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Schlagwort: Bücher 2019

Bobiverse

Bobiverse

Im Auto und Zug höre ich ja liebend gerne Hörbücher. Manchmal sind sehr unterhaltsame Geschichten dabei, manchmal weniger unterhaltsame Geschichten. Und manchmal hat man Bücher auf dem Gerät, wie die Bobiverse-Reihe von Dennis E. Tayler.

Und das sind Bücher, für die man Umwege fahren möchte, die Mittagspause ausdehnt und vielleicht doch noch ein paar mehr Schritte läuft. Nur um weiterhören zu können.

Den Anfang mach „We Are Legion„, in dem unser Protagonist den Verkauf seiner IT-Firma mit Freunden feiert, vor’s Haus geht und… stirbt.

Oder halt auch nicht. 

Und ab hier tauchen wir in eine Science-Fiction-Serie ein, die so herrlich absurd ist und dabei so wunderbar pointiert auf unsere Gesellschaft zeigt.  Es ist mir unbegreiflich, wie man auf eine solche Idee kommen kann und die dann mit konstant guter Qualität in „For We Are Many“ ausbaut. 

Damit erreichen wir aber noch nicht den Höhepunkt, der kommt erst im dritten und leider derzeit finalen Band „All These Worlds„, in dem es dann um die Verantwort geht, die mit großer Macht kommt. 

Das Problem ist, dass ich nicht zu viel von der Story verraten möchte. Nur vielleicht so viel: Unser „toter“ Protagonist“ lebt als wenige darauf vorbereitetes Bewußtsein in einer Sonde weiter, die durch das All gleitet. Und dank moderner 3D-Drucker allerlei Gegenstände, einschließlich Kopien von sich selbst erstellen kann. Daraus entwickelt sich eine spannende Geschichte, die sich um die Frage dreht wie Menschen kolonialisieren – die Erde und den Weltraum. 

„Nebenbei“ werden natürlich auch Fragen „beantwortet“ wie die ob es anderes intelligentes Leben im Weltall gibt und wie schwer es ist, in Virtueller Realität den perfekten Kaffee zu programmieren/kochen/wasauchimmer.

Ich habe die drei Bände schlicht weggesuchtet und war überraschend sauer, dass das dritte Buch schon das (vorläufige?) Ende des Bobiverse darstellt. Denn der Autor scheint genug Ideen für 3 weitere Bücher zu haben.

Für Leute die Sci-Fi mögen, die in der Lage sind auch mal kritisch auf die eigene Gesellschaft zu schauen und die keine Angst vor dem Absurden haben, sind die drei Bücher ein absolutes Muss.

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Pandemic & Genome von A. G. Riddel

Pandemic & Genome von A. G. Riddel

Die letzten Tage hatte ich endlich wieder ein bisschen mehr Zeit zum Lesen und vom SuB sollte der Mehrteiler aus der Extinction-Serie von A. G Riddel „verschwinden“.

Im ersten Buch „Pandemic geht es um den Ausbruch einer Seuche in Kenia, die große Ähnlichkeit mit Ebola hat. Auf die Art kommen wir mit der ersten Protagonistin, Peyton Shaw in Kontakt.

Ziemlich zeitgleich erwacht in einem Hotelbett in Berlin Desmond auf. Dessen Problem ist, dass er sich an nichts erinnert, er eine Leiche im Raum liegen hat und die Polizei vor der Türe steht.

Aus diesen beiden Handlungssträngen entwickelt sich sehr schnell ein spannender Plot um Bio-Terrorismus, High-Tec und soziokultureller Spannungen.

Der Autor nimmt sich dabei die Zeit, auch scheinbar unwichtige Nebenplots zu verfolgen oder die Arbeitsweise von Organisationen wie dem CDC im Detail zu beschreiben. Ohne zu Wissen, ob seine Ausführungen der Wahrheit entsprechen, ist man doch mitten in der Geschichte und beginnt nach anfänglichem Fremdeln doch mit den Protagonisten eine Beziehung einzugehen.

Dabei ist das erste Buch weitgehend damit beschäftigt, das Rätsel um Desmond zu lüften und die Ursache der Krankheit zu finden – und wenn möglich eine Heilung, die das Sterben von Millionen von Menschen beenden kann.

Im zweiten Buch „Genome“ geht es dann sehr viel mehr um die Protagonisten und Antagonisten. Vergleicht man es mit dem ersten Buch, so ist hier die Spannung nicht annähernd so groß. Im Gegenteil, es entwickelt sich eine Katz- und Maus-Jagd um den Globus, die zunehmend surrelaer wird. War schon ein gewisses U-Boot und eine gewisse Insel im ersten Buch eher nicht zu dem Versuch passend, die eechte Arbeit von Hilfsorganisationen zu loben, so gleitet das zweite Buch leider völlig ab.

Auch die Twists und Wendungen wirken mehr und mehr gekünstelt, so dass man am Ende zwar erleichtert ist, dass es ungefähr kommt, wie man hofft. Auf der anderen Seite ist man aber auch erleichtert, dass es jetzt endlich vorbei ist.

Im Fazit sind die Bücher gut zu lesen und die Geschichte ist, vor allem im ersten Teil, für Fans solcher Szenarien sehr schön ausgearbeitet. Es bleibt aber der Eindruck, dass man die Geschichte nach Buch 1 hätte beenden können, weil für Buch 2 nicht mehr genug innovative Ideen übrig waren.

Nicht, dass wir uns Missverstehen: Es macht durchaus Spaß, dass zweite Buch zu lesen.

Wer ein Weihnachtsgeschenk für Freunde sucht, die Endzeit-Thriller mögen, für den sind die Bücher auf jeden Fall die Investition wert.

Und wer mich kennt der weiß, dass so eine Rezension wie die hier schon ein ziemliches Lob ist 😀

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Das Institut

Das Institut

Wer meine Lesegewohnheiten kennt weiß, dass ich ein ziemlicher Fan von Stephen King bin. Ich möchte behaupten, dass ich alle Bücher von ihm gelesen habe und 98% besitze. Machen davon, wie die Dark-Tower-Serie in verschiedenen Ausgaben. Man könnte also sagen, ich bin ein Fan Boy 🙂

Deswegen musste ich natürlich auch das neuste Buch, „The Institute“ (deutsch: Das Institut) sofort haben, als es dann endlich verfügbar war.

Die Geschichte handelt, so viel kann man wohl verraten, von Kindern mit einer außergewöhnlichen Begabung und der Klappentext verrät, wie es für unseren Protagonisten beginnt:

In einer ruhigen Vorortssiedlung von Minneapolis ermorden zwielichtige Eindringlinge lautlos die Eltern von Luke Ellis und verfrachten den betäubten Zwölfjährigen in einen schwarzen SUV. Die ganze Operation dauert keine zwei Minuten. Luke wacht weit entfernt im Institut wieder auf, in einem Zimmer, das wie seines aussieht, nur dass es keine Fenster hat. Und das Institut in Maine beherbergt weitere Kinder, die wie Luke paranormal veranlagt sind: Kalisha, Nick, George, Iris und den zehnjährigen Avery. Sie befinden sich im Vorderbau des Instituts. Luke erfährt, dass andere vor ihnen nach einer Testreihe im »Hinterbau« verschwanden. Und nie zurückkehrten. Je mehr von Lukes neuen Freunden ausquartiert werden, desto verzweifelter wird sein Gedanke an Flucht, damit er Hilfe holen kann. Noch nie zuvor ist jemand aus dem streng abgeschirmten Institut entkommen.

Wie sonst auch, gelingt es King mich an seine Bücher zu fesseln. 10 Seiten in der Geschichte gelesen und ich möchte das Buch nicht mehr weglegen. Muss ich es weglegen, frage ich mich, wann ich weiter lesen kann.

Wem beim Lesen des Klappentextes die Breaker aus dem Dunklen Turm einfallen, der hat nicht ganz unrecht. Auch wenn die Geschichte nicht so direkt im Dunklen Turm-Universum spielt, wie viele andere. Tatsächlich scheint King eher „The Darkest Minds“ gelesen zu haben und daraus eine eigene, leicht andere aber wiedererkennbare Geschichte gemacht zu haben.

Wohlgemerkt: Keine Kopie, denn auch  wenn es zahlreiche Verbindungen zwischen beiden Büchern zu geben scheint, ist Das Institut ein eigenständiges Werk. Aus anderen Büchern ist aber ja bekannt, dass King sich gerne von anderen Autoren inspirieren lässt.  Am bekanntesten ist vermutlich The Sneetch aus Harry Potter mit einem Wiedersehen im sechsten Band der Turm-Sage.

Das was man an dem Buch hier besonders hervorheben könnte ist sicherlich, dass es einiges der wenigen King-Bücher ist, das sogar ein gutes Ende hat. Also nicht im Sinne von Happy End, sondern im Sinne von gut zu lesen. Denn ein oft und zu recht angesprochener Kritikpunkt bei King ist und bleibt ja, dass es oft den Eindruck macht, dass er Geschichten nicht zu Ende führen kann. Das ist hier anders und auch die noch offenen Fragen werden am Ende gut beantwortet, ohne das es platt wirkt.

Zugleich ist es ein gelungenes Buch in der Kategorie „King schreibt eben nicht nur über Monster, Clowns und Monster-Clowns“. Wie so oft braucht es keine Monster, kein großes Blutvergießen, keine epische Katastrophe, damit der „Meister des Horrors“ Spannung erzeugen kann. Statt dessen leidet man mit den jungen Protagonisten mit, freut sich mit ihnen, entspannt mit ihnen und hat gemeinsam Angst. Um am Ende… vor einem großen Scherbenhaufen und einem kleinen Happy End zu stehen.

Und vor zwei großen Fragen:

  1. Können wir (unsere) (die) Zukunft beeinflussen?
  2. Gibt es Zufall im Universum?

 

Insgesamt, man mag es meinen Worten entnehmen, ist „Das Institut“ ein Buch für alle, die gerne sehr spannende, unter die Haut gehende Geschichten lesen. Allerdings sollte man sich einen oder zwei Tage Urlaub nehmen, sonst denkt man im Büro eh nur daran, wann man wieder zu Luke, Kalisha und ihren Freunden kommt.

Und noch ein interessanter Nachtrag:
Das Buch ist eigentlich den Enkeln von King gewidmet. Im Epilog führt er aber aus, dass das Buch auch für einen Freund, Mitarbeiter, Kollegen gedacht ist, der noch in der Entstehung der Geschichte verstorben ist. Das ist leider ein wiederkehrendes Phänomen, man erinnere sich nur an den Tod von Frank Muller, der vielen Büchern von King in der Audio-Version seine unverwechselbaren Stimmen verlieh und viel zu früh starb. Da frage ich mich schon, wie man sich fühlt, wenn man Bücher voller Leid und Tod, aber auch Hoffnung und Freude schreibt und miterleben muss, wie die Menschen die von diesen Geschichten berührt werden, an ihnen mitwirken oder sie zu dem machen was sie sind, sterben….

 

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Macbeth: Blut wird mit Blut bezahlt

Macbeth: Blut wird mit Blut bezahlt

Bücher, die ich lese, müssen mich fesseln. Dabei sind die ersten paar Seiten entscheidend: Ich muss flüssig lesen können und die Story muss mich sofort in sie herein ziehen. Das meint nicht zwingend das sie spannend wie sonst was sein muss, ich muss einfach das Gefühl haben, „in“ der Geschichte zu sein.

Vor längerer Zeit schon habe ich dann das Buch „Macbeth: Blut wird mit Blut bezahlt“ von Jo Nesbø gesehen und musste es haben. Und jetzt war endlich Zeit, es neben all den anderen Büchern zur Hand zu nehmen und zu lesen.

Der „Klappentext“ liest sich zumindest vielversprechend:

„Die Straßen sind voller Blut, Banden liefern sich unerbittliche Kämpfe, und Drogen überfluten die Stadt – Inspector Macbeth kennt seine Gegner nur allzu gut. Doch er ist unbestechlich, gerissen und klug. Er lässt einen Deal nach dem anderen hochgehen, die Drogenbosse beißen sich an ihm die Zähne aus. Aber irgendwann ist auch für ihn die Verlockung von Geld und Respekt zu stark, und sein größter Feind wird die erwachende Gier nach Macht. Doch er weiß, dass einer wie er niemals ganz nach oben gelassen wird. Außer – er tötet.“

Und viele Rezensionen sind sich auch überraschend einig darin, dass sie sich nicht einig sind. Ist es ein Meisterwerk? Das Beste, was Nesbø je geschrieben hat oder das Gegenteil? Krimi? Thriller? Drama? Von allem etwas?

Ich war zugegeben entsprechend gespannt. Was mich in eine Falle lockte, die nur mit einer Enttäuschung enden konnte. Oder? Denn Nesbø macht es dem Leser von Anfang an alles andere als leicht. Zwar zieht einen die Geschichte unmittelbar in sich hinein, zugleich ist man aber der sprichwörtliche Regentropfen, der sich durch die Geschichte zieht. Dabei und doch weiter weg, als man erwarten würde.

Die Geschichte selbst hat dann alle Zutaten, die eine spannende Geschichte braucht. Schöne Frauen, heißen Sex, kalte Morde, finstere Schläger, Drogen und Dealer, Täter und Opfer.

Und genau hierin liegt der Kniff des Buches: Wie das Original von Shakespeare sind alle Grenzen fließend. Richtig wird Falsch, Falsch wird Richtig. Gut wird Böse, Böse wird Gut. Neben Macbeth tauchen dann auch natürlich Duncan, Hecate, Banquo und die anderen wesentlichen Figuren von Shakespeare bei Nesbø  auf und begleiten unseren „Helden“ auf dem  Weg in die Verdammnis. Oder Erlösung. Denn so oder so, auch wer das Original kennt wird relativ lange im Dunkel darüber gelassen, wie Nesbø  die Geschichte enden lassen will.

Das Buch ist keine einfache Kost, die man mal eben runter liest. Und trotzdem oder gerade deswegen ist es aber auch kein Buch, dass man liegen lassen kann, ohne es fertig zu lesen. Was es in der Summe zu einem ziemlich guten Buch macht.

Von daher: Wer ein ungewöhnliches Buch mit einer wirklich dramatischen Storyline sucht, ist hier genau richtig. Wer Intrigen, Verrrat, Mord und Lust mag, ist hier auch genau richtig. Wer sich traut, einer Geschichte den Raum zu geben, sich zu entwickeln, ist hier auch richtig.

Ich habe keine anderen Bücher von Nesbø  gelesen und kann daher nicht sagen, ob die FAS recht hat, dass es sein bestes Buch sei. Aber ich habe genug Bücher gelesen um zu sagen, dass Macbeth ein verdammt gutes Buch ist. Das wie guter Wein genossen werden will.

Und da nach dem Buch vor dem Buch ist, gehe ich jetzt aufs Sofa und lese „Das Institut“ von Stephen King…. das leider auf den ersten 40 Seiten schon so gut war, dass ich vermutlich heute Nacht nicht wirklich ins Bett kommen werde. Denn dafür bin ich schon viel zu weit in der Geschichte versunken…

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DRY

DRY

DryVor ein paar Tagen bin ich in dem jungen Blog „Life of Mel“ auf eine Rezension zu dem Buch „Dry“ gestoßen. Und weil ich Endzeit-Romane sehr mag, habe ich es mir einfach mal beim gelben Fluss bestellt.

Zur Storyline will ich nicht all zu viel schreiben, das könnt Ihr nebenan lesen. Aber ein paar Worte zu der Frage, ob mir das Buch gefallen hat:

Aktuell ist es „Mode“, das in Büchern junge Erwachsene die Protagonisten und Helden sind. Das ist auch bei Dry der Fall und das wirft einige interessante Fragen auf. Denn tatsächlich scheint es so, als wären die Erwachsenen zum Großteil wie vom Erdboden verschluckt und die wenigen die wir im Laufe des Buches treffen, sind in der Regel eher nicht so gut drauf. Manche gar ausgesprochen Böse.

Die beiden Autoren schaffen es recht gut, eine Atmosphäre zu schaffen, in der man die zunehmende Verzweiflung unserer kleinen Gang praktisch spüren kann. Das weiß zu gefallen. Weniger gefallen hat mir, dass immer wieder kleine und große Katastrophen passieren, die die Geschichte spannender machen sollen – am Ende aber dazu führen, dass sich fragt ob das wirklich so laufen könnte. Das Safehouse? Überrant. Der Bug Out Place? Geplündert. Die rettende Gruppe für zwischendurch kommt woher und geht wohin? Alles reichlich nebulös.

Trotzdem ist das Bucht gut und schnell zu lesen. Es macht Spaß, wenn man nicht zu viel darüber nachdenkt und es ist eine interessante Ausarbeitung zu der Frage, wie dünn die Decke unserer Zivilisation ist. Insgesamt kann man das Geld durchaus ausgeben.

Einziger echter Wermutstropfen ist aber das Ende. Abgesehen von der völlig unrealistischen „Rettung“ hat man das Gefühl, dass die Autoren im Laufe des Buches vergessen haben, wie es enden soll. Oder sie hatten vor mehr als ein Buch zu schreiben, und der Verlag wollte ein abgeschlossenes happy end.

Was auch immer es ist, das Ende lässt einen mit einem faden Beigeschmack im Mund zurück. Das soll ich Euch aber nicht davon abhalten, das Buch selbst mal in die Hand zu nehmen. Und Euch nach der Lektüre zu fragen: Was passiert eigentlich, wenn ich den Wasserhahn aufdrehe und es kommt kein Wasser?

Und wenn Ihr es lest…. stellt Euch was zu trinken bereit. Euer Mund könnte sich sehr trocken anfühlen.

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Otherland: Ich habe es wirklich versucht

Otherland: Ich habe es wirklich versucht

Vor ein paar Jahren habe ich mir die durchaus nett anzusehenden Bücher der Otherland-Serie von Tad Williams gekauft. Nur fand ich damals irgendwie keinen Zugang zu den Büchern.

Da ich jetzt aber für die Pendelfahrten mit der Bahn neues Hörbuch-Futter brauchte, habe ich mir bei Audible einfach mal die ersten beide Bände bestellt. Und ich kann zumindest sagen, dass ich es versucht habe.

Die gähnende Langeweile im ersten Band habe ich darauf geschoben, dass der Autor erst einmal die verschiedenen Protagonisten und Antagonisten einführt und uns mit der Welt vertraut macht, in der Otherland spielt. Das es dabei nicht immer logisch zugeht, mag der Story geschuldet sein.

Leider wird Band zwei dann auch nicht besser und dümpelt vor sich hin. Die Geschichte soll Fahrt aufnehmen, indem unsere Hauptdarsteller durch aberwitzige Simulationen durch müssen und dabei viele spannende Abenteuer *gähn, ich bin wohl kurz eingenickt*

Ich habe das zweite Buch (aus einer Reihe von 4, glaube ich) ungefähr bis zur Hälfte geschafft. Dann habe ich beschlossen, dass mir meine Lebenszeit dafür zu schade ist. Vielleicht bin ich nicht intellektuell genug, diese Bücher zu verstehen, vielleicht ist der Autor aber auch nur gnadenlos überschätzt.

Was auch immer es ist, Bücher bei deren „Genuss“ ich im Zug einschlafe, sind meine „Aufmerksamkeit“ nicht wert. Insofern habe ich dann die Audio-Books zurück gegeben (das geht dankenswerter Weise bei Audible, was ich sehr gut finde) und freue mich jetzt auf das nächste Bucht auf meiner Liste: Dry.

 

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Black Out – Morgen ist es zu spät

Black Out – Morgen ist es zu spät

In den vergangenen Tagen hatte ich das Vergnügen, „Black Out – Morgen ist es zu spät“ von Marc Elsberg zu lesen. Und das Thema ist für Endzeitgeschichtenliebhaber ja ein feines: Was passiert mit unserer Gesellschaft, wenn der Strom weg ist?

Den Anfang des Buches fand ich ziemlich interessant. Beruflich habe ich ja mit Stromnetzen am Rande zu tun, deswegen habe ich mich gefreut, dass der Autor offensichtlich sehr gut recherchiert hat, wie es um die Netze und deren Sicherheit bestellt ist. Und auch der Stromausfall selbst ist, meiner Meinung nach, sehr gut beschrieben.

Ebenfalls sehr schön ist die zerbrechende Infrastruktur, das Zusammenbrechen der politischen Systeme und die Darstellung der äußerst dünnen Decke unserer Zivilisation.

Aber, wie das so ist, wo Licht ist, ist auch Schatten.

Ein großer Schatten ist meiner Meinung nach, dass Marc Elsberg zu sehr versucht, sich auf einen Hauptdarsteller zu konzentrieren. Der ist nicht nur schlauer als alle Sicherheitsdienste der Welt zusammen, er muss natürlich auch vor selbigen erst einmal flüchten, bevor er ihnen zum Erfolg hilft. Dabei löst sich leider an manchen Stellen die Logik der Geschichte erstaunlich schnell auf.

Überhaupt, die Logik: So gut recherchiert das Buch beginnt, so graumsam ist es zu erleben, wie die Logik hinter der Geschichte sich auflöst. Das merkt man am Besten daran, welche Klimmzüge der Autor machen muss, um unseren Protagonisten zum Helden werden zu lassen. Ebenfalls nervend ist der übliche Druss: Männer werden kurz und sachlich eingeführt. Frauen erst mal eine halbe Stunde mit allen Details zu Figur und Haaren beschrieben. Fragt nicht wozu.

Aber, am Ende wird die Welt gerettet. Der Held gewinnt die schöne Frau und alles ist gut.

Insgesamt ist die Geschichte nett. Wer sich dem Lesen hingeben kann, ohne wie ich immer zu fragen ob das Sinn macht, was der Autor schreibt, wird durchaus zufrieden sein.

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QualityLand von Marc-Uwe Kling

QualityLand von Marc-Uwe Kling

Vor einigen Tagen beendete ich das Buch „Qualityland, geschrieben von Marc-Uwe Kling
… und was soll ich sagen, ich fand es großartig!

Wir befinden uns in der Zukunft in Qualityland! Hier brauchst du keine eigenen Entscheidungen mehr zu treffen, da das System mithilfe von Algorithmen sehr viel besser weiß, was du möchtest. Das System kennt deine Wünsche und findet den geeignetsten Partner für dich, entscheident hierbei ist „nur“ dein Level!
In der Geschichte begleiten wir das Leben diverser Figuren im System, so zum Beispiel der Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser, der nach und nach Probleme mit dem System bekommt oder der Androide John, welcher Präsident werden soll, da Roboter bekanntlich keine Fehler machen. Fraglich ist, warum es trotzdem immer wieder defekte Roboter gibt?

Ich fand das Buch toll! Teilweise hab ich mich etwas gegruselt, da ich mir schon vorstellen könnte, dass die Zukunft in abgeschwächter Form schon so aussehen könnte. Teilweise habe ich mich aber auch gefragt, welches Qualitätslevel ich wohl hätte und wie mein Leben dort aussehen würde. Ich bin während des Lesens einfach in diese Welt eingetaucht!

Besonders ist auch, dass es zwischen den eigentlichen Kapiteln noch Werbeanzeigen und Auzüge aus einem Reiseführer für Qualityland gibt. Hierzu sei gesagt, dass es zwei Ausgaben des Buches gibt, eine helle und eine dunkle. Diese enthalten unterschliedliche Werbeanzeigen und Empfehlungen.

Was mich persönlich gestört hat, war das offene Ende der Geschichte. Aber das ist einfach Geschmackssache und auch mein einziger Kritikpunkt!

Fazit:

Qualityland ist eine wirklich gute Dystopie! Marc-Uwe Kling schafft eine gruselige Version unserer Zukunft, welche garnicht mal so abwegig scheint. Nur das Ende hat mich etwas enttäuscht zurückgelassen.

Dennoch ist das Buch sehr empfehlenswert!

 

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Swan Song von Robert McCammon

Swan Song von Robert McCammon

In den vergangenen Tagen hatte ich endlich Gelegenheit, das Buch „Swan Song“ vonr Robert McCammon zu Ende zu lesen. Und was soll ich sagen? Ich fand es richtig stark!

Das mag daran liegen, dass ich ohnehin lange Geschichten liebe und schon das Taschenbuch ist fast 1.000 Seiten stark. Darüber hinaus entwickelt der Autor eine eher ungewöhnliche Sicht auf das Ende der Welt, wenn die U.S.A und die (damalige) U.D.S.S.R beschließen, dass Atomwaffen nicht nur zur Abschreckung dienen.

Warum? Das wird nicht erklärt. Es muss auch nicht erklärt werden. Denn die Geschichte konzentriert sich auf die wenigen Menschen, die einen solchen Atomkrieg überleben konnten. Durften. Oder mussten. Und ganz ähnlich wie nach der Supergrippe in „The Stand“ von Stephen King zeigt sich auch in der Welt des McCammon sehr schnell, wie sich die Menschheit in Gut und Böse teilt. Und das es keine Möglichkeit gibt, sich dem zu entziehen – außer man will zwischen den Seiten zerrieben werden.

Der Chrakter der Swan ist dabei liebevoll gezeichnet, lebt aber im Wesentlichen auch von den Antagonisten. Natürlich kommt auch Swan Song nicht so ganz ohne das Übersinnliche, das Übernatürliche und die personifizierung des absolut Guten wie des Bösen aus. Aber gerade das macht den Reiz der Geschichte, die nicht durch die Protagonistin lebt, sondern durch ihre Interaktion mit der Welt in der sie sich bewegt und den Menschen, auf die sie wirkt.

Angesichts des Umfangs des Buches nimmt der Autos sich auch genug Zeit zur Entwicklung der Charaktere. Verzichtet aber auch all zu übertriebene Ausschweifungen. Der Leser erfährt was er erfahren muss und will. Aber er bleibt verschont von dem Versuch, eine ganze postapokalyptische Gesellschaft und Welt zu zeichnen. Die Ausschnitte, die die Geschichte beleuchtet, sind auch völlig ausreichend.

Wer Endzeit-Romane mag, wer gute Geschichten mag und wer keine Angst vor einem dicken Buch hat, sollte sich den Gefallen tun und Swan Song lesen.

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Ezekiel Boone – die Spinnen-Trilogie Teil 2 und 3

Ezekiel Boone – die Spinnen-Trilogie Teil 2 und 3

Vor einigen Tagen habe ich das erste Buch der Spinnen-Trilogie von Ezekiel Boone verschlungen. Das spricht ja eigentlich dafür, auch Teil 2 und 3 zu lesen. Gedacht, getan.

Die Brut – Die Zeit läuft

Der zweite Band „Die Brut – Die Zeit läuft“ ist ein klassischer Verbinder zwischen Teil 1 und Teil 3. Ohne den ersten Band gelesen zu haben, versteht man gar nichts und das Ende ist wesentlich offener als im ersten Buch. Das ist eine Eigenart, die ich nicht so wirklich mag, weil es den Eindruck macht, dass man das Zweite auch hätte in die anderen beiden Bücher integrieren können. Großzügige Abstände, Umbrüche und Schriftgrößen unterstreichen den Eindruck. dass man hier eher aus ökonomischen Gründen die Triologie gewählt hat.

Inhaltlich entwickelt sich die Geschichte weiter, aber ohne wirklich kreativ zu sein. Neue Orte, neue Charaktere, was aber fehlt ist der Clou, den man im ersten Buch noch hatte. Aber, eine Brücke ist eine Brücke und so kommen wir zu…

Die Brut – Das Ende naht

Im dritten Band „Die Brut – Das Ende naht findet die Geschichte ihren Abschluss. Die Schreibweise ist über die 3 Bücher konstant, so dass man sie gut und schnell lesen kann. Etwas unglücklich ist, dass des Rätsels Lösung im dritten Buch sehr exakt das ist, was man im ersten Buch vermutet hat. Ebenso unschön ist, dass die wirklich spannenden Elemente, wie die „Intelligenten Spinnen“ gar nicht ausgebaut werden. Sie sind da, sie denken, sie sterben (sorry für den Spoiler). Ehrlich gesagt lässt das dritte Buch den Leser schon enttäuscht zurück, weil das Happy End viel zu einfach, viel zu schnell, viel zu anstrengungslos daher kommt.

Es macht ein bisschen den Eindruck, dass der Autos sich bei den Protagonisten und Spielorten überladen hat. Einige wesentliche Elemente der Bücher haben schlicht keine Bedeutung für die Geschichte. Andere sind zu trivial, um den Leser zu fesseln. Zu viele Ideen, zu wenig Umsetzung.

Im Fazit lesen sich die drei Bücher schnell und gut und entwickeln eine neue Idee. Sie haben Schwächen die sich vor allem dann zeigen, wenn man sehr viel im gleichen Genre schon gelesen und zum Vergleich heranziehen kann.

Für den Gelegenheitsleser und solche, die gerne den Schauer von Horror mögen – vor zu viel Gewalt und Blut aber zurück schrecken, sind die Bücher durchaus eine Empfehlung. Eben weil sie vor allem durch ihre Kurzweiligkeit und schnell zu lesende Sprache auffallen.

Ein wenig ärgerlich ist nur, dass die deutschen Titel mal wieder ein bisschen Gaga sind. Aber das wird sich vermutlich nie ändern 😀

 

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