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Nikon Z-FC – Follow Up

Nikon Z-FC – Follow Up

Vor ein paar Wochen hatte ich Euch erzählt, dass ich mir eine Nikon Z fc gekauft habe – recht spontan und wie man es dreht und wendet: Weil sie gut aussah 🙂

Nachdem ich sie jetzt ein paar Wochen mit mir rum geschleppt habe, wollte ich Euch mal ein Follow-Up gönnen. Inzwischen habe ich einige Bilder geschossen, ein paar Videos gedreht und die Kamera und ich sind uns durchaus näher gekommen.

Ich fange mal mit drei Punkten an, die mir im Laufe der Zeit als nicht so optimal aufgefallen sind:

  1. Der elektronische Sucher: Egal, wie gut die Mini-Displays werden, sie sind genau das: Mini-Displays und ich werde nie ein Freund davon. Ja, der elektronische Sucher (EVF) hat den Vorteil, dass ich eine „Belichtungsvorschau“ bekommen kann, also einen Eindruck wie das Bild belichtet ist. Das geht bei optischen Suchern natürlich nicht. Dafür ist er immer noch langsamer als es meinem Auge gefallen würde und natürlich löst er gröber auf als ein echtes Bild am Auge. Versteht mich nicht falsch, der EVF ist klasse. Aber halt im Vergleich zu anderen. Nicht zum echten Bild. Plus, und das stört mich wirklich, die Wirkung von Polfiltern ist relativ schwer einzuschätzen.
  2. Das Handling: Erwartungsgemäß ist die Kamera zu klein für meine Hände, um sie länger und ruhig halten zu können. Das ist aber der Preis für das Design und den erwarteten Zweck einer „Reisekamera“. Sie ist mir witziger Weise auch fast zu leicht, vor allem, wenn sie an auf der Schulter hängt. Was witzig ist, weil ich sie ja leicht haben wollte.
  3. Das Bedienen: Die Bedienung gibt, wenn man Nikon kennt, keine Rätsel auf. Was aber toll gewesen wäre: Die Möglichkeit zumindest zwei Profile zu speichern, z. B. eines für Video und eines für Foto. Auf den ersten Blick „beisst“ sich das mit der Philosophie des Drehen und Drücken. Auf den zweiten Blick ist die aber eh manchmal nur Show, z. B. weil man sowohl das Zeiten-Rad, als auch das ISO-Rad oft ohnehin nicht nutzt.

Bei den drei Punkten jammere ich aber auf sehr hohem Niveau und praktisch ausschließlich aus der Perspektive von jemandem, der eh mit allem Neuen so seine Schwierigkeiten hat. Aber kommen wir doch mal zu den positiven Elementen:

  • Die Bildqualität des Sensors ist auf DSLR-Niveau. Sowohl bei Fotos, als auch bei Videos. Die Farben sind kanckig, Haut stellt kein Problem dar und auch im Bereich hoher Iso-Werte ist die Kamera super konstant. Das macht sie gefährlich 😉 Weil man automatisch überlegt, ob man (ich) neben dem F-Mount-Arsenal an Objektiven auch noch (leichtere) Z-Mount-Linsen kauft. Und da gibt es einige 😀
  • Das silberne Kit-Objektiv ist sehr, sehr viel besser, als ich es erwartet habe. Der AF sitzt schnell, wenig Farbverfälschungen an den Säumen (chromatische Aberration) und sehr viel weniger stürzende Linien durch Verzerrungen als z. B. am iPhone. Natürlich kann es nicht mit den Festbrennweiten von Nikon fest halten. Es lässt mich aber meine uralte, tradierte Meinung über Zoom-, besonders über Kit-Zoom-Linsen hinterfragen. Das Objektiv ist eher mit einem 24-120 F4 als den alten 18-55 3,5-5,6 vergleichbar, was die Qualität der Bilder angeht. Wie viel davon die Bildoptimierung in der Kamera (computational imaging) verschuldet, weiß ich nicht – das Ergebnis zählt
  • Die Bedienung gibt jemanden, der Nikon kennt, absolut keine Geheimnisse auf. Man muss sich, wenn man wie ich von den DSLR kommt, ggf. an einige Neuerungen gewöhnen – das geht aber sehr schnell. So schnell, dass man einige Dinge plötzlich bei der D850 vermisst 😉
  • Die Akku-Laufzeit ist phänomenal. Ich hatte überlegt, direkt einen Zweitakku zu bestellen und das aus unerklärlichen Gründen vergessen. Stellt sich raus: Brauche ich nicht. Natürlich mache ich nicht, wie z. B. mit der D700 bei Sportevents mit ständig laufendem AF und Bildstabilisator hunderte Bilder, aber ich hätte z. B: erwartet das Video stärker reinhaut, wie es das z. B. bei der D850 macht.

Alles in allem liefert die Kamera mehr, als ich erwartet habe und sie ist zu einer ständigen Begleiterin geworden: Auf der Schulter, im Tankrucksack auf dem Motorrad, auf der Rückbank im Auto, in der Büro-Tasche im Zug: Ich bin selten ohne anzutreffen.

Damit erfüllt sie einen lang gehegten Wunsch einer „immer dabei“-Kamera, die ich nie hatte, weil ich mit den Suppenzoom-Objektiven und winzigen Chips in den modernen Kompaktkameras nicht zurecht kam. Und genau in die Lücke stößt sie bei mir rein.

Für Euch: Wenn Ihr qualitativ hochwertige Bilder mit einer für die Leistung überraschend preiswerten Kamera haben wollt, eine kleine und leichte Begleitung im Alltag, dann kann ich Euch die Nikon Z fc wirklich nur ans Herz legen.

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New Camera Day: Nikon Z fc

New Camera Day: Nikon Z fc

Ich kaufe heute kaum annähernd so viel Kamera-Equipment, wie früher. Zum einen, weil ich anders/weniger fotografiere, zum anderen weil ich selten einen „haben will“-Reflex verspüre. Das war früher ausgeprägter. Anyway, jetzt hatte ich einen tatsächlich unwiderstehlichen „haben will“-Reflex und musste mir sofort nach Verfügbarkeit eine Nikon Z cf kaufen. Die vermutlich meistdiskutierte (und das kontrovers) Nikon, die derzeit auf dem Markt ist.

Und heute kam sie endlich. Nach einer scheinbar ewig langen Wartezeit von 48h seit der Bestellung 😉

Was soll ich sagen: Sie ist absolut fantastisch geworden:

Aber was ist jetzt das besondere an der Nikon Z fc? Und warum wird sie so kontrovers diskutiert? Dazu muss ich ein bisschen ausholen. Und Euch erklären, was es mit dieser Kamera auf sich hat. Zunächst der „Hauptkritikpunkt“ vieler Youtuber, die schon ein Hand-On veröffentlicht haben:

Rein technisch gesehen ist die Kamera eine Nikon Z50, die vor gut 2 Jahren erschien. Und in der heutigen Zeit scheint das seine so lange Zeit zu sein, dass man Technik, die schon zwei Jahre alt ist, praktisch nicht mehr kaufen, geschweige denn verwenden kann. Natürlich hat die Nikon Z fc einige Verbesserungen per Software, die die Z50 nicht / noch nicht / nicht mehr bekommt. Im Grunde aber, Sensor und Prozessor vor allem, sind sie halt technische Schwestern.

Der Witz ist, dass das völlig egal ist.

Ich habe zwei Brot- und Butter-Kameras, die ich praktisch immer nutze. Das eine ist eine Nikon D700 von 2009(!), das andere eine Nikon D850 aus 2020. Die D850 hat eine Auflösung von mehr als 45 Megapixeln – oh wow. Die D700 kommt mit 12 Megapixeln daher. Und jetzt ratet mal, welche Kamera mehr Fotos schießt? Richtig, die D700. Warum? Weil die Dateien deutlich kleiner sind und der gesamte Workflow (von der Speicherkarte auf den PC, laden in Lightroom, exportieren und im Web hochladen) unfassbar viel weniger Zeit braucht. Die D850 hat natürlich den Vorzug, wenn ich hinterher große Prints mit feinen Strukturen brauche und vor allem beim Video (was die D700 gar nicht kann). Na klar, die D850 hat weniger Rauschen in  höheren ISO, einen größeren Dynamikumfang und bla bla bla. Das einzige Problem: Ich sehe das. Unter anderem weil ich einen Monitor besitze, der das darstellen kann. Ihr? Auf Facebook, Youtube, Instragram, Flickr? Ich würde wetten, dass die meisten von Euch nicht erkennen könnten, ob das Bild mit der „state of the art“ D850 oder ihrer Großmutter,  der D700 geschossen wurde.

Was ich zudem an Nikon liebe ist, dass alle meine Kameras alle Objektive verwenden können, die ich habe. Und einige davon sind so alt wie ich. Das gilt sogar für die kleine „Reisekamera“ Nikon D90, die hier ebenfalls vorhanden ist. Die D90 ist die einzige „Crop-Kamera“ in meinem Gepäck und eine kleine Schwester der D700. Sie macht auch 12 Megapixel, ist als APS-C-Kamera aber kleiner und leichter und (theoretisch) sind APS-C-Objektive auch kleiner und leichter. Die Unterschiede sind dann im Detail: In der D90 ist ein Akku, in der D700 gleich 3 (beide nutzen die gleichen Akkus), die D90 konnte damals als eine der ersten Spiegelreflexen sogar schon Video. Der schärfste Konkurrent der D90 ist aber seit einer Weile ganz wer anders: mein iPhone 12pro.  (APS-C beschreibt die Größe des Sensors in Anlehnung an das früher mal erhältliche APS-Filmformat. „Vollbild“ bezieht sich auf die damals erhältlichen „Kleinbildfilme“. Wikipedia hat da was zu.)

Das iPhone hat bei mir die DSLR als Reisekamera abgelöst. Es kommt ja ebenfalls mit 12 Megapixeln daher (wusstet Ihr das eigentlich?) und macht für ein Handy absolut gute Fotos und Videos. Es steht, sieht man mal von der Möglichkeit, andere Objektive anzusetzen ab, der D90 in nichts nach und ich muss gestehen, seit ich das iPhone 12pro habe, fristet die D90 ein Schatten-Dasein (leider *schnüff*)

Warum erzähle ich Euch das alles?

Seit einiger Zeit kann man beobachten, dass Spiegelreflex-Kameras von Spiegellosen Systemkameras verdrängt werden. Diese haben eine Reihe von Vorteilen, weil sie weniger aufwändig mechanisch zu bauen sind und können, weil hier der Sensor immer genutzt wird, auch neuere Autofokus-Techniken anwenden. Bei Nikon ist das die Z-Serie.

Man kann an die Z-Serie theoretisch auch die „alten“ Objektive anschließen (sowohl APS-C-Objektive, als auch Vollformat-Linsen), aber nur mit einem sogenannten FTZ-Adapter. Das klingt erst mal gut, bis man sieht, wie das aussieht: Die kompaktere Bauweise der Spiegellosen erlaubt nämlich auch, deutlich kleinere Objektive zu bauen.

Das stellte mich vor ein Problem: Ein Wechsel auf die Z-Serie war bisher uninteressant, weil ich sehr viele „alte“ Objektive nutze und die Vorteile der Spiegellosen in erster Linie beim Video liegen. Ich kenn mich, ich würde natürlich auch die Z-Objektive kaufen wollen 🙂

Auf der anderen Seite hätte ich aber gerne eine kleine kompakte Reisekamera, die fast unmögliches ermöglichen muss: einen guten Sensor, Technik aus SLR-Kameras oder Spiegellosen aber in einer Größe, die ich immer dabei haben möchte.

Das Problem hier ist nicht die Kamera selbst, sondern das Gewicht. Hier mal ein willkürlicher Vergleich:

  • Nikon D90 mit Sigma 17-70mm, Batterie und Speicherkarte: 1.313 Gramm
  • Nikon D700 mit 3 identischen Akkus und dem „immerdrauf“ Nikon 24-120: 2.285 Gramm
  • Nikon D850 mit 2 unterschiedlichen Akkus und dem am häufigst verwendeten 85 1,8: 1.847 Gramm

Die Kameras sind einfach, wenn man sie den ganzen Tag trägt, sackschwer. Was nicht schlimm ist, wenn ich zum Fotografieren unterwegs bin. Aber sehr wohl ein Problem wird, wenn es mich einfach nach draußen zieht, gleich ob zu Fuß oder dem Zweirad.

Und daher: Vorhang auf für die Nikon Z fc!

Hier bekomme ich eine spiegellose Systemkamera, an die ich beliebige Objektive anhängen könnte. Sie kommt mit einem kleinen Standard-Zoom und moderner Technik an einem aktuellen APS-C-Sensor. Mit anderen Worten: Sie ist perfekt. Und das nicht nur was die inneren Werte angeht.

Sie ist optisch an die Nikon FM2 angelehnt. Eine Kamera, die ich schon immer toll fand und obwohl ich so viele Nikon-Kameras gekauft und verkauft habe, nie besessen habe. Und ich stehe total auf das „Retro-Design“ der Z cf.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich noch immer kein Freund von Touchscreens bin. Sogar meine Smartwatch hat Tasten 🙂 Und die Z cf kommt mit einem nicht zwingend zu verwendenden Display, dafür aber vielen dedizierten Knöpfen und Schaltern. Und allein das Gefühl, eine Einstellung durch ein Drehen eines Rades, statt per Wischen auf dem Display vorzunehmen…. Daneben kann sie alles, was ich brauche: 20 Megapixel Fotos, rauscharm, 4k-Video und so weiter…. In meinen Augen ist die Z cf die Reisekamera, auf die ich gewartet habe.

Klinge ich verliebt?

Vielleicht ein bisschen 😀

Finde ich, dass Nikon mit der Z cf eine Nischen-Kamera gelungen ist, die viele, viele Menschen begeistern wird? Mit Sicherheit. Werdet Ihr mich in Zukunft wieder verstärkt mit einer Kamera in der Hand, statt des Handy, sehen? Garantiert 🙂

(Übrigens, die Kamera selbst kostet weniger als das iPhone. Vielleicht wäre die auch für Euch interessant. Wer nicht die „Limited-Edition“ in Silber haben will, kann deutlich günstiger einsteigen. Und auch interessante Sets kaufen.

P.S: Ich weiß, was Ihr beim Titelbild gedacht habt, Ihr filthy animals:-D

 

 

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Dein bester neuer Freund: BOB

Dein bester neuer Freund: BOB

Auf Grund der Geschehnisse der letzten Tage möchte ich mit Euch noch mal über ein Thema reden, dass man nur all zu gerne in die Ecke der Prepper rückt, also der Menschen, die sich auf das Ende der Welt vorbereiten. Dem ist aber nicht so, das worüber ich heute mit Euch reden will, hätte vielen Menschen in den letzten Tagen helfen können – oder hat ihnen geholfen.

Die Rede ist von einem „Fluchtrucksack“ oder auch „Bug out Bag“ oder halt „BOB„. Allerdings konzentriere ich mich auf den „kleinen“ Fluchtrucksack, nicht auf den 72h-BOB, mit dem man sich 3 Tage komplett selbst versorgen kann.

Dabei geht es mir mehr darum Euch zu erklären, was das ist, als eine vollständige Liste der Dinge zu präsentieren, die Ihr da rein packen solltet. Dafür gibt es mehr als genug Listen im Internet und wer sich intensiver mit der „Krisenvorsorge“ beschäftigen möchte, kann das beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz machen. Das hier wird nur ein grobes „what and why“. Hilfreich könnte aber auch sein, sich das PDF von der genannten Website (Ratgeber Notfallvorsorge PDF) herunterzuladen und offline verfügbar zu machen (we call it „ausdrucken“).

Auslöser für mich, darüber zu bloggen, war dieser Tweet von Einhornglitzer. Und die darunter sich entwickelnde Diskussion, in der klar wurde, dass viele Menschen noch nie von einem BOB gehört haben.

In der einfachsten Version habt Ihr für jedes(!) Familienmitglied einen fertigen Rucksack der so positioniert ist, dass Ihr ihn schnell greifen könnt, wenn Ihr – warum auch immer – das Haus verlassen müsst. Für jeden einen eigenen, weil jeder eigene Sachen braucht. Und weil, auch wenn Ihr das nicht hören mögt, Ihr von Euren Liebsten getrennt werden könntet. Katastrophen sind da leider erbarmungslos.

Ein BOB muss dabei folgende Funktionen erfüllen: Er muss alles enthalten, was dringend notwendig ist und Euch erstens durch das Schlimmste bringt und zweitens unterstützt, zurück ins ein geordnetes Leben zu finden. Dabei muss er nicht groß sein, meiner ist ein relativ kleiner und preiswerter Rucksack. Wichtiger ist ja auch, was drin ist.

Viele Leute empfehlen, von wichtigen Dokumenten eine Kopie in den BOB zu packen. Ich habe mich dafür entschieden, meine Dokumente – die ich eh alle Digital habe – auf einen wasserdichten USB-Stick zu packen. Sowohl als JPG-Bild, als auch als PDF-Dokument, weil das die beiden am weitesten verbreiteten Formate sind. Bei Familien sollte in jedem Rucksack ein Stick mit allen Dateien sein.

Wichtige Dateien sind unter anderem:

  • Pass und andere wichtige Ausweise wie Führerschein etc.
  • Impfdokumente und andere Dokumente zur persönlichen Gesundheit
  • Informationen zu Bankkonten und Zahlungskarten (OHNE Geheimzahlen, logisch oder?)
  • Adressen und Kontaktdaten (Mail, Telefon) wichtiger Personen
  • Ersatzschlüssel

Daneben ein Satz trockene Wäsche – damit die trocken bleibt, bitte wasserdicht verpacken. Ihr ahnt gar nicht, wie viel Luxus eine trockene Unterhose und Socken sein können. Ich achte dabei auf möglichst leichte Sachen (Funktionswäsche), das ist aber ein kann, kein muss. Nehmt auch was zum Feuermachen mit und ein gutes Taschenmesser. Als „Grillanzünder“ eignen sich übrigens Tampons: Die sind oft einzeln in Folie verpackt und lassen sich gut auseinander friemeln. Pfadfinder kombinieren die mit Vasline 😉

Denkt an was zu Trinken. Durst ist das Erste, was Euch ereilt und sauberes Wasser kann ein Problem sein. Wenn noch Zeit ist, füllt pro Person 2 Wasserblasen. Für den Fall das keine Zeit ist, schmeisst Euch einen LifeStraw ins den Rucksack. Zu Essen kann man alles möglich einpacken, Hauptsache nicht Wärmeempfindlich und lange haltbar. Müsli-Riegel oder Power-Riegel aus dem Sport sind durchaus gut geeignet. Die Hartgesottenen werfen einfach Panzerkekse in den Rucksack. Die halten praktisch Ewig und sind (mit der Vaseline) ebenfalls gute Grillanzünder.

Zu den zwei am Häufigsten vergessenen Dingen gehören übrigens Sachen der persönlichen Hygiene. Also kauft Euch ein Reiseset, eine Packung Feuchttücher und verpackt eine Rolle Toilettenpapier wasserdicht. Letztere lässt sich kleiner verpacken, wenn man den Pappkern vorher entfernt.

Dann nehmt Ihr noch ein altes Verbandsset aus dem Auto, dass Ihr ohne Umverpackung in den Rucksack steckt. Zusammen mit einer Grundausstattung an Medikamenten, vor allem gegen Schmerzen, Fieber und Durchfall. Dazu kommen noch 2-3 Paar Einmalhandschuhe und wenn Ihr habt ein billiges Paar Gartenhandschuhe.

Die Erwachsenen bekommen noch ein dünnes Buch, 4 Batterien AA und 4 Batterien AAA einegpackt, dazu eine gute(!) Taschenlampe, die mit AA oder AAA-Batterien betrieben wird. Kinder kriegen was zu Spielen in den Rucksack.

So. Das sind die Basics. Ab hier könnt und dürft Ihr selber weitermachen und Dinge hinzufügen, die Euch wichtig scheinen. Ich habe z. B. eine wasserdichte Powerbank, einen Satz gängiger USB-Kabel (Iphone, USB-C, Mikro USB) und ein kleines Solarpanel mit dabei. Das Panel lädt die Powerbank, die den Rest.

Und wenn die Rucksäcke fertig sind, positioniert Ihr sie so, dass sie auf dem Weg raus schnell greifbar sind. Wer erst in den Keller oder auf den Dachboden muss, hat was falsch gemacht.

Und dann noch was zu den Daten: Es ist durchaus klug, wichtige Daten (auch) in der Cloud liegen zu haben. Achtet aber bitte darauf, dass Ihr die dann ausreichend verschlüsselt – aber so, dass Ihr auch im Stress einer Notfall-Situation selber wieder in der Lage seid, daran zu kommen. Darüber hinaus solltet Ihr einen größeren USB-Stick als Backup Eurer PC-Daten haben, der so liegt, dass ihr zwar erstens jede Woche ein aktuelles Backup darauf machen könnt, aber auch eben so, dass Ihr ihn im Krisenfall nicht vergesst. Da gehört alles drauf, was nicht so super wichtig ist, dass es im Rucksack verbleibt, dass Euch aber lieb und teuer ist. Das ihr mindestens 1x die Woche ein Backup machen solltet, wisst Ihr ja.

So… jetzt Ihr: Fragen? Anmerkungen?

 

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Von Bauern und Kartoffeln

Von Bauern und Kartoffeln

Viele Menschen, ich bin da keine Ausnahme, haben ein verklärtes Bild davon, wie unser Essen in den Supermarkt kommt. Natürlich schrecken wir ab und an auf, wenn man wieder ein Skandal aus dem Schlachthaus präsent ist. Und wir nehmen zur Kenntnis, wenn wegen schlechter Ernten höhere Preise angekündigt werden. Und ja, da war doch diese Demo von Landwirt*innen mit Treckern.

Auf Amazon gibt es jetzt eine Staffel, die in dem Zusammenhang sehr bemerkenswert ist. Es geht um Jeremy Clarkson und seine Farm.

Um das zu verstehen muss man wissen, wer Clarkson ist: Er ist der „Kopf“ eines Dreier-Teams von Moderatoren, die früher auf BBC die Sendung „Top Gear“ und jetzt auf Amazon „The Grand Tour“ moderieren. Er ist ein „Petrolhead“, Autos könne nicht groß und laut genug sein, Greta Thunberg hält er für überbewertet und Umweltschutz ist ein Thema, dass für ihn keine Rolle spielt. Und dann kauft er eine Farm.

Die Sendung beginnt damit, dass er beschließt, seine Farm selbst bewirtschaften zu wollen. Mit Hilfe, im Wesentlichen aber alleine. Und die Sendung beginnt, wie man es vermuten würde: Er kauft den größten Traktor von Lamborghini, den er kriegen kann.

Was dann folgt sind 8 Folgen, in denen man einem Mann dabei zusieht, wie er sein gesamtes Leben neu bewertet. Wie ihm auf ein Mal klar wird, welche Bedeutung die Natur, die Umwelt und die Landwirtschaft haben. Wie die Zusammenhänge sind und warum die Landwirtschaft mehr ist, als mit einem Traktor über den Acker zu rollen. Und wer bei der Geburt der Lämmer… aber ich will nicht spoilern.

Natürlich ist Clarkson Clarkson. Aber man sieht einen Menschen, der begreift, dass das Leben sehr viel mehr ist, als im Supermarkt ein Brot zu kaufen. Bis zum dramatischen Finale, wenn er am Ende eines Jahres ausrechnet, wie viel er verdient hat.

Das Jahr, dass gewählt wurde, ist besonders: Das Wetter scheint in England verrückt zu spielen – und Greta ist plötzlich unterschwellig sehr präsent. Corona wütet und auf ein Mal ist selbst London eine Geisterstadt, wie wir sie zuletzt in „28 Days Later“ gesehen haben. Und so wie Clarkson sich verändert, verändert sich auch das Publikum. Plötzlich sehen wir nicht nur die Felder, sondern die Arbeit. Wir verstehen, wie wichtig die Blühstreifen sind und vielleicht wird uns klar, wie viel Landwirte leisten und was sie dafür bekommen.

Ich wünschte, die Landwirte hier am Niederrhein würden vielleicht mal mit entsprechendem Aufwand eine Serie produzieren, wie ein landwirtschaftliches Jahr hier abläuft. Mit den Hochs und Tiefs und mit ehrlichen Einblicken. Dann würde es vielen Menschen vielleicht auch leichter fallen zu verstehen, was an den Preisen im Supermarkt nicht stimmt. Und vielleicht verstehen wir alle dann wieder, wie wichtig die Landwirtschaft für uns alle ist – auch angesichts berechtigter Kritik, wie z. B. Überdüngung und Massentierhaltung. Wobei die Frage hier lauten muss: Sind unsere Kritikpunkte nicht gegen die Symptome gerichtet, während die Ursache wir, die Verbraucher und unsere Geldbörsen aus Zwiebelleder sind?

Auf jeden Fall ist Clarkson’s Farm die für mich spannendste Produktion seit langem. Und ich finde, viel mehr Menschen sollten sie sehen. Also auch ihr.

 

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Bluetooth-Kopfhörer für 30€: TrueFree2 von SoundPeats

Bluetooth-Kopfhörer für 30€: TrueFree2 von SoundPeats

Okay, offensichtlich gilt für Kopfhörer die n+1 Regel von Fahrrädern. Diese Regel besagt, dass egal wie viele Fahrräder Du hast, Du immer für genau einen Zweck eines zu wenig hast. Also ist die optimale Anzahl der Räder immer die Anzahl der Räder die Du besitzt (n) plus ein weiteres. 

Folgende Situation: Ich mache gelegentlich Sport. Höre viel Musik, sehr viel Hörbücher und bin offensichtlich ein Problemkind, dass nicht auf seine Sachen aufpassen kann 😉

Ich habe  Airpods Pro, die eigentlich gut sitzen, Gott sei Dank eine Geräuschunterdrückung haben und damit Pendlertauglich sind. Zumal ich sie zwischendurch einfach in die Hosentasche stecken kann.

Für den Sport habe ich eigentlich die Sony NWS-Kopfhörer. Aus dem einfachen Grund, dass sie eine Geräuschuterdrückung haben (Ihr merkt, ich liebe das!) und das sie wasserdicht sind – in dem Gehäuse ist ein eigener MP3-Player untergebracht.

Beim Laufen allerdings finde ich die Sony doch reichlich klobig. Der sprichwörtliche Klotz am Ohr. Die AirPod Pro fallen mir dagegen ständig aus dem Ohr, dafür reicht schon, wenn ich mich beim Geocachen länger bücke oder beim Laufen mal über einen umgefallenen Baum springe.

Sehr unbefriedigend.

Und dann sind da natürlich noch meine absoluten Lieblingskopfhörer: die Bose Quietcomfort II.  Super Geräuschunterdrückung und absolut toller Klang – egal ob Musik oder Hörbücher. Aber die will man natürlich beim Sport nicht tragen und meistens sind sie mir auch zum Bahnfahren zu klobig. Sofa-Kopfhörer.

Das schafft ein Delta. Und aus einer Laune heraus wollte ich mal sehen, ob ich das füllen kann.

Bei der Suche im Internet bin ich bei den „TrueFree2“ von Soundpeats gestoßen, einer Firma in Shenzhen, China. Das ist sowas wie das Silicon Valley der preiswerten Elektronik.

Was mich sehr stutzig gemacht hat, ist der niedrige Preis von 30€. Das ruft sofort die Frage auf:

Was kann man für das Geld erwarten? Was soll man erwarten?

Also habe ich mal die Erwartungen herunterschraubt und ein Paar bestellt.

Das Erste was nach dem Auspacken auffällt ist, dass der Lieferumfang ziemlich komplett ist. Wie bei den Sony und AirPod Pro sind Aufsätze in verschiedenen Größen dabei. Anders als bei den AirPod Pro sogar ein (wenn auch sehr kurzes) Ladekabel (USB-C).

Im direkten Größenvergleich zu den AirPod Pro fällt ein komplett anderes Design auf: Die TrueFree gehen ganz in die Ohrmuschel. Was verblüfft ist, dass sie in meinen großen Lauschern genauso gut sitzen, wie in den kleinen Ohren meiner besseren Hälfte. Das ist interessant gemacht.

Durchaus gefällig für den Preis. Aber das Äußere ist ja bekanntlich nicht alles, auf die inneren Werte kommt es an.

Und hier bin ich ehrlich gesagt überrascht:

Ja natürlich haben die nicht annähernd die Bässe der Bose. Und ja, sie sind auch nicht so ausgewogen wie die AirPod Pro, wenn man ein Hörbuch mit einem guten Sprecher oder anspruchsvolle Musik hört.

Sie müssen sich aber auch kein bisschen hinter den Sony verstecken. Und das hat mich überrascht. Ja, sie haben keine aktive Geräuschunterdrückung, durch den Sitz im Ohr schirmen sie aber das meiste an Außengeräuschen erfolgreich ab. Das bedeutet allerdings auch, dass sie keinen „Hörmodus“ haben, was sie z. B. fürs Radfahren untauglich macht. Aber zum Laufen? Völlig ok! Und der Sitz? Absolut ausreichend!

Was ich angenehm finde ist, dass die Aufbewahungsbox eine eigene Akku-Anzeige hat. Will ich den Ladestand des AirPod-Case wissen, muss ich das Handy zu Hilfe nehmen. Die Bose sagen mir beim Einschalten, wie viel Akku sie noch haben, die Sony geben gar keine Auskunft.

Unnötig kompliziert ist bei den TrueFree das Bedienen über die Knöpfe, die nicht wie bei Sony und Apple seitlich vom Ohr funktionieren, sondern gedrückt werden, in dem man den Hörer tief ins Ohr presst. Das ist aber auch schon das einzige Manko, dass ich gefunden habe.

Wie lange die Akkus in den Hörern halten? Keine Ahnung, ich bin selten länger als 2 Stunden laufen und das haben sie problemlos mit gemacht.

Und das Fazit:

Ich bin echt überrascht, was für 30€ geht. Und wer Sportkopfhörer haben will, die ohne unnötigen Schnick-Schnack daher kommen, gut und fest sitzen und bei denen man nicht weint, wenn man mal einen verliert, der sollte sich die vielleicht mal ansehen….

 

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Spaß mit aussterbenden Dinosauriern ;-)

Spaß mit aussterbenden Dinosauriern ;-)

Irgendwo gehören Auto-Shows in 2020 ja zu dem letzten Aufbäumen einer sterbenden Art. Die Mobilität wird sich in den nächsten Jahren grundlegend ändern und die Rolle des Autos ebenso. Möglichst viele PS? Möglichst überall mit dem Auto hin kommen? Freie Straßen für freie Menschen? All diese scheinbar unumstößlichen Regeln der Vergangenheit verlieren ihre Bedeutung.

Und trotzdem gibt es eine Auto-Show im „TV“ (also Streaming, hier Amazon Prime), die es schafft, mich auf das Sofa zu bannen. „The Grand Tour. Und genau hier gibt es eine neue Folge: „A Massive Hunt“ 🙂

Ich habe schon den Vorgänger, „Top Gear“ auf BBC ganz gerne gesehen. Natürlich ein bisschen, weil ich mich als Nerd schon dafür interessiere, was Ingenieure alles fertig bringen. Aber vor allem, weil das Moderatoren-Trio so völlig aus der Zeit gefallen scheint. Drei mittelalte weiße Männer, die davon Träumen, dass das Zeitalter der Verbrenner niemals enden möge.

Das ist auf einer Ebene eine Auto-Show. Auf einer anderen Ebene aber auch bissige Gesellschaftskritik, die die Frage aufwirft was wir wollen. Und was wir dürfen. Gepart mit postpubertärem Humor.

Und ja, ich saß lachend vor dem Bildschirm. Und ja, ich weiß was für ein völlig absurder Film auch „A Massive Hunt“ ist. Aber genau das ist es doch, was letztlich zählt: Wir können heute solche Sendungen sehen und wissen, dass das was wir dort sehen, der aussterbende Traum einer Generation ist, für die Umwelt und Nachhaltigkeit zweitrangig gewesen sind.

Und deswegen denke ich, Ihr solltet Euch den Spaß gönnen. Genießt die Absurdität einer Welt, die es so nicht mehr geben wird.

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Träumen deutsche Konservative von amerikanischen Republikanern?

Träumen deutsche Konservative von amerikanischen Republikanern?

 

In letzter Zeit fasziniert mich die deutsche Politik-Landschaft hinsichtlich der Konservativen, also CDU, CSU und AFD. Das hängt sicherlich damit zusammen, dass ich in den letzten Monaten auch viel Bücher über die amerikanische Politik und von amerikanischen Politikern gelesen habe. Von Büchern wie „WUT über „The Restless Wave bis hin zu „Ein verheißenes Land und einige andere.

Das hat mich neugierig gemacht. Kann es sein, dass die konservativen Politiker und Parteien in Deutschland danach streben, die Rolle der Republikaner in den USA zu übernehmen? Und welche Auswirkungen wird das auf die Zeit nach Merkel haben? Denn machen wir uns nichts vor, ein konservativer Kanzler wird mehr in Richtung Trump, denn in Richtung Merkel tendieren. Aber warum ist das so?

Ausgelöst hat das aktuelle Nachdenken die CDU in Voerde. Auf der einen Seite beschäftigt mich immer noch der spontane Abgang des Bürgermeisterkandidaten und Parteivorsitzenden, auf  der anderen Seite beschäftigt mich der Fraktionsvorsitzende, der vor einiger Zeit noch kein CO2 vor dem Rathaus sehen wollte und konnte und in der letzten Sitzung, in der ich ihn erlebte, gar nicht oft genug betonen konnte, wie sehr seine Partei doch für den Umweltschutz sei. („Die CDU will pragmatische Umweltpolitik. Mit einer Mehrheit im Rat würden wir den Klimanotstand sofort beenden.„)

Das führt mich zu den vermeintlichen Kanzlerkandidaten. Laschet macht derzeit keine besonders gute Figur, sei es wegen gut gemeinter Telefonate oder auch nur wegen seiner Ratgeber. Söder macht dagegen auf Hardliner, damit niemand fragt, welche Rolle die bayrischen Bierfeste gespielt haben könnten. Und Merz? Äh hat jemand Merz gesehen? Der scheint ja im Moment den Streisand geben zu wollen.

Und jetzt kommen wir zurück zur Doppelrolle oder Doppelmoral. Nehmen wir beispielsweise mal das „Pflanzenschutzmittel“ Glyphosat, dass einerseits im Verdacht steht, Krebs zu erregen und auf der anderen Seite berüchtigt ist für seine Wirkung auf die Tierwelt.  Jetzt könnte man ja sagen, wenn die CDU laut des hiesigen Fraktionsvorsitzenden doch die Partei ist, die sich um die Bewahrung der Schöpfung bemüht (was ja eigentlich ein konservatives Leitmotiv ist), dann müsste doch Glyphosat… ach Ihr ahnt es:

 

Und auch im Umgang mit der Rechten spielt die CDU eine bemerkenswerte Rolle. Egal ob hier oder anderswo: Die Distanz zur AFD ist manchmal schwer zu sehen. Dazu passt auch, dass bei jeder noch so unpassenden Gelegenheit ein Hufeisen geworfen wird.
 
Meine Sorge ist jetzt, dass die Konservativen immer weniger das C in ihrem Titel zum Leitmotiv erheben. Das das so ist, ist offensichtlich, wenn man sich z. B. die Situation auf dem Mittelmeer oder dem Lager Moria in Erinnerung ruft. Wo ein „Christlicher“ Innenminister sogar das Flehen von Kommunen, sie Menschen aufnehmen zu lassen, abstreift wie einen alten Handschuh.
 
Ist es da abwegig zu befürchten, dass die Union im kommenden Bundestagswahlkampf völlig die „Bahn der Vernunft“ verlassen wird? Und nach dem Vorbild der Republikaner versuchen werden, das Land zu spalten und den potentiellen Wählern alles zu versprechen, was die hören wollen – so lange es nur „gegen die Linken“ und für die Stimmen zu taugen scheint?
 
Und ja, selbstverständlich muss es nicht so kommen. Aber nach dem, was ich im Kommunalwahlkampf schon erlebt habe – und auch danach – habe ich Zweifel, dass es kein dreckiger Wahlkampf 2021 werden wird. Denn Corona wird im Laufe des nächsten Jahres langsam aber sicher zu einer Randnotiz werden und dann müssen neue Themen her.
 
Weihnachten darf man sich ja was wünschen: Ich wünsche mir, dass die Union das C wieder entdeckt. Dass wir im kommenden Jahr eine konservative Politik in Deutschland erleben, die die „Schöpfung wahren“ (Umweltschutz), eine Politik der Nächstenliebe (für Menschen mit Problemen) und eine Stärkung der Demokratie durch weniger Lobbyismus und mehr Transparenz zu ihrem Leitbild macht. Und ich wünsche mir für 2021, dass ich viel weniger Gründe habe, über die C*U zu bloggen.
 
Wetten mag ich darauf allerdings nicht.
 
 

Was bisher geschah…

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Artikelbild: Adobe Spark

Peak Design AL-4 Anchor Links

Peak Design AL-4 Anchor Links

Ich mache hier ja eigentlich kein „Gear-Review“. Aber manchmal findet man einfach was und denkt sich: Gnaaaaa hätte ich das nicht schon vor Jahren finden können? In dem Fall geht es um die Peak Design AL-4 Anchor Links, die ich für knapp 25€ beim gelben Fluß gefunden habe.

Im Grunde handelt es sich dabei um ein „Add-On“, dass an den Kameragurt einen Schnellverschluß anhängt. Und der in dem Fall super einfach zu bedienen ist und einen sehr robusten Eindruck macht.

Ich hatte früher mal „Schnellverschlüsse“, die allerdings recht fummelig waren und leider nicht so lange hielten, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Und das mit dem Kameragurt ist eines dieser merkwürdigen Probleme, die man schnell vergisst, weil in der überwiegenden Zahl aller Fälle habe ich einen Gurt an der Kamera. Aber ich hätte ihn gerne ab, wenn ich mit Stativ arbeite und am Gimbal ist er einfach nur hinderlich und muss ab. Dummerweise sind die „muss ab“-Situationen aber recht selten und ich vergesse das immer wieder.

Gelegentlich habe ich in Videos an Kameras mal diese rotschwarzen „Nöppel“ gesehen und mich gefragt, das das ist. Und dann habe ich mal danach gesucht…. und siehe da, es ist ein Schnellverschluß für den Kamera-Gurt.

Also habe ich die Dinger mal bestellt. Die Installation geht schnell von statten, wie Ihr Euch bestimmt denken könnt.

Um so erstaunlicher, dass ich nicht früher auf die Idee gekommen bin – facepalm-Emoji hier einfügen.

Und solltet Ihr manchmal den Gurt von Eurer Kamera schnell los werden wollen, oder (fast noch besser) jemanden mit Kamera kennen, dem ihr zu irgendeinem Anlass eine Kleinigkeit zukommen lassen wollt: Das hier ist das Geschenk, nachdem Ihr sucht.

Und falls Ihr keine Kamera habt, hab ich auch noch was für ein. Ein Katzenfoto. Denn das Internet besteht bekanntlich zur Hälfte aus Pron und Katzenfotos. Und da das hier ja ein jungendfreier Blog ist 😉

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The Walking Langeweile

The Walking Langeweile

Ich bin „The Walking Dead“ Fan seit Anfang an. Ich finde die Serie hat sich Mühe gegeben, den Comics gerecht zu werden. Natürlich hat eine Serie, die mittlerweile eine Dekade überspannt, nicht nur Höhen. Aber alles in allem mag ich es immer noch schauen.

Dann kam „Fear the Walking Dead“ als Spin-Off und ist ziemlich überraschend: Der Anfang war echt mager, dann wurde es mal besser, dann mal schlechter und plötzlich kam die aktuelle Staffel 6 und die ist überraschend gut.

Und dann kam „The Walking Dead – World Beyond“, ein Spin-off, dass auf zwei Staffeln beschränkt sein soll.

Und oh mein Gott, wie sehr hoffe ich, dass nach zwei Staffeln wirklich Schluss ist. Denn bisher ist „TWD-WB“ eine echte Beleidigung an alle Seriengucker. Was hatten die Autoren im Sinn? Ich kann nur raten, dass nach dem Genuss von Rauschmitteln die Idee entstand, Herr der Ringe mit Coming of Age zu verbinden und in eine Zombie-Welt zu verpflanzen.

Und das Schlimme ist, ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Bei den künstlichen Handlungsbögen, die total Banane sind? „Oh sorry, als die Welt unterging hab ich leider Deine Mom getötet – sind wir trotzdem BFF???“

Oder bei den Charakteren, die dermaßen Lust- und Lieblos entworfen und so schlecht besetzt wurden? Der Nerd, der verkappte Held, der Leader, die Frau die selbigem an die Wäsche will und hey, wir brauchen dringend noch eine PoC. Die lassen wir dann einfach dümmlich einen Charakter anhimmeln, als wäre sie lobotomiert.

Srsly, in gleichem Maße wie sich FTWD gerade von „geht eigentlich“ zu „oha, da geht was“ entwickelt, entwickelt sich die neue Serie zu einem absoluten Fehlschlag. Und ich möchte wetten, dass selbst Hardcore-Fans sich mit grausen abwenden. So wie ich – für mich ist mein World-Beyon-Experiment jetzt zu Ende. Ich habe alle Hoffnung verloren.

 

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Borat: Anschluss-Moviefilm

Borat: Anschluss-Moviefilm

Ich habe es getan. Ich habe den zweiten Borat-Film auf Amazon Prime gesehen.

Das Wichtigste vorweg: Wenn Ihr könnt, schaut den Film auf Englisch.

So, jetzt aber inhaltlich…

Als damals der erste Borat-Film erschien, 2006 und wie lange ist das schon her, war ich tatsächlich überrascht. Der Film war nicht nur auf eine fremdschämende Art und Weise lustig. Er legte auch seinen Finger genau in die Punkte der amerikanischen Kultur, die man vermutlich nur verstehen kann, wenn man als Amerikaner aufgewachsen ist.

Der Film war jetzt nicht unbedingt das, was man als historischen Meilenstein bezeichnen würde. Aber er war auch nicht so schlecht, wie Menschen ohne Humor ihn fanden.

Und nun, 14 Jahre später der zweite Teil. Und bietet die aktuelle Situation in den USA nicht mehr als genug Material für einen zweiten Film?

Offensichtlich nicht. Denn auch wenn einige Ereignisse des Zeitgeschehens pointiert aufgegriffen werden, ist der Film an sich eine Aneinanderreihung von versuchten schlechten Witzen die, zumindest bei mir, nicht zünden mochten.  Ursachen dafür kann es zweierlei geben: Ich bin dem Genre in den letzten fast 15 Jahren entwachsen oder Cohen hat den Spirit verloren, den der erste Film atmete.

Sollte man den Film dennoch schauen?

Ich denke ja. Weil er trotz der Schwächen ein wichtiges, nicht historisches, Stück Zeitgeschichte ist. Denn man kann und vielleicht muss man es ja auch so sehen: Die Situation in den USA ist ja derzeit dermaßen irritierend – für uns außenstehende, dass man schon die Frage stellen muss, ob ein Film das überhaupt noch satirisch überhöhen kann?

Ist der eigentliche Zweck des Films daher nicht die Unterhaltung des Zuschauers, sondern die Präsentation einer Situation die so unglaublich ist, dass selbst Satire versagen muss?

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