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Kategorie: Verkehr

Von Pilzen und Fahrrädern

Von Pilzen und Fahrrädern

Ich hatte gestern das Vergnügen, mit dem RE19 nach Arnhem zu fahren. Gerüchteweise gibt es da bekiffte Politiker… äh ich meine Politiker mit denen man übers Kiffen, vulgo die Freigabe von Cannabis, reden kann. Das soll aber heute hier nicht das Thema sein.

Thema soll sein, dass Arnhem für uns Menschen aus dem Ruhrgebiet viel zu bieten hat. Nämlich vor allem eine Innenstadt, in der es keine Autos gibt. Dafür aber unzählige Fußgänger*innen, Radfahrende, Geschäfte, Bistros, Cafes und Kneipen. Immer und immer wieder bin ich angetan davon, wie lebendig Städte wirken können, wenn man die Autos raus und an den Rand drängt.

Und dann habe ich entdeckt, dass es nördlich den „Park Sonsbeek“ gibt. Mit wunderschönen alten, großen Bäumen. Einem tollen Bach mit Mini-Wasserfall und einem schicken Restaurant-Cafe.

Wenn ich mal so sagen darf: Von der niederländischen Version des C’est la vie können wir uns noch einiges abgucken!

Volvo vs. Jaguar: Wann ist viel zu viel?

Volvo vs. Jaguar: Wann ist viel zu viel?

Die Älteren unter Euch werden sich noch erinnern:

Ich stehe gerade vor der Frage, ob ich weiter ein Auto haben will und wenn ja, welches. Das ist nicht so einfach, weil ich von meinem Hybrid auf einen reinen Stromer umsteigen will. Also nehme ich mir mal viel Zeit und teste die Autos, die es so gibt. Diesmal im Angebot: Volvo XC40 Recharge Pure Electric vs. Jaguar iPace EV400.

Vergleichsmodell ist mein XC60: Ich brauche einen gewissen Raum für mich und muss ein relativ hohes Ladevolumen (eher in Umfang als Gewicht) haben. Deswegen bin ich damals von Kombi auf SUV umgestiegen: Die Karre lässt sich höher beladen. Anyway.

Der Volvo XC40 Recharge Pure Electric

… ist nach dem Einsteigen ausgeschieden. Und nach der Probefahrt ganz unten durch gewesen. Das klingt hart, liegt aber am Vergleichsmodell und meinen Eigenheiten. Fangen wir mit letzteren an:

Ich habe durch mein eher ungewöhnliches Verhältnis von Oberkörper- und Beinlänge eine etwas spezielle Sitzposition. Dummerweise gibt es aktuell den Trend, den durch die Elektrifizierung frei werdenden Platz zu verbauen. Sprich: Die Mittelkonsolen bei vielen Autos werden in Richtung Front breiter. Für die Displays, Bedienelemente, haste nicht gesehen. Was dazu führt, dass ich, wenn ich sitze wie ich sitzen will, mit dem rechten Bein unangenehm an/auf der Mittelkonsole liege. Das ist im nur unwesentlich breiteren XC60 komplett anders gelöst. In ein Auto steigen und nicht wohl fühlen ist für mich ein K.O.-Kriterium, da – wenn ich mal fahre – ich lange Strecken fahre und einen hohen Komfort erwarte. Angesichts des Preises.

Ich bin ihn dann trotzdem gefahren (auch weil ich demnächst mal in den neuen C40 hypfen will und hoffe, dass es dort anders ist). Die nominal hunderten von PS sind mir eigentlich wurst: E-Autos haben einen massiven Anzug und Volvo regelt eh bei 180 ab. Aber auf der Haben-Seite: wie der Polestar ist der XC40 super leise, lässt sich perfekt im One-Pedal-Drive steuern und ist, was das angeht, ein echter Volvo.

Bis auf „Kleinigkeiten“. Die dem Auto den Garaus machen.

Ich nutze wahnsinnig viel „Pilot Assist“, eine Mischung aus Spurfolgeassistent und semiautonomen Fahren. Und zu meiner Überraschung ist der neuere XC40 (Modelljahr 2021) hier schlechter als mein XC60 (Modelljahr 2020). Und zwar in einem absolut kritischen Punkt:

Der XC60 passt die Geschwindigkeit nicht nur den voraus fahrenden Fahrzeugen und der erlaubten Geschwindigkeit an. Sondern vor allem auch vor Kurven. Ich musste lange suchen um ein passendes Video zu finden, dass ich hier mit freundlicher Erlaubnis des Erstellers verwende. Wenn Ihr genau auf das Display schaut: Vor Kurven werden diese angezeigt und dann wird die Geschwindigkeit soweit reduziert, dass flüssig durch die Kurve gefahren werden kann:

Und jetzt ratet mal, was der XC40 nicht macht. Und mich damit in eine gefährliche Situation brachte, weil ich überhaupt nicht auf die Idee gekommen wäre, dass ein neueres Auto weniger kann, als ein älteres Auto – bei gleich benannter Funktion.

Die übrigens für einen weiteren Kopfschüttler gut war: Im XC 60 habe ich am Lenkrad links zwei Pfeiltasten. Ist der Abstandstempomat an und ich drück nach rechts, schaltet er auf Pilot Assists. Drücke ich nach links, geht das Auto wieder in den Tempomat. Drücke ich noch mal nach links, geht es in den Limiter, der das Auto auf der erlaubten Geschwindigkeit hält. Aus in dem ich nach rechts drück.

Im XC40? Da geht Pilot Assist an, wenn ich nach rechts drücke. Drück ich nach links passiert… nichts. Die Taste ist nicht belegt. Um ihn aus zu schalten, muss ich wieder nach rechts drücken. Wer denkt sich bitte so einen Unsinn aus?

Die Verarbeitung ist unterhalb des XC60, damit ließe sich noch leben. Aber wie schon eingangs erwähnt: Das Auto ist schlicht zu klein für den Berg von Mensch.

Somit ist der XC40 zwar (technisch) noch besser als der Hyundai, aber eben nicht das, was ich haben will. Schade.

Jaguar iPace EV400

Jaguar hat einen eigentlich ganz schicken Wagen als ersten Stromer raus gebracht, den iPace. Also bin ich den auch mal Probe gefahren. Von innen ist das ein sehr schickes Auto, dass gerade so genug Platz für meine Beine bietet. Ich sitze bequem, das ist ein großer Pluspunkt – trotz ebenfalls nach vorne (noch) breiter werdender Konsole.

Vollkommen irritiert war ich, wie unfassbar laut es in dem Auto bei höheren Geschwindigkeiten wird. Das könnte ich ignorieren, weil ich selten schneller als 120 fahre, aber es verblüffte mich, angesichts der angenehmen Stille im Polestar 2 und XC40.

Was ich gar nicht verstanden habe ist folgendes: Hinter dem Lenkrad ist eine in Klavierlack(!) gehaltene konkave(!) Fläche. Was macht die? Sie spiegelt alles, was am Fenster vorbei zieht und produziert Bewegung an einer Stelle, wo sie nicht sein sollte. Das lenkt furchtbar ab und ich halte das für eine absolute Fehlplanung:

Wie kann sow as passieren?

Das Raumangebot ist bescheiden, wenn man die Vordersitze verlässt. Das ist im Polestar nicht anders. Das Problem ist, dass eine Anhängerkupplung nur manuell abnehmbar für ungefähr 1500€ verfügbar wäre oder ein spezieller Fahrradträger, der keine Kupplung braucht, für ungefähr den gleichen Preis. Und da sind wir schon beim Hauptproblem: Dem Preis!

Selbst in der größten Ausstattungslinie HSE fehlen zahlreiche „Extras“, die ich eigentlich schon fast als Serie erwarten würde. Konfiguriere ich das so, wie ich es möchte, erhalte ich (von der Größe) einen Mittelklasse-Wagen für einen Listenpreis von mehr als 120.000€. What. The. Fuck. Und dafür gibt es eine manuell abnehmbare Hängekupplung.

Zum Vergleich: Der XC60 den ich habe kostet mit vergleichbarer Ausstattung laut Liste nur etwas mehr als die Hälfte. So wahnsinnigen Extras wie „keine Chromleisten am Fenster“ oder „Heckscheiben verdunkelt“.

Und, ganz wichtig: Ein Spurfolgeassistent ist nicht verfügbar.

Neues Fazit

Ich weine, weil es keinen XC60 rein elektrisch gibt 😉 Aktuell ist der Polestar 2 ganz weit vorne, der Hyundai die günstige Alternative. Den Jaguar werfe ich wegen des Preises und der absolut unverschämten Extra-Politik aus dem Rennen. Den XC40, weil er schlicht für mich zu klein gebaut ist.

Ich bin mal gespannt, wie die Suche weitergeht. Vielleicht muss ich doch mal Benz, BMW, VW und Tesla mit in die Auswahl nehmen, was ich eigentlich nicht wollte, da (bis auf Tesla) diese Marken bei mir alle mit Makel behaftet sind. Und Tesla…. der Tesla den ich hätte mir dann doch mit deutlich über 100k wieder sehr viel zu teuer ist.

 

Volvo vs. Hyundai: You get what you pay for?

Volvo vs. Hyundai: You get what you pay for?

Als ich meinen aktuellen Hybrid geholt habe, stand ich vor einem Dilemma:

Mir war klar, dass Verbrenner keine Zukunft haben. Der Markt an Stromern war aber sehr überschaubar und ich hatte gefühlt die Wahl zwischen Pest (Teuer!) und Cholera (Schlecht!). Dazu kam, dass ich ein sehr eigenwilliges Fahrprofil habe: Ich fahre sehr selten Auto, dann aber eher lange Strecken auf denen ich ein hohes Ladevolumen brauche. Das Auto kommt halt immer (erst) dann zum Zug, wenn ich nicht mit dem Rad oder der Bahn fahren kann. Ein für mich sinnvolles E-Auto konnte ich damals nicht finden.

Also fiel meine Entscheidung übergangswseise auf einen Hybrid. Mit einer relativ kurzen Leasing-Dauer, um ihn gegen ein hoffentlich „sinnvolleres“ Auto tauschen zu können. Ein solcher Tausch steht absehbar an und ich habe beschlossen, mir die Zeit zu nehmen, möglichst viele E-Autos zu testen. Von ein paar Tests möchte ich Euch berichten – und die Vergleiche werden alles andere als fair sein und höchst subjektiv.

Wichtig ist mir, neben einem geringen Verbrauch der Komfort und die Sicherheit. Das ist natürlich mit der Grund, warum ich seit vielen Jahren Volvos fahre, die für mich die optimale Kombination aus sparsam, komfortabel und sicher bei hohem Ladevolumen darstellen. Aber es gibt ja auch andere Väter mit hübschen Töchtern. Vielleicht ist ja mal Zeit für was Neues?

Polestar 2
Polestar 2

Das erste getestet Fahrzeug war der Polestar 2. Polestar war früher für Volvo  das, was AMG für Mercedes ist, also die „Performance“-Sparte. Seit dem das Unternehmen einem Chinesischen Konzern gehört, ist man dort aber auch sehr auf Elektro fixiert. Der Polestar 2 ist dabei ein spannendes Auto: Eigentlich ist es ein Volvo, aber halt elektrisch. Inzwischen bietet auch Volvo Vollelektrisch an (XC40, C40), mit der Technik von Polestar.

Der Polestar von Innen - unverwechselbar ein Volvo
Der Polestar 2 von Innen – unverwechselbar ein Volvo

Das bedeutete für mich: Einsteigen und wohlfühlen. Die Sitze sind absolut spitze (Volvo halt), die Bedienung einfach und eingängig und die zahlreichen Helfer für Komfort und Sicherheit lassen keine Wünsche offen. Das Problem das ich hatte: Ich hätte ihn am liebsten direkt mitgenommen – alle folgenden Fahrzeuge müssen sich also an ihm messen lassen.

Was mir super gefällt ist, dass der Wagen beim Beschleunigen erwartungsgemäß einen in die Sitze drückt – was aber für mich noch wichtiger ist: Nach Erreichen der Zielgeschwindigkeit einfach nur dahin gleitet. Flüsterleise und extrem komfortabel. Bei meinem „Testverbrauch“ wäre ich hochgerechnet auf knapp 550km gekommen. Definitiv ist das Fahren des Polestar 2 wie ich mir das Fahren in einem E-Auto vorstelle.

Auf Youtube wurde ich dann auf den Ionic 5 von Hyundai aufmerksam. Vor einigen Jahren hab ich mal nach einem Kleinwagen geschaut und das, was Hyundai damals angeboten hat, war lächerlich. Ernsthaft. Das scheint auch bei der Firma angekommen zu sein, denn der Ionic 5 ist Lichtjahre von den rollenden Destatern entfernt, die Hyundai mal angeboten hat. Jetzt hatte ich die Gelegenheit mal eine ausgiebige Testfahrt (Landstraße, Stadt, Autobahn) machen zu können. Dazu hatte ich mir ein Modell mit Vollausstattung geben lassen.  Spoiler: Damit ist er immer noch gut 10.000€ preiswerter als der Polestar 2. Die Frage: Warum?

Der Ionic5 von innen, sehr luftig, 5x USB-Lader
Der Ionic5 von innen, sehr luftig, 5x USB-Lader

Die Verarbeitung des Hyundai wirkt auf mich sehr gut. Die Sitze sind bequem, wenn auch nicht ganz so gut wie im Volvo – aber selbst die teuren BMW reichen da m. M. n. nicht dran. Das Design des Hyundai ist an einigen Stellen sogar sehr viel futuristischer gehalten, als das eher nüchterne Design des Polestar 2.

Der Unterschied kam dann beim Fahren und ich finde es erstaunlich, wie viel Unterschied Software machen kann. Über das Fahrwerk will ich nicht reden, denn mein Volvo hat ein „Adaptives Luftfahrwerk“ und fährt wie eine Sänfte, der Polestar ist eher sportlich straff, der Hyundai gemütlich ausgelegt. Aber die Assistenzsysteme sind Welten voneinander entfernt. Das ist mir besonders an folgenden Punkten aufgefallen:

Ich fahre fast immer mit Abstandstempomat und „Pilot Assist“ im Volvo, einer Art semiautonomen Fahren, dass der Hyundai in Teilen (Spurführungsassistent) auch hat. Jetzt sind mir 2 grobe Unterschiede aufgefallen:

Tempo 100, Landstraße. Das Auto fährt auf eine Kurve zu. Der Volvo / Polestar 2 zeigt mir die Kurve an und reduziert die Geschwindigkeit auf ein Niveau, dass sich immer sicher und kontrolliert anfühlt. Das geht soweit, dass ich sogar mal Serpentinen ausschließlich mit Pilot Assist gefahren bin, also ohne Pedale oder aktives Lenken. Der Hyundai dagegen? Hält einfach sein Tempo :-O

Das wäre an sich nur halb so schlimm, würde einem die Lenkung und das Fahrwerk beim Hyundai nicht bei jeder Gelegenheit vermitteln, keine schnellen Kurven und Lastwechsel zu mögen. Mit anderen Worten: Fühlt man sich im Volvo / Polestar 2 in Abrahams Schoß und kann dem Auto vertrauen, muss man beim Hyundai genau wissen, ab wann man selber eingreifen muss.

Die zweite, damit zusammenhängende „Macke“ habe ich beim Abbiegen festgestellt. Wenn ich hinter einem Auto abbiege (ich habe den Blinker an) und das Auto vor mir abgebogen ist, weiß der Volvo / Polestar 2, dass ich auch abbiege. Er verringert weiter das Tempo.

Nicht so der Hyundai: Das Auto vor mir ist abgebogen und der Abstands-Tempomat denkt sich – trotz eingeschaltetem Blinker: Ach gib mal Gas, ist ja alles frei. Das Risiko hier entsteht dadurch, dass E-Autos sehr schnell beschleunigen können. Stellt Euch vor Ihr wollt 90° abbiegen und plötzlich drückt Euer Auto so richtig auf die Tube.

Diese beiden Effekte haben den eigentlich guten Abstandstempomaten abgewertet. Gut war er in Sachen Abstand halten und Erkennung von Radfahrern.

Was aber zusätzlich das Gefühl der Unsicherheit erhöht hat: Wenn ich mit dem Volvo / Polestar 2 überholen will, erkennt der Pilot Assist das. Er beschleunigt von selbst um das Überholen schnell zu beenden und wenn ich nicht richtig in die Spur zurückfahre, lenkt er mich in sie zurück. Der Hyundai dagegen reagiert auf Überholmanöver „verzögert“. Ich kann es nicht anders ausdrücken. Es ist, als ob zwischen Lenkimpuls geben und dem Folgen eine „Denksekunde“ liegt.

Eine weitere Merkwürdigkeit ist, dass der Abstandstempomat bei Hyundai wesentlich später, dafür aber stärker bremst. Ich weiß nicht ob das die Leistungsfähigkeit der Rekuperation (Stromgewinnung aus dem Bremsvorgang) verbessert, auf jeden Fall ist es etwas gewöhnungsbedürftig.

Und dann kommt was, das ich gar nicht verstehe:

Der Hyundai hat ein Feature, dass ich absolut super finde: Beim Einschalten des Blinker wird das Bild der jeweiligen Spiegel-Kamera ins zentrale Display eingeblendet. Das reduziert nicht nur den toten Winkel erheblich, ich würde sogar ein kleines Kind auf einem winzigen Fahrrad sehen können – so eine simple Idee, so eine gute Wirkung. Die Hyundai direkt zunichte macht: In einigen (nicht spontan reproduzierbaren) Situationen will mich das Assistenzsystem animieren, auf andere Fahrzeuge zu achten. Dazu macht es einen Warnton und im Display erscheint „achten Sie auf andere Verkehrsteilnehmer“. Auf die ich in dem Moment NICHT achte, weil ich ja die Meldung lese. WTF?

Das verbaute Bose-Audiosystem macht dafür in dem Hyundai ähnlich Spaß wie die Harman-Kardon im Volvo / Polestar 2. Allerdings ist der Polestar 2 von innen noch mal sehr viel leiser als der Ionic 5 – für mich als Hörbuchliebhaber ein großer Unterschied.

Abzüge gibt es allerdings für die Menüführung im Ionic 5. Versucht niemals das Auto während der Fahrt zu bedienen. Das Menü ist so unlogisch und tief verschachtelt, Ihr findet Euch ohne hinschauen nicht zurecht. Hier kann Hyundai vielleicht mal bei Volvo / Polestar abgucken.

Fazit:

Der Hyundai Ionic 5 ist ein E-Auto, das Spaß macht und ein hohes Sicherheitsniveau mitbringt. Allerdings wesentlich weniger Fahrspaß vermittelt als ein Volvo / Polestar 2 und leider einige „Bugs“ in der Software hat, die man noch ausmerzen sollte, weil sie gefühlt die Sicherheit verringern.

Allerdings wird im direkten Vergleich deutlich, dass der Aufpreis bei Polestar für ein wesentlich entspannteres und stimmiges Fahren entrichtet wird.

Und jetzt noch ein kleiner Lacher:

Ich dachte die erste Stunde, der Hyundai hat das schlechteste Head Up Display aller Zeiten, weil ich es trotz maximaler Helligkeit nur im Schatten ablesen konnte. Bis ich durch Zufall heraus fand: Sowohl das, als auch die Subjektiv nicht lesbaren Symbole an den Lenkradtasten lagen an meiner Sonnenbrille.

Ich habe eine Sonnebrille mit Polfilter. Das HuD im Hyundai braucht genau 90° gedreht – halte ich meine Brille hochkant, leuchten die Tasten fröhlich und das HuD ist gut lesbar. Trage ich sie normal, ist es unsichtbar, genau wie die Tasten. Darauf muss man erst mal kommen 😀

 

Spaß mit aussterbenden Dinosauriern ;-)

Spaß mit aussterbenden Dinosauriern ;-)

Irgendwo gehören Auto-Shows in 2020 ja zu dem letzten Aufbäumen einer sterbenden Art. Die Mobilität wird sich in den nächsten Jahren grundlegend ändern und die Rolle des Autos ebenso. Möglichst viele PS? Möglichst überall mit dem Auto hin kommen? Freie Straßen für freie Menschen? All diese scheinbar unumstößlichen Regeln der Vergangenheit verlieren ihre Bedeutung.

Und trotzdem gibt es eine Auto-Show im „TV“ (also Streaming, hier Amazon Prime), die es schafft, mich auf das Sofa zu bannen. „The Grand Tour. Und genau hier gibt es eine neue Folge: „A Massive Hunt“ 🙂

Ich habe schon den Vorgänger, „Top Gear“ auf BBC ganz gerne gesehen. Natürlich ein bisschen, weil ich mich als Nerd schon dafür interessiere, was Ingenieure alles fertig bringen. Aber vor allem, weil das Moderatoren-Trio so völlig aus der Zeit gefallen scheint. Drei mittelalte weiße Männer, die davon Träumen, dass das Zeitalter der Verbrenner niemals enden möge.

Das ist auf einer Ebene eine Auto-Show. Auf einer anderen Ebene aber auch bissige Gesellschaftskritik, die die Frage aufwirft was wir wollen. Und was wir dürfen. Gepart mit postpubertärem Humor.

Und ja, ich saß lachend vor dem Bildschirm. Und ja, ich weiß was für ein völlig absurder Film auch „A Massive Hunt“ ist. Aber genau das ist es doch, was letztlich zählt: Wir können heute solche Sendungen sehen und wissen, dass das was wir dort sehen, der aussterbende Traum einer Generation ist, für die Umwelt und Nachhaltigkeit zweitrangig gewesen sind.

Und deswegen denke ich, Ihr solltet Euch den Spaß gönnen. Genießt die Absurdität einer Welt, die es so nicht mehr geben wird.

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Die in diesem Beitrag gesetzten Links zu Amazon sind „Affiliate-Links“. Bei einem Einkauf über diesen Link wird ein geringer Teil des Umsatzes für den gutgeschrieben, der den Link gesetzt hat. Dadurch wird das Produkt für den Kunden nicht teurer, Amazon verdient nur etwas weniger – hat dafür natürlich Werbung für seine Seite. Alle Artikel auf unkreativ.net die einen solchen Link verwenden, sind auch mit der entsprechenden Kategorie gekennzeichnet.

Das Gute und das Schlechte…

Das Gute und das Schlechte…

A40 beim Ruhrstillleben 2010
A40 beim Ruhrstillleben 2010

Erinnert Ihr Euch noch an das Ruhrstillleben 2010?

Damals war unter anderem die A40 für PKW gesperrt und für Radfahrer und Fußgänger frei gegeben. Daran muss ich diese Tage oft denken.

Ich denke dann, wie schlimm Corona unsere Gesellschaft beutelt. All die schwer kranken Menschen, all die Menschen die Sterben – selbst wenn es „nur“ 5% aller Erkrankten sind.

All die Menschen die Ihren Job verlieren, weil die Firmen dicht machen. All die Probleme für die Kommunen, die Länder und den Bund, weil die Steuereinnahmen weg brechen werden, aber mehr denn je staatliche Ausgaben notwendig sind.

Und dann denke ich daran, wie still die Stadt geworden ist. Wie wenig Menschen mit dem Auto fahren. Das plötzlich große Mengen an Office-Workern doch zu Hause arbeiten können und die Stau-Nachrichten im Radio wegfallen. Wie schnell die Luft besser, das Wasser sauberer wird. Wie viele Menschen nicht in Urlaub fliegen, sondern mit ihren Liebsten spazieren gehen. Wie viele Familien gemeinsame Spielabende statt Corona-Sondersendungen für sich entdecken.

Ich hoffe, dass Corona bald ein Gespenst der Vergangenheit ist. Das es Medikamente und schnell eine Impfung gibt.

Und ich hoffe, dass wir als Gesellschaft trotz allem etwas positives aus der aktuellen Phase ziehen können. Das wir vielleicht etwas länger was davon haben, dass die Welt eine Notbremsung hingelegt hat. Ich hoffe auf Chefs die in großen Mengen Heimarbeit erlauben. Auf Menschen die merken, dass sie ohne Auto mindestens genauso gut klar kommen. Das wir endlich eine richtig geile Fahrrad-Infrastruktur und einen ausgebauten ÖPNV bekommen.

Und das die Menschen auch morgen noch im Wald spazieren gehen. Mit ihren Partnern, mit ihren Kindern.

Und in Ruhe.

Für ne Pizza nach Nizza – warum ich mir den Verkehr in Südfrankreich mal anschaute…

Für ne Pizza nach Nizza – warum ich mir den Verkehr in Südfrankreich mal anschaute…

In 2019 habe ich viele Wochenenden damit verbracht, mir mal Mobilitätskonzepte in anderen Orten und Ländern anzusehen. Vor allem in den Niederlanden war ich öfter und habe bestaunt, wie viel sich die Lebensqualität verbessert, wenn man Autos aus den Innenstädten verbannt. Und auch in Brüssel habe ich die Transformation zu einer autofreien City bestaunt.

Jetzt ergab sich die Möglichkeit, mir mal Nizza anzusehen. Nizza verbindet man allerdings eher mit Cote d’Azur, Leben wie Gott in Frankreich und Sonne, Strand und Meer. „Blöderweise“ war mein Zeitfenster beschränkt auf den 25. bis 29. Dezember. Anders geht es leider beruflich nicht.

Erste Frage:
Wie kommt man eigentlich nach Nizza? Die einfachste Antwort ist: Mit dem Flieger. Tatsächlich kann man für relativ kleines Geld von Düsseldorf direkt nach Nizza. Aber: Fliegen ist für das Klima die schlechteste aller Alternativen.

Weniger CO2 produziert man mit dem Auto. Google behauptet das es 1200km sind. Das wären bei sehr sparsamer Fahrweise ca. eine Tankfüllung. Bei sparsamer Fahrweise (Tempomat zwischen 100 und 120) wäre es aber nicht in 12 Stunden zu schaffen und schon 12 Stunden zu fahren ist ein ziemlicher Akt.

Schneller fahren wäre dann mit ca 1,5 bis 2 Tankfüllungen „erkauft“ unter Ausstoß erheblich größerer Mengen CO2 (vom Rest sprechen wir gar nicht erst). Und die Kosten (inkl. Maut, Verschleiß und allem drum und dran) sind auch nicht zu verachten.

Also auch nicht optimal.

Eher ohne Erwartung habe ich dann mal nach einer Bahnverbindung gegoogelt und war überrascht:

Von Voerde aus würde ich nach Duisburg fahren.

Dort steige ich den Thalys, der mich bis Paris fährt. Dort steige ich in einen TGV um, der direkt in Nizza am Bahnhof halten würde. Reisezeit inklusive Mittagessen in Paris ca 12 Stunden. Das ist eine schöne Überraschnung.

Dazu kommt, dass man bei rechtzeitiger Buchung für den Thalys sehr wenig Geld bezahlt. In Frankreich ist das Buchen von Bahntickets dann super komfortabel mit der SNCF-App möglich. Die viel  besser ist als die DB-App: Sie zeigt mir abhängig von der Auslastung die Preise an (wer Zeit hat, zahlt weniger) und selbst der gerade stattfindende Streik war in der App in der Form angezeigt, als das nicht fahrende Züge direkt ausgeblendet wurden.

Also habe ich beschlossen, mir mal anzusehen, wie ein Tourismus-Hotspot wie Nizza mit dem Verkehr Anno 2019 umgeht. Und so stand ich dann irgendwann am Bahnhof in Nizza 🙂

Da ich ja neben der Politik auch dem Cachen gerne mal fröhne, habe ich mich natürlich gefreut, dass es direkt am Bahnhof einen Cache gibt. Und der liegt, wie sollte es anders sein, an der Bahnhof-eignen Tiefgarage für Fahrräder:

Alter, in Voerde wäre ich schon froh, wenn wir Container für die Räder hätten. Aber gleich eine Tiefgarage??? Das ist fast wie in den Niederlande, die ja auch ganze Fahrradparkhäuser an den Bahnhöfen bauen.

Vor dem Bahnhof befand sich eine große Mietfahrrad-Station. Dabei ist mir folgendes aufgefallen:

  1. Es gibt zwei große Anbieter. Die Blauen, stark frequentierten und sehr preiswerten Leihräder und die Roten E-Bikes. Beide Anbieter machen das Ausleihen und Abgeben ähnlich einfach wie ich das von Metropolad-Ruhr kenne.
  2. Es gibt einige Leihmotorroller, aber keine Leih-E-Scooter
  3. Es gibt viele private E-Scooter, die die Leute dann wie selbstverständlich mit in den Bus / die Bahn nehmen, sie also für die Verbindungswege nutzen.

Bahn und Bus sind die nächste Überraschung: Nizza ist mit einem klugen Netz von Straßenbahnen und Bussen überplant. Eine Wochenkarte (7 Tage) für die gesamte Stadtregion (inkl. der angrenzenden Städte) kostet nur 15€. Seit Mitte des Jahres gibt es die zweite von 3 Straßenbahnlinien, die die Stadt durchkreuzen. Dabei handelt es sich um „Hybrid-Bahnen“: Da wo es möglich ist (Tunnel, einige Teile der Stadt) gibt es Stromleitungen, die die Bahn nutzt. An anderen Stellen (Innenstadt, im Hafen, etc) läuft sie dann im Batteriebetrieb. Das erspart es, die ganze Stadt mit Stomleitungen zu behängen und funktioniert einwandfrei.

Die (anonymen) Tickets werden dabei in der Art getrackt, dass jeder Einstieg bewertet wird. In meinem Gefühl werden die daraus gewonnenen Daten sehr gut genutzt um bedarfsgerecht Busse und Bahnen fahren zu lassen. Langes Warten gibt es nirgendwo.

Wenn man dann z. B. mit dem Bus von Nizza nach Monaco fahren möchte, ist das nicht im Preis inbegriffen. Zu meiner großen Überraschung kostet das Ticket nach Monaco allerdings sage und schreibe 1 Euro 50. Kein Scherz.

Mit dem Zug von Nizza nach Cannes? Je nach Tageszeit 7-10€ je Richtung mit dem Zug.

Und jeder, wirklich jeder nutzt den ÖPNV. Das dürfte vor allem an den Preisen liegen. Denn wenn ich z. B. mal die Möglichkeiten für Schüler vergleiche, denke ich direkt an den VRR, den VRS, Zusatztickets und 60€ und mehr (Young Ticket) pro Monat. Und die Franzosen?

Schülerkarte für die gesamte Region Süd kostet 110€. Im Jahr!

Wie geil ist das denn bitte?

Allerdings sind günstige Tickets, ein dichtes und modernes Netz nicht die einzigen Bausteine, die man in Nizza gewählt hat. Denn zusätzlich macht man (in Cannes übrigens auch) den Autofahrern klar, dass sie in der Stadt nix verloren haben. Und auch nicht am Hafen:

Die Hafenstraße wurde von 4 KFZ-Spuren auf 2 verkleinert. Eine der übrigen Spuren wurde für Räder umgebaut, die zweite Spur für Fußgänger. Gleiches Bild in der Innenstadt, wo ganz viele Straßen zu Einbahnstraßen wurden.

Mit baulich getrennten Rad und Fußwegen!

Parallel dazu hat man angefangen in den Straßen wo an beiden Rändern geparkt werden kann, nur eine Seite für Autos frei zu geben. Die andere Seite ist baulich geschützt nur noch für Fahrräder und Motorroller (von denen es sehr viele, oft schon elektrisch, in der Stadt gibt:

Das Ergebnis ist eine Stadt, in der Menschenmassen selbst außerhalb der Saison zum normalen Straßenbild gehören und Autos Seltenheitswert bekommen:

Und das ich mal in einer Stadt in Südfrankreich stehe und in der Abendsonne über schöne Radwege sinniere, hätte ich so vor ein paar Jahren nicht erwartet:

Aber seid mal ehrlich, das sieht doch einfach nur geil aus, oder? Platz für Fußgänger, Radfahrer und ja, auch die Autos und Busse kommen durch:

Hier sieht man jetzt von Links nach Rechts: Fußweg, Fahrradweg in zwei Richtungen, bauliche Trennung, KFZ-Spur, Fußweg und am Rande erkennt man noch die Fahrspur in die andere Richtung.

Hallo, warum können wir sowas hier nicht haben? Und zwar nicht als Ausnahme, sondern als Regel?

Ich will Euch nix vor machen, ich habe mich in den Verkehr in Nizza City verliebt. Das ist so gut geregelt, dass es nirgendwo ernstlich Stau gibt. Wer mit dem Auto fahren muss, der kann aber niemand will, weil es so viel einfacher, schneller und günstiger ist, den ÖPNV zu nutzen. Im Ergebnis riecht man keine Abgase und kann sich auch von Lärm ungestört praktisch überall hinsetzen. Absolut genial.

Nizza reiht sich damit für mich in die Liste der Städte ein, die zeigen was geht, wenn man den Mut hat Verkehr anders zu denken, als wie es tun: Dem KFZ nicht den Mittelpunkt und die höchste Priorität einzuräumen, sondern dem Menschen.

Dafür bekommt man dann sehr viel Lebensqualität in den Innenstädten, wenn sich Radfahrer, E-Scooter-Fahrer, Rollerfahrer und Fußgänger die Fläche gut teilen können, wenn man jederzeit mit dem Bus oder der Bahn von A nach B kommt und sich bei Lust und Laune auch einfach ins nächste Cafe setzen kann.

Ich bin beeindruckt. Oder um es in Landessprache zu sagen:

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Kommen wir zum Touri-Teil 🙂

Nizza ist wirklich schön und man kann stundenlang an der Hafen-Promenade spazieren, die Altstadt erkunden und auch Kultur gibt es im Überfluss. Ich empfehle auch und gerne das Chagall-Museum: Spannender Weise erfährt man hier, dass Marc Chagall gerne an die Orte gereist ist, über die er Auftragsarbeiten gefertigt hat. In einer Zeit, als es keine Billigflieger gab 😉

Besonders schön finde ich, dass es viel zu entdecken gibt – besonders irritierend finde ich das es relativ wenig Geocaches gibt.

Wer in Nizza ist kann, wie beschrieben, mit dem Bus einen Tag nach Monaco. Meiner Meinung nach eine sehr überbewertetet Stadt, die zwar sehr schöne Dinge wie das Ozeoanografische Museum oder den Außergewöhnlichen Garten hat, insgesamt aber Laut und und mit PKW überladen wirkt. Auch das Casino kann man sich natürlich mal ansehen 😉

Ebenso kann man mal einen Tag nach Cannes düsen und sich sich z. B. den Walk of Fame dort ansehen. Ein paar Geocaches gibt es auch.

Was sich ebenso lohnt: Einfach mal bei der Reise mit dem Bus oder der Bahn an einem der kleinen Orte aussteigen. Man findet viele richtig tolle Plätze mit schönen Stränden und guten Restaurants.

Überhaupt: Essen. Oh mein Gott, das Essen. 😀 Ich bin jeden Tag >15km gelaufen und habe kein Gramm abgenommen 😀

P.S: Das Nationalgericht von Nizza 😉 scheint übrigens tatsächlich Pizza zu sein. Neben sehr vielen sehr guten Restaurants für alles mögliche gab es auch sehr viele sehr gute Restaurants für Pizza 😀

Was passiert, wenn man Innenstädte autofrei gestaltet?

Was passiert, wenn man Innenstädte autofrei gestaltet?

Barcelona hat mal untersucht, wie sich die Lebensbedingungen in den Stadtteilen ändern, in denen Autos von den Straßen verbannt worden sind. Das Ergebnis ist an sich nicht überraschend, aber höchst erfreulich. Alle nachfolgenden Zitate sind aus dem Artikel im Guardian, die Übersetzung ist von mir.

A study carried out by the Barcelona Institute for Global Health calculates that the city could prevent 667 premature deaths every year if it created all 503 superblocks envisaged in its initial plan – up from the current six schemes.

Eine Studie des Instituts für weltweite Gesundheit in Barcelona hat errechnet, dass 667 vorzeitige Todesfälle verhindert werden können, wenn alle der ursprünglich 503 geplanten Superblocks umgesetzt werden. (Ein Superblock ist eine Gruppe von Straßen ohne Autoverkehr)

 

The report claims that creating all 503 superblocks would reduce ambient levels of NO2 by 24%, from the current level of 47 micrograms per cubic metre to 36 micrograms per cubic metre.

Der Report stellt die Behauptung auf, dass die Festlegung der 503 Superblocks das NO2-Niveau um 24% reduzieren würde (..)

The life expectancy of the average Barcelona resident could increase by almost 200 days, the report adds, saving the city €1.7bn (£1.52bn) a year.

Die Lebenserwartung des durchschnittlichen Bewohners Barcelona würde sich um 200 Tage erhöhen und, so fügt der Bericht hinzu, der Stadt jährliche Ersparnisse in Höhe von 1,7 Milliarden Euro bringen.

Und siehe da: Kaum verändert man was, verändert sich was. Man muss sich halt nur trauen.

Wer will schon Atmen, wenn er Auto fahren kann?

Wer will schon Atmen, wenn er Auto fahren kann?

In Madrid kann man gerade sehr schön mehrere Dinge auf ein Mal beobachten. Unter anderem, wie gefährlich es ist, wenn der rechte Flügel an die Macht kommt. Und auch, wie ewiggestrig manche Politiker zu sein scheinen.

Ende letzten Jahres wurde Madrid im Innenstadtbereich Autofrei. Und in der Folge passierte, was die einen gehofft und die anderen nicht geglaubt hätten. Denn nicht nur die Luft wurde sofort spürbar besser, auch die Wirtschaft brummte:

Die Regierung vom Madrid sperrte im Weihnachtsgeschäft die Innenstadt. Jetzt zeigt sich: Gerade in den autofreien Zonen wurde mehr geshoppt.

Jetzt hat der neue, poltische rechts zu verortende, Bürgermeister das Autoverbot rückgängig gemacht. Mit dramatischen Folgen:

Just a day after traffic restrictions were scrapped by the new mayor, air pollution returned to levels recorded in the days before Madrid Central was introduced.

Environmentalists warned that pollution levels had risen above the legal limit of 40 micrograms per cubic meter on Monday and soared to 70 – a level not reached since Madrid introduced its traffic restrictions last November.

Damit ist nicht nur klar, dass solche Fahrverbotszonen gut für die Umwelt und die Wirtschaft sind. Sondern auch wie gefährlich es ist, rechte Politik in die Regierungsverantwortung zu wählen. Denn rechten Politikern geht es um vieles, aber nicht das Wohl der Gesellschaft oder des Planeten….

Was wir von den Niederlande lernen können

Was wir von den Niederlande lernen können

In der Vergangenheit hatte ich gelgentlich mit Städten zu tun, die gerade dabei waren die Autos aus der Innenstadt zu verdammen – so z. B. Brüssel. Da mich aber interessiert wie sich das im wirklichen Leben auswirkt, habe ich mal einige Städte in den Niederlande besucht.

Und ich finde wir können viel lernen:

Mir ist aufgefallen, dass zumeist der Verkehr direkt zu den Parkhäusern geleitet wird. Und sobald man dann sein Auto los ist und in der Innenstadt steht, ist man überrascht, wie viele Menschen hier laufen, Radfahren, in Cafes sitzen oder einkaufen. Wie anders die Akkustik ist und wie viel entspannter das Leben läuft.

Einige Städte bieten zudem bewachste Stellplätze an, an denen man (wie auf dem Foto) kostenlos und für bis zu 3 Tage sein Rad unterstellen kann. Um dann zu Fuß die Stadt zu genießen.

Ich finde, wir sollten uns daran ein Beispiel nehmen. Ich träume in Voerde ja eh davon, dass wir jede Menge Radtouristen anlocken, die Voerde als Start- oder Endpunkt ihrer Touren wählen. Und dann die Räder abstllen, Eis essen gehen und mit dem Zug nach Hause fahren.

Und es ist interessant mal zu erleben, wie sehr sich eine City verändert, wenn man die Autos aussperrt.

Ich finde, hier kann Deutschland noch viel lernen!

Kann man sich über zu viel Verkehr freuen?

Kann man sich über zu viel Verkehr freuen?

Einer der Gründe, warum ich Auto fahren nicht mag ist, dass es einfach viel zu viel Verkehr gibt. Und das nervt.

Heute habe ich festgestellt, dass es Verkehrssituationen gibt, in denen mich die zahlreichen anderen Verkehrsteilnehmer freuen statt ärgern:

Offensichtlich haben sehr viele Menschen in meiner Umgebung das tolle Wetter heute genutzt, um aus dem Karfreitag einen No-Car-Freitag zu machen. Anders ist das nicht zu erklären, welche Massen von Radfahrern mir heute im  Rotbachtal, an der Halde Haniel oder auch am Tetraeder begegnet sind.

Und die größte Überraschung dürfte sein, wie reibungslos das alles geklappt hat, selbst wenn sich an engen Stellen größere Gruppen im Begnungsverkehr befanden. Ich kann mir gut das Gehupe bei Autos vorstellen.

So sehr ich dichten (PKW-)Verkehr auch verabscheue, so sehr hat es mich heute gefreut, mich wie in einer Stadt in den Niederlanden zu fühlen: Räder, Räder, Räder.

Selbst beim obligatorischen Stop im Purple Turtle, wo auch das Foto hier entstand, waren nur entspannte Gesichter zu sehen. Ganz anders als auf den Straßen drumherum, wo sich Motorräder und Autos um den wenigen verbleibenden Platz zwischen Fußgängern und Radfahrern stritten.

Heute war so ein Tag, wo die Verkehrswende von einem theoretischen politischen Projekt zu etwas wurde, das man anfassen und erleben konnte. Und was soll ich sagen? Außer vielleicht:
<3