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Tag: Bücher

If It Bleeds von Stephen King

If It Bleeds von Stephen King

Ja, ich bin ein Fanboy von Stephen King. Ja, ich lese alle seine Bücher und Geschichten. Ja, ich mag fast alle seine Bücher und Geschichten. Ja, ich muss mir ein neues Buch kaufen, sobald es möglich ist.  Und ja, ich habe „If It Bleeds“ von Stephen King als Hardcover gekauft – und als Hörbuch, um unterwegs nicht aufhören zu müssen.

Können wir dann jetzt zum Wesentlichen kommen? Dem Buch? Ja? Okay, machen wir es kurz:

Das Buch ist großartig!

Okay, etwas länger geht auch:

Bei dem Buch handelt es sich um einen Sammelband von 4 „Kurz“-Geschichten, wobei Kurz bei King immer so eine Sache ist. Und beim Lesen hat man ziemlich sofort ein interessantes Gefühl:

Die Geschichten sind mehr oder weniger im Heute, im Hier und im Jetzt verankert. Und trotzdem ist es, als würde man „den alten“ King lesen. Den von vor seinem Unfall, den aus der Zeit als manche Geschichten mir noch den Schlaf rauben konnten – vielleicht auch nur weil ich so jung war.

Das Buch wird vor allem beworben für die Geschichte um Holly Gibney, die wir aus der Hodges-Reihe um Mr. Mercedes von von dem letzten großen Roman „The Outsider“ kennen. Holly muss man mögen – oder man mag sie halt nicht. Ich persönlich brauche jetzt keine eigenen Holly-Geschichten und finde auch, dass von den 4 Geschichten diese die schwächste Story ist. Aber versteht mich nicht falsch: Die schlechteste von 4 wirklich guten Geschichten zu sein, bedeutet nicht, nicht gut zu sein.

Mir persönlich hat die letzte Geschichte, „The Rat“ am Besten gefallen. Das ist King wie ich ihn mag: Subtil, hart an der Grenze  zum Paranormalen und in sich sich durch und durch eigenartig. Aber auch die Geschichte um das iPhone von Mr. Harrigan mochte ich sehr. Zeigt sie doch ein Mal mehr, dass Horror keine Monster braucht, wenn wir die Monster sind. „The Life of Chuck“ ist dagegen eine eher ungewöhnliche Geschichte. Nicht vom Inhalt her, vielmehr die Art wie sie erzählt wird. Obwohl… doch, auch vom Inhalt mehr. Und diese Geschichte lieferte mir eine Idee für ein eigenes Buch (das ich natürlich nie schreiben werde).

Das Buch erscheint am 10. August auf Deutsch und hört dann auf den Titel

Blutige Nachrichten

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Der Riss von Brandon Q. Morris

Der Riss von Brandon Q. Morris

Nachdem ich neulich „Enceladus“ von Morris gelesen hatte, habe ich nun das Hörbuch „Der Riss“ gehört, dass ich irgendwann mal bei Audible geordert hatte.

Quer durch den Himmel verläuft ein Riss. Er ist über Nacht entstanden. Jeder Mensch kann ihn sehen, aber die Physiker verzweifeln, weil sie keinerlei Signale empfangen. Der Riss besteht buchstäblich aus Nichts. Zunächst scheint keine Gefahr von ihm auszugehen, doch dann passiert etwas, das die schlimmsten Befürchtungen der größten Pessimisten weit übertrifft. Der Riss ist ein eigenständiger Roman von Brandon Q. Morris, der unabhängig von seinen anderen Büchern gelesen werden kann. Hard Science Fiction. Alles, was der Autor beschreibt, könnte genau so Wirklichkeit werden.

Aha, alles, was der Autor beschreibt, könnte genau so Wirklichkeit werden. Ich will ja nix sagen, aber das ist der größte Mist, den man in eine Beschreibung dieses Buches schreiben kann.

Denn genau gar nichts kann so passieren. Also mal abgesehen davon, dass der Riss, der sich über der Erde auftut, schon nicht passieren kann, bis hin zu dem selbstkritischen und selbstironischen Roboter oder der Rakete vom Schrottplatz nebenan.

Das Buch hat mich geärgert.

Denn es nimmt eine spannende Idee und macht dann nicht nur nichts daraus, sondern macht die ganze Geschichte auch so dermaßen wirr, dass man am Ende wünscht, man hätte sie nicht gelesen. Der Liebhaber einer Frau hilft deren Mann, eine Rakete vom Schrottplatz zu benutzen, um in eine alternative Realität zu reisen, in der seine Frau gefangen ist, weil ihre Mutter in einem Flugzeug durch einen Riss flog, der auf einem Asteroiden seinen Anfang (oder sein Ende) nimmt, auf dem ein sich selbst bewusster Roboter Steine in ihn hinein-wirft, um sich dann mit einer künstlichen Intelligenz zusammen  zu tun. Während auf der Erde die Nasa irgendwie alle Rakten vermisst, aber zufällig einen Weltraumaufzug besitzt mit dem sich die Forscher an einer chinesischen Raumstation einklinken, um dann zum Riss zu  fahren, während sich ein Ex-Soldat in die Kapsel geschlichen hat um alle als Geisel zu nehmen und dann nach einer Windel zu fragen, weil er so dringend pinkeln muss. Und nein, ich verarsche Euch nicht.

Ernsthaft, solche Bücher können doch nur unter dem Einfluss von Stoffen geschrieben werden, die das Bewußtsein erweitern.

Und lesen kann man die vermutlich auch nur unter dem Einfluss ähnlicher Stoffe. Da aber das härteste, was ich nehme, Kopfschmerztabletten sind, habe ich absolut keinen Zugang zu dem Buch gefunden. Und am Ende war ich richtig verärgert darüber, wie der Autor es schafft, eine spannende Idee zu nehmen, grundsätzliche Fragen aufzuwerfen, nur um dann keine der Fragen zu beantworten und eine mehr als merkwürdige Beziehungskiste zu entwickeln.

Mein Tipp:

Wenn Ihr Leute kennt die Sci-Fi mögen und die Ihr nicht leiden könnt, dann ist das hier das perfekte Geschenk!

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Die Silizium-Insel von Qiufan Chen

Die Silizium-Insel von Qiufan Chen

Die Silizium-Insel
Die Silizium-Insel

In den letzten Tagen hatte ich das große Vergnügen, das Buch „Die Silizium-Insel“ von Qiufan Chen zu lesen.

Auf der Siliziuminsel im Südwesten Chinas wird der Elektronikschrott der ganzen Welt recycelt. Inmitten von giftigen Dämpfen und verseuchter Hardware suchen die Müllmenschen nach Verwertbarem. Als eines Tages eine amerikanische Firma die Siliziuminsel modernisieren will, wird das labile Gleichgewicht zwischen den chinesischen Behörden, mächtigen Mafiaclans und internationaler Machtpolitik gestört. Arme und Reiche, Chinesen und Ausländer finden sich in einem Krieg um die letzte Ressource der nahen Zukunft wieder – den Menschen.

Ich hatte mich sehr auf das Buch gefreut, weil ich ja vor einer Weile schon über die Bücher seines Landsmann Cixin Liu gestolpert war – und das ziemlich geile Sci Fi fand.

Und auch „Die Silizium-Insel“ ist ein sehr starkes Buch. Die Geschichte ist anders aufgebaut als ich es gewohnt war und am Anfang hatte ich etwas Mühe mich an den doch recht kühlen Stil des Autors zu gewöhnen.

Wenn dann aber nach und nach die Puzzle-Teile zusammenfallen und sich ein Bild abzuzeichnen beginnt, fällt es schwer mit dem Lesen wieder aufzuhören. Zumal die Geschichte dann auch eine relativ plötzliche Wendung vom „könnte alles wirklich so passieren“ hin zu „was zur Hölle habe ich gerade gelesen?!“ nimmt.

Das  Buch ist definitiv eine Herausforderung für den Leser. Was er dafür bekommt ist, ebenfalls analog zu Cixin Liu, ein sehr ungewöhnliches Buch mit einer Geschichte, die einfach… neu ist. Eine Geschichte die anders erzählt wird, als man es gewohnt ist und eine Geschichte die die Gesellschaft auf eine sehr direkte, brutale Art angeht und mit ihr abrechnet.

Wer für die Zeit der Corona-Phase ein eindrucksvolles und höchst spezielles Buch mit einer spannenden Sci-Fi-Story und einigem an chinesischem  Hintergrundwissen über Gesellschaft und Vermögen sucht, der sollte hier mal rein lesen. Es lohnt sich sehr, sofern man ein wenig Durchhaltevermögen an den Tag legt!

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Enceladus von Brandon Q. Morris

Enceladus von Brandon Q. Morris

In den vergangenen Tagen habe ich mir „Enceladus“ von Brandon Q. Morris“ gegönnt. Es war einfach zu verlockend:

Im Jahre 2031 finden Forscher in den Signalen einer Roboter-Sonde, die den Saturnmond Enceladus studiert, eindeutige Spuren biologischer Aktivität. Beweise für außerirdisches Leben – eine Weltsensation. Fünfzehn Jahre später macht sich ein eilig dafür gebautes, bemanntes Raumschiff auf die weite Reise zum Ringplaneten. Der internationalen Crew stehen nicht nur schwierige siebenundzwanzig Monate bevor: Falls sie es ohne Zwischenfall bis zum Enceladus schafft, muss sie mit einem Bohrschiff den kilometerdicken Eispanzer des Mondes durchdringen. Denn Leben kann nur am Grunde des ewig dunklen Salz-Ozeans existieren, der sich vor Milliarden Jahren in der Schale des Eismondes gebildet hat, sagen die Astrobiologen. Doch schon kurz nach dem Start macht eine Katastrophe ein glückliches Ende des Abenteuers höchst unwahrscheinlich.

Und tja, ich weiß nicht.

Die Idee ist faszinierend und der Autor hat sich viel Mühe gegeben, den Eindruck zu erwecken, dass er sich mit der Materie intensiv auseinander gesetzt hat. Dem Gegenüber steht, dass einer der wesentlichen Protagonisten in erster Linie durch seinen Autismus dargestellt wird. Das bei Seite geschoben bleibt eine Geschichte die sich wirklich Mühe gibt, einen Spannungsbogen aufzubauen – es aber schlicht nicht schafft. In meinem Fall kam „erschwerend“ dazu, dass ich es als Hörbuch „gelesen“ habe und der Erzähler es einfach  nicht schafft, glaubwürdige Emotionen herüber zu bringen.

Letztlich hat mich das Buch sehr unzufrieden zurück gelassen und ich frage mich, ob ich die übrigen 3 Bücher aus der Serie noch lesen möchte. Denn beim ersten Teil hatte ich immer wieder den Wunsch, dass es bitte bald vorüber sein möge. Und das ist halt um so frustrierender, als das ich die Idee ja wirklich klasse finde.

Übrigens, die viel zitierte Katastrophe ist überraschender Weise gar keine Katastrophe im eigentlichen Sinne. Mehr so ein Kastaströphchen, das auch – wenn man es einfach nicht lesen würde – genau gar nichts zur Story beiträgt. Vielleicht ist Eismond auch einfach ein Buch, dass ich wann anders noch mal in die Hand nehmen muss.

Oder Ihr lest / hört es und sagt mir, was Ihr darüber denkt…

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Neuromancer von Wiliam Gibson

Neuromancer von Wiliam Gibson

In den vergangenen Tagen hatte ich viel Zeit um ein Hörbuch zu hören. Meine Wahl fiel auf „Neuromancer“ von Wiliam Gibson.

Gibson und das Buch gelten als Begründung der Idee des Cyberspace. Und wie schon bei „Pheriperie“ gibt es keine Eingewöhnung. Man ist sofort mitten drin:

Was wäre, wenn es hinter dem Computerbildschirm eine riesige Welt gäbe? Eine Welt, die man per Gehirnimplantat betreten und erforschen kann. Und eine Welt, in der man sterben kann…

Die Geschichte ist hoch spannend, wenn man Spaß an Sci-Fi hat und der Frage, wie die Welt wohl aussehen würde, wenn Computer und Netzwerke noch weiter in unser Leben eindringen. Die Grenze zwischen Realität und Fiktion, echter Welt und Cyberspace immer weiter aufweichend. Bis hin… ja, der Möglichkeit im Cyberspace zu sterben und dann im echten Leben tot zu sein.

Das Buch ist extrem fesselnd und mehr als ein Mal war mir meine Bahnfahrt nicht lang genug und ich musste dann doch noch weiter hören. Nur noch ein halbes Stündchen.

Das Buch ist der Einstieg in eine Trilogie. Und ich bin ziemlich sicher, dass ich Teil 2 und Teil 3 in Kürze auch verschlingen werde. Denn gute Geschichten sind bekanntlich immer zu kurz 🙂

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Schnäppchenalarm: Kann mein Chemielehrer Crystal Meth herstellen? von Andrea Gentile

Schnäppchenalarm: Kann mein Chemielehrer Crystal Meth herstellen? von Andrea Gentile

Vorige Tage war ich „zufällig“ bei Thalia und habe da das Buch „Kann mein Chemielehrer Crystal Meht herstellen“ von Andrea Gentile entdeckt.  Aktuell „verramscht“ es Thalia für 3,99€ (Amazon: 7,74€)

Dabei befriedigt es, wie man an der Liste der besprochenen Serien sieht, vor allem Nerds wie mich, die noch viel mehr Nerdkram mögen, als in den Serien eh zu sehen ist.

Und als Fan von True Detective, TBBT, Akte X, Doctor Who, GoT, Star Trek, Breaking Bad und natürlich Battlestar Galactica war es auch schnell um mich geschehen.

Was soll ich sagen? Keine 24h später bin ich durch mit dem Buch und wegen meiner Begeisterung sehr enttäuscht. Denn die Autorin stellt nicht die Serien in den Vordergrund, sondern wählt sorgsam wissenschaftliche Elemente aus und versucht diese dann mit der aktuellen Forschung abzugleichen.

Das funktioniert, natürlich, mal besser und mal schlechter. Das beschreibt sie in einem Sprachstil, der schnelles Lesen fördert und am Ende eines jeden Kapitels folgen noch mal „10 Dinge die man über die Serie wissen sollte“.

Und warum ich enttäuscht bin? Zu kurz, das Buch ist VIEL ZU KURZ 😀

Einen echten Sinn hat das Buch nicht. Alles was geschrieben steht, weiß man als Binge-Watcher eh (abgesehen vielleicht von der für jede Serie angegebene Binge-Time).

Auf der anderen Seite ist es halt auch eine sehr schöne Zusammenfassung dessen, wie das Serienformat die Wissenschaft beeinflusst, von der das Serienformat beeinflusst wird.

Wer Serien mag, wird dieses Buch lieben. Und ich muss jetzt mal schauen, wo ich „Fringe“ her bekomme. Das scheint eine Serie nach meinem Geschmack zu sein 🙂

 

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Die Singularitätsfalle von Dennis E. Taylor

Die Singularitätsfalle von Dennis E. Taylor

Nachdem ich jetzt ja Outworld und Bobiverse gelesen habe, lag es nahe auch „noch eben“ das Buch „Die Singularitätsfalle“ von Dennis E. Taylor zu lesen.

Schon sein ganzes Leben lang wird Bergmann Ivan Pritchard vom Pech verfolgt. Um seiner Familie endlich ein komfortableres Leben zu ermöglichen, möchte er sein Glück nun mit Asteroiden versuchen und heuert auf der »Mad Astra« an. Doch der Neue auf dem Schiff zu sein, ist gar nicht so einfach: Die Crew schikaniert ihn, und gewöhnt man sich eigentlich jemals an diese Schwerelosigkeit? Als sich aus den Tiefen des Alls eine dunkle Bedrohung nähert, die die Erde auszulöschen könnte, beschließt Ivan, sein Schicksal endlich selbst in die Hand zu nehmen …

Und was soll ich sagen?

Das Buch ist nicht nur extrem kurzweilig, es ist auch eines dieser Bücher die man nicht aus der Hand legen mag, bis man sie zu Ende gelesen hat. Gut, natürlich sollte man eine Fabile für Science Fiction haben. Aber dann ist Taylor für mich, was King im Bereich „Spannung“ ist.  Die Geschichte beginnt ausnehmend harmlos und geht…. wenig effekthaschend weiter. Keine Monster, die die Menschen fressen wollen, keine Sternenzerstörer, die die Sonne vernichten wollen. Sondern winzig kleine Nano-Computer.

Dabei ist die zentrale Message des Geschichte keineswegs Zukunft. Denn die der Menschheit vom Computer aufgezeichneten Entwicklungswege sind die eigene Zerstörung (Kalter Krieg), die Vernichtung der Umwelt (Klimawandel) und als dritte Alternative die Entwicklung einer künstlichen Intelligenz, die zwangsläufig zu dem Ergebnis kommen wird, dass die Erde besser dran ist, wenn es keine Menschen gibt.

Die außerirdische „Zivilisation“, mit der wir in dem Buch Kontakt aufnehmen, schlägt letztlich einen vierten Weg vor. Der, daraus macht die Geschichte keinen Hehl, an sich auch extrem grausam zu sein scheint – was aber, wenn man die Alternativen abwägt?

Und letztlich geht es auch um die Frage, wie stark Algorithmen und binäres Denken unsere Zukunft entscheiden wollen und dürfen. Kann man die Menschheit in einem binären Entscheidungsbaum aus Ja und Nein, Wahr und Falsch abbilden? Kann es für die Frage unserer Zukunft nur zwei mögliche Alternativen geben, bestehend aus (Selbst-)vernichtung und… naja, das soll an der Stelle nicht verraten werden.

Defintiv ist die Geschichte um Ivan tiefgründiger als das Bobiverse oder Outland. Aber das auf eine Art und Weise, die den Lesefluß eher fördert als hemmt. Was am Ende zu der Frage führt, ob wir unser Schicksal selbst bestimmen wollen, ob wir wollen das Ivan für uns entscheidet oder…

… der Computer.

Aus den Büchern, die ich dieses Jahr bereits lesen durfte, eine ganz klare Leseempfehlung!

 

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Outland von Dennis E. Taylor

Outland von Dennis E. Taylor

Nachdem ich vor einiger Zeit das Bobiverse gelesen hatte, ist mir jetzt „Outland“ von Dennis E. Taylor in die Hände gefallen. Und weil gerade etwas Zeit war, habe ich mal meine Nase rein gesteckt.

Und sie erst wieder raus genommen, als ich fertig war 🙂

Als ihr Experiment zur Heisenbergschen Unschärferelation schiefgeht, müssen Physikstudent Richard und seine Freunde feststellen, dass sie versehentlich ein Portal zu einer anderen Dimension erschaffen haben. Es führt sie zu einer zweiten Erde, einer Welt, die genauso ist wie unsere – nur dass es dort niemals Menschen gab. Die Studenten sind begeistert, der Nobelpreis ist ihnen so gut wie sicher. Doch dann bricht der Supervulkan im Yellowstone-Nationalpark aus und droht, alles unter einem Regen aus Asche und Lava zu begraben. Die einzige Chance, die den Menschen noch bleibt, ist die vermeintlich schöne, neue Welt auf der anderen Seite des Portals …

Die Geschichte ist herrlich absurd. Und natürlich darf man auf gar keinen Fall zu tief darüber nachdenken, was man da gerade liest. Aber wenn man mal das Logik-Modul für eine Weile links liegen lassen kann, ist „Outland“ eine herrlich unterhaltsame Geschichte über eine Gruppe junger Menschen, die das Paradies neu entdecken und sich bei dem Versuch, alles anders zu machen, im Grunde genau verhalten wie die Menschen, wegen denen sie alles anders machen wollen.

Die für mich wichtigste Message in der Geschichte ist natürlich, dass Kaffee auch im Falle der Apokalypse unersetzlich ist. Und das es gute Sci-Fi auch ohne Raumschiffe, Aliens und Weltraumschlachten geben kann.

Ich will Euch an der Stelle aber auch nicht verheimlichen, dass das Buch einen großen Haken hat. In Form des Ende:

Ganz offensichtlich eignet sich die Story hervorragend für eine Fortsetzung. Die es aber, zu meiner großen Enttäuschung, noch nicht gibt, da „Outland“ selbst erst ein paar Monate alt ist. Und ich hasse warten 🙂

Für alle, die gerne Sci-Fi mögen, wenn die bekannten Pfade dabei verlassen werden, ist „Outland“ definitiv eine Empfehlung. Und so gehet hin und leset!

 

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Die Unvollkommenen

Die Unvollkommenen

Schon vor einer ganzen Weile hatte ich das ausgesprochene Vergnügen das Buch  „Die Optimierer“ von Theresa Hannig zu lesen. Und jetzt bin ich endlich dazu gekommen, auch das zweite Buch, „Die Unvollkommenen“ zu lesen. Und auch wenn man „Die Unvollkommenen“ eigentlich auch als einzelnes Buch lesen könnte, empfiehlt es sich doch, zuerst „Die Optimierer“ zu lesen.

Denn so kann man sich noch mehr auf ein „Wiedersehen“ mit alten Bekannten freuen und kennt das Setting, in dem wir uns hier bewegen.

Natürlich will ich nicht zu viel spoilern. Aber mir sei der Hinweis gestattet, dass das Buch wie schon das Erste auf zwei Ebenen spielt: Auf der Ebene die jeder sieht, ist es eine unterhaltsame Geschichte, die in einer nicht so fernen Zukunft ihre leicht dystopischen Schatten über Deutschland, Entschuldigung, die BEU legt.

Auf der Ebene darunter schafft es Theresa Hannig eine Reihe von Fragen zu unserer Welt und Gesellschaft aufzuwerfen. Nicht nur in wie weit wir Maschinen vertrauen können und dürfen. Sondern auch hinsichtlich der Frage in welche Richtung sich unsere Gesellschaft entwickeln könnten – wie viel Convenience ist zu viel Convenience?

Dabei verläuft die Geschichte nicht so linear, wie man es am Anfang erwarten würde. Oder wie der Klappentext erwarten lässt:

„Bundesrepublik Europa, 2057: Es herrscht Frieden in der Optimalwohlökonomie, einem lückenlosen Überwachungssystem, in dem mithilfe von Kameras, Linsen und Chips alles erfasst und gespeichert wird. Menschen und hochentwickelte Roboter sollen Seite an Seite leben. Störenfriede werden weggesperrt. So auch die Systemkritikerin Lila. Als sie im Gefängnis aus einem künstlichen Koma erwacht, stellt sie fest, dass die BEU wird von einer KI regiert. Samson Freitag wird als Gottkönig verehrt und erpresst von den Bürgern optimalkonformes Verhalten. Für Lila steht fest, dass sie Samsons Herrschaft und die Entmündigung der Menschen beenden muss …“

Denn sehr schnell wird klar, dass die Linien die die Gesellschaft unterteilen, längst nicht so geradlinig und eindeutig verlaufen, wie es am Anfang den Anschein hat. Und wie es sich bei binären Entscheidungsbäumen gehört, werden aus zwei Möglichkeiten 4, 16, 256…

Am Ende läuft natürlich alles darauf hinaus, dass unsere Protagonistin Lila eine Entscheidung treffen muss. Welche das ist, dürft Ihr während des Lesens gerne raten. Und dann dürft Ihr so überrascht sein, wie ich es war.

Und fragt Euch am Ende mal: Hättet Ihr Euch auch so entschieden?

Auf jeden Fall ein sehr starkes Buch, dass ich Euch sehr ans Herz legen möchte. Zumal es überraschend viel Inhalt und Gedankenfutter für überraschend wenig Taler bietet.

Und wie gesagt: Falls Ihr „Die Optimierer“ nicht gelesen habt, holt das nach 🙂

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Peripherie von William Gibson

Peripherie von William Gibson

Ich hatte die Tage ein bisschen Zeit und habe mir mal das Buch „Peripherie“ von William Gibson aus dem Regal genommen. Und ziemlich fix ausgelesen.

Gibson ist einer dieser Autoren, die es schaffen, ganz besondere Bücher zu schreiben. Ähnlich wie Stephen King fesseln mich seine Geschichten meist sehr schnell – allerdings sind es in der Regel Sci-Fi-Romane.

Und der größte Unterschied ist vielleicht, dass sich  bei King Geschichten entwickeln: Kleinstadt, alles easy, etwas passiert, es wird immer schlimmer und dann ein großartiges Finale.

Bei Gibson ist das mehr so, als würde man mitten in eine schon laufende Geschichte hineingeworfen. Dinge, die man nicht kennt, weil sie ja erst in der Zukunft erfunden werden, muss man erst mal so hin nehmen – ebenso die Charaktere. Und erst im Laufe der Geschichte beginnt man die „Welt“ zu begreifen und die Geschichte richtig zu erfassen.

Peripherie erzählt dabei die Geschichte einer „nahen“ Zukunft, in der es aber möglich ist, von Individuen aus einer weiter entfernten Zukunft angesprochen zu werden. Nicht Face to Face, sondern in Form von Datenübertragungen. Das kann man sich in etwa so vorstellen, wie im Internet zu surfen, nur das die Gegenseite halt nicht nur örtlich, sondern auch zeitlich verschoben ist.

Das ganze eingebaut in eine Geschichte um Macht, Reichtum, die Frage wie Gesellschaft sich nach einem disruptiven Event, hier „Jackpot“ genannt, entwickelt.

Dabei wird, und hier sind wir wieder eher auch bei King, im Laufe der Geschichte immer deutlicher, dass sich diese nicht anhalten lässt. Protagonisten und Antagonisten sind gefangen in einer Erzählung und diese muss zu Ende gebracht werden.

In diesem Fall wird es dabei schon richtig fesselnd durch die Möglichkeit, die eigene Vergangenheit zu beeinflussen. Damit aber natürlich auch die Zukunft, was dazu führt, dass die Zukunft in der wir leben nicht mehr die sein kann, auf die wir uns in unserer Vergangenheit hin bewegt haben. Klingt komisch? Ist aber so und das ist auch noch ziemlich genial verpackt.

Wer SciFi mag, wird Gibson vermutlich kennen. Wer Gibson noch nicht kennt, sollte mit diesem Buch anfangen, eine Bekanntschaft aufzubauen. Und dabei eintauchen in eine Welt, die weit genug weg ist, um fremd zu sein. Aber auch nah genug um nicht völlig unmöglich zu scheinen.

 

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