitoring unserer Trinkwasserquellen eingeführt hat, scheitere ich an anderen Stellen beharrlich. Zum Beispiel bei meiner Forderung mehr Einbahnstraßen zu entwickeln und den frei werdenden Raum für Radfahrer und vor allem Bäume, Bäume, Bäume zu verwenden.

Das ich da nicht weiter komme, ist auch Ergebnis der Politik der CDU und FDP. Die bemerkenswert ausdauernd nicht bereit sind, den Klimawandel mit dem notwendigen politischen Ernst zu begegnen. Wenn sie ihn denn überhaupt anerkennen.

Heute morgen nun ein Artikel in der NRZ, nur Print, dass die Gegend hier literally austrocknet. Und parallel dazu online ein Artikel über extremes Niedrigwasser im Rhein. Und es ist ja nicht so, als hätten wir nicht in der Hand was zu tun – nur leider machen wir das Gegenteil: statt eines sofort wirksamen Tempolimits will die FDP lieber weiter Anreize zum Kauf von E-PKW setzen. Mit Geld, dass wir z. B. viel viel sinnvoller für ein dauerhaftes 9€ oder von mir aus 29€-Ticket einsetzen könnten.

Wenn das so weiter geht, sollten wir schon heute überlegen, wie wir den Kids in ein paar Jahren erklären, warum wir sehenden Auges in den Untergang geritten sind. Denn wie gesagt: So langsam verliere ich den Glauben daran, dass wir es irgendwie noch gerade gebogen bekommen.

Der Klimawandel ist da und er wird uns nicht nur Unsummen kosten – sondern auch sehr viele Menschen das Leben.

Von elektrischen Zügen und elektrischen Autos

Von elektrischen Zügen und elektrischen Autos

Was geht, Deutschland?

Kaum gibt es ein billiges Ticket für die Züge, da kaufen sich Millionen Menschen(!) eines. Der sonst typische Pfingststau wird zu einem Bahnstau und alle gucken irritiert:

Sollte es tatsächlich so sein, dass wenn man den Menschen einen günstigen, einfach zu handhabenden Nahverkehr gibt, diese den auch nutzen? Das wäre ja Un-Fass-Bar!

Zeigt sich aber: Es ist wie mit guten Radwegen: Gib den Menschen Infrastruktur jenseits des Autos (plus hohe Spritpreise) und sie nutzen sie. Und das sollte uns allen zu denken geben. Was machen wir jetzt damit? Überlegen wir mal, was dafür spräche, weiter ein billiges 9€-Ticket oder wenigstens ein preiswertes 365€-Ticket anzubieten.

Kampf gegen den Klimawandel.

Auch wenn klar ist, dass wir den Klimawandel nicht allein durch unser individuelles Verhalten einbremsen werden, weil dafür Global viel mehr Anstrengung notwendig wäre, ist der Verkehr in Deutschland auf Platz 2 der Klimatreiber. Jeder KM der nicht mit dem Auto gefahren wird, hilft. So einfach ist die Rechnung. Natürlich braucht es dafür ein Bahnnetz, dass praktisch jedes Dorf anbindet. Das hatten wir aber schon mal und haben es aufgegeben, als wir beschlossen haben, dass die Bahn ein gewinnorientiertes Unternehmen sein muss. Drehen wir das doch wieder um und machen wir die Bahn wieder zu einem Verkehrsmittel, dass jedes Dorf mit den Städten verbindet und die Städte untereinander. Und dann bitte so wie früher, als man ohne Umsteigen praktisch zwischen allen europäischen Metropolen hin und her fahren konnte. Und stellt Euch mal vor, Ihr könnt wirklich überlegen, ob Ihr heute das Auto nehmen müsst oder es stehen lassen könnt. Und nach einer Weile (so wie ich gerade) ob Ihr überhaupt ein Auto braucht.

Soziale Gerechtigkeit.

Ein billiges Bahnticket gibt Menschen mit geringen Einkommen eine hohe Mobilität. Es darf nicht eine Frage des „kann ich es mir leisten“ sein, Freunde in der Nachbarstadt zu besuchen oder gar einen Job dort anzunehmen. Es würde zudem helfen, den Menschen zu erlauben über den Tellerrand zu blicken, wenn sie günstig kreuz und quer durch das Land reisen können und nicht nur auf ihre eigene Stadt beschränkt sind. Es hilft im Arbeitsleben genauso wie im Privatleben und schafft so etwas wie Gerechtigkeit. Natürlich wird es Menschen geben, die sich in die 1. Klasse zurückziehen können, auch im Zug. Aber grundsätzlich unterscheidet der Zug nicht ob Du Banker bist oder Schrauber. Hier sind alle mehr oder weniger gleich. Und überlegt mal welche Möglichkeiten des Urlaubs sich für Menschen ergeben, die sich keine lange Autoreise leisten können und in Zukunft auch keine Flüge (denn die werden auch teuer werden). Und stellt Euch die Familie vor, die über Nacht mit ihren Kindern von Deutschland nach Italien, Spanien, Dänemark reisen kann, ohne sich dafür finanziell übernehmen zu müssen.

Tourismus und Administration

Diese beiden Punkte gehören für mich zusammen. Zum einen rufen bereits jetzt die ersten Bürgermeister*innen danach, dass 9€-Ticket weiterlaufen zu lassen. Das machen sie nicht nur, weil es ihre eigenen Straßen entlastet, sondern auch weil sie wissen, dass sich das positiv auf die Stadtplanung (mehr Grün, weniger Parkplätze) auswirkt und vor allem mehr Touristen in ihre Stadt spülen kann. Dazu gehört auch, dass endlich der Schwachsinn mit den Verkehrsverbünden aufhört und ich z. B. nicht mehr überlegen muss, welche unterschiedlichen (!) Tickets ich kaufen muss, um von hier nach bspw. Köln oder Dresden zu fahren. Alleine dass NRW mehr als ein Ticketsystem hat, ist absurd, verursacht hohe administrative Kosten, verkompliziert das Reisen und macht keinen Spaß. Einfach muss es sein und bezahlbar.

Fernverkehr und Nachtzüge und das Auto

Schnelle Verbindungen wie ICE, Thalys und Co dürfen gerne weiter Geld kosten. Sie sollen eine zweckgebundene Alternative darstellen. Was ich mir aber wünsche ist, dass die europäischen Bahnen nach österreichischem Vorbild das Nachtzugnetz ausbauen. Und zwar massiv. Und das auch für Autos.

Das Aufkommen der E-Autos stellt eine Veränderung der Fahrgewohnheiten dar, wenn alle paar hundert KM nachgeladen muss. Züge wären da optimal: Stellt Euch vor, Ihr macht Urlaub in Österreich. Ihr ladet Abends Euer E-Auto auf den Zug, stöpselt es ein, geht in den Zug. Abendessen, schlafen, Frühstück und am nächsten Vormittag seid Ihr bspw. in Wien, Euer 100% aufgeladenes Auto wird abgeladen und ihr fahrt nur noch die Strecke zum finalen Ort. Schon aus der Logik heraus, denn was haben Züge mehr als genug, wenn nicht Strom, wäre so etwas doch hochgradig sinnvoll. Aber auch was die Entspannung angeht, weil am eben nicht auf der A3 im Stau steht.

Wir müssen weg davon, irre viel Geld für Straßen und Autokaufprämien auszugeben und hin dazu, einen Teil des Geldes in den Ausbau und die Modernisierung des Schienenetzes zu stecken. Und das wir das nicht für nichts machen, sondern das die Menschen bereit sind, das anzunehmen, ihre Reisegewohnheiten zu ändern, das sehen wir am 9€-Ticket. Und schon deswegen darf nicht nach 3 Monaten Schluss sein. Im Gegenteil: Das, was wir heute erleben muss ein politischer Weckruf sein. Die von allen immer geforderter Verkehrswende ist möglich und muss jetzt kommen!

Und hier ist noch ein spanneder Faden dazu, was eigentlich alles schief läuft und warum, was die Bahn angeht, früher wirklich mehr Lametta war:

Kundenservice richtig gemacht: Deuter Sport GmbH

Kundenservice richtig gemacht: Deuter Sport GmbH

Ich habe eine ganze Reihe von Rucksäcken, fürs Fahrrad, zum Klettern, zum Reisen und die meisten davon sind tatsächlich von Deuter Sport. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass ich schon vor gefühlt 100 Jahren einen Rucksack gekauft habe, der praktisch nicht kaputt zu kriegen war. Und mich 365 Tage im Jahr begleitet hat.

Jetzt hatte ich an einem Rucksack ein Problem: Einer der Schnellverschlüsse ist gebrochen – keine Ahnung wie (*draufgetreten hust*).

Das war ärgerlich. Aber Deuter ist ja irgendwie eine Firma die ich gut in Erinnerung habe, also dachte ich: google mal. Und was soll ich sagen?

 

EIne Rucksackschnalle

Online bestellt, 2 Tage später war das Paket da und die neue Schnalle lag in meiner Hand. Und jetzt ratet mal, was die gekostet hat?

Zwei fuffzig.

Nein ernsthaft. 2 Euro 50. Für eine Schnalle für einen Rucksack den ich vor fast 10 Jahren gekauft habe. Na gut, plus Porto. Aber hey, ich war trotzdem angetan – weil das heute nicht selbstverständlich ist, auch wenn es selbstverständlich sein sollte. Für mich aber auch ein klares Zeichen, dass ich mit den Rucksäcken einen guten Kauf gemacht habe – mal abgesehen davon, dass die beim Tragen und Nutzen ohnehin 100% meiner Erwartungen erfüllen.

 

Nein, ich bin nicht mit Deuter in irgendeiner Weise verbunden, bekomme kein Geld, habe meine Bestellung brav bezahlt und mache keine Werbung. Ich erzähle Euch nur von meinen privaten Erfahrungen. Nur falls da jemand auf komische Gedanken kommt.

Es mag komisch klingen, aber Euer Telefon hört Euch zu

Es mag komisch klingen, aber Euer Telefon hört Euch zu

Es ist ja keine neue Diskussion, ob Smartphones ihre Nutzer belauschen. Jede/r von uns kennt merkwürdige Ereignisse wie Werbung zu Dingen, über die man gerade erst gesprochen hat. Einen Beweis dafür, dass Smartphones ihre Nutzer ausspionieren können – und wenn sie es können es auch machen – gibt es Momentan wohl noch nicht.

Allerdings scheinen wir der Auflösung auf Umwegen einen Schritt näher zu kommen. „Schuld“ ist Google, bei denen ANDROID als Betriebssystem für diverse Geräte verfügbar ist. Denn Google, und ich mache keine Scherze, will in Zukunft(!) Apps untersagen, ungefragt und heimlich Eure Telefonate zu belauschen:

Google lässt ab dem 11. Mai keine Apps mehr im Play Store zu, die heimlich Telefongespräche aufnehmen. Dies geht aus einer Regeländerung für Entwickler hervor, die an dem Tag in Kraft tritt.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass bis zum 11. Mai es kein Problem war. Und noch besser: für die eigenen Apps gilt das natürlich nicht, die dürfen Euch weiter belauschen – auch ohne Euer Wissen:

Die Änderung betrifft allerdings nicht Wähl-Apps wie Google Phone oder Mi Dialer, die auf einigen Android-Geräten ins System integriert sind.

Quelle: Heise

Könnt Ihr mal einen kurzen Moment in Euch gehen und überlegen, was das bedeutet? Das bedeutet, dass Google sich und (bis zum 11.05) Dritten erlaubt, die Vertraulichkeit des gesprochenen Wortes nach Herzenslust zu brechen, Euch zu belauschen, Eure Gespräche zu speichern, analysieren und zu verwerten.

Aber lasst mich raten: Das wird Euch nicht davon abhalten, Handys, Smart-TV und andere Geräte mit ANDROID zu nutzen, gell? Denn Ihr habt ja nix zu verbergen.