Artikel ohne Nährwert: Business Online zur RSV

Artikel ohne Nährwert: Business Online zur RSV

Nachdem ich ja gestern schon über einen Artikel vom Focus gestolpert bin, erwischt es heute „Business Insider“:

Der Artikel vom 20.10.18 befasst sich mit der „Restschuldversicherung“ bei Krediten. Zusammengefasst soll diese Versicherung die Restschuld eines Kredites übernehmen, wenn man unverschuldet Zahlungsunfähig wird.

Der Artikel weist darauf hin, dass – welch Überraschung – die Versicherung eher so gestaltet ist, dass sie genau dann nicht zahlt, wenn man sie braucht. Und das sie natürlich Geld kostet.

Außerdem sei der Abschluss optional und man könne auch Nachträglich die Versicherung kündigen. Dann allerdings müsse auch der Kredit zurück gezahlt werden.

Die Versicherung sei im Fazit teuer und nutzlos.

Das ist ja alles richtig. Es gibt aber, wie so oft im Leben ein großes ABER an der Sache:

Die Banken nutzen Restsschuldversicherungen um Kredite „zu Besichern“. Besicherungen können zum Beispiel Wertgegenstände wie Immobilien sein, die man der Bank für die Laufzeit des Kredites übereignet. Oder eben so eine Versicherung.

Daher findet man diese Art von Versicherung in der Regel bei Verbraucherkrediten, bzw. Konsumkrediten, bei Immobilien bestehen die Banken eher auf Risiko-Lebensversicherungen.

Für die Bank ist wichtig, wie hoch der Anteil der Kredite ist, für die sie Sicherheiten hinterlegt haben. Ohne Verischerung ist der Kredit unbesichert und Banken dürfen deutlich weniger unbesicherte als gesicherte Kredite ausgeben.

Das bedeutet jetzt zwei Dinge: 

1. Banken geben gerne besicherte  Kredite aus, zumal dann auch die Wahrscheinlichkeit kleiner ist, dass beim Ausfall des Schuldners der Kredit abgeschrieben werden muss.

2. Verzichtet der Schuldner auf eine Besicherung durch eine Restschuldversicherung, steigt das Risiko der Bank.

Was macht jetzt eine Bank, die ein höheres Risiko sieht? Richtig, sie preist das ein und erhöht den Zins.

In der Folge bedeutet also ein Verzicht auf die Restschuldversicherung so gut wie immer einen höheren Darlehenszins.

Jetzt kann man einfach rechnen: Bezahle ich mehr zurück mit der Restschuldversicherung als bei dem höheren Zins? Dann wähle ich den höheren Zins.

Bezahle ich mehr zurück mit höheren Zinsen als mit dem Aufpreis durch die Restschuldversicherung? Dann nehme ich die.

Ist die Summe identisch? Dann ist es fast egal, aus Sicherheitsgründen würde man aber vielleicht die Versicherung wählen wollen.

Natürlich braucht die Darstellung dieses Zusammenhangs Platz und Platz scheint im Internet eng zu sein – man muss schließlich so viel Werbung wie möglich auf die Seite bringen. 

 

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